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zylindrische Skulptur aus gelben Wasserwaagen vor der Akropolis in Athen; entstanden im Rahmen der Kunstaktion
Foto: Hermann Josef Hack

Thema des Monats 08/2005: Kunst und Nachhaltigkeit

Bedenkt man, dass es beim Wechsel zu einer zukunftsfähigen Lebensweise auch um den Wandel festgefahrener Lebensvorstellungen, Konsumgewohnheiten und um individuelle und gesellschaftliche Wertesysteme geht, so wird deutlich, dass Nachhaltigkeit auch eine kulturelle Aufgabe ist.

Nachhaltigkeit wird – wie weitgehend bekannt – meist über die drei Dimensionen Wirtschaft, Ökologie und Soziales definiert. Manchmal ist auch noch von der politischen bzw. der institutionellen Dimension die Rede. Das Thema Zukunftsfähigkeit umfasst jedoch darüber hinaus eine Vielzahl von Dimensionen, die den gesellschaftpolitischen Diskurs bereichern. Einen ganz wesentlichen Beitrag kann hier Kunst und Kultur leisten.
 
Schon bei der 2. Weltkonferenz der UNESCO im Jahr 1982 wurde Nachhaltigkeit als die Gemeinsamkeit der geistigen, materiellen, interkulturellen und emotionalen Aspekte definiert, durch die eine Gesellschaft gekennzeichnet wird. Sie umfasst das künstlerische Schaffen, also Kulturpolitik im engeren Sinn, aber auch sämtliche Lebensformen, Wertvorstellungen und Traditionen sowie Glaubensrichtungen. Kunst und Kultur werden damit ins Zentrum der Vision einer nachhaltigen Welt gestellt. Im Aktionsplan „The Power of Culture“, der auf der UNESCO-Konferenz zu Kultur und Entwicklung 1998 in Stockholm verabschiedet wurde, wird sogar konstatiert, dass nachhaltige Entwicklung und kulturelle Entfaltung wechselseitig voneinander abhängig sind.

Auf dem „Weltgipfel Umwelt und Entwicklung“ in Rio (1992) wurde der geistig-schöpferischen Dimension von Nachhaltigkeit nur indirekt Rechnung getragen. So lautet es in Artikel 21 der damals beschlossenen Agenda 21: „Die Kreativität, die Ideale und der Mut der jungen Menschen auf der ganzen Welt müssen mobilisiert werden“. Dies ist zwar ein Aufruf, neben Ökonomie, Ökologie und Sozialem auch die kulturelle Dimension wahrzunehmen, die sonstige Nichtbeachtung von Kunst und Kultur in der Deklaration von Rio zeigt allerdings, dass Kunst und Kultur im Verhältnis zu Ökonomie und Politik nur geringe Bedeutung zugemessen wird.

Vor diesem Hintergrund beleuchtet dieses Monatsthema das Verhältnis von Kunst und Nachhaltigkeit und geht, ausgehend von einigen grundsätzlichen Konzepten zum Thema Kunst und Kultur, auch auf deren Rolle im gesellschaftlichen Diskurs ein. Die Möglichkeit mittels Kunst den gegenwärtigen Zustand einer Gesellschaft darzustellen, aber auch Wege vorzudenken, diesen Zustand im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu verändern, steht im Mittelpunkt der Darstellung. Von besonderer Bedeutung ist hier die Rolle von KünstlerInnen als Visionäre einer gerechteren, glücklichen Menschheit, die ihre natürlichen Grenzen respektiert.

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02.10.2008, nachhaltigkeit.at