journal nachhaltigkeit 4/2009: Die Renaissance der Nachbarschaft
In der urbanen und globalisierten Welt hat Nachbarschaft als Gemeinschaft des Ortes an Bedeutung verloren. Dennoch ist seit der Jahrtausendwende eine Renaissance des Nachbarschaftsgedanken spürbar. Im aktuellen Heft forscht das journal nachhaltigkeit nach Ursache und Ausprägungen dieser Entwicklung.
Der Soziologe Jens Dangschaft begründet die Renaissance der Nachbarschaft in seinem Beitrag mit dem sich forcierenden sozialen Wandel, geprägt durch Wertepluralismus, veränderte Erwerbsarbeit und demografische Verschiebungen. Aus der resultierenden existenziellen Verunsicherung speise sich die „neue Nachbarschaftsbewegung“, wenn auch mit unterschiedlichen Kontexten. Dient Nachbarschaft den einen zum gemeinschaftlichen Lastausgleich – etwa in der Kindererziehung – für die effizientere Integration in das Erwerbsleben, ist sie den anderen ein Mittel zur Entschleunigung und zur Entkoppelung von Zwängen des Arbeitslebens.Ist Nachbarschaft dann auch ein Modell für soziale Nachhaltigkeit? Nicht eines, sondern viele: Die Zukunft einer nachhaltigen Stadtgesellschaft, so Dangschat, liege in einem breiten Angebot unterschiedlich aufgestellter Nachbarschaften, zwischen denen die BürgerInnen frei wählen können. Das journal nachhaltigkeit zeigt dafür Beispiele auf:
- - Ein viel genutztes Angebot ist heute die Nachbarschaft im Internet, in den Foren, Plattformen und social networks. David Röthler sieht in den dabei ermöglichten Formen von Partizipation eine Voraussetzung für Nachhaltigkeit.
- - Gemeinschaft anzustoßen ist aber auch Aufgabe nachhaltiger Entwicklungsarbeit: Das Programm „Gesundes Simmering“ im Rahmen des EU-Projekts CHANCE setzt auf die Rolle von Nachbarschaft in Vermittlung und Wahrnehmung des Themas Gesundheit.
- - Und das Projekt „Lebensabend im Dorf“ in Harmannsdorf will durch neue Räume der Kommunikation verlorene Gemeinschaft neu beleben.
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journal nachhaltigkeit 4/2009 (PDF 570,8 kB )
25.01.2010, Nachhaltigkeit


