journal nachhaltigkeit 3/2009: Herausforderung Demografie
Die Lebenserwartung steigt, die Geburtenraten sinken. Der demografische Wandel bedeutet für das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung eine fundamentale Herausforderung. Antworten darauf werden in vielen lokalen und regionalen Projekten erprobt – und auch gefunden.
"Herausforderung Demografie: Den gesellschaftlichen Wandel zukunftsfähig gestalten" - so lautet der Titel der aktuellen Ausgabe des journal nachhaltigkeit.Die Herausforderung des demografischen Wandels liegt zunächst einmal in der Ökonomie: Wie können die sozialen Sicherungssysteme nachhaltig abgesichert werden, sprich: wie können bei steigenden Ausgaben Gesundheits-, Pensions- und Pflegevorsorge so finanziert werden, dass die fiskalische Last auch für künftige Generationen noch vertretbar ist. Der Schlüssel liegt hier wohl in der Entwicklung neuer Altersbilder und einem geänderten Verständnis von Arbeit, die den reichen Erfahrungsschatz der älteren Menschen stärker in die gesellschaftliche Wertschöpfung integriert.
Über die ökonomische Frage hinaus geht es aber auch um gesellschaftliche Aspekte der Nachhaltigkeit in der Generationensolidarität, betont der Soziologe Franz Kolland im einleitenden Beitrag zum Thema dieser Ausgabe des journal nachhaltigkeit. Der „Generationenvertrag“ droht immer dann brüchig zu werden, wenn sich gesellschaftliche Prozesse beschleunigen und soziale Umwälzungen stattfinden. Das Verhältnis von Alt und Jung auf einer solidarischen Basis zu halten, gehört zu den zentralen Aufgaben nachhaltiger Entwicklung. Was das in der täglichen Praxis bedeuten kann, zeigen einige Beispiele:
- -Das Wiener Pilotprojekt „sALTo – gut & selbstbestimmt älter werden im Stadtteil“ versucht, im „Grätzl“ lokale Antworten auf den demografischen Wandel zu entwickeln.
- -Im „Bielefelder Modell“ geht es um Wohnungsangebote, die älteren Menschen möglichst viel Freiheit und Selbstbestimmtheit im Wohnen bei gleichzeitiger Sicherheit in der Versorgung bieten.
- -In der westlichen Obersteiermark reagiert man auf die prognostizierten starken Bevölkerungsrückgänge mit einem Projekt zur Sensibilisierung und Mobilisierung der regionalen Bevölkerung.
Neben Beiträgen und Praxisbeispielen rund um das Schwerpunktthema "Demografischer Wandel" bringt das journal nachhaltigkeit wie immer News aus dem Akteursnetzwerk Nachhaltiges Österreich zu Nachhaltigkeits-Aktivitäten in Stadt und Land. Der "LA21- report" ist diesmal der steirischen Gemeinde Aflenz Land gewidmet. Und in der Rubrik "net working" findet sich ein Bericht zur jüngsten Konferenz des Europäischen Nachhaltigkeitsnetzwerks (ESDN), bei der ein Positionspapier zur künftigen EU-Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet wurde. Wir wünschen eine nachhaltige Lektüre.
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journal nachhaltigkeit 3/2009 (PDF 896,07 kB )
02.10.2009, Nachhaltigkeit


