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Portraitfoto Markus Graggaber, Nachhaltigkeitskoordinator  für das Land Salzburg
Foto: Markus Gragg...

im Gespräch: DI Dr. Markus Graggaber, Nachhaltigkeitskoordinator in Salzburg

Der Nachhaltigkeitskoordinator für das Land Salzburg, Markus Graggaber, hat für nachhaltigkeit. at Fragen über seine Definition von Nachhaltiger Entwicklung, aktuelle und künftige Herausforderungen in seiner beruflichen Tätigkeit sowie zu seinem ganz persönlichen Beitrag zum Wohle jetziger und künftiger Generationen beantwortet.

 
nachhaltigkeit.at: Was ist Ihre ganz persönliche Definition von „Nachhaltiger Entwicklung“?
Markus Graggaber: "Nachhaltige Entwicklung bedeutet für mich unser Leben so zu gestalten, dass wir weder auf Kosten der Natur, anderer Regionen oder anderer Menschen noch auf Kosten zukünftiger Generationen leben."
 
 
nachhaltigkeit.at: Zu Ihrer Tätigkeit als Nachhaltigkeitskoordinator: Was ist die wichtigste Charaktereigenschaft die ein/eine Nachhaltigkeitskoordinator/in besitzen muß um ihre/seine Tätigkeit erfolgreich ausüben zu können?
Markus Graggaber: "Das theoretische Konzept als Basis vorausgesetzt sehe ich die Fähigkeit zu vernetzen und zu motivieren im Mittelpunkt, damit Qualitäten der Nachhaltigkeit in immer mehr Entscheidungen einfließen."
 

nachhaltigkeit.at: Wie tanken Sie Kraft für die „Mühen der Ebene“ bzw. was motiviert sie „dran zu bleiben“?
Markus Graggaber: "Jede einzelne LA 21 Gemeinde, jedes Telefonat, bei dem spürbar wird, dass durch unsere Unterstützung bewusste, nachhaltige Entscheidungen getroffen wurden und damit unser Lebensraum zukunftsfähig wird, sind erfüllende Momente."
 
 
nachhaltigkeit.at: Was sind Ihre Prioritäten in den nächsten ein bis drei Jahren?
Markus Graggaber: "… den LA 21 Prozessen dauerhaft Unterstützung zukommen zu lassen und zu versuchen, Nachhaltigkeitskriterien in immer mehr Entscheidungsfindungen einfließen zu lassen."


nachhaltigkeit.at: "Wir schreiben das Jahr 2030. Welche Spuren wollen Sie mit Ihrem beruflichen Wirken hinterlassen haben?"
Markus Graggaber: "Nachhaltigkeit" ist gesellschaftspolitisches Grundprinzip.

 
nachhaltigkeit.at: Zurück zur aktuellen Situation: Wer hat Ihrer Meinung nach in Fragen der Nachhaltigkeit den größten Nachholbedarf? Die Gesellschaft, die Wirtschaft oder die Politik?
Markus Graggaber: "Hier zu differenzieren fällt schwer, schlussendlich sind es wir alle, die wir mit unserem Lebensstil eine nicht nachhaltige Welt prägen. Wir sind auch jene, die alle Bereiche gestalten."
 

nachhaltigkeit.at: Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt, daß es an nachhaltiger Entwicklung mangelt. Verstehen Sie die Krise als Chance bzw. Triebfeder für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung oder bremst sie diese? Warum?
Markus Graggaber: "Die Krise wäre für mich grundsätzlich eine Chance, leider wurden die Rahmenbedingungen des Finanz- und Wirtschaftssystem nicht im erforderlichen Ausmaß verändert."
 

nachhaltigkeit.at: Rollentausch: Stellen Sie sich vor, Sie wären ab morgen Politikerin/Politiker – was würden Sie als Erstes angehen?
Markus Graggaber: "Die Ökologisierung des Steuersystems! "

 
nachhaltigkeit.at: Nun noch einige Fragen zu Ihrer Person, Ihren Vorlieben und Wünschen. Wie sieht für Sie ein gutes Leben aus?
Markus Graggaber: "Familie, Freundschaft, Gesundheit, Friede, Freiheit, Demokratie, Wertschätzung, Demut, Geborgenheit."


nachhaltigkeit.at:  Womit verbringen Sie den größten Teil Ihrer Freizeit?
Markus Graggaber: "Familie"
 
 
nachhaltigkeit.at: Was ist Ihr ganz persönlicher Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung unseres Landes/Ihrer Region?
Markus Graggaber: "Im Kleinen ist es ein bewusster Umgang mit Lebensmittel, Sanierung des Wohnraums und Nutzung erneuerbarer Energieträger. Größer gedacht ist es meine Zeit in Mittelamerika und der Arbeit vor Ort mit der Gemeinde Tecoluca (und der Errichtung einer Quellfassung und einer Pflanzenkläranlage)."


nachhaltigkeit.at: Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder/für die nächste Generation?
Markus Graggaber:
"… dass wir eine Welt hinterlassen, die auch den nachfolgenden Generationen weltweit die Chancen 
    auf ein Leben in Freiheit gibt.
 … dass auch unsere Kinder Ressourcen vorfinden, um ihr Leben gestalten zu können.
 … dass wir Freiräume erhalten konnten, die die Möglichkeit für Naturerlebnisse bieten."
 
 

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Weitere Informationen zu den Mitgliedern der österreichischen NachhaltigkeitskoordinatorInnen Konferenz finden Sie hier.
 

22.07.2010, nachhaltigkeit.at