LA 21 in Österreich: mehr als 430 Prozesse, Tendenz stark steigend
Die Lokale Agenda 21 ist der Musteransatz, um in Österreich auf lokaler und regionaler Ebene in enger Verbindung mit den Nachhaltigkeitsstrategien von Ländern, Bund und EU eine Nachhaltige Entwicklung umzusetzen.
1998 wurden die ersten LA 21-Prozesse gestartet, seither wurden rund 430 Gemeinden und 35 Regionen/Bezirken aktiv, das entspricht einem Prozentsatz von 18 Prozent aller österreichischen Gemeinden. Die Lokale Agenda 21 und ihre Zielsetzungen fließen auch in die gemeinsame neue Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes und der Länder (ÖSTRAT) ein und tragen damit wesentlich zur Zukunftssicherung in ländlichen und städtischen Lebensräumen bei.Mit Hilfe des neuen österreichischen Programms zur Ländlichen Entwicklung soll als mittelfristiges Ziel bis 2013 eine bundesweite Umsetzung derartiger Prozesse in etwa 600 Gemeinden und 50 Regionen bzw. Bezirken Österreichs erreicht und abgesichert werden.
1992, Rio de Janeiro, Grundlage für eine Nachhaltige Entwicklung
Der Grundsatzbeschluss für eine Nachhaltige Entwicklung ist zurückzuführen auf den Erdgipfel der Vereinten Nationen im Jahr 1992 in Rio de Janeiro. Damals unterzeichneten über 180 Staaten der Erde – darunter auch Österreich – die Agenda 21, ein 40 Kapitel umfassendes Werk, das den Weg für eine weltweite nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert vorsieht. Das Kapitel 28, die Lokale Agenda 21, fordert Gemeinden, Städte und Regionen auf, ihre Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt nachhaltig zu entwickeln. Die Ziele wurden beim darauf folgenden Erdgipfel in Johannesburg im Jahre 2002 bekräftigt. Auch in der erneuerten Strategie der EU zur Nachhaltigen Entwicklung, unter der österreichischen Präsidentschaft ausgearbeitet und im Juni 2006 von den Staats- und Regierungschefs verabschiedet, werden „eine demokratische Gesellschaft“ sowie die „Beteiligung der Bürger“ als explizite Leitprinzipien genannt. Mehr zu Grundlagen und Entwicklungen der LA21 international.
Die Europäische Kampagne zukunftsbeständiger Städte und Gemeinden und die damit verbundenen Aalborg Charta und Aalborg Commitments bilden ebenfalls wichtige Bezugspunkte. Eine akkordierte Österreich-Übersetzung der Aalborg-Commitments (Selbstverpflichtung) unterstützt Agenda 21-Prozesse österreichischer Städte und Gemeinden.
Lokale Agenda 21 – eine neue Dialogkultur
Kreative Bürgerinnen und Bürger, Akteure aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung finden in einem offenen Beteiligungsprozess zusammen und widmen sich der zentralen Frage, wie die Lebensqualität in ihrem Lebensraum erhalten und ausgebaut werden kann, ohne dabei auf Kosten der Natur, der gewachsenen wirtschaftlichen Strukturen oder unserer Gesellschaft handeln zu müssen. Oder wie gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Funktionen sich gegenseitig unterstützen können und welche Fehlentwicklungen es gibt, die uns den Zugang zu einer dauerhaften Lebensqualität versperren.
Ergebnis dieser Dialogkultur in Städten, Gemeinden und Regionen sind gemeinsam entwickelte Visionen, Leitziele und Maßnahmen zur Umsetzung der Ideen.
Downloads
Agenda 21 (PDF 893,63 kB )
Agenda 21 - Kapitel 28 (PDF 15,37 kB )
Aalborg Commitments Austria (PDF 58,4 kB )
Anzahl der LA 21-Prozesse in Österreich 2007 (Stand 2008) (PDF 104,91 kB )
Anzahl der LA 21-Prozesse in Österreich 2008 (Stand 2009) (PDF 307,44 kB )
Lokale Agenda 21 in Österreich_Stand_09_2010 (PDF 424,63 kB )
15.10.2010, nachhaltigkeit.at


