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Zum Thema Ressourcenverbrauch

Das Thema Ressourcenverbrauch war lange Zeit ein Nischenthema. Der Club of Rome brachte das Thema vor über 35 Jahren aufs Tapet und wurde dafür heftig kritisiert. Wir stellen ihnen hier zum einen prominente Stimmen dazu vor als auch laden wir Sie ein, ihre eigenen Statements abzugeben!

Vor über 15 Jahren startete am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie ein Projekt, das heute hochrangige Vertreter in Wirtschaft und Politik in die Praxis umsetzen: eine dramatische Erhöhung der Ressourceneffizienz mit dem Ziel zu erreichen, den globalen Ressourcenverbrauch auf ein nachhaltig ökologieverträgliches Maß einzubremsen.  Das „Thema des Monats"  Mai 2009 widmet sich diesem Thema.
 
Hier einige prominente Stimmen: 
 

23 SEP 2008, BERLIN/GERMANY: Innovationsdialoge zum Thema "Cleantech" von EnBW und Berliner Republik, EnBW Energie Baden-Wuerttemberg
Foto: Marco Urban
"Im Zentrum der ökologisch-industriellen Revolution stehen zwei Projekte. Das eine ist die sprunghafte Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz auf allen Gebieten. Das andere ist ein ökologisch-industrieller New Deal, ein Bündnis von Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zur schnellstmöglichen Erreichung dieses Ziels."

 
Schrieb der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel im Oktober 2008. Der vollständige Artikel findet sich im Internet.

 
In Deutschland gibt es bereits millionenschwere Programme sowohl aus dem Umwelt- wie auch aus dem Wirtschaftsministerium mit dem Ziel, den Ressourcenverbrauch zu senken.
 
Der (ebenfalls deutsche) Pionier der Ressourceneffizienzstrategie, Friedrich Schmidt-Bleek schreibt: 
 
Friedrich Schmidt-Bleek
Foto: Aachener Sti...
Millionen Menschen haben Wasser und Strom gespart, Müll sortiert und manche sind aufs Fahrrad umgestiegen. Wir bezahlen Milliarden für den grünen Punkt und wir haben geglaubt, mit Umweltschutz "am Ende der Pipe" die Ökosphäre retten zu können. Es hat nicht viel genutzt. Wir fahren volldampf voraus gegen die Wand. Ohne die gewohnten lebensnotwendigen Leistungen der Natur ist auch die Wirtschaft zu Ende. ... Da die Globalisierung des in den Industrieländern dominierenden materiellen Wohlstandes die Verfügbarkeit von mehr als zwei Planeten Erde als Ressourcenbasis voraussetzt, und da heute schon die ökologische Risikoschwelle überschritten ist, ergibt sich als erste unausweichliche Forderung, die technischen Eingriffe in die Ökosphäre zu minimieren und die Wohlstandsgestaltung zu dematerialisieren (Faktor 10). Technisch ist dies ohne Qualitätsverlust machbar. Zum Gelingen bedarf es allerdings auch im sozialen und wirtschaftlichen Bereich vielfältiger Innovationen.


Quelle: Factor10 Institute  
  
 
Hans-Jörg Greimel, Vorstand Beschaffung und Vertrieb der Baumarktkette Baumax initiierte 2007 eine Arbeitsgruppe zur Nachhaltigkeitsqualität von Produkten großer österreichischer Unternehmen und sagte dazu jüngst in einem Radio-Interview:  
 
Hans-Jörg Greimel
Foto: Baumax

 
 "Die Grundidee ist, dem Konsumenten die Möglichkeit zu geben zu erkennen, was sind nachhaltige Produkte und was sind nicht nachhaltige Produkte. ... Wir wollen über eine Vielzahl von Produkten und Sortimenten (vom Möbelhandel über  den Baumarkt bis in den Lebensmittelhandel) dem Kunden eine Leitline geben in Form einer sehr einfachen Produktkenntzeichnung, die aber wissenschaftlich fundiert ist und eine ganzheitliche Betrachtung der ökologischen Qualität bietet, um dem Kunden eine Alternative zu ermöglichen." 
  

 
 

  
Christopher Manstein schließlich beschäftigt sich im Lebensministerium (Abt. Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik) mit dem im „Thema des Monats" angesprochenen Ressourceneffizienzplan. Er meint: 
 
Christopher Manstein
Foto: BMLFUW
"Wir müssen die Ressourcennutzung in Österreich noch effizienter gestalten und die Ressourcenproduktivität weiter verbessern. Unser ökologischer Rucksack kann noch viel kleiner werden! Weniger Naturressourcen zu verbrauchen ist gut für die Umwelt und auch gut für die Wirtschaft. Mehr Ressourceneffizienz bzw. Ökoeffizienz kann auch als Innovationsmotor und als Standortfaktor für Österreich genützt werden. Im Lebensministerium entwickeln wir gerade ein Konzept für einen so genannten "Ressourceneffizienz-Aktionsplan Österreich", der sich aus der Nachhaltigkeitsstrategie ableitet. Der Prozess zu diesem Aktionsplan soll noch heuer gestartet werden und wir planen hier einen intensiven Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie der Verwaltung. Ziel des Aktionsplanes ist es, quantitative Effizienzziele auszuarbeiten und in weiterer Folge entsprechende Leitmaßnahmen und -instrumente festzulegen und umzusetzen. Außerdem wollen wir ein "Akteursnetzwerk Ressourceneffizienz" aufbauen."

 
 
 
Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin des WWF und Andreas Zednicek, Medienabteilung WWF über den Willen, den wir brauchen, um ein zukünftsfähig zu bleiben.
 
"Die menschliche Spezies verfügt über bemerkenswerten Einfallsreichtum und Problemlösungsfähigkeiten. Wenn wir die Vorstellungskraft und den Willen aufbringen, können wir innerhalb der Kapazitäten dieses Planeten in Wohlstand leben und dabei die Ökosysteme sichern. Der gleiche Geist, der uns zum Mond gebracht hat, muss nun genutzt werden, um zukünftige Generationen vor lähmenden ökologischen Schulden zu bewahren und ihnen ein Leben in Wohlbefinden zu ermöglichen."
 
Quelle: Welches Wachstum ist nachhaltig?“, Friedrich Hinterberger, Harald Hutterer, Ines Omann, Elisabeth Freytag (Hrsg.),
 
 
Michael Paula, Arbeitsgruppe Nachhaltig Wirtschaften, initiiert und unterstütztrichtungsweisende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch die Finanzierung von Projekten im Rahmen von Ausschreibungen der Programme Haus der Zukunft, Fabrik der Zukunft und Energie(systeme) der Zukunft.
 
"Nachhaltig Wirtschaften nennen wir im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie einen Forschungsbereich, der eine wesentliche Basis für zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklungen schaffen soll. Mit den Fragestellungen zu „Haus der Zukunft“, „Fabrik der Zukunft“ und „Energiesysteme der Zukunft“ wurden zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte initiiert und finanziert, die zu einer deutlichen Erhöhung der Ressourceneffizienz führen, unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren und gleichzeitig zu den klimapolitischen Zielen beitragen können. Nun ist es wichtig diese innovativen Lösungen und Technologien in den Maßnahmen der österreichischen Gesamtenergiestrategie zu berücksichtigen und damit weiter umzusetzen, um so die energie- und klimapolitischen Notwendigkeiten auch als Chance für die österreichische Wirtschaft nutzen zu können."
 


Zusammengenommen zeigen diese Zitate die ernsthaften Bemühungen von Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung, sich der Verantwortung, den globalen Ressourcenverbrauch zu reduzieren zu stellen und - jeder nach seinen Möglichkeiten - Beiträge zu diesem letztlich gesamtgesellschaftlichen Ziel zu leisten.
 
Wir werden die Reihe der Zitate im Laufe des Monats Mai 2009 fortsetzen und laden Sie ein, uns Ihre Stellungnahmen zu schicken, die wir im Rahmen der Möglichkeiten gerne veröffentlichen.
 
 

02.06.2009, Nachhaltigkeit Personen & Ansichten