NSTRAT 2002: Beginn eines kontinuierlichen Prozesses
Zu Beginn des Kapitels „Die Umsetzung“ heißt es in der Österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes (NSTRAT 2002): „Nachhaltige Entwicklung ist eine Aufgabe, die über eine Legislaturperiode hinaus reicht." Die am 30. April 2002 beschlossene Strategie ist somit der Auftakt eines kontinuierlichen Prozesses der eine Vielzahl konkreter Schritte und Maßnahmen auslösen soll.
Der Umsetzungsprozess orientiert sich an folgenden fünf Grundsätzen:Systematische und effiziente Umsetzung
Ein wichtiges Merkmal dieses Grundsatzes ist es, dezentrales Engagement (Bottom-Up) mit einer übergeordneten Koordination (Top-Down) zu verbinden. In diesem Sinne wird auf die Verantwortung der einzelnen Gebietskörperschaften und Institutionen hingewiesen, konkrete Ziele und Maßnahmen zur Zielerreichung festzulegen. Die Arbeitsprogramme bilden ein zentrales Instrument dieses Grundsatzes.
Koordination durch Kooperation
Die Konsistenz der Politiken soll durch eine bessere horizontale und vertikale Koordination gesichert werden. Als Drehscheibe der Koordination zwischen Ministerien ist im Jahr 2002 das Komitee für ein Nachhaltiges Österreich etabliert worden. Da im Komitee auch die Bundesländer vertreten sind, dient es auch der Koordination zwischen Bund und Ländern.
Transparenz
Der Strategieprozess wird in Arbeitsprogrammen und Fortschrittsberichten vom Komitee für ein Nachhaltiges Österreich dokumentiert und weiterentwickelt. Während Arbeitsprogramme die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie spezifizieren, dokumentieren die Fortschrittsberichte den Umsetzungsstand. Dabei wird auch ein Set von Indikatoren zum Monitoring Nachhaltiger Entwicklung verwendet.
Partizipation, Information und Kommunikation
„Nachhaltige Entwicklung ist nur durch gemeinsames Engagement möglich“. Vor diesem Hintergrund sollen partizipative Elemente auf allen politischen Ebenen (von der Sozialpartnerschaft auf Bundesebene über die Bundesländer bis hin zur lokalen Ebene) und in Betrieben gestärkt werden. Voraussetzung dafür ist eine neue Konfliktkultur, die mit unterschiedlichen Interessen transparent und konstruktiv umgeht.
Weiterentwicklung durch Evaluation und eine "Lernende Strategie“
Die Österreichische Nachhaltigkeitsstrategie soll eine lernende, d.h. sich kontinuierlich weiterentwickelnde Strategie sein. Voraussetzungen dafür sind unter anderem Offenheit, Fehlertoleranz, Internationalität und Reflexivität. Letztere wird durch Monitoring, über das in Fortschrittsberichten berichtet wird, und Evaluationen gefördert. Der Strategieprozess soll außerdem auch institutionelle Innovationen hervor bringen.
07.03.2011, Nachhaltigkeit Strategie

