http://www.nachhaltigkeit.at
Home

Das Österreichische
Nachhaltigkeitsportal

Servicelinks

Hauptnavigation

Suche



Standort

Inhalte

X-Ray of a male skeleton with his brain displayed. Isolated on a black background
Foto: Jeffrey Cameron Co...

Monatsthema 03/10: Unternehmen schaffen Zukunft - Teil 1

Innovationen spielen für nachhaltige Entwicklung eine entscheidende Rolle. Im Monatsthema März geht es um Innovationen für nachhaltige Produkte, interessante Beispiele und neue Möglichkeiten; weiters erhalten Sie Einblicke in die unternehmensinternen Rahmenbedingungen, die für Innovationen unabdingbar sind.

 
1. Einleitung
 
Heutige Entwicklungen und Innovationen werden die Zukunft maßgeblich determinieren. Eine nachhaltige Entwicklung, die Meisterung des Klimawandels, der Armut, der Wasserknappheit und viele weitere wichtige internationale Ziele können nur durch große Schritte bewältigt werden. Innovationen spielen hierbei die entscheidende Rolle. Sie müssen jedoch nicht alleine die großen Brennpunkte treffen, sondern sozial und ökologisch verträglich sein - und das bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit. Innovationsmanagement darf sich nicht nur auf Technologie oder Kapital konzentrieren, sondern hat eine viel breitere Sichtweise einzunehmen: Innovationsmanagement betrifft Produkte, Dienstleistungen, Prozesse oder auch Organisationen. Bei allen Neuerungen, die nachhaltige Bereiche betreffen, werden vor allem soziale Effekte weiter in den Mittelpunkt rücken: Mut zur Kooperation, zur interdisziplinären Zusammenarbeit, das Erkennen von komplexen gesellschaftspolitischen Zusammenhängen und die Berücksichtigung der Stakeholderinteressen. Zusätzlich ist die Kombination Nachhaltigkeit und Innovation ein Treiber für Arbeitsplätze der gerade in der jetzigen Zeit so notwendig ist.
 
Das vorliegende Thema wird auf die Monate März und April aufgeteilt um Ihnen einen breiteren und spannenden Einblick bieten zu können. Im Monatsthema März geht es vor allem um Innovationen für nachhaltige Produkte mit interessanten Beispielen und wie diese neue Möglichkeiten für „green jobs“ schaffen. Des Weiteren erhalten die LeserInnen einen kurzen Einblick in die Managementebene und die internen Rahmenbedingungen in Unternehmen, die für Innovationen der nachhaltigen Entwicklung unabdingbar sind. Im April wird der soziale Bereich von Innovationen beleuchtet und der Fokus auf den Gesamtblickwinkel gelegt. Es wird den Fragen nachgegangen, wie Unternehmen Nachhaltigkeitsinnovationen leben und welche Rahmenbedingungen im Umfeld der Unternehmen (gesellschaftlich, staatlich, Förderungen, …) notwendig sind. 

 
2.  Die Aufgabe: Umdenken und neue Wege einschlagen
  
Die Verbindung von Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit ist vielfach noch Neuland für Unternehmen. Die entscheidende Zukunftsfrage betrifft die Balance von sozialer und ökologischer Verträglichkeit und wirtschaftlichem Wachstum. Dies stellt derzeit in weiten Bereichen immer noch einen Perspektivenkonflikt dar. Einerseits sollen Unternehmen möglichst hohe Gewinne erzielen (Shareholder Value Ansatz) anderseits ist der Raubbau an der Natur bereits in einer Intensität eingetreten, die nicht mehr vertretbar ist. Daher geht kein Weg an einer umfassenden zukünftigen „Innovations-Revolution“ vorbei. Umfassend aus dem Grund, da sie sowohl die Gedankenwelt der Unternehmer und Anteilseigner in Bezug auf Wachstum und Gewinn als auch die Effizienz, mit der wir natürliche Ressourcen nutzen, betrifft. Nicht zuletzt die Finanz- und Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass ein Umdenken der Unternehmen zu einem „Auskommen“ statt einer Gewinnmaximierung notwendig ist. 

 
3. Innovationen für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen
 
„Innovationen für nachhaltige Produkte“ klingt kompliziert und auf den ersten Blick auch schwer verständlich. Es setzt sich aus Innovation und Nachhaltigkeit zusammen. Was bedeutet das und was macht überhaupt eine Innovation aus? Innovation heißt übersetzt „Neuerung“ oder „Erfindung“. Joseph Schumpeter hat in seiner Theorie der Innovationen diese als Aufstellung einer neuen Produktionsfunktion definiert: Durch eine neue Art der Kombination von Produktionsfaktoren wandelt sich Wirtschaft und Gesellschaft. Im allgemeinen Sprachgebrauch reicht allerdings das Verständnis, von einer „Idee“ die etwas Neues als Produkt, Dienstleistung oder Verfahren umsetzt, aus. Innovationen für Nachhaltigkeit bedeuten also Ideen, die einen Fortschritt im Sinne der Nachhaltigkeit bringen.

Um dies zu ermöglichen sind einige Faktoren zwingend notwendig:
  1. Der Lebensstil und soziale Normen bestimmen ob eine neue Idee angenommen wird oder nicht (z.B. Car-Sharing: hier behindert oftmals das Statusdenken über den Besitz des Fahrzeugs die Annahme der Innovation).
  2. Weiters muss eine Nachfrage nach der Lösung durch eine Innovation vorhanden sein, da diese sonst nicht umgesetzt werden kann. Das zeigt, wie wichtig das Denken und Handeln der Konsumenten ist und wie viel Einfluss jeder Einzelne bzw. jede Einzelne auf nachhaltige Produkte hat. 
  3. Die Anschlussfähigkeit von Innovationen muss gegeben sein. Das heißt, dass neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren an bestehende Systeme oder Infrastrukturen anschließbar sein müssen (z.B. Elektrofahrzeuge ohne Stromtankstellen werden nicht angenommen)
Prof. Dr. Carl Friedrich Gethmann, Direktor der Europäischen Akademie, stellte 2002 auf einer wissenschaftlichen Tagung zu nachhaltiger Entwicklung und Innovation fest, dass die Begriffe Nachhaltigkeit und Innovation nicht getrennt, sondern vielmehr in ein Verhältnis gegenseitiger Ergänzung gesetzt werden müssen: Ohne Innovationen ist an eine nachhaltige Entwicklung nicht zu denken; die Ausrichtung von Innovationen auf eine nachhaltige Entwicklung verbessere darüber hinaus deren Wertschöpfungspotential. Innovative und nachhaltige Produkte betreffen dabei nicht nur neue Technologien sondern alle Branchen und Themenfelder.
 
Die im Folgenden vorgestellten, spannenden Beispiele sollen einen kleinen Einblick in die Welt der Innovationen eröffnen und Ihnen Lust auf eine Vertiefung des Themas machen.
 
 
Themenfeld Ökologie, Wirtschaft, Bautechnik: LifeCycle Tower
Und es geht doch – 20 Geschosse aus Holz
 
Life Cycle Tower
Foto: Rhomberg Bau Gm...
Bislang war man der Meinung dass mehrgeschossige Bauten aus Holz nicht sinnvoll durchzuführen sind. Die Firma Rhomberg Bau GmbH hat unter dem Namen „LifeCycle Tower“ das Gegenteil bewiesen: ein individuell gestaltbares Holz-Bausystem für mehrgeschossige Holzbauten bis zu 20 Geschossen. Es kann in kürzester Zeit errichtet werden und minimiert Ressourcen- und Energieeinsatz während des gesamten Lebenszyklus.
 
Der LifeCycle Tower wird als Plusenergiehaus ausgeführt, das heisst das Gebäude erzeugt mehr Energie als es verbraucht. Die Innovation betrifft nicht nur die Verwendung des Baustoffes Holz, sondern besteht auch in der Zusammenarbeit aller Disziplinen wie Architektur, Statik, Gebäudetechnik und Fassade sowie in der Adaptierung bestehender Technologien.
 
Das Projekt wurde mit dem Staatspreis Umwelt- und Energietechnologie 2010 ausgezeichnet.
 
Fazit: „Diese Ökoinnovation schafft uns die Voraussetzung für nachhaltiges Bauen im urbanen Raum und das Leuchtturmprojekt LifeCyc­le Tower stellt eine enorme wirtschaftliche Chance für das Unternehmen, aber auch die gesamte Region dar." so Dipl.-Ing. Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Rhomberg Bau-Gruppe.
 
Ein Video über den LifeCyce Tower finden Sie auf Youtube.
 

 
Themenfeld Ökologie, Gesellschaft, Kleidung: Das Re-Shirt
Re-Shirts sind T-Shirts mit einer Geschichte
 
Re-Shirt
Foto: Re-Shirt
Dass Kleidungsstücke auch eine nachhaltige Wirkung auf den Warenhandel und zur gleichen Zeit unglaublich unterhaltsam sein können, ist etwas Neues. Re-Shirts sind ein einzigartiges weltweites wirtschaftliches Experiment. Im Zentrum des Ganzen stehen T-Shirts und eine Frage: Halten Produkte länger, wenn Sie wissen, dass sie Ihre Geschichte erzählen? 

Alles beginnt mit einem T-Shirt, dass jemand mit einem speziellen Ereignis verbindet: ein wichtiger Karriereschritt, ein unvergessliches Fußballspiel, eine Demonstration in Guatemala, ein regenreicher Nachmittag im Urlaub, uvm. Die Shirts werden gesammelt, deren Qualität kontrolliert und auf der Webseite www.re-shirt.net online gestellt. Wenn jemand dieses Shirt kauft, erhält es ein eigenes oranges Re-Shirt Label und eine Zahl aufgedruckt und es beginnt ein neues Leben für das Kleidungsstück. Jeder künftige Besitzer kann nun die Geschichte des Shirts dokumentieren. Es entsteht somit der erste Laden mit einer Memory-Funktion. 
 
Re-Shirt Homepage
Foto: Re-Shirt Homepage

 
 
 
 

 


 


 
 
 
ww.re-shirt.net ist ein Online-Shop mit einem Langzeitgedächtnis, das den Lebensweg eines jeden Re-Shirt auf der ganzen Welt dokumentiert. Diese Waren werden nicht mehr als leblose Objekte behandelt und gehandelt, sondern als einzigartige Geschichten, die Emotionen verbinden.
 Nirgendwo sonst kann die Kreislaufwirtschaft so hautnah und persönlich erlebt werden. Über das "soziale Upgrade" der Produkte wird gleichzeitig auch die Umwelt geschont. Dabei werden u.a. 10.000 Liter Wasser und ca. 4KWh Energie pro Shirt gespart, die für die Produktion eines neuen Shirts nötig wären.
 
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wimmer
Foto: Ecodesig...
Fazit: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wimmer, international anerkannter Experte für  Öko-Design und nachhaltige Produktentwicklung: „Re-Shirts stellen eine ganz neue Art der Ressourcennutzung dar. Mit der vergleichsweise geringen Menge an Energie für das Waschen, Drucken und Versenden der Re-Shirts ist es möglich, bereits vorhandene Ressourcen an Baumwolle in Umlauf zu halten. Ein Modell, das wir sicherlich auch für andere Ressourcen und Produkte zu prüfen." 
 
 
 
  
Themenfeld Ökologie, Wirtschaft, Energie: Liebherr L550 2plus2 – L586 2plus2
ausgezeichnet im „Sustainable Product Report Austria 2009“
 
Liebherr L550 2plus2 – L586 2plus2
Foto: Liebherr
Das Baufahrzeug (Radlader) wird zur Aufnahme, dem Transport, dem Abladen und Heben von Schütt- und Stückgut mit unterschiedlichen, wechselbaren Ausrüstungen (z.B. Schaufel, Gabel, Greifer) eingesetzt. Bei der Gestaltung des Fahrzeugs wurde besonderes Augenmerk auf eine Kette von Innovation gelegt: 

 

 








  1. Der Dieselmotor bekam eine neue Einbaulage (längs im Heck), wobei die Ausgangwelle nach hinten zeigt. Zugleich konnte das Einsatzgewicht reduziert werden. Dies führt zu einer höheren Kipplast und mehr Umsatzleistung. Diese neuartige Lage bedeutet auch eine bessere Zugänglichkeit bei Wartungen.
  2. Der Fahrantrieb ermöglicht im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben eine Kraftstoffreduktion bis zu 25%, d.h. 5 Liter weniger pro Betriebsstunde. 
  3. Durch hydraulische Bremswirkung des Antriebes gibt es praktisch keine verschleißbedingten Bremsreparaturen. 
  4. Zugkraft und Geschwindigkeit des Gerätes passen sich automatisch an die jeweiligen Anforderungen ohne Schalten durch den Fahrer an. Somit kann auf ein Reversiergetriebe verzichtet werden – der Fahrtrichtungswechsel wird hydraulisch gesteuert. 
  5. Die stufenlose Zugkraftregulierung senkt außerdem die Abnützung der Reifen um bis zu 25 %. 
  6. Bedarfsgesteuerte Kühlung: Ein intelligente Lüfterflügel wird unabhängig vom Dieselmotor angetrieben und erzeugt dabei nur jene Kühlleistung, die tatsächlich benötigt wird. 
Liebherr L550 2plus2 – L586 2plus2
Foto: Liebherr
Fazit: Mit dem Radlader ist es dem Unternehmen gelungen mehrere Aspekte zusammenzuführen: Es wird nicht nur in mehreren Bereichen ein großer Sprung im Energieverbrauch und CO2-Reduzierung unternommen, sondern auch durch eine durchdachte Konstruktion sowohl Wirtschaftlichkeit als auch die Sicherheit der Mitarbeiter und das Handling der Maschine verbessert.
 
 
 Mehr zum Liebherr Radlader finden Sie im diesem pdf.
Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Produkten des Sustainable Product Report Austria 2009 finden Sie in diesem pdf.
 
 


Themenfeld Gesellschaft, Ernährung: Keimkraft
Das BIO Vollkorn-Weißbrot mit Vitaminstoß
 
Keimkraft
Foto: Keimkraft
In der Weißbroterzeugung gibt es laut Ulrich Hirschhofer (Geschäftsführer der BIO-Anlagen GmbH) seit 50 Jahren keine Innovation mehr. Doch durch seine Neuentwicklung hat sich das schlagartig verändert: Sein innovatives Mehl macht Weißgebäck fast so gehaltvoll wie Vollkornbrot. Er mischt zum normalen Weißmehl eine Spezialmischung aus 10 verschiedenen, gekeimten Getreiden und Saaten wie zum Beispiel Dinkel, Luzerne, Lupine, Rotklee und Hirse. Diese enthalten deutlich mehr wertvolle Bestandteile als herkömmliches Weißmehl. Bei der Keimung zeigt sich ein großer Unterschied: der Gehalt an B-Vitaminen steigt und Stärke wird abgebaut. Durch den Keimprozess bleibt das Produkt auch länger frisch. Nach der Keimung werden die Keimlinge schonend getrocknet und zu Mehl vermahlen.
 
Zwei volle Jahre hat es gedauert bis die optimalen Bedingungen für diese Mischung gefunden werden konnten. Nun versorgt die BIO-Anlagen GmbH ca. 100 Bäcker im In- und Ausland. Besonders stolz ist man auch auf den heute größten Kunden, einen Hersteller aus Kalifornien.
 
Das Unternehmen wurde für diese Innovation mit dem burgenländischen Innovationspreis ausgezeichnet.
 
 
Keimkraft
Foto: Keimkraft

 
 
 
 
 
 
 
Fazit: Durch die Kombination von verschiedenen Getreidekörnern und Weißmehl wird das „ungesunde“ Weißbrot deutlich verbessert. Somit fördern auch Menschen, die gar nicht darauf verzichten wollen, ihre Gesundheit.
 
Zur Homepage des Produkts

 
 
Themenfeld Ökologie, Energie: Schrödl Kachelofen
Ein Kachelofen unter Spannung
 
Vor fast 15 Jahren versuchte Franz Schödl - inspiriert durch einen Artikel in der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ - einen Teil der Wärme seiner Kachelöfen in Strom zu verwandeln. Lange Zeit müde belächelt, hat er vor ein paar Jahren den entscheidenden Schritt geschafft: internationale Unternehmen zeigten Interesse und er fand einen Partner, mit dem er seine Idee zur Marktreife entwickelt. Nun geht es um die mögliche Stückzahl und den Wirkungsgrad seiner Thermozellen.
 
Diese speziellen Thermozellen erlauben es, Wärme in Strom umzuwandeln. Damit kann über Kachelöfen oder Pellets- bzw. Hackschnitzelheizungen umweltfreundlich Strom erzeugt werden. Somit können abgelegene Almhütten nicht nur warm sondern auch mit selbsterzeugten Licht ausgestattet werden. Es könnte auch Strom für Belüftungen oder ähnliche Einsatzzwecke gewonnen werden. Das Potential seiner Erfindung ist groß, insbesondere da Biomasseheizungen auf dem Vormarsch sind.
 
Die Idee wurde unter anderen (Innovationspreis, Econovius) mit dem Energy Globe Burgenland ausgezeichnet.

Fazit: Für alle Gebäude, die an kein Stromnetz angeschlossen sind, ist dies eine umweltfreundliche und CO2-minimierende Möglichkeit ihre Energie für Licht, Lüftung u.ä. selbst zu erzeugen.
 

 
Themenfeld Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft: dial4light
Das Licht per Anruf 
 
dial4light
Foto: dial4lig...
In Deutschland müssen viele Gemeinden Kosten reduzieren und sparen bei der Beleuchtung. So auch in Dörentrup. Ab 23 Uhr wird in den Außenbezirken die Straßenbeleuchtung abgeschaltet. Die jährliche Ersparnis beträgt ca. 50.000 EUR. Der unschöne Nebeneffekt: die Bürger haben Angst im Dunkeln auf die Straße zu gehen. Ein geistreicher Bürger entwickelte daraufhin einen „Schalter“: per SMS kann die Straßenbeleuchtung straßenweise eingeschaltet werden. 
 
Dazu muss man sich vorher im Internet registrieren. Für die Beleuchtung muss ein sechsstelliger Code per SMS versendet werden. Ein Modem im Verteilerkasten gibt das Signal an die Lampen weiter und diese werden für 15 Minuten eingeschaltet.
 
"Jede Gemeinde ist eigentlich selbst schuld, wenn sie's nicht macht. Sie spart Geld, schont die Umwelt – und jeder ist zufrieden, zumal sich das System bereits nach einem Jahr amortisiert hat. Und rasch installiert ist es obendrein. Je nach Schnelligkeit des Elektrikers dauert der Einbau zwischen zehn und 30 Minuten", erklärt der Erfinder Dieter Grote.
 
Fazit: In Gemeinden, in denen das Licht bereits abgeschaltet wird, ist dies sicherlich eine deutliche, soziale Verbesserung. Der Plan weitere Gemeinden damit auszustatten, hat vor allem einen wirtschaftlichen und gleichzeitig umweltrelevanten Hintergrund. Allerdings werden damit Menschen ohne Handy benachteiligt. Dies ist vor allem für SeniorInnen und Personen mit niedrigen Einkommen ein nicht zu unterschätzendes Problem, um das man sich in Zukunft kümmern wird müssen.
 
Zur Homepage des Produkts
 
 
 
Themenfeld Soziales, Wirtschaft, Mobilität: "Mü by Peugeot"
Mobilitätssharing und mehr
 
Mu by Peugeot
Foto: Peugeot
Als einziger Autobauer startet Peugeot mit einem deutlich über Car-Sharing hinausgehenden Mobilitätsangebot: Kunden und bisherige Nichtkunden können über eine Pre-Paid Card unterschiedliche Mobilitätsdienste und Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Und das unabhängig ob sie ein Fahrzeug besitzen oder nicht. Die Palette reicht von Fahrrädern, Motorrollern bis zu speziellen Fahrzeugen, wie zum Beispiel einem Cabrio für den Sommer, einem Transporter für einen Umzug, einem Van um in den Urlaub zu fahren, oder einem Kombi. Darüberhinaus sind auch Produkte wie zum Beispiel eine Dachbox oder ein Navigationssystem zu bekommen. Mit der Karte lassen sich auch Hotels oder Flüge buchen.
 
Zielgruppe sind Personen, die sich einen Autokauf nicht leisten können oder nicht wollen - wie zum Beispiel aus ökologischen Beweggründen. Diese Personen müssen aber ebenso mobil sein, allerdings nur von Zeit zu Zeit. Dafür ist auch dieses Angebot gedacht. Bislang gibt es dieses Angebot nur in Frankreich, es soll aber bald auch in anderen europäischen Ländern verfügbar sein.
 
Fazit: Peugeot erweitert damit die Car-Sharing Idee deutlich und greift das sich ändernde Nutzerverhalten auf. Es steht nicht mehr der Besitz im Vordergrund sondern die angebotene Dienstleistung "Mobilität". Über die vielfältigen Möglichkeiten schafft man den Spagat zwischen Mobilitätsangeboten für sozial schwache Gruppen einerseits und einkommensstarken Gruppen andererseits, die jedoch Mobilität nur zeitweise suchen.

Mehr Informationen finden Sie unter www.mu.peugeot.fr
 
 

4. Innovationen, Nachhaltigkeit und die Managementebene 
 
Innovationen entstehen nicht aus dem „Nichts“ sondern bedürfen eines entsprechenden Umfelds um sprießen und gedeihen zu können. Österreichische Unternehmen haben gerade in den letzten Jahren im Bereich Umwelttechnologien bewiesen, dass sie der Motor des grünen Wachstums sind. Vielfach bildet sich dieser Wandel auch in den Managementebenen der Betriebe ab: „Grüne Manager“ und „sustainable jobs“ sind auf dem Vormarsch und bilden die Grundlage für Nachhaltigkeitsstrategien und -innovationen.
 
In Folge hat sich das klassische Innovationsmanagement hin zu einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten  Innovationsmanagement als Lern- und Entwicklungsparadigma gewandelt. Neben privatwirtschaftlichen Unternehmen wurden auch  öffentlich-rechtliche Unternehmen aufnahmefähig für neue Formen der Ideenfindung. Zum Beispiel wurde in der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) das Konzept der „Parallelarena“ eingeführt, in der die Mitarbeiter Ideen völlig frei neben ihrer eigentlichen Tätigkeit einführen und ausprobieren können. Solche Keimzellen für Innovationen sind die Treiber echter Entwicklungssprünge.

Nicht immer sind die Ressourcen für derartige Maßnahmen in ausreichendem Ausmaß verfügbar. Die Erfolgsfaktoren sind "weiche" Faktoren und betreffen vor allem drei Punkte:
  • Vorleben durch die Führung: In Unternehmen, in denen die Führungsebene offen für neue Ideen ist und dies auch aktiv vorlebt, gibt es meistens eine überdurchschnittliche Verbesserung aus innovativen und nachhaltigen Ideen. 
  • Kultur des Miteinander und der freiwilligen Partizipation: Erst wenn das entsprechende Klima im Unternehmen vorherrscht und eine freiwillige Mitgestaltung der Mitarbeiter möglich ist, können diese so frei und offen agieren, wie es für Innovationen erforderlich ist. 
  • Nachhaltigkeits-Know-How und das Abwenden von der kurzfristigen Gewinnmaximierung: Die Managementebene muss einerseits über ausreichendes Nachhaltigkeits-Know-How verfügen und sich andererseits vom kurzfristigen Gewinndenken lösen können, um entsprechende Potentiale ausschöpfen zu können. In einem engen Zeithorizont unter maximaler Gewinnprämisse können viele Chancen und Entwicklungsoptionen nicht wahrgenommen werden. „Grüne Manager“ begreifen Nachhaltigkeit als strategischen Wettbewerbsfaktor und sichern damit den Unternehmenswert langfristig durch entsprechende Innovationen.
Somit müssen auch Klein- und mittlere Unternehmen bzw. Unternehmen mit geringerer Ressourcenausstattung auf Innovation nicht verzichten. 
 


5. Weiterführende Informationen
 
Präsentation Eco Innovation von René Kemp zur Konferenz “Environmental and Energy Innovations in Economic Dynamics”, Rom, 21-22 May 2009

Ecodesign (TU-Wien): http://www.ecodesign.at/
Beispiele zu ökointelligenten Produkten: www.ecodesign-beispiele.at/
 
Staatspreis für Umwelt- und Energietechnologie: Information und Staatspreisbroschüre 2010 (PDF 2582,62 kB )
Die Preisträger: www.ecolinx.at
 
Kompetenzzentrum für Umwelttechnologie: ACT
 
Mehr zu Green Jobs: http://umwelt.lebensministerium.at/article/archive/29434
Die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums: www.klimaaktiv.at
Die Jobplattform für green jobs: www.act-karriere.at
 
Cradle to Cradle Prinzip: http://www.epea.com/deutsch/cradle/konzept.htm
Ökoeffektivität: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96koeffektivit%C3%A4t
Faktor X: http://www.faktor-x.info/
 
Der EU-Aktionsplan für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch und für eine nachhaltige Industriepolitik: http://ec.europa.eu/environment/eussd/escp_en.htm
 
Weitere Leseempfehlungen:
B. Hammerl et al, Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Leitfaden zur Entwicklung zukunftsfähiger Geschäftsfelder (Broschüre BMVIT), 2003
 
Informationen zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit von Produkten sowie deren Kennzeichnung finden Sie im Monatsthema 11/2009.
 
 
 
6.  Aktueller Tipp

Der neue Diplomlehrgang „Sustainability and Innovation“ befähigt die TeilnehmerInnen, innovative Projekte in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt so zu planen und umzusetzen, dass diese auf der ökonomischen, sozialen und ökologischen Ebene den gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen als nachhaltige Lösungsalternativen gerecht werden. 
Den Flyer, das Curriculum und alle weiteren Infos zu diesem Lehrgang finden Sie auf den Internetseiten der ARGE Bildungsmanagement Wien.

 

7. Quellenangaben

- Daniel Dieckmann, Das ambivalente Verhältnis von Nachhaltigkeit und Innovation, Diplomarbeit, 2008 
- Reinhard Pfriem (Hrsg.), Innovationen für eine nachhaltige Entwicklung, Gabler Verlag, 2006 
- Stefan Mappus (Hrsg.), Erde 2.0 – technologische Innovationen als Chance für eine nachhaltige Entwicklung?, Springer Verlag, 2005 
- Klaus Fichter, Niko Paech, Reinhard Pfriem, Nachhaltige Zukunftsmärkte: Orientierungen für unternehmerische Innovationsprozesse im 21. Jahrhundert, Metropolis Verlag, 2005 
- Joseph A. Schumpeter, Entwicklung als unternehmerische Innovation 
- Wissenschaftliche Tagung zu nachhaltiger Entwicklung und Innovation, Einführungsstatement von Prof. Dr. Carl Friedrich Gethmann, Direktor der Europäischen Akademie, 2002 
- E. Frieling (Hrsg.), Das lernende Unternehmen. Neres Verlag, 1993 
- P. M. Senge, Die fünfte Disziplin. Kunst und Praxis der lernenden Organisation, Schäffer-Poeschel, 2008 
- A. Förster, P. Kreuz, Neues Denken für eine neue Generation, http://home.foerster-kreuz.com/, 2010
 

 


Im Dialog des Monats 3/2010 erklären Experten und Unternehmen in Interviews und Beiträgen ihre Standpunkte zum Thema "Unternehmen schaffen Zukunft - Teil 1: Produktinnovationen für nachhaltige Entwicklung".
 
Person des Monats 3/2010: Mag. Martin Troyer


Autor: Dipl.-Ing. Richard Tuschl, Consultant der Wallner & Schauer GmbH (www.zukunftsberater.at).
Recherche und Aufbereitung im Auftrag des Lebensministeriums, Abteilung II/3 Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik

 

19.03.2010, nachhaltigkeit.at