Überprüfung sozial-ökologischer Modeanbieter
Institut prüft und kritisiert sozial-ökologische Modeanbieter
Nachhaltig produzierte Mode erlebte in den vergangenen Jahren einen kleinen Boom. Das Image konnte sich auch im Wandel durch die wirtschaftlichen Veränderungen hervortun. Das nordrhein-westfälische Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene hat nun bei nachhaltigen Modeanbietern getestet, welche Sozial- und Umweltstandards sie berücksichtigen und ob deren Einhaltung von unabhängigen Dritten überprüft wird. Das Institut hat dabei gravierende Mängel festgestellt, insbesondere bei den Sozialstandards.
Die ca. 70-seitige Studie ist kostenlos und kann unter dieser Adresse heruntergeladen werden: http://www.suedwind-institut.de/downloads/2009-01_som_SW-Studie_2009-12_sozial-oekologische-Mode.pdf
Fazit der Untersuchung:
"Der positive Trend, dass heute immer mehr Unternehmen entstehen, die alle ihre Produkte sozial-ökologisch herstellen lassen wollen, wird sich nicht automatisch fortsetzen. Er kann nur durch kritisches KonsumentInnen-Verhalten gegenüber Unternehmen und Regierungen verstärkt werden mit dem Ziel, höhere Standards zu erreichen und umzusetzen."
"Ein starkes Wachstum des Marktes alternativer Modeanbieter ist trotz des derzeitigen Booms und einiger Fortschritte bei rechtlichen Regelungen wie z.B. der öffentlichen Beschaffung in der EU (Welt & Handel 2009:3) aber nicht anzunehmen, da die Produkte in der Regel teurer sind als Standardprodukte. Angesichts zunehmender sozialer Spaltungen und einem Anwachsen oft unzureichend bezahlter informeller Arbeit (OECD 2009) und Armut (FR 2009) ist ein Durchbrechen des Nischendaseins in größerem Stil eher unwahrscheinlich. Jedoch können Nischenprodukte mit höchstmöglichen Standards dennoch Druck auf den konventionellen Markt ausüben und für ein geschärftes Bewusstsein unter VerbraucherInnen sorgen, das nicht zuletzt von politischen EntscheidungsträgerInnen eine bindende globale Sozialverpflichtung fordert."
17.01.2010, Nachhaltigkeit Home


