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Coverfoto des journal nachhaltigkeit, 1. Ausgabe 2009; zu sehen sind 2, auf einem Hochseil balancierende Seiltänzer in Rückenansicht; im Hintergrund blauer Himmel
Foto: Barry Sherb...

journal nachhaltigkeit 1/2009: Was Vertrauen schafft - Werte, die die Wirtschaft braucht

Vertrauen ist ein knappes Gut in Zeiten wie diesen. Woher soll es auch so schnell wieder kommen, wenn es einmal verloren ist. Gleichwohl spielt Vertrauen eine unentbehrliche Rolle in der modernen Ökonomie, erst auf seiner Basis kommen Transaktionen zustande. Das macht die Tiefe der aktuellen Krise deutlich.

Der Aufbau von Vertrauen „ist ein komplizierter und langfristiger Prozess, ein individueller und sozialer Lernprozess“, schreibt der Ökonom Richard Sturn in der Themeneinleitung zur jüngsten Nummer des journal nachhaltigkeit. Fromme Appelle zu neuer Vertrauensbildung greifen da aber zu kurz, denn Vertrauen allein ist kein Allheilmittel. Es kann die Aufgabe staatlicher Regulierung nicht ersetzen. Es kann sich nur in einem Set von Regeln entwickeln, die uns Sicherheit bieten können, dass es eben nicht zugunsten kurzfristiger, individueller Vorteile ausgebeutet wird. Vertrauen, so Sturn, braucht auch Systemvertrauen. Und wo dieses abhanden gekommen ist, wie derzeit auf offenkundige Weise, kann es nur „auf Basis entsprechend geänderter Spielregeln“ wieder erstehen.
Die aber, die sich dem komplizierten, langfristigen Lernprozess der Vertrauensbildung gewidmet haben, sollten gerade in der Vertrauenskrise ihre Ernte einfahren können.
  • Die Unternehmen der KMU-Vereinigung „Wirtschaftsantrieb am Punkt (WiP)“ zeigen es vor, wie man mit Glaubwürdigkeit und Vertrauen ökonomische Werte schafft. Ausdruck ihres Engagements sind die ersten Nachhaltigkeitsberichte von Klien- und Mittelbetrieben.
  • Andreas Schneider von der Wirtschaftskammer Österreich sieht in Vertrauens- und Glaubwürdigkeit das große ökonomische Atout für Klein- und Mittelbetriebe: „KMU müssen stark werteorientiert wirtschaften, um langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein zu können.“
  • Und in der Solidarregion Weiz schritt man zur Tat: Beim Solidarsparbuch verzichten sowohl die Sparer als auch die Bank auf je ein Prozent der Zinsen. Der lukrierte Ertrag ermöglicht Solidarkredite zu günstigen Konditionen für Betriebe, die Arbeitslose über 50 wieder in die Arbeitswelt integrieren.
Neben den Artikeln zur Themenstrecke gibt es in der Ausgabe 1/2009 des journal nachhaltigkeit wie immer auch die netzwerk-news mit Informationen zu Nachhaltigkeits-Aktivitäten aus Stadt und Land. Der „LA21 report“ widmet sich diesmal der Mühlviertler Gemeinde Sarleinsbach. Und unter der Rubik „net working“ finden sich Berichte über das Programm Energiezukunft Vorarlberg und zur ISO-Norm 26000 als Maßstab für gesellschaftliche Verantwortung. Zum Abschluss gibt es noch ein Resümee vom 14.Round Table des Akteursnetzwerks Nachhaltiges Österreich in Retz. Wir wünschen nachhaltige Lektüre.

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01.04.2009, Nachhaltigkeit