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Thema des Monats 03/2004: Governance und Nachhaltigkeit

Was heißt Governance eigentlich, welche Konzepte werden theoretisch diskutiert und welche praktischen Anwendungsbeispiele gibt es? Wie kann Governance für eine nachhaltige Entwicklung aussehen? Welche Kriterien gibt es dafür? Diesen und weiteren Fragestellungen widmet sich dieses Monatsthema.

Unser Gesellschaftssystem wandelt sich ständig. EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen finden es zunehmend schwieriger, ihre Anliegen und Interessen in einer komplexer werdenden Welt durchzusetzen. Die alten Steuerungselemente – wie etwa eine hierarchische Raumplanung oder Regieren mittels „command and control“, ja selbst das Einheben von Steuern und Abgaben – können den neuen Anforderungen immer weniger gerecht werden und verlieren so zunehmend an Bedeutung. Die Frage nach neuen Steuerungsmodellen in einem komplizierter werdenden Geflecht von Akteuren wird seit einiger Zeit unter dem Stichwort Governance diskutiert. Diese Frage stellt sich auch und gerade für das Erreichen einer mehrdimensionalen Idee, wie sie im Konzept der nachhaltigen Entwicklung formuliert ist.
 
In diesem „Thema des Monats“ geht es daher um die Fragen: Was heißt Governance eigentlich, welche Konzepte werden theoretisch diskutiert und welche praktischen Anwendungsbeispiele gibt es? Wie kann Governance für eine nachhaltige Entwicklung aussehen? Welche Kriterien gibt es dafür? Welche Fragen bleiben offen?

Die meisten Governance-Konzepte behandeln zentral die folgenden Punkte (nach Nischwitz 2001):
  • Neugestaltung der Interaktion zwischen Staat, Wirtschaft und Netzwerken / Zivilgesellschaft
  • Finden von Entwicklungsleitbildern, die von allen Akteuren getragen werden können
  • Wechsel vom statischen Lenken von Entwicklung hin zu einem dynamischen Initiieren und Formen von Entwicklung
Die Autoren dieses Monatsthemas befassen sich dabei mit aktuellen Entwicklungen bei lokaler und regionaler Governance ebenso wie auf europäischer und globaler Ebene.
 
Als Voraussetzungen für Governance innerhalb einer nachhaltigen Entwicklung werden unter anderem die Vorteile flacherer Hierarchien (innerhalb und zwischen Organisationen), die Legitimierung der beteiligten Institutionen, veränderliche Netzwerke und der freie Zugang zu Informationen und Entscheidungen diskutiert. Neue Netzwerke und zivilgesellschaftliche Organisationen erfordern neue Formen der Legitimation, Hierarchien traditioneller Organisationen verändern sich mit der Entwicklung neuer Kooperationsformen zwischen den Organisationen.
Endgültige Antworten sind beim gegenwärtigen Stand der Debatte jedoch nicht möglich. Vielmehr ging es dem Autorenteam darum,  Fragen zu ordnen und mögliche Antworten in ihrer Ambivalenz darzustellen.

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08.12.2008, nachhaltigkeit.at