Dialog des Monats 12/09: Nachhaltige Mobilität
Zum Thema "Nachhaltige Mobilität" luden wir Experten ein, Ihre Gedanken zur aktuellen Situation darzulegen und vor allem die aus Ihrer Sicht wichtigen nächsten Schritte und politischen Maßnahmen zu nennen, um Österreich zu einem Musterland in Sachen nachhaltigen, öffentlichen Personennahverkehr zu gestalten.
Nachfolgend finden Sie Gastbeiträge von:(1) Univ. Prof. Dr. Hermann Knoflacher
Forschungsbereich für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik, TU Wien
(2) Dipl.-Ing. Helmut Koch
Komobile Verkehrsplanung Gmunden
(3) Mag. Peter Czermak
Klimabündnis Österreich
(4) DI Martin Blum
VCÖ Verkehrspolitik
(5) DI Robert Thaler
Leiter der Abt V/5 Verkehr, Mobilität Siedlungswesen, Lärm - Lebensministerium
(6) Dipl. Ing. Dr. Romain Molitor
Komobile Verkehrsplanung Wien
(7) Dr. Max Herry & DI Markus Schuster
Herry Consulting
(8) Herbert Minarik
Nachhaltigkeitsmanager, ÖBB-Holding AG
Wir danken allen Experten für Ihre Beiträge!
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(1) Univ. Prof. Dr. Hermann Knoflacher
Forschungsbereich für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik, TU Wien
Nachhaltige Mobilität von Pionieren
Traditionelle Ingenieurausbildung, nach amerikanischem Muster, war zu meiner Studienzeit an der TU Wien noch nicht üblich. Unter Planung verstand man die Vorbereitung für die Umwandlung von Natur in Fahrbahnen für technische Verkehrsmittel, seien es Schienen oder Fahrbahnen, zum Wohle der Wirtschaft und der Menschen. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ kam dabei nicht vor, wer sich dafür interessierte las ähnliches in Werken über Waldbewirtschaftung.
Das „Wirtschaftwunder“ in Deutschland kam auf Autorädern daher, denen man alles was störte gefälligst aus dem Weg zu räumen hatte. Konstruktives Ingenieurdenken wurde (an vielen Ausbildungsstätten bis heute) einfach in das Verkehrswesen übertragen: Mehr Belastung – größere Abmessungen. Und wenn der Autoverkehr in Zukunft zunimmt, dann wurde gelehrt, müsse man dafür Vorkehrungen treffen. Der Stolz war die effiziente Projektierung und Baudurchführung. Über die Folgen hörte man wenig bis nichts. Eine andere Denkweise lernte ich bei meinem Geodäsiestudium kennen, wo ich das Glück hatte, Naturwissenschafter als Lehrer zu erleben, die nicht Richtlinien oder Normen erfüllen, sondern sich mit Planetengesetzen, der Physik und zum Teil auch mit den Fähigkeiten des Menschen als Beobachter beschäftigen. Das Mathematikstudium als Ergänzung lieferte dann gut brauchbare Werkzeuge um die Neugier zu befriedigen.
Dank des Umstandes, an ein Institut zu kommen, dass von einem Unfallforscher der ersten Stunde, Prof. Bitzl, besetzt worden war, konnte man sich dem damals nach amerikanischem Vorbild entstehenden Verkehrswesen eigentlich von der Folgenseite nähern. Und diese schaute schon damals sehr blutig und unerfreulich aus. Dabei war der Mensch das Opfer, wenngleich das bestehende Recht ihn zum Täter macht, was mir schon damals eigenartig vorkam. „Menschliches Versagen: 95% der Unfallursachen“!?.
Natürlich mussten die traditionellen, heute noch üblichen Methoden gelernt, gelehrt und in der Praxis umgesetzt werden. Und da ich es dabei zu einer gewissen Meisterschaft brachte, nach dem Wechsel zum KfV und der Einrichtung eines Ingenieurbüros, zahlreiche Planungen erfolgreich umsetzen konnte, habilitierte, wurde ich trotz meiner schon damals erkennbaren kritischen Position nach mehreren „Beinahe-Berufungen“ in Wien Universitätslehrer und erhielt damit die Freiheit zu forschen. Eine Freiheit, die es nicht mehr gibt.
Die Frage die mich beschäftige war, warum der Mensch so oft versagt – war er doch bisher evolutionär so erfolgreich. Bei der Frage nach dem „Warum“ stieß ich im Verkehrswesen auf immer mehr „hohle Böden“, plausible oder plausibel scheinende Annahmen, die sich bewährt hatten (im engsten Sinn), aus denen man dann durch Vereinbarung Richtlinien, Abmessungen, ja sogar Gesetze machte, weil niemand nach den wissenschaftlichen Grundlagen fragte. Über die Wollhandkrabben, Konrad Lorenz, Rupert Riedl fanden sich Stück um Stück Antworten auf elementare Fragen wie „Wie breit muss ein Fahrstreifen bei einer bestimmten Geschwindigkeit sein“. Selbst so einfache Fragen führten zu einer befriedigenden Lösung erst dann, wenn man tief in unsere evolutionäre Vergangenheit hinabsteigt, nahezu alle Disziplinen durchschreitet und daraus dann die – auch mathematisch - saubere Antwort zu finden.
Der Rest ist dann Charaktersache.
Als Professor, Bekenner, hat man keine andere Chance, man muss zu den Ergebnissen stehen – und damit auch zu allen daraus resultierenden Konflikten. (Ich beneide Kollegen, die das nicht können.) Schon aus der Unfallforschung resultiert ein etwas erweiterter Blick auf das System Verkehr, wenn auch immer noch sehr einschränkt. Die Erweiterung ist in der Praxis nicht immer so einfach; man braucht dazu einiges Glück und tolerante Partner.
Bei der Planung der Wiener Innenstadt, die zu den Fußgeherbereichen, der Sperre der Durchfahrten, der Lösungen am Ring etc. führten, berechnet ich Ende der 60-er Jahre die Abgas- und Lärmbelastungen der verschiedenen Varianten, die ich dann auch farblich darstelle. Im Magistrat hielt man das damals für eine typische „Knoflacher-Spinnerei“ – heute gehören diese Indikatoren zu jeder soliden Verkehrsplanung.
Und weil ich schon beim „Spinnen“ war, konnte ich 1973 für alle Innenbezirke umfassende Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, wie sie heute noch gemacht werden, planen – und dann erfolgreich im 3. Bezirk so zu scheitern, dass ein Mitarbeiter meines Büros nahe am Verzweifeln war. Dank der damaligen Gepflogenheit der Stadt Wien, Konzepte von Fachleuten zu machen, die nicht an Folgeprojekte denken, oder gar davon abhängig sind, wurden mir im Verkehrskonzept 1975 das von einer Gruppe Professoren erstellt wurde, der Bereich der Fußgeher, der Radverkehr, der öffentliche Verkehr an der Oberfläche, das unbeliebte Problem des Parkens und die Verkehrssicherheit übertragen. Das sind aber genau die Ingredienzien, die man braucht, um nachhaltige Mobilität zu gestalten – wie wir heute wissen – oder wissen sollten.
Die von mir und meinen Mitarbeitern vorgeschlagenen Maßnahmen, wie die Einschränkung des Autoverkehrs auf der Oberfläche sowohl zum Abstellen, wie zum Herumfahren, zugunsten des effizienteren öffentlichen Verkehrs, stießen auf heftige Ablehnung. Den Radverkehr nahm man nicht ernst – schon wieder so eine Spinnerei. Die passt nach Holland, aber nicht nach Wien.
Heute sind diese Maßnahmen normal. Auch den Radverkehr gibt es wider Erwarten auch in Wien, obwohl liebe Kollegen des erfolgreichen Consulting nahezu ein halbes Jahrzehnt darüber spotteten.
Die praktischen Arbeiten waren sowohl Output der parallel erarbeiteten theoretischen Grundlagen, wie auch Input in diese. Die Zusammenarbeit mit den Menschen führte zu immer engeren Kooperationen mit Kollegen aus den verschiedensten Disziplinen und damit zur Bestätigung des Weges, den man gehen musste, weil die Forschungsergebnisse tragfähige Grundlagen lieferten. Diese waren oft diametral zur immer noch herrschenden Zunft herkömmlichen Verkehrswesens, das in seiner Macht erstarrt, in vielen Ämtern weiter betrieben wird. Dieses Verkehrswesen ist bestenfalls rückwärtsgewandt, auch wenn es absurde Prognosen, jenseits der heute schon greifbaren Veränderungen, erstellt. An diese Prognosen, so scheint es, glauben heute ja nur mehr die Experten, die solche um gutes Geld machen und ihre Besteller, die glauben damit die Menschen überzeugen zu können. Beide wollen oder können der sich ändernden Realität nicht ins Auge sehen, sondern träumen von einer Vergangenheit, die keine Zukunft hat.
Fußgeher, Radfahrer und ein öffentlicher Verkehr mit moderaten Geschwindigkeiten sind nicht nur die nachhaltigsten, sondern auch die schnellsten Verkehrsmittel. Dass so nebenbei die Energieprobleme, Sicherheit - nicht nur im Verkehr -, die Beschäftigungsprobleme gelöst und die lokale Wirtschaft belebt werden, können jene nicht begreifen, die immer noch an den Unsinn vom „Wachstum der Mobilität“ glauben oder Nutzen aus einer Größe berechnen, die es im System nicht gibt, der „Zeiteinsparung durch Geschwindigkeitserhöhung“.
Aber mit solchen Abnormitäten ist die Evolution immer noch fertig geworden. Das Tragische ist dabei nur, welche Schäden man dabei angerichtet hat und immer noch anrichtet.
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(2) Dipl.-Ing. Helmut Koch
Komobile Verkehrsplanung Gmunden
www.komobile.at
Eine Trendwende im Verkehr wird seit vielen Jahren in Fachkreisen diskutiert und von der Politik gefordert. Tatsächlich laufen die Trends vielfach weiter in Richtung noch mehr Kfz- und Flugverkehr. Aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes ist das eine sehr problematische Entwicklung. Der Verkehrssektor ist einer der Gründe, warum Österreich das Kyotoziel voraussichtlich klar verfehlen wird.
Die Basis für die Trendentwicklung ist vielfältig. Zu nennen sind der trotz Wirtschaftskrise weitersteigende Wohlstand breiter Teile der Bevölkerung, strukturkonservierende Maßnahmen der Regierung („Verschrottungsprämien“), die Ausrichtung der Infrastrukturpolitik auf den Bau von Straßen und Hochleistungsstrecken, die fehlende Kostenwahrheit bei fast allen Verkehrsträgern und, last but not least, der politische Unwille, im Bereich der individuellen Mobilität etwas zu verändern.
Es gibt aber durchaus Erfolgsbeispiele, wie die Verkehrswende gelingen kann. Die Förderung des Radverkehrs ist in Österreich eine Erfolgsgeschichte. Städte wie Graz und Salzburg, die ihre Radverkehrsanteile in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich steigern konnten, zeigen wie es geht. Aber auch viele Klein- und Mittelstädte sind sehr erfolgreich bei der Förderung dieses wohl nachhaltigsten Verkehrsmittels.
Radverkehrsförderung bietet enorme Potenziale für eine Verkehrswende auf kommunaler Ebene. Wir wissen, dass ein Drittel aller Autofahrten kürzer als drei Kilometer ist, eine Entfernung die bei guter Radverkehrsinfrastruktur und einem guten Radfahrklima gerne und problemlos mit dem Rad zurückgelegt werden kann. Der Masterplan Radfahren des Lebensministeriums dokumentiert die Strategie des Bundes, den Radverkehrsanteil in Kooperation mit den Ländern und Gemeinden noch erheblich zu steigern. Ein Großteil der Bundesländer arbeitet an eigenen Radverkehrsstrategien. Hervorzuheben wäre diesbezüglich die Vorarlberger Strategie, die zur Förderung des regionalen Radverkehrs den Bau von direkt, zügig und störungsfrei befahrbaren „Rad-Autobahnen“ vorsieht.
Erfolgreiche Radverkehrsförderung erfordert einen umfassenden Ansatz. Der Ausbau der Infrastruktur alleine ist zu wenig, auch wenn das von vielen EntscheidungsträgerInnen so gesehen wird. Mindestens genauso wichtig sind eine systematische Förderung eines radfahrfreundlichen Klimas und ein positives Image des Verkehrsmittels. EntscheidungsträgerInnen, die regelmäßig selbst mit dem Rad unterwegs sind, sind ein wichtiges Element dieser Strategie.
Wichtiger Teil des Masterplan Radfahren sind die klima:aktiv mobil-Programme des Lebensministeriums. Sie bieten seit Jahren Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen auf kommunaler, regionaler und betrieblicher Ebene. Mit dem Programm „Mobilitätsmanagement für Städte, Gemeinden und Regionen“, das seit 2006 läuft, wurde erreicht, dass in Kooperation mit rund 100 Partnern jährlich 55.500 Tonnen verkehrsbedingter CO2-Emissionen eingespart werden. Beim Programm für Freizeit- und Tourismus sind es 40.100 Tonnen mit über 60 Umsetzungspartnern, bei den Betrieben und Verwaltungen sind es sogar jährlich 232.000 Tonnen. Diese Programme beweisen, dass im Mobilitätsbereich Klimaschutz erfolgreich sein kann.
So ermutigend und wichtig die beschriebenen Initiativen sind, für eine echte Verkehrswende, also einen nationalen Shift hin zu den umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, sind breitere Anstrengungen erforderlich. Konkret muss es gelingen, den Flottenverbrauch der Kraftfahrzeuge (durch fossile Kraftstoffe) deutlich zu senken. Dies kann durch gesetzliche Vorgaben für Flottenverbräuche (wie in den USA üblich), durch stärkere steuerliche Anreize zum Kauf verbrauchsärmerer Fahrzeuge und durch Treibstoffsteuern, die im Verkehrsbereich die externen Kosten internalisieren, das heißt dem Verursacher anlasten, geschehen.
Die Infrastrukturpolitik müsste im Schienenbereich ihre Investitionsschwerpunkte weg von teuren Basistunnels hin zu effizienten ÖV-Investitionen in den Ballungsräumen verschieben. Teure Autobahnprojekte (vor allem in Ballungsräumen) sollten unterbleiben, da diese kaum die gewünschte Verkehrsentlastung bringen, aber die weitere Zunahme des privaten Kfz-Verkehrs fördern.
Die Verkehrswende wird kommen, spätestens dann, wenn die Preise für fossile Kraftstoffe durch „Peak Oil“ eine ausreichende Höhe erreichen. Aus fachlicher Sicht wäre es sinnvoller, diese Entwicklung nicht nur dem Markt zu überlassen, sondern gestaltend einzugreifen, um soziale Härten abzufedern und schockartige Entwicklungen zu vermeiden.
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(3) Mag. Peter Czermak
Klimabündnis Österreich
In einer Best-Practice-Datenbank werden u.a. die Vorzeigbeispiele für Sanfte Mobilität in Österreichs Gemeinden zusammengestellt.
Mobilitätsberatung für Schulen
Auch im schulischen Bereich ist das Klimabündnis zum Thema Mobilität beratend tätig. Im Zuge der Kindermeilen-Kampagne sammeln Kindergartenkinder und SchülerInnen aus ganz Europa umweltfreundliche Schulwege! Während einer oder mehrerer Aktionswoche/n bringt jeder umweltfreundlich zurückgelegte Weg - zu Fuß, mit dem Roller oder Rad, per Bus oder Bahn - eine Grüne Meile für das Kindermeilen-Sammelalbum. Jährlich beteiligen sich daran in Österreich ca. 300 Bildungseinrichtungen.
Klimabündnis erstellt pädagogische Begleitmaterialien rund um das Thema Mobilität, so z. B. das Unterrichtsheft MOMO; LehrerInnenheft für SchülerInnen von 10-15 Jahren. Diese sind bei Klimabündnis Österreich erhältlich.
Klimabündnis Österreich leitete im Auftrag des Lebensministeriums gemeinsam mit Herry Consult und Forum Umweltbildung das klima:aktiv mobil Aktions- und Beratungsprogramm „Mobilitätsmanagement für Schulen und Jugend“. An 120 Schulen wurde ein intensives Mobilitätsmanagement angeboten. Durch die Aktivitäten konnten 355.000 Autowege eingespart werden.
Es ist noch viel zu tun!
Angesichts der weiter steigenden Kfz-Zahlen und Autonutzungen sind diese geleisteten Tätigkeiten und soft policies jedoch nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein. In folgenden Bereichen wird dringender Handlungsbedarf gesehen:
1. Wiederherstellen der Freiheit der Verkehrsmittelwahl
2. Verbesserung der Konkurrenzbedingungen für klimaschonende Mobilität
Speziell im ländlichen Raum ist heute vielfach eine große Autoabhängigkeit gegeben. Auf das Auto zugeschnittene Siedlungsentwicklung und fehlende Nahversorgungsstrukturen, mangelndes Angebot an Öffentlichen Verkehrsmitteln, massive Gefährdung nichtmotorisierter VerkehrsteilnehmerInnen machen eine Autonutzung häufig schwer verzichtbar.
Hier ist ein direktes Gegensteuern erforderlich, um eine Wahlmöglichkeit erst wieder herzustellen. Und speziell im Öffentlichen Verkehr sind hier auch die entsprechenden Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.
Verbesserung der Konkurrenzbedingungen für klimaschonende Mobilität
Der bisherige Planungsprozess hat zu verkehrlichen Strukturen geführt, wo den AutonutzerInnen ein hohes Ausmaß an Raum und Budget zur Verfügung gestellt wurde und die Bedürfnisse der NutzerInnen umweltfreundlicher Verkehrsmittel vermehrt an den Rand gedrängt wurden und dadurch unattraktiv wurden.
So steht z.B. in den meisten Städten
Ausgehend von Prozessen vermehrter BürgerInnenbeteiligung und der Erstellung breit abgestimmter Verkehrsleitbilder ist hier die Zumutbarkeitsschwelle von restriktiven Maßnahmen für AutonutzerInnen deutlich zu erhöhen. Die Schweiz zeigt hier viele erfolgreiche vorbildliche Maßnahmen und gute Ergebnisse (Schwerverkehrsabgabe, Bahnfinanzierung, ÖV-Priorisierung, innerstädtische Verkehrsberuhigung, Fahrradförderung…).
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(4) DI Martin Blum
VCÖ Verkehrspolitik
Eine Trendwende im Verkehr wird seit vielen Jahren in Fachkreisen diskutiert und von der Politik gefordert. Tatsächlich laufen die Trends vielfach weiter in Richtung noch mehr Kfz- und Flugverkehr. Aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes ist das eine sehr problematische Entwicklung. Der Verkehrssektor ist einer der Gründe, warum Österreich das Kyotoziel voraussichtlich klar verfehlen wird.
Die Basis für die Trendentwicklung ist vielfältig. Zu nennen sind der trotz Wirtschaftskrise weitersteigende Wohlstand breiter Teile der Bevölkerung, strukturkonservierende Maßnahmen der Regierung („Verschrottungsprämien“), die Ausrichtung der Infrastrukturpolitik auf den Bau von Straßen und Hochleistungsstrecken, die fehlende Kostenwahrheit bei fast allen Verkehrsträgern und, last but not least, der politische Unwille, im Bereich der individuellen Mobilität etwas zu verändern.
Es gibt aber durchaus Erfolgsbeispiele, wie die Verkehrswende gelingen kann. Die Förderung des Radverkehrs ist in Österreich eine Erfolgsgeschichte. Städte wie Graz und Salzburg, die ihre Radverkehrsanteile in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich steigern konnten, zeigen wie es geht. Aber auch viele Klein- und Mittelstädte sind sehr erfolgreich bei der Förderung dieses wohl nachhaltigsten Verkehrsmittels.
Radverkehrsförderung bietet enorme Potenziale für eine Verkehrswende auf kommunaler Ebene. Wir wissen, dass ein Drittel aller Autofahrten kürzer als drei Kilometer ist, eine Entfernung die bei guter Radverkehrsinfrastruktur und einem guten Radfahrklima gerne und problemlos mit dem Rad zurückgelegt werden kann. Der Masterplan Radfahren des Lebensministeriums dokumentiert die Strategie des Bundes, den Radverkehrsanteil in Kooperation mit den Ländern und Gemeinden noch erheblich zu steigern. Ein Großteil der Bundesländer arbeitet an eigenen Radverkehrsstrategien. Hervorzuheben wäre diesbezüglich die Vorarlberger Strategie, die zur Förderung des regionalen Radverkehrs den Bau von direkt, zügig und störungsfrei befahrbaren „Rad-Autobahnen“ vorsieht.
Erfolgreiche Radverkehrsförderung erfordert einen umfassenden Ansatz. Der Ausbau der Infrastruktur alleine ist zu wenig, auch wenn das von vielen EntscheidungsträgerInnen so gesehen wird. Mindestens genauso wichtig sind eine systematische Förderung eines radfahrfreundlichen Klimas und ein positives Image des Verkehrsmittels. EntscheidungsträgerInnen, die regelmäßig selbst mit dem Rad unterwegs sind, sind ein wichtiges Element dieser Strategie.
Wichtiger Teil des Masterplan Radfahren sind die klima:aktiv mobil-Programme des Lebensministeriums. Sie bieten seit Jahren Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen auf kommunaler, regionaler und betrieblicher Ebene. Mit dem Programm „Mobilitätsmanagement für Städte, Gemeinden und Regionen“, das seit 2006 läuft, wurde erreicht, dass in Kooperation mit rund 100 Partnern jährlich 55.500 Tonnen verkehrsbedingter CO2-Emissionen eingespart werden. Beim Programm für Freizeit- und Tourismus sind es 40.100 Tonnen mit über 60 Umsetzungspartnern, bei den Betrieben und Verwaltungen sind es sogar jährlich 232.000 Tonnen. Diese Programme beweisen, dass im Mobilitätsbereich Klimaschutz erfolgreich sein kann.
So ermutigend und wichtig die beschriebenen Initiativen sind, für eine echte Verkehrswende, also einen nationalen Shift hin zu den umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, sind breitere Anstrengungen erforderlich. Konkret muss es gelingen, den Flottenverbrauch der Kraftfahrzeuge (durch fossile Kraftstoffe) deutlich zu senken. Dies kann durch gesetzliche Vorgaben für Flottenverbräuche (wie in den USA üblich), durch stärkere steuerliche Anreize zum Kauf verbrauchsärmerer Fahrzeuge und durch Treibstoffsteuern, die im Verkehrsbereich die externen Kosten internalisieren, das heißt dem Verursacher anlasten, geschehen.
Die Infrastrukturpolitik müsste im Schienenbereich ihre Investitionsschwerpunkte weg von teuren Basistunnels hin zu effizienten ÖV-Investitionen in den Ballungsräumen verschieben. Teure Autobahnprojekte (vor allem in Ballungsräumen) sollten unterbleiben, da diese kaum die gewünschte Verkehrsentlastung bringen, aber die weitere Zunahme des privaten Kfz-Verkehrs fördern.
Die Verkehrswende wird kommen, spätestens dann, wenn die Preise für fossile Kraftstoffe durch „Peak Oil“ eine ausreichende Höhe erreichen. Aus fachlicher Sicht wäre es sinnvoller, diese Entwicklung nicht nur dem Markt zu überlassen, sondern gestaltend einzugreifen, um soziale Härten abzufedern und schockartige Entwicklungen zu vermeiden.
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(3) Mag. Peter Czermak
Klimabündnis Österreich
www.klimabuendnis.at
Klimabündnis Tätigkeiten von Klimabündnis Österreich im Bereich Mobilität
Das Klimabündnis www.klimabuendnis.at ist eine globale Partnerschaft zum Schutz des Weltklimas. Es wurde vor mehr als 20 Jahren zwischen europäischen Gemeinden und Städten mit den Regenwaldvölkern Amazoniens geschlossen. In Österreich haben sich mittlerweile mehr als 820 Städte und Gemeinden, 480 Betriebe und über 180 Bildungseinrichtungen dem Bündnis angeschlossen und zu folgenden Zielen verpflichtet:
-> Verringerung klimaschädlicher Emissionen
-> Schutz des Regenwaldes
Für die Klimabündnis-Gemeinden, immerhin bereits 1/3 der österreichischen Gemeinden, liegt die Zielvorgabe bei einer 10%igen CO2-Reduktion alle 5 Jahre. Das Klimabündnis bietet ihnen dafür Information, Beratung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit zu den klimarelevanten Themen mit den Schwerpunkten: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Mobilität, Beschaffungswesen.
Mobilitätsberatung für Gemeinden
Im Bereich der Mobilität steht das Klimabündnis den Gemeinden auf vielfältige Weise zu Seite. U.a. im Rahmen des klima:aktiv mobil Beratungs- und Förderprogramms des Lebensministeriums erhalten die Gemeinden kostenfreie Beratung zu kommunalem Mobilitätsmanagement. Auch für Unternehmen, öffentliche Verwaltungen, Freizeit- und Tourismusbetriebe ist das Klimabündnis im Rahmen von klima:aktiv mobil beratend tätig.
Besonders erwähnenswert ist auch das Interreg-Projekt „Gemeinden mobil“ von Klimabündnis Tirol in Kooperation mit dem Land Tirol und der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, wo 50 Gemeinden mittels Mobilitätsmanagement Maßnahmen zur Reduktion der Verkehrsbelastung ergreifen.
Jedes Jahr veranstaltet das Klimabündnis eine Klimatour, eine alternative Österreichrundfahrt mit klimafreundlichen Verkehrsmitteln, zu ausgesuchten Orten klimafreundlicher Gemeindeentwicklung.
Regelmäßig im September koordiniert das Klimabündnis im Auftrag des Lebensministeriums die weltweit wohl größte Kampagne zu Sanfter Mobilität, die Europäische Mobilitätswoche vom 16.-22. September, mit dem Autofreien Tag am 22.9. als Höhepunkt. Unter den insgesamt 2800 teilnehmenden Städten in Europa (2009) waren davon 401 österreichische Städte und Gemeinden mit vielfältigen Aktionen und Maßnahmen beteiligt.
Klimabündnis Tätigkeiten von Klimabündnis Österreich im Bereich Mobilität
Das Klimabündnis www.klimabuendnis.at ist eine globale Partnerschaft zum Schutz des Weltklimas. Es wurde vor mehr als 20 Jahren zwischen europäischen Gemeinden und Städten mit den Regenwaldvölkern Amazoniens geschlossen. In Österreich haben sich mittlerweile mehr als 820 Städte und Gemeinden, 480 Betriebe und über 180 Bildungseinrichtungen dem Bündnis angeschlossen und zu folgenden Zielen verpflichtet:
-> Verringerung klimaschädlicher Emissionen
-> Schutz des Regenwaldes
Für die Klimabündnis-Gemeinden, immerhin bereits 1/3 der österreichischen Gemeinden, liegt die Zielvorgabe bei einer 10%igen CO2-Reduktion alle 5 Jahre. Das Klimabündnis bietet ihnen dafür Information, Beratung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit zu den klimarelevanten Themen mit den Schwerpunkten: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Mobilität, Beschaffungswesen.
Mobilitätsberatung für Gemeinden
Im Bereich der Mobilität steht das Klimabündnis den Gemeinden auf vielfältige Weise zu Seite. U.a. im Rahmen des klima:aktiv mobil Beratungs- und Förderprogramms des Lebensministeriums erhalten die Gemeinden kostenfreie Beratung zu kommunalem Mobilitätsmanagement. Auch für Unternehmen, öffentliche Verwaltungen, Freizeit- und Tourismusbetriebe ist das Klimabündnis im Rahmen von klima:aktiv mobil beratend tätig.
Besonders erwähnenswert ist auch das Interreg-Projekt „Gemeinden mobil“ von Klimabündnis Tirol in Kooperation mit dem Land Tirol und der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, wo 50 Gemeinden mittels Mobilitätsmanagement Maßnahmen zur Reduktion der Verkehrsbelastung ergreifen.
Jedes Jahr veranstaltet das Klimabündnis eine Klimatour, eine alternative Österreichrundfahrt mit klimafreundlichen Verkehrsmitteln, zu ausgesuchten Orten klimafreundlicher Gemeindeentwicklung.
Regelmäßig im September koordiniert das Klimabündnis im Auftrag des Lebensministeriums die weltweit wohl größte Kampagne zu Sanfter Mobilität, die Europäische Mobilitätswoche vom 16.-22. September, mit dem Autofreien Tag am 22.9. als Höhepunkt. Unter den insgesamt 2800 teilnehmenden Städten in Europa (2009) waren davon 401 österreichische Städte und Gemeinden mit vielfältigen Aktionen und Maßnahmen beteiligt.
In einer Best-Practice-Datenbank werden u.a. die Vorzeigbeispiele für Sanfte Mobilität in Österreichs Gemeinden zusammengestellt.
Mobilitätsberatung für Schulen
Auch im schulischen Bereich ist das Klimabündnis zum Thema Mobilität beratend tätig. Im Zuge der Kindermeilen-Kampagne sammeln Kindergartenkinder und SchülerInnen aus ganz Europa umweltfreundliche Schulwege! Während einer oder mehrerer Aktionswoche/n bringt jeder umweltfreundlich zurückgelegte Weg - zu Fuß, mit dem Roller oder Rad, per Bus oder Bahn - eine Grüne Meile für das Kindermeilen-Sammelalbum. Jährlich beteiligen sich daran in Österreich ca. 300 Bildungseinrichtungen.
Klimabündnis erstellt pädagogische Begleitmaterialien rund um das Thema Mobilität, so z. B. das Unterrichtsheft MOMO; LehrerInnenheft für SchülerInnen von 10-15 Jahren. Diese sind bei Klimabündnis Österreich erhältlich.
Klimabündnis Österreich leitete im Auftrag des Lebensministeriums gemeinsam mit Herry Consult und Forum Umweltbildung das klima:aktiv mobil Aktions- und Beratungsprogramm „Mobilitätsmanagement für Schulen und Jugend“. An 120 Schulen wurde ein intensives Mobilitätsmanagement angeboten. Durch die Aktivitäten konnten 355.000 Autowege eingespart werden.
Es ist noch viel zu tun!
Angesichts der weiter steigenden Kfz-Zahlen und Autonutzungen sind diese geleisteten Tätigkeiten und soft policies jedoch nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein. In folgenden Bereichen wird dringender Handlungsbedarf gesehen:
1. Wiederherstellen der Freiheit der Verkehrsmittelwahl
2. Verbesserung der Konkurrenzbedingungen für klimaschonende Mobilität
Speziell im ländlichen Raum ist heute vielfach eine große Autoabhängigkeit gegeben. Auf das Auto zugeschnittene Siedlungsentwicklung und fehlende Nahversorgungsstrukturen, mangelndes Angebot an Öffentlichen Verkehrsmitteln, massive Gefährdung nichtmotorisierter VerkehrsteilnehmerInnen machen eine Autonutzung häufig schwer verzichtbar.
Hier ist ein direktes Gegensteuern erforderlich, um eine Wahlmöglichkeit erst wieder herzustellen. Und speziell im Öffentlichen Verkehr sind hier auch die entsprechenden Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.
Verbesserung der Konkurrenzbedingungen für klimaschonende Mobilität
Der bisherige Planungsprozess hat zu verkehrlichen Strukturen geführt, wo den AutonutzerInnen ein hohes Ausmaß an Raum und Budget zur Verfügung gestellt wurde und die Bedürfnisse der NutzerInnen umweltfreundlicher Verkehrsmittel vermehrt an den Rand gedrängt wurden und dadurch unattraktiv wurden.
So steht z.B. in den meisten Städten
- der Bus nach wie vor im Autostau
- gibt es Auto-Hauptverkehrsstraßen, aber keine Rad-Hauptverkehrsstraßen
- sind die Autos im Wohngebiet ungehindert und meist unbestraft zu schnell unterwegs
- ist der Straßenraum ein Autostraßenraum geworden, der andere Verkehrsnutzungen unattraktiv macht
- können Kinder nicht ungefährdet zur Schule gehen
- übersteigt die Verlärmung und Schadstoffbelastung gesundheitsbedrohende Grenzen, ohne dass effektive Maßnahmen ergriffen werden
Ausgehend von Prozessen vermehrter BürgerInnenbeteiligung und der Erstellung breit abgestimmter Verkehrsleitbilder ist hier die Zumutbarkeitsschwelle von restriktiven Maßnahmen für AutonutzerInnen deutlich zu erhöhen. Die Schweiz zeigt hier viele erfolgreiche vorbildliche Maßnahmen und gute Ergebnisse (Schwerverkehrsabgabe, Bahnfinanzierung, ÖV-Priorisierung, innerstädtische Verkehrsberuhigung, Fahrradförderung…).
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(4) DI Martin Blum
VCÖ Verkehrspolitik
www.vcoe.at
Öffentlichen Verkehr fit für die Zukunft machen
Öffentlicher Verkehr sichert die Mobilität für alle Menschen in Österreich. Das öffentliche Verkehrsnetz ist daher auch ein soziales Netz. Ein Gesamtverkehrskonzept für Österreich, in dem alle Formen der Mobilität aufeinander abgestimmt sind, ist notwendig. Herzstück eines Gesamtverkehrskonzepts soll ein österreichweiter Taktfahrplan sein.
Das Verkehrsverhalten in Österreich ändert sich. Die Diskussion um Klimaschutz, hohe Spritpreise im Jahr 2008 und nun die Finanzkrise haben dazu geführt, dass der Autoverkehr zurückgeht. Im Jahr 2008 wurde in Österreich rund sechs Prozent weniger Benzin verkauft als im Jahr davor. Gleichzeitig fahren mehr Menschen mit Bus und Bahn. Im Jahr 2008 betrug der Fahrgastzuwachs bei der Bahn vier Prozent. Eine VCÖ-Untersuchung zeigt, dass 56 Prozent der Menschen in Österreich in ihrer Mobilität ganz oder zum Teil auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Energieprognosen rechnen für die Zeit nach der Finanzkrise mit einem starken Anstieg des Erdölpreises. Die Trendwende im Verkehr erfordert neue Prioritäten in der Verkehrspolitik.
Nahverkehrsoffensive jetzt starten
Wichtige Projekte für den Öffentlichen Verkehr in Städten werden derzeit nicht rasch genug umgesetzt. Beispiele dafür sind die Nahverkehrsdrehscheibe am Hauptbahnhof Graz, die City-S-Bahn in Linz und die Regionalbahn in Tirol. Auch die Ausweitung des österreichweiten Taktverkehrs der Bahn ist nicht gesichert. Der VCÖ empfiehlt, eine Investitions- und Modernisierungsoffensive für Bus und Bahn zu starten, um eine Basis für nachhaltige Mobilität für die kommenden Jahrzehnte zu schaffen.
Viele Arbeitsplätze durch Nahverkehrsmilliarde
Investitionen in Bus und Bahn sind sehr beschäftigungswirksam. Eine Milliarde Euro, investiert in den Öffentlichen Nahverkehr, schafft für ein Jahr etwa 16.400 Arbeitsplätze. Wird der gleiche Betrag in Autobahnen und Schnellstraßen gesteckt, entstehen für ein Jahr etwa 10.200 Arbeitsplätze. Damit haben Investitionen in den Öffentlichen Verkehr eine um 61 Prozent höhere Beschäftigungswirkung. Der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs ermöglicht zudem den Menschen kostengünstiger unterwegs zu sein.
Ticketing ist in Österreich zu vereinfachen
Für Fahrten mit Bus und Bahn ist es in Österreich oftmals nötig, in jedem Verkehrsmittel eine eigene Fahrkarte zu kaufen. Für den städtischen Öffentlichen Verkehr jeweils ein Ticket am Abfahrts- und Zielort sowie eines für die Bahnfahrt. In der Schweiz ist dies nicht erforderlich. Hier gibt es direkte Tickets von einem Ort zu einem anderen unabhängig davon, welche Verkehrsmittel benützt werden. Dieses Modell ist auch für Österreich zu empfehlen.
Zudem sollten die Weichen für ein einheitliches E-Ticketing in Österreich gestellt und eine Mobility Card eingeführt werden. In den Niederlanden wird bereits an der Einführung einer Mobility Card gearbeitet.
Taktverkehr für ganz Österreich verbessern
Im Jahr 2009 wurde ein Taktfahrplan der Bahn eingeführt. Dessen Ausweitung ist sicher zu stellen. Die dafür nötigen Infrastrukturausbauten sind mit oberster Priorität rasch umzusetzen. Weitere Verbesserungen des Taktverkehrs sind nach Schweizer Vorbild in Österreich voranzutreiben.
Der Öffentliche Verkehr wird zunehmend ein Verkehrsmittel für alle Menschen in Österreich. Im Jahr 2008 sind bereits mehr als fünf Millionen Österreicherinnen und Österreicher mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, davon rund 1,7 Millionen täglich beziehungsweise mehrmals die Woche.
Im Europa-Vergleich liegt Österreich bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Spitzenfeld. 2.792 Kilometer hat im Schnitt jede Person in Österreich im Jahr 2007 mit Bus und Bahn zurückgelegt. Klar vor Österreich liegt die Schweiz mit 3.260 Kilometer pro Person und Jahr. Österreich kann durch entsprechende Maßnahmen das Schweizer Niveau erreichen.
Aufwärtstrend beim Öffentlichen Verkehr in Österreich stärken
Guter Öffentlicher Verkehr ermöglicht Pendlerinnen und Pendlern das bequeme und kostengünstige Erreichen des Arbeitsplatzes. Je mehr Menschen Bus und Bahn nutzen können, umso weniger wird mit dem Auto gefahren. Das bringt bessere Luftqualität, weniger Lärm und weniger Staus. Und Österreich kommt seinen Klimaschutzzielen näher.
Werden die täglichen Wege im Öffentlichen Verkehr mit dem Fahrrad und zu Fuß zurückgelegt, verringert sich auch die Abhängigkeit vom Erdöl. Internationale Fachleute rechnen nach Ende der globalen Wirtschaftskrise mit einem Ölpreis von 200 US-Dollar pro Fass im Jahr 2020. Eine Offensive für Bus und Bahn ist jetzt wichtig, um die Mobilität der Menschen in Österreich in den kommenden Jahren zu sichern.
Mehr und schnelle Verbindungen, kurze Wartezeiten beim Umsteigen und gute Anschlüsse an Regionalbahnen und Busse – das sind die Kriterien, die den österreichischen Bahnverkehr attraktiver und zukunftsfähig machen.
Wartezeiten beim Umsteigen und gute Anschlüsse an Regionalbahnen und Busse – das sind die Kriterien, die den österreichischen Bahnverkehr attraktiver und zukunftsfähig machen.
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Öffentlichen Verkehr fit für die Zukunft machen
Öffentlicher Verkehr sichert die Mobilität für alle Menschen in Österreich. Das öffentliche Verkehrsnetz ist daher auch ein soziales Netz. Ein Gesamtverkehrskonzept für Österreich, in dem alle Formen der Mobilität aufeinander abgestimmt sind, ist notwendig. Herzstück eines Gesamtverkehrskonzepts soll ein österreichweiter Taktfahrplan sein.
Das Verkehrsverhalten in Österreich ändert sich. Die Diskussion um Klimaschutz, hohe Spritpreise im Jahr 2008 und nun die Finanzkrise haben dazu geführt, dass der Autoverkehr zurückgeht. Im Jahr 2008 wurde in Österreich rund sechs Prozent weniger Benzin verkauft als im Jahr davor. Gleichzeitig fahren mehr Menschen mit Bus und Bahn. Im Jahr 2008 betrug der Fahrgastzuwachs bei der Bahn vier Prozent. Eine VCÖ-Untersuchung zeigt, dass 56 Prozent der Menschen in Österreich in ihrer Mobilität ganz oder zum Teil auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Energieprognosen rechnen für die Zeit nach der Finanzkrise mit einem starken Anstieg des Erdölpreises. Die Trendwende im Verkehr erfordert neue Prioritäten in der Verkehrspolitik.
Nahverkehrsoffensive jetzt starten
Wichtige Projekte für den Öffentlichen Verkehr in Städten werden derzeit nicht rasch genug umgesetzt. Beispiele dafür sind die Nahverkehrsdrehscheibe am Hauptbahnhof Graz, die City-S-Bahn in Linz und die Regionalbahn in Tirol. Auch die Ausweitung des österreichweiten Taktverkehrs der Bahn ist nicht gesichert. Der VCÖ empfiehlt, eine Investitions- und Modernisierungsoffensive für Bus und Bahn zu starten, um eine Basis für nachhaltige Mobilität für die kommenden Jahrzehnte zu schaffen.
Viele Arbeitsplätze durch Nahverkehrsmilliarde
Investitionen in Bus und Bahn sind sehr beschäftigungswirksam. Eine Milliarde Euro, investiert in den Öffentlichen Nahverkehr, schafft für ein Jahr etwa 16.400 Arbeitsplätze. Wird der gleiche Betrag in Autobahnen und Schnellstraßen gesteckt, entstehen für ein Jahr etwa 10.200 Arbeitsplätze. Damit haben Investitionen in den Öffentlichen Verkehr eine um 61 Prozent höhere Beschäftigungswirkung. Der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs ermöglicht zudem den Menschen kostengünstiger unterwegs zu sein.
Ticketing ist in Österreich zu vereinfachen
Für Fahrten mit Bus und Bahn ist es in Österreich oftmals nötig, in jedem Verkehrsmittel eine eigene Fahrkarte zu kaufen. Für den städtischen Öffentlichen Verkehr jeweils ein Ticket am Abfahrts- und Zielort sowie eines für die Bahnfahrt. In der Schweiz ist dies nicht erforderlich. Hier gibt es direkte Tickets von einem Ort zu einem anderen unabhängig davon, welche Verkehrsmittel benützt werden. Dieses Modell ist auch für Österreich zu empfehlen.
Zudem sollten die Weichen für ein einheitliches E-Ticketing in Österreich gestellt und eine Mobility Card eingeführt werden. In den Niederlanden wird bereits an der Einführung einer Mobility Card gearbeitet.
Taktverkehr für ganz Österreich verbessern
Schlüssel für attraktiven Öffentlichen Verkehr sind häufige, regelmäßige und schnelle Verbindungen. Fahrpläne sind dann gut, wenn sie so einfach sind, dass sie im Kopf bleiben. Verbindungen von Städten ins Umland bis in den späten Abend sind wichtig, um etwa nach einem Theaterbesuch nach Hause fahren zu können. Beispielsweise fährt der letzte Zug von Wien nach Krems um 21.44 Uhr, lange bevor eine Oper, ein Theater oder ein Konzert zu Ende ist.
Im Jahr 2009 wurde ein Taktfahrplan der Bahn eingeführt. Dessen Ausweitung ist sicher zu stellen. Die dafür nötigen Infrastrukturausbauten sind mit oberster Priorität rasch umzusetzen. Weitere Verbesserungen des Taktverkehrs sind nach Schweizer Vorbild in Österreich voranzutreiben.
Der Öffentliche Verkehr wird zunehmend ein Verkehrsmittel für alle Menschen in Österreich. Im Jahr 2008 sind bereits mehr als fünf Millionen Österreicherinnen und Österreicher mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, davon rund 1,7 Millionen täglich beziehungsweise mehrmals die Woche.
Im Europa-Vergleich liegt Österreich bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Spitzenfeld. 2.792 Kilometer hat im Schnitt jede Person in Österreich im Jahr 2007 mit Bus und Bahn zurückgelegt. Klar vor Österreich liegt die Schweiz mit 3.260 Kilometer pro Person und Jahr. Österreich kann durch entsprechende Maßnahmen das Schweizer Niveau erreichen.
Aufwärtstrend beim Öffentlichen Verkehr in Österreich stärken
Guter Öffentlicher Verkehr ermöglicht Pendlerinnen und Pendlern das bequeme und kostengünstige Erreichen des Arbeitsplatzes. Je mehr Menschen Bus und Bahn nutzen können, umso weniger wird mit dem Auto gefahren. Das bringt bessere Luftqualität, weniger Lärm und weniger Staus. Und Österreich kommt seinen Klimaschutzzielen näher.
Werden die täglichen Wege im Öffentlichen Verkehr mit dem Fahrrad und zu Fuß zurückgelegt, verringert sich auch die Abhängigkeit vom Erdöl. Internationale Fachleute rechnen nach Ende der globalen Wirtschaftskrise mit einem Ölpreis von 200 US-Dollar pro Fass im Jahr 2020. Eine Offensive für Bus und Bahn ist jetzt wichtig, um die Mobilität der Menschen in Österreich in den kommenden Jahren zu sichern.
Mehr und schnelle Verbindungen, kurze Wartezeiten beim Umsteigen und gute Anschlüsse an Regionalbahnen und Busse – das sind die Kriterien, die den österreichischen Bahnverkehr attraktiver und zukunftsfähig machen.
Wartezeiten beim Umsteigen und gute Anschlüsse an Regionalbahnen und Busse – das sind die Kriterien, die den österreichischen Bahnverkehr attraktiver und zukunftsfähig machen.
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(5) DI Robert Thaler
Leiter der Abt V/5 Verkehr, Mobilität Siedlungswesen, Lärm - Lebensministerium
Leiter der Abt V/5 Verkehr, Mobilität Siedlungswesen, Lärm - Lebensministerium
Web: www.lebensministerium.at
Nachhaltig umweltverträgliche Mobilität erfordert ein umfassendes Maßnahmenbündel. Die folgenden Maßnahmenfelder können als wesentlich für dieses Ziel identifiziert werden:
1. Forcierung umweltfreundlicher Antriebe und erneuerbarer Kraftstoffe durch erhöhte Beimischung von Biodiesel und Bioethanol, durch Forcierung von Superethanol E85 und Biogas bzw. Erdgas mit Biogasbeimischung sowie der Förderung der Elektromobilität mit Ökostrom
2. Förderung von Mobilitätsmanagement zur klimaschonenden Abwicklung unserer Mobilität, zur breiten Radverkehrsförderung, für bedarfsorientierte neue öffentliche Verkehrssysteme wie Gemeindebuße etc.
3. Ausbau der Bahn und des Öffentlichen Verkehrs mit optimaler Abstimmung von Bahn und Bus in einem attraktiven österreichweiten Netz mit Taktfahrplan und kundenfreundlichen Fahrzeugen, Bahnhöfen und Haltestellen
4. Ausbaus des Güterverkehr auf der Schiene, Transportrationalisierung zur Vermeidung von Leerfahrten und Erhöhung der Fahrzeugauslastungen sowie eine effizientere intermodale Transportlogistik zur optimalen Verknüpfung von Schiene, Straße und kombinierten Verkehr
5. Bewusstseinsbildung z.B. für spritsparendes Autofahren und Hebung des Images von Radfahren und des Öffentlichen Verkehrs
6. Anreize für klimaschonende Mobilität z.B. durch Ökologisierung der Verkehrssteuern nach Vorbild des erfolgreichen NOVA Bonus-Malus Systems und Ausbau der Förderprogramme für klimaschonende Mobilität
7. Konzertierte Maßnahmen gegen die weitere Zersiedelung insbesondere durch Einkaufszentren auf der grünen Wiese durch Reform der Raumordnung und der Stellplatzverordnungen auf Länderebene
Zum Handeln aufgefordert sind alle Akteure – Bund, Länder und Gemeinden, Betriebe und Verbände.
Aber natürlich kann auch jede Österreicherin und jeder Österreicher selbst etwas beitragen – ob durch einen spritsparenden Fahrstil, durch Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge oder durch vernünftigeren Einsatz des eigenen Autos.
Rund die Hälfte der Pkw Fahrten sind in Österreich kürzer als 5 km, ein Viertel sogar kürzer als 2 km – Distanzen also die sich eigentlich auch mit dem Rad zurücklegen lassen. Auch der Öffentliche Verkehr bietet gerade in Ballungsräumen attraktive Alternativen und schließlich bietet sich Carsharing etwa in Kombination mit der Bahn als intelligente Form von Multimodalität an.
Das Lebensministerium geht mit gutem Beispiel voran und hat in seinem Kompetenzbereich erfolgreiche Initiativen für Klimaschutz im Verkehr gestartet. Dabei setzt das Lebensministerium auf eine Dreifachstrategie:
1. Forcierung alternativer Fahrzeuge und erneuerbarer Energie im Verkehr
2. Mobilitätsmanagement für effizientere und klimaschonende Mobilität
3. Bewusstseinsbildung und Anreize für umweltfreundliche Mobilität
Die Maßnahmen des Lebensministeriums beginnen auch bereits zu greifen, denn der bisherige Wachstumstrend der CO2 Emissionen im Verkehr konnte ab 2005 erstmals gebrochen werden. So haben die CO2-Verkehrsemissionen von 2005-2007 um 1,2 Mio. Tonnen (4%) abgenommen. Dies vor allem durch die Substitution von fossilem Diesel durch Biodiesel.
Das Lebensministerium setzt konsequent weitere offensive Beiträge zum Klimaschutz im Verkehr, die sich in den künftigen Emissionsbilanzen weiter positiv auswirken werden:
Die Maßnahmen des Lebensministeriums und seiner 700 klima:aktiv mobil Partner beweisen also eindrucksvoll, dass Klimaschutz auch im Verkehr erfolgreich möglich ist!
Aber nicht nur das: die Initiativen des Lebensministeriums ermöglichen umweltfreundliche Mobilität für alle BürgerInnen. Und sie unterstützen Länder und Gemeinden, Betriebe und Verbände, Freizeit und Tourismusakteure, Schulen und Jugendgruppen in einer aktiven Partnerschaft für den Klimaschutz im Verkehr.
Schließlich ermöglichen die Förderprogramme für umweltfreundliche Fuhrparks, Radverkehr und Mobilitätsmanagement Investitionen und Innovationen für Österreichs Gemeinden und Betriebe und stimulieren damit die österreichische Wirtschaft und schaffen Green Jobs.
Mit seiner Klimaschutzinitiative klima:aktiv mobil ist das Lebensministerium auch europaweit Vorbild und erhielt heuer große EU- weite Anerkennung: klima:aktiv mobil wurde als eine der 5 besten Initiativen in der Kategorie für neue innovative Partnerschaften beim European Public Service Award ausgezeichnet.
Es ist zu hoffen, dass diese positiven Beiträge des Lebensministeriums, die ja zeigen, dass Klimaschutz auch im Verkehr geht, viele weitere Akteure motivieren, Maßnahmen für eine nachhaltige umweltfreundliche und klimaschonende Mobilität zu setzen!
Weitere Informationen:
Lebensministerium: www.lebensministerium.at
klima:aktiv mobil: www.klimaaktivmobil.at
Mobilitätsmanagement: www.mobilitaetsmanagement.at
Radfahren: www.radfahren.klimaaktiv.at
Spritsparinitiative: www.spritspar.at
Sparsame Pkw: www.autoverbrauch.at
Förderungen: www.public-consulting.at
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(6) Dipl. Ing. Dr. Romain Molitor
Leiter, Komobile Verkehrsplanung Wien
Web: www.komobile.at
Die Entwicklung des Personenverkehrs ist durch den starken Anstieg des Autoverkehrs ab etwa 1960 gekennzeichnet. Dies ist durch die stark steigende Zahl der Pkw („Massenmotorisierung“) und eine parallel dazu eindeutig autoorientierten Verkehrspolitik bedingt. 2006 wurden in Österreich mit dem Auto rund 72 Mrd. Personenkilometer, Fahrer und Mitfahrende zusammengefasst, und im Öffentlichen Verkehr, d.h. mit dem Bus, der Eisenbahn sowie mit Straßen- und U-Bahnen, insgesamt rund 22 Mrd. Personenkilometer zurückgelegt.
Parallel zum Wachstum des Personenverkehrs ist auch die jährlich zurückgelegte Distanz aller Wege (ohne Flugzeug) von rund 2.500 km je Einwohner im Jahr 1950 auf rund 12.000 km je Einwohner 2005 gestiegen (Durchschnitt über alle Einwohner gerechnet). Das entspricht knapp einer Verfünffachung innerhalb von 55 Jahren. Die Zunahme der Personenkilometer geht zu einem Großteil auf das Konto des Autoverkehrs – der Öffentliche Verkehr (Personenkilometer) verdoppelte sich in dieser Periode.
Darin spiegeln sich auch die tiefgreifenden Veränderungen der Raum- und Siedlungsstruktur wider: Die Ausdehnung der Städte und die Suburbanisierung, die dezentrale Konzentration von Arbeitsplätzen und die fundamentale Änderung der Arbeitswelt haben eine Zersiedlung, die Ansiedlung von Einkaufszentren und Vergnügungsparks sowie Betriebsstandorten auf der „grünen Wiese“ mit sich gebracht, insbesondere in den Ballungsräumen und im Umfeld der Bezirksstädte. Daraus ist eine „Zwangsmobilität“ mit dem Auto entstanden, weil die neuen Standorte aufgrund der großen Distanzen etwa zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, Wohnung und Einkaufszentrum oder Arbeitsplatz und Einkaufszentrum nicht mehr zu Fuß oder mit dem Rad bzw. aufgrund der fehlenden Erschließung auch nicht mehr mit Öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können.
Eine konsequente Förderung der sanften Mobilität, das ist das zu Fuß gehen, der Radverkehr und der Öffentliche Verkehr, kann zwar die ungünstige Raumentwicklung nicht rückgängig machen, aber dennoch Abhilfe schaffen. Dazu gehören entsprechende qualitätsvolle Infrastrukturen und Angebote, etwa umwege- und barrierefreie Fußwege oder zuverlässige Zugs- und Busverbindungen mit ansprechenden Haltestellen und einer klar verständlichen Linienführung.
In den Gemeinden können viele kleine Maßnahmen bereits große Wirkungen erzielen. Es sind Maßnahmen im Bereich der Fußgänger- und Radinfrastruktur, wie die Herstellung von Fußgängerwegen zur besseren Erreichbarkeit der wichtigsten Orte innerhalb der Gemeinde. Solche Initiativen können auch in kleinen Gemeinden erfolgreich umgesetzt werden.
Als österreichweite Initiativen sind Mobilitätsmanagementprogramme wie klima:aktiv mobil oder der „Masterplan Radfahren“ anzuführen.
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(7) Dr. Max Herry (HERRY Consult GmbH)
Eigentümer und Geschäftsführer von Herry Consult GmbH. Programmmanagement (Projektleitung) klima:aktiv mobil Beratungs- und Förderprogramm „Mobilitätsmanagement für Betriebe, öffentliche Verwaltungen, Bau¬träger, Immobilienentwickler und Investoren“.
DI Markus Schuster (HERRY Consult GmbH)
Programmmanagement (Projektleitung) klima:aktiv Beratungs- und Förderprogramm „Mobilitätsmanagement für Betriebe, öffentliche Verwaltungen, Bau¬träger, Immobilienentwickler und Investoren“.
Web: www.herry.at
Mobilitätsmanagement zahlt sich aus
Der Handlungsbedarf für Klimaschutz ist gerade im Verkehr hoch. Mobilitätsmanagement fördert die intensive intelligente Nutzung insbesondere von Energie sparenden, sauberen und damit auch Klima schonenden Verkehrsmittel – vom Einsatz alternativer Antriebe und Kraftstoffe im Fuhrpark bis zum Spritsparen, von Carsharing bis zum bedarfsorientierten öffentlichen Verkehr, vom Fußgänger und Radverkehr bis zur optimalen inter¬modalen Kombination der Verkehrsträger.
Mobilitätsmanagement heißt aber auch Transportrationalisierung und Forcierung der Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. Effizientere Logistik vermeidet Leerfahrten und Verkehr. Das reduziert die Emissionen von CO2 und Schadstoffen und spart Transportkosten.
Wichtig ist dabei, dass die Klima schonenden Maßnahmen nachhaltig sind und mit wirtschaftlichem Erfolg einher gehen. Sie müssen nicht nur dem „geschundenen“ Klima zu Gute kommen, sondern es muss dabei auch „in der Kassa klingeln“.
Dazu hat das Lebensministerium ein äußerst erfolgreiches Programm, das klima:aktiv mobil Beratungs- und Förderprogramm, 2005 ins Leben gerufen, welches im Rahmen des European Public Sector Awards auch bereits EU weite Anerkennung erhalten hat.
Die klima:aktiv mobil Beratungs- und Förderprogramme verbinden die Erfolgsfaktoren des Mobilitätsmanagements und reichen von der Unterstützung von Betrieben über Länder, Städte, Gemeinden, die Freizeit- und Tourismusbranche, bis zu den Bauträgern, den öffentlichen Verwaltungen und Schulen. Mit der Initiative wird erfolgreich eine klimafreundliche Neuorientierung von Mobilität und Verkehr umgesetzt. Kooperationspartner wie die Wirtschaftskammer Österreich, das WIFI Unternehmer¬service sowie der Österreichische Städtebund und Gemeindebund unterstützen diese österreichweite Initiative.
Wichtig ist, dass diese Arbeit mit einer Förderung für Betriebe und die anderen relevanten Zielgruppen verknüpft wird.
Das klima:aktiv mobil Programm „Mobilitätsmanagement für Betriebe und öffentliche Verwaltungen“ bietet Betrieben und öffentlichen Verwaltungen in ganz Österreich eine professionelle Beratung für eine effizientere und damit auch umweltfreundlichere Abwicklung von Transporten, die Umstellung von Transportsystemen und Umrüstung von Fuhrparks auf alternative, d.h. umweltfreundliche, Fahrzeuge und Kraftstoffe ebenso wie Förderung von erfolgreichen Radverkehrs¬maßnahmen, intelligenten öffentlichen Verkehrssystemen und das bewusste Spritsparen.
Das klima:aktiv mobil Beratungsprogramm „Mobilitätsmanagement für Bauträger, Immobilienentwickler und Investoren“ zielt darauf ab, Siedlungen, Freizeiteinrichtungen und Betriebe verkehrssparend (und damit umweltfreundlicher) zu bauen und gleich die entsprechende Baustellenlogistik umweltgerecht abzuwickeln.
Doch damit nicht genug, Programme zum Mobilitätsmanagement für Städte, Gemeinden und Regionen sowie für Schulen und Jugendmobilität ergänzen die betrieblichen klima:aktiv mobil Beratungs¬programme in geeigneter Weise.
All diese Zielgruppen können bei der Umsetzung dieser Maßnahmen noch dazu auf die Förderungen des vom Lebens¬ministerium initiierten klima:aktiv mobil Programms zugreifen. Im Rahmen dieser Förder¬schienen können u.a. folgende Maßnahmen finanziell unterstützt werden:
Betriebe und Verwaltungen, Städte, Gemeinden und Regionen, Freizeit- und Tourismusverbände, Bauträger sowie Schulen und Jugendorganisationen, die Klimaschutzprojekte im Verkehr zur CO2-Reduktion umsetzen, werden vom Umweltminister für ihr Engagement im Klimaschutz als klima:aktiv mobil-Projektpartner ausgezeichnet.
Mit mehr als 500 UmsetzungspartnerInnen ist das Programm „Mobilitätsmanagement für Betriebe und öffentliche Verwaltungen“ das Mobilitätsprogramm mit dem umfangreichsten Netzwerk. So bedeutende Firmen, wie Frikus, Herzer, Post AG, DHL, ÖBB, Blaguss, Salzburg AG, VOR, Bundes-forste und viele andere innovative Unternehmen sind bereits klima:aktiv mobil-Projektpartner und sparen – durch die Umsetzung von betrieblichen Mobilitätsmaßnahmen - in Summe rd. 230.000 Tonnen CO2, und das jedes Jahr!
All diese klima:aktiv mobil Projekte zeigen, dass durch intelligentes Mobilitäts¬management erhebliche Mengen an Treibstoff und damit CO2-Emissionen eingespart werden können, und so gleichzeitig Umweltvorteile, Transportrationalisierungen und Kosteneinsparungen zu erreichen sind.
Abschluss-Statement HERRY / SCHUSTER:
„Wir sind der Überzeugung, dass mit dieser vom Lebensministerium initiierten Aktion die Basis für weitere innovative Programme gelegt wurde, um unsere ehrgeizigen Klimaschutzziele auch im Verkehrsbereich schlussendlich zu erreichen.
Werden auch Sie klima:aktiv mobil Projektpartner bei Mobilitätsprojekten oder Fördereinreichungen. Es geht um unsere zukünftige intakte Umwelt und ihr Wohlbefinden.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gern und kostenfrei im Rahmen des klima:aktiv mobil.
Nachhaltig umweltverträgliche Mobilität erfordert ein umfassendes Maßnahmenbündel. Die folgenden Maßnahmenfelder können als wesentlich für dieses Ziel identifiziert werden:
1. Forcierung umweltfreundlicher Antriebe und erneuerbarer Kraftstoffe durch erhöhte Beimischung von Biodiesel und Bioethanol, durch Forcierung von Superethanol E85 und Biogas bzw. Erdgas mit Biogasbeimischung sowie der Förderung der Elektromobilität mit Ökostrom
2. Förderung von Mobilitätsmanagement zur klimaschonenden Abwicklung unserer Mobilität, zur breiten Radverkehrsförderung, für bedarfsorientierte neue öffentliche Verkehrssysteme wie Gemeindebuße etc.
3. Ausbau der Bahn und des Öffentlichen Verkehrs mit optimaler Abstimmung von Bahn und Bus in einem attraktiven österreichweiten Netz mit Taktfahrplan und kundenfreundlichen Fahrzeugen, Bahnhöfen und Haltestellen
4. Ausbaus des Güterverkehr auf der Schiene, Transportrationalisierung zur Vermeidung von Leerfahrten und Erhöhung der Fahrzeugauslastungen sowie eine effizientere intermodale Transportlogistik zur optimalen Verknüpfung von Schiene, Straße und kombinierten Verkehr
5. Bewusstseinsbildung z.B. für spritsparendes Autofahren und Hebung des Images von Radfahren und des Öffentlichen Verkehrs
6. Anreize für klimaschonende Mobilität z.B. durch Ökologisierung der Verkehrssteuern nach Vorbild des erfolgreichen NOVA Bonus-Malus Systems und Ausbau der Förderprogramme für klimaschonende Mobilität
7. Konzertierte Maßnahmen gegen die weitere Zersiedelung insbesondere durch Einkaufszentren auf der grünen Wiese durch Reform der Raumordnung und der Stellplatzverordnungen auf Länderebene
Zum Handeln aufgefordert sind alle Akteure – Bund, Länder und Gemeinden, Betriebe und Verbände.
Aber natürlich kann auch jede Österreicherin und jeder Österreicher selbst etwas beitragen – ob durch einen spritsparenden Fahrstil, durch Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge oder durch vernünftigeren Einsatz des eigenen Autos.
Rund die Hälfte der Pkw Fahrten sind in Österreich kürzer als 5 km, ein Viertel sogar kürzer als 2 km – Distanzen also die sich eigentlich auch mit dem Rad zurücklegen lassen. Auch der Öffentliche Verkehr bietet gerade in Ballungsräumen attraktive Alternativen und schließlich bietet sich Carsharing etwa in Kombination mit der Bahn als intelligente Form von Multimodalität an.
Das Lebensministerium geht mit gutem Beispiel voran und hat in seinem Kompetenzbereich erfolgreiche Initiativen für Klimaschutz im Verkehr gestartet. Dabei setzt das Lebensministerium auf eine Dreifachstrategie:
1. Forcierung alternativer Fahrzeuge und erneuerbarer Energie im Verkehr
2. Mobilitätsmanagement für effizientere und klimaschonende Mobilität
3. Bewusstseinsbildung und Anreize für umweltfreundliche Mobilität
Die Maßnahmen des Lebensministeriums beginnen auch bereits zu greifen, denn der bisherige Wachstumstrend der CO2 Emissionen im Verkehr konnte ab 2005 erstmals gebrochen werden. So haben die CO2-Verkehrsemissionen von 2005-2007 um 1,2 Mio. Tonnen (4%) abgenommen. Dies vor allem durch die Substitution von fossilem Diesel durch Biodiesel.
Das Lebensministerium setzt konsequent weitere offensive Beiträge zum Klimaschutz im Verkehr, die sich in den künftigen Emissionsbilanzen weiter positiv auswirken werden:
- Der gemeinsam mit dem BMF initiierte NoVA Steuerbonus für alternative Antriebe und spritsparende Pkw hat zu einer Erhöhung des Anteils kleiner Pkw (< 120gCO2/km) von 5% auf 20% geführt (2007-Oktober 2009), was etwa einer CO2-Reduktion von 30.000 t entspricht.
- Die erhöhte Beimischung von Biodiesel und Bioethanol zu fossilen Kraftstoffen und die Forcierung der Reinverwendung von Biokraftstoffen - seit Okt 2008 ist ja die Substitution von 5,75% der fossilen Kraftstoffe durch Biokraftstoffe gültig - bringt rd 1,4 Mio. To CO2- Reduktion/Jahr.
- Alternative Fahrzeuge und Elektromobilität werden durch die klima:aktiv mobil Förderung von Fuhrparkumstellungen auf reinen Biodiesel, Superethanol E85, Erd-/Biogas und Elektrofahrzeuge und die Modellregionen für E-Mobilität im Klima- und Energiefonds unterstützt. Seit 2009 gibt es attraktive klima:aktiv mobil Förderpauschale für Betriebe, Gemeinde und Verbänden für alternative Pkws und Elektro-Räder.Der Ausbau des Tankstellennetzes für Erdgas und Superethanol wird im Rahmen der Umweltförderung Inland gefördert.
- Das klima:aktiv mobil Programm zur Unterstützung von Österreichs Betrieben und Gemeinden zur Förderung von Fuhrparkumstellungen auf alternative Antriebe und erneuerbare Energie, zur Forcierung von Mobilitätsmanagement und Radverkehr ist sehr erfolgreich angelaufen und erreicht das in der Klimastrategie für 2010 vorgegebene CO2-Reduktionsziel von 300.000 To CO2 bereits heuer 2009!
Rund 700 Betriebe, Gemeinden und Verbände sparen mit ihren klima:aktiv mobil Projekten zu Fuhrparkumstellungen, Mobilitätsmanagement und Radverkehr bereits 325.025 To CO2 pro Jahr ein.
264 klima:aktiv mobil Projekte wurden vom Lebensministerium 2007-2009 mit rund 23 Mio € aus Mitteln des klima:aktiv mobil Förderprogramms und des Klima- und Energiefonds gefördert. - Mit österreichweiten Bewusstseinsbildungskampagnen wurden die ÖsterreicherInnen über die Vorteile von alternativen Fahrzeugen und Spritsparen einerseits und die Vorteile des Radfahrens und des Öffentlichen Verkehrs informiert und für einen neues klimafreundliches Mobilitätsverhalten geworben. Höhepunkte waren 2009 sicherlich die Radgipfeltour durch Österreich mit der Bezwingung des Großglockners mit Elektro-Rädern und die erste Schau umweltfreundlicher Autos.
Die Maßnahmen des Lebensministeriums und seiner 700 klima:aktiv mobil Partner beweisen also eindrucksvoll, dass Klimaschutz auch im Verkehr erfolgreich möglich ist!
Aber nicht nur das: die Initiativen des Lebensministeriums ermöglichen umweltfreundliche Mobilität für alle BürgerInnen. Und sie unterstützen Länder und Gemeinden, Betriebe und Verbände, Freizeit und Tourismusakteure, Schulen und Jugendgruppen in einer aktiven Partnerschaft für den Klimaschutz im Verkehr.
Schließlich ermöglichen die Förderprogramme für umweltfreundliche Fuhrparks, Radverkehr und Mobilitätsmanagement Investitionen und Innovationen für Österreichs Gemeinden und Betriebe und stimulieren damit die österreichische Wirtschaft und schaffen Green Jobs.
Mit seiner Klimaschutzinitiative klima:aktiv mobil ist das Lebensministerium auch europaweit Vorbild und erhielt heuer große EU- weite Anerkennung: klima:aktiv mobil wurde als eine der 5 besten Initiativen in der Kategorie für neue innovative Partnerschaften beim European Public Service Award ausgezeichnet.
Es ist zu hoffen, dass diese positiven Beiträge des Lebensministeriums, die ja zeigen, dass Klimaschutz auch im Verkehr geht, viele weitere Akteure motivieren, Maßnahmen für eine nachhaltige umweltfreundliche und klimaschonende Mobilität zu setzen!
Weitere Informationen:
Lebensministerium: www.lebensministerium.at
klima:aktiv mobil: www.klimaaktivmobil.at
Mobilitätsmanagement: www.mobilitaetsmanagement.at
Radfahren: www.radfahren.klimaaktiv.at
Spritsparinitiative: www.spritspar.at
Sparsame Pkw: www.autoverbrauch.at
Förderungen: www.public-consulting.at
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(6) Dipl. Ing. Dr. Romain Molitor
Leiter, Komobile Verkehrsplanung Wien
Web: www.komobile.at
Die Entwicklung des Personenverkehrs ist durch den starken Anstieg des Autoverkehrs ab etwa 1960 gekennzeichnet. Dies ist durch die stark steigende Zahl der Pkw („Massenmotorisierung“) und eine parallel dazu eindeutig autoorientierten Verkehrspolitik bedingt. 2006 wurden in Österreich mit dem Auto rund 72 Mrd. Personenkilometer, Fahrer und Mitfahrende zusammengefasst, und im Öffentlichen Verkehr, d.h. mit dem Bus, der Eisenbahn sowie mit Straßen- und U-Bahnen, insgesamt rund 22 Mrd. Personenkilometer zurückgelegt.
Parallel zum Wachstum des Personenverkehrs ist auch die jährlich zurückgelegte Distanz aller Wege (ohne Flugzeug) von rund 2.500 km je Einwohner im Jahr 1950 auf rund 12.000 km je Einwohner 2005 gestiegen (Durchschnitt über alle Einwohner gerechnet). Das entspricht knapp einer Verfünffachung innerhalb von 55 Jahren. Die Zunahme der Personenkilometer geht zu einem Großteil auf das Konto des Autoverkehrs – der Öffentliche Verkehr (Personenkilometer) verdoppelte sich in dieser Periode.
Darin spiegeln sich auch die tiefgreifenden Veränderungen der Raum- und Siedlungsstruktur wider: Die Ausdehnung der Städte und die Suburbanisierung, die dezentrale Konzentration von Arbeitsplätzen und die fundamentale Änderung der Arbeitswelt haben eine Zersiedlung, die Ansiedlung von Einkaufszentren und Vergnügungsparks sowie Betriebsstandorten auf der „grünen Wiese“ mit sich gebracht, insbesondere in den Ballungsräumen und im Umfeld der Bezirksstädte. Daraus ist eine „Zwangsmobilität“ mit dem Auto entstanden, weil die neuen Standorte aufgrund der großen Distanzen etwa zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, Wohnung und Einkaufszentrum oder Arbeitsplatz und Einkaufszentrum nicht mehr zu Fuß oder mit dem Rad bzw. aufgrund der fehlenden Erschließung auch nicht mehr mit Öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können.
Eine konsequente Förderung der sanften Mobilität, das ist das zu Fuß gehen, der Radverkehr und der Öffentliche Verkehr, kann zwar die ungünstige Raumentwicklung nicht rückgängig machen, aber dennoch Abhilfe schaffen. Dazu gehören entsprechende qualitätsvolle Infrastrukturen und Angebote, etwa umwege- und barrierefreie Fußwege oder zuverlässige Zugs- und Busverbindungen mit ansprechenden Haltestellen und einer klar verständlichen Linienführung.
In den Gemeinden können viele kleine Maßnahmen bereits große Wirkungen erzielen. Es sind Maßnahmen im Bereich der Fußgänger- und Radinfrastruktur, wie die Herstellung von Fußgängerwegen zur besseren Erreichbarkeit der wichtigsten Orte innerhalb der Gemeinde. Solche Initiativen können auch in kleinen Gemeinden erfolgreich umgesetzt werden.
Als österreichweite Initiativen sind Mobilitätsmanagementprogramme wie klima:aktiv mobil oder der „Masterplan Radfahren“ anzuführen.
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(7) Dr. Max Herry (HERRY Consult GmbH)
Eigentümer und Geschäftsführer von Herry Consult GmbH. Programmmanagement (Projektleitung) klima:aktiv mobil Beratungs- und Förderprogramm „Mobilitätsmanagement für Betriebe, öffentliche Verwaltungen, Bau¬träger, Immobilienentwickler und Investoren“.
DI Markus Schuster (HERRY Consult GmbH)
Programmmanagement (Projektleitung) klima:aktiv Beratungs- und Förderprogramm „Mobilitätsmanagement für Betriebe, öffentliche Verwaltungen, Bau¬träger, Immobilienentwickler und Investoren“.
Web: www.herry.at
Mobilitätsmanagement zahlt sich aus
Der Handlungsbedarf für Klimaschutz ist gerade im Verkehr hoch. Mobilitätsmanagement fördert die intensive intelligente Nutzung insbesondere von Energie sparenden, sauberen und damit auch Klima schonenden Verkehrsmittel – vom Einsatz alternativer Antriebe und Kraftstoffe im Fuhrpark bis zum Spritsparen, von Carsharing bis zum bedarfsorientierten öffentlichen Verkehr, vom Fußgänger und Radverkehr bis zur optimalen inter¬modalen Kombination der Verkehrsträger.
Mobilitätsmanagement heißt aber auch Transportrationalisierung und Forcierung der Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. Effizientere Logistik vermeidet Leerfahrten und Verkehr. Das reduziert die Emissionen von CO2 und Schadstoffen und spart Transportkosten.
Wichtig ist dabei, dass die Klima schonenden Maßnahmen nachhaltig sind und mit wirtschaftlichem Erfolg einher gehen. Sie müssen nicht nur dem „geschundenen“ Klima zu Gute kommen, sondern es muss dabei auch „in der Kassa klingeln“.
Dazu hat das Lebensministerium ein äußerst erfolgreiches Programm, das klima:aktiv mobil Beratungs- und Förderprogramm, 2005 ins Leben gerufen, welches im Rahmen des European Public Sector Awards auch bereits EU weite Anerkennung erhalten hat.
Die klima:aktiv mobil Beratungs- und Förderprogramme verbinden die Erfolgsfaktoren des Mobilitätsmanagements und reichen von der Unterstützung von Betrieben über Länder, Städte, Gemeinden, die Freizeit- und Tourismusbranche, bis zu den Bauträgern, den öffentlichen Verwaltungen und Schulen. Mit der Initiative wird erfolgreich eine klimafreundliche Neuorientierung von Mobilität und Verkehr umgesetzt. Kooperationspartner wie die Wirtschaftskammer Österreich, das WIFI Unternehmer¬service sowie der Österreichische Städtebund und Gemeindebund unterstützen diese österreichweite Initiative.
Wichtig ist, dass diese Arbeit mit einer Förderung für Betriebe und die anderen relevanten Zielgruppen verknüpft wird.
Das klima:aktiv mobil Programm „Mobilitätsmanagement für Betriebe und öffentliche Verwaltungen“ bietet Betrieben und öffentlichen Verwaltungen in ganz Österreich eine professionelle Beratung für eine effizientere und damit auch umweltfreundlichere Abwicklung von Transporten, die Umstellung von Transportsystemen und Umrüstung von Fuhrparks auf alternative, d.h. umweltfreundliche, Fahrzeuge und Kraftstoffe ebenso wie Förderung von erfolgreichen Radverkehrs¬maßnahmen, intelligenten öffentlichen Verkehrssystemen und das bewusste Spritsparen.
Das klima:aktiv mobil Beratungsprogramm „Mobilitätsmanagement für Bauträger, Immobilienentwickler und Investoren“ zielt darauf ab, Siedlungen, Freizeiteinrichtungen und Betriebe verkehrssparend (und damit umweltfreundlicher) zu bauen und gleich die entsprechende Baustellenlogistik umweltgerecht abzuwickeln.
Doch damit nicht genug, Programme zum Mobilitätsmanagement für Städte, Gemeinden und Regionen sowie für Schulen und Jugendmobilität ergänzen die betrieblichen klima:aktiv mobil Beratungs¬programme in geeigneter Weise.
All diese Zielgruppen können bei der Umsetzung dieser Maßnahmen noch dazu auf die Förderungen des vom Lebens¬ministerium initiierten klima:aktiv mobil Programms zugreifen. Im Rahmen dieser Förder¬schienen können u.a. folgende Maßnahmen finanziell unterstützt werden:
- Umstellungen von Betriebs-/Kommunalfahrzeugen auf Antrieb mit alternativen Treib-stoffen (Pflanzenöl, Biodiesel, Erd-/Biogas, Strom);
- Maßnahmen zur Forcierung des Öffentlichen Verkehrs (z.B. Einrichtung von insbesondere bedarfsorientierten Verkehrssystemen wie Gemeindebusse, Rufbusse, Shuttle-Verkehre, Infor¬mations¬systeme, etc.);
- Maßnahmen zur Förderung des Rad- und Fußgängerverkehrs (z.B. Rad- und Fußgänger-verkehrsanlagen, Verleihsysteme, Radabstellanlagen, Informationssysteme, etc.);
- Mobilitätsdienstleistungen und Einrichtung von Mobilitätszentralen;
- Verkehrsinformations-, Leit- und Auskunftssysteme, Optimierungssysteme zur Routen-wahl und spritsparenden Fahrweise;
- Maßnahmen zur Umsetzung von Informations-, Public Awareness- und Marketing-konzepten für umweltfreundliche Mobilität etc.
Betriebe und Verwaltungen, Städte, Gemeinden und Regionen, Freizeit- und Tourismusverbände, Bauträger sowie Schulen und Jugendorganisationen, die Klimaschutzprojekte im Verkehr zur CO2-Reduktion umsetzen, werden vom Umweltminister für ihr Engagement im Klimaschutz als klima:aktiv mobil-Projektpartner ausgezeichnet.
Mit mehr als 500 UmsetzungspartnerInnen ist das Programm „Mobilitätsmanagement für Betriebe und öffentliche Verwaltungen“ das Mobilitätsprogramm mit dem umfangreichsten Netzwerk. So bedeutende Firmen, wie Frikus, Herzer, Post AG, DHL, ÖBB, Blaguss, Salzburg AG, VOR, Bundes-forste und viele andere innovative Unternehmen sind bereits klima:aktiv mobil-Projektpartner und sparen – durch die Umsetzung von betrieblichen Mobilitätsmaßnahmen - in Summe rd. 230.000 Tonnen CO2, und das jedes Jahr!
All diese klima:aktiv mobil Projekte zeigen, dass durch intelligentes Mobilitäts¬management erhebliche Mengen an Treibstoff und damit CO2-Emissionen eingespart werden können, und so gleichzeitig Umweltvorteile, Transportrationalisierungen und Kosteneinsparungen zu erreichen sind.
Abschluss-Statement HERRY / SCHUSTER:
„Wir sind der Überzeugung, dass mit dieser vom Lebensministerium initiierten Aktion die Basis für weitere innovative Programme gelegt wurde, um unsere ehrgeizigen Klimaschutzziele auch im Verkehrsbereich schlussendlich zu erreichen.
Werden auch Sie klima:aktiv mobil Projektpartner bei Mobilitätsprojekten oder Fördereinreichungen. Es geht um unsere zukünftige intakte Umwelt und ihr Wohlbefinden.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gern und kostenfrei im Rahmen des klima:aktiv mobil.
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(8) Herbert Minarik
Nachhaltigkeitsmanager, ÖBB-Holding AG
Web: www.oebb.at
Nachhaltige Mobilität
„Was heißt nachhaltige Mobilität?“ Eine überaus berechtigte Frage, die es mehr als nur wert ist, darüber eingehend zu diskutieren. Es gilt zunächst die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekte der Mobilität zu betrachten und zwar einzeln und in Bedeutung bzw. im Zusammenspiel zueinander.
Was sind nun die Effekte der Mobilität? Zunächst kurz zum Thema Ökonomie: Mobilität belebt die Wirtschaft in vielfacher Hinsicht, zum Beispiel durch Herstellung von Verkehrsmitteln, notwendigen Infrastrukturen und Treibstoffen, sie ist ein Mittel zur Ausübung von Wirtschaftsbeziehungen und Mobilität schafft Umsätze und Gewinne, rechnet sich meistens aber manchmal auch nicht und ist, da und dort, trotzdem aufrecht zu halten. Mobilität hat Auswirkungen auf unsere Umwelt. Gerade in Zeiten des Klimawandels wissen wir, dass gerade der Verkehr große CO2-Belastungen und auch andere Emissionen bewirkt. Natürlich beeinträchtigt die Herstellung von Verkehrsmitteln, der notwendigen Infrastruktur und die Herstellung und Verwendung bestimmter Treibstoffe ebenfalls die Umwelt. Negative Umweltauswirkungen durch die Mobilität wird es noch länger geben – solange bis zumindest neue und nicht umweltschädigende Technologien umgesetzt sind – wann immer das passieren wird?
Bleibt zu guter Letzt noch eine Betrachtung der sozialen Effekte der Mobilität.
Mobilität ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Wir müssen mobil sein um einerseits soziale Kontakte pflegen zu können. Wir brauchen Mobilität auch für unseren Alltag, um unsere Jobs auszuüben, um Produkte zu beziehen und um unsere Freizeitaktivitäten umsetzen zu können. Mobilität schafft Jobs und sichert Arbeit. Mobilität kann aber auch da und dort den Lebensraum von Menschen gefährden. Wer wohnt schon gerne neben einer Autobahn, einem Flughafen oder einer Bahnstrecke? Fehlende Mobilitätsmöglichkeiten wiederum können auch negative Auswirkungen auf unser Leben haben. Mobilität hat damit einen großen sozialen bzw. gesellschaftspolitischen Bezug und ist ein komplexes Thema.
Nun stellen sich die Fragen: „Sind die Mobilitätsformen die wir kennen nachhaltig genug bzw. sind die Teilaspekte Ökonomie, Ökologie und Soziales hier gut ausbalanciert?“ und „Was muss geschehen um den Status Quo zu verbessern?“
Nachhaltige Mobilität heißt für mich persönlich: „Leistbare und umweltfreundliche Mobilitätslösungen in einem ausgewogenen Angebot - so weit als möglich rentabel, darüber hinaus (zumindest im Massenverkehr) auch gemeinwirtschaftlich finanziert!“.
Die unterschiedlichen Verkehrsarten fair zu betrachten, ist dabei unbedingte Voraussetzung und eines ist klar festzuhalten: klimafreundliche und nachhaltige Mobilität muss uns auch etwas wert sein! Ich denke also – in Sachen „nachhaltige Mobilität“ - ist schon noch einiges zu tun!
Als ÖBB-Konzernkoordinator für Nachhaltigkeit will ich natürlich die nachhaltigen Mobilitätslösungen des ÖBB-Konzerns hervorheben. Unsere klimafreundliche Mobilität belebt die Wirtschaft durch massive Investitionen in den Ausbau des Streckennetzes und in neues Fahrmaterial. Hier schaffen wir Werte für Generationen und sind einer der größten Auftraggeber Österreichs!
Mit Bahn und Bus betreiben wir umwelt- und klimafreundliche Mobilität. Unsere CO2-Werte sprechen für sich: Im Personenverkehr emittieren wir im Vergleich zum PKW etwa 9x weniger CO2, im Güterverkehr im Vergleich zum LKW sogar um rund 15x weniger Treibhausgase! Dazu kommt, dass wir diese Vorteile sogar weiter ausbauen wollen. Unsere Pläne reichen vom Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien am Bahnstromsektor (derzeit bei rd. 92%) über die Forcierung neuer Technologien (z.B. Rückspeisebremstechnologie) bis hin zu Spritspartrainings, Gebäudesanierungen und Mobilitätsmanagementinitiativen. Als „klima:aktiv“-Partner des Lebensministeriums sind uns auch die Themen Elektromobilität, sinnvolle Vernetzung der Verkehrsträger (Park & Ride,…) und Fahrrad & Bahn wichtig. Basierend auf einem so genannten „5-Punkte Programm für Klimaschutz und Energieeffizienz“ haben wir in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Lebensministerium sehr viel erreicht. Diese Zusammenarbeit wollen wir in den nächsten Monaten noch zielgerichteter auf eine neue Basis heben.
Unsere Mobilität sichert aber auch die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Natürlich ist es unser Ziel, unser nachhaltiges Mobilitätsangebot weiter auszubauen und die Menschen von unseren klimafreundlichen Mobilitätslösungen zu überzeugen. Wir sind uns der diesbezüglich großen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Klar will ich dazu aber auch festhalten, dass nachhaltige Mobilität auch finanziert sein muss. Mobilität ohne Finanzierung bereitzustellen, ist im Sinne der ausbalancierten Betrachtung der Aspekte Ökonomie, Ökologie und Soziales keine „nachhaltige Mobilität“ und wirtschaftlich nicht überlebensfähig.
Welche Schritte sollten nun gesetzt werden, um nachhaltige Mobilität weiter zu forcieren?
Die Palette an notwendigen Schritten reicht vom weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs durch die Forcierung von Bahn und Bus, über eine sinnvolle multimodale Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsarten, die Etablierung von Mobilitätsmanagementansätzen und sinnvollen Branchenlösungen, weitere technische Entwicklungen am Motorensektor, bis hin zur Forcierung des Zukunftsthemas Elektromobilität und zu sinnvollen und effektiven Anreizsystemen und Bewusstseinsbildungsmaßnahmen. Noch dazu kommt, dass über all diesen Ansätzen noch ein wesentliches – meist immer unterschätztes – Thema steht, nämlich die Raumplanung! Raumplanerische Maßnahmen können die Mobilität stark beeinflussen und extrem verkehrsmindernd wirken.
„Was heißt nachhaltige Mobilität?“ Eine überaus berechtigte Frage, die es mehr als nur wert ist, darüber eingehend zu diskutieren. Es gilt zunächst die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekte der Mobilität zu betrachten und zwar einzeln und in Bedeutung bzw. im Zusammenspiel zueinander.
Was sind nun die Effekte der Mobilität? Zunächst kurz zum Thema Ökonomie: Mobilität belebt die Wirtschaft in vielfacher Hinsicht, zum Beispiel durch Herstellung von Verkehrsmitteln, notwendigen Infrastrukturen und Treibstoffen, sie ist ein Mittel zur Ausübung von Wirtschaftsbeziehungen und Mobilität schafft Umsätze und Gewinne, rechnet sich meistens aber manchmal auch nicht und ist, da und dort, trotzdem aufrecht zu halten. Mobilität hat Auswirkungen auf unsere Umwelt. Gerade in Zeiten des Klimawandels wissen wir, dass gerade der Verkehr große CO2-Belastungen und auch andere Emissionen bewirkt. Natürlich beeinträchtigt die Herstellung von Verkehrsmitteln, der notwendigen Infrastruktur und die Herstellung und Verwendung bestimmter Treibstoffe ebenfalls die Umwelt. Negative Umweltauswirkungen durch die Mobilität wird es noch länger geben – solange bis zumindest neue und nicht umweltschädigende Technologien umgesetzt sind – wann immer das passieren wird?
Bleibt zu guter Letzt noch eine Betrachtung der sozialen Effekte der Mobilität.
Mobilität ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Wir müssen mobil sein um einerseits soziale Kontakte pflegen zu können. Wir brauchen Mobilität auch für unseren Alltag, um unsere Jobs auszuüben, um Produkte zu beziehen und um unsere Freizeitaktivitäten umsetzen zu können. Mobilität schafft Jobs und sichert Arbeit. Mobilität kann aber auch da und dort den Lebensraum von Menschen gefährden. Wer wohnt schon gerne neben einer Autobahn, einem Flughafen oder einer Bahnstrecke? Fehlende Mobilitätsmöglichkeiten wiederum können auch negative Auswirkungen auf unser Leben haben. Mobilität hat damit einen großen sozialen bzw. gesellschaftspolitischen Bezug und ist ein komplexes Thema.
Nun stellen sich die Fragen: „Sind die Mobilitätsformen die wir kennen nachhaltig genug bzw. sind die Teilaspekte Ökonomie, Ökologie und Soziales hier gut ausbalanciert?“ und „Was muss geschehen um den Status Quo zu verbessern?“
Nachhaltige Mobilität heißt für mich persönlich: „Leistbare und umweltfreundliche Mobilitätslösungen in einem ausgewogenen Angebot - so weit als möglich rentabel, darüber hinaus (zumindest im Massenverkehr) auch gemeinwirtschaftlich finanziert!“.
Die unterschiedlichen Verkehrsarten fair zu betrachten, ist dabei unbedingte Voraussetzung und eines ist klar festzuhalten: klimafreundliche und nachhaltige Mobilität muss uns auch etwas wert sein! Ich denke also – in Sachen „nachhaltige Mobilität“ - ist schon noch einiges zu tun!
Als ÖBB-Konzernkoordinator für Nachhaltigkeit will ich natürlich die nachhaltigen Mobilitätslösungen des ÖBB-Konzerns hervorheben. Unsere klimafreundliche Mobilität belebt die Wirtschaft durch massive Investitionen in den Ausbau des Streckennetzes und in neues Fahrmaterial. Hier schaffen wir Werte für Generationen und sind einer der größten Auftraggeber Österreichs!
Mit Bahn und Bus betreiben wir umwelt- und klimafreundliche Mobilität. Unsere CO2-Werte sprechen für sich: Im Personenverkehr emittieren wir im Vergleich zum PKW etwa 9x weniger CO2, im Güterverkehr im Vergleich zum LKW sogar um rund 15x weniger Treibhausgase! Dazu kommt, dass wir diese Vorteile sogar weiter ausbauen wollen. Unsere Pläne reichen vom Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien am Bahnstromsektor (derzeit bei rd. 92%) über die Forcierung neuer Technologien (z.B. Rückspeisebremstechnologie) bis hin zu Spritspartrainings, Gebäudesanierungen und Mobilitätsmanagementinitiativen. Als „klima:aktiv“-Partner des Lebensministeriums sind uns auch die Themen Elektromobilität, sinnvolle Vernetzung der Verkehrsträger (Park & Ride,…) und Fahrrad & Bahn wichtig. Basierend auf einem so genannten „5-Punkte Programm für Klimaschutz und Energieeffizienz“ haben wir in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Lebensministerium sehr viel erreicht. Diese Zusammenarbeit wollen wir in den nächsten Monaten noch zielgerichteter auf eine neue Basis heben.
Unsere Mobilität sichert aber auch die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Natürlich ist es unser Ziel, unser nachhaltiges Mobilitätsangebot weiter auszubauen und die Menschen von unseren klimafreundlichen Mobilitätslösungen zu überzeugen. Wir sind uns der diesbezüglich großen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Klar will ich dazu aber auch festhalten, dass nachhaltige Mobilität auch finanziert sein muss. Mobilität ohne Finanzierung bereitzustellen, ist im Sinne der ausbalancierten Betrachtung der Aspekte Ökonomie, Ökologie und Soziales keine „nachhaltige Mobilität“ und wirtschaftlich nicht überlebensfähig.
Welche Schritte sollten nun gesetzt werden, um nachhaltige Mobilität weiter zu forcieren?
Die Palette an notwendigen Schritten reicht vom weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs durch die Forcierung von Bahn und Bus, über eine sinnvolle multimodale Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsarten, die Etablierung von Mobilitätsmanagementansätzen und sinnvollen Branchenlösungen, weitere technische Entwicklungen am Motorensektor, bis hin zur Forcierung des Zukunftsthemas Elektromobilität und zu sinnvollen und effektiven Anreizsystemen und Bewusstseinsbildungsmaßnahmen. Noch dazu kommt, dass über all diesen Ansätzen noch ein wesentliches – meist immer unterschätztes – Thema steht, nämlich die Raumplanung! Raumplanerische Maßnahmen können die Mobilität stark beeinflussen und extrem verkehrsmindernd wirken.
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03.12.2009, Nachhaltigkeit Home










