Mag.a Elisabeth Freytag, Nachhaltigkeitskoordinatorin auf Bundesebene, im Interview
Lesen Sie hier das Interview mit Elisabeth Freytag, Abteilungsleiterin im Lebensministerium und Nachhaltigkeitskoordinatorin des Bundes, in dem sie sich für nachhaltigkeit.at einigen Fragen zu ihrem beruflichen und persönlichen Zugang zu Nachhaltiger Entwicklung stellte.
www.nachhaltigkeit.at: Was ist Ihre ganz persönliche Definition von Nachhaltiger Entwicklung?Elisabeth Freytag: „Eine Entwicklung, die die Wirtschaft leben lässt, die Endlichkeit der Ressourcen berücksichtigt und sozial gerechter ist, und natürlich meinen Kindern und Enkeln eine lebenswerte Welt erhält“
www.nachhaltigkeit.at: Angenommen, Sie als Filmregisseurin stünden vor der Aufgabe, Nachhaltige Entwicklung durch eine(n) Schauspieler(in) zu verkörpern. Mit welcher Schauspielerin bzw. mit welchem Schauspieler würden Sie die Rolle besetzen? ( z.B. Jodie Foster, Veronika Ferres, Erika Pluhar, Sean Connery, Denzel Washington, Tobias Moretti,...)
Elisabeth Freytag: „Mit Tobias Moretti und Veronika Ferres - oder ist nachhaltige Entwicklung etwa nicht geschlechtergerecht?!“
www.nachhaltigkeit.at: Was ist die wichtigste Charaktereigenschaft, die ein(e) Nachhaltigkeitskoordinator(in) besitzen muss, um ihre/seine Tätigkeiten erfolgreich ausüben zu können?
Elisabeth Freytag: „Beharrlichkeit, Visionen ohne die Realität zu verlieren; eine Koordinatorin muss damit rechnen sich auch unbeliebt zu machen - wer will schon umverteilen wenn sie dabei verliert?“
www.nachhaltigkeit.at: Was war ihr größter Erfolg bzw. an welches Ereignis bei Ihrer Tätigkeit als Nachhaltigkeitskoordinatorin denken Sie gerne zurück?
Elisabeth Freytag: „Da gab´s mehrere; in jüngster Vergangenheit die "Wachstum-im-Wandel-Konferenz" im Jänner in Wien“
www.nachhaltigkeit.at: Wie tanken Sie Kraft für die „Mühen der Ebene“ bzw. was motiviert Sie „dran zu bleiben“?
Elisabeth Freytag: „Mich motiviert die Sache, aber auch die netten Leute aus der Szene!“
www.nachhaltigkeit.at: Was sind Ihre Prioritäten in den nächsten ein bis drei Jahren?
Elisabeth Freytag: „Dass die europäische Nachhaltigkeitsstrategie zu neuem Leben erwacht und der Wachstum-im-Wandel- Prozess weitergeht.“
www.nachhaltigkeit.at: Wir schreiben das Jahr 2030. Welche Spuren wollen Sie mit Ihrem beruflichen Wirken hinterlassen haben?
Elisabeth Freytag: „Ich wünsche mir, dass manches selbstverständlich geworden ist - dass Veranstaltungen nachhaltig sind, wir kein Landgrabbing im Süden betreiben, und im engeren Umfeld, dass meine jungen Mentees zu erfolgreichen und immer noch glücklichen MentorInnen geworden sind.“
www.nachhaltigkeit.at: Wer hat Ihrer Meinung nach in Fragen der Nachhaltigkeit den größten Nachholbedarf? Die Gesellschaft, die Wirtschaft oder die Politik?
Elisabeth Freytag: „Die Politik; Nachhaltigkeit als Begriff wird da leider missbraucht und primär finanziell definiert oder bloß langfristig ohne ökologische Dimension.“
www.nachhaltigkeit.at: Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt, dass es an nachhaltiger Entwicklung mangelt. Verstehen Sie die Krise als Chance bzw. Triebfeder für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung oder bremst sie diese? Warum?
Elisabeth Freytag: „Die Krise wäre eine Chance, aber die Wirtschaftsankurbelungsprogramme sprechen eine andere Sprache, zumindestens die Emissionen gehen zurück.“
www.nachhaltigkeit.at: Rollentausch: Stellen Sie sich vor, Sie wären ab morgen Politikerin – was würden Sie als Erstes angehen?
Elisabeth Freytag: „Die Ganztagsschule, weil Bildung - auch für nachhaltige Entwicklung - entscheidend ist!“
www.nachhaltigkeit.at: Wie sieht für Sie ein gutes Leben aus?
Elisabeth Freytag: „Zeit mit meinen Lieben und für meinen Garten, genug Geld um mich nicht fragen zu müssen ob ich mir "bio" leisten kann und trotzdem nicht selber putzen müssen.“
www.nachhaltigkeit.at: Was hebt Ihre Lebensqualität?
Elisabeth Freytag: „Sonnenschein!“
www.nachhaltigkeit.at: Womit verbringen Sie den größten Teil Ihrer Freizeit?
Elisabeth Freytag: „Mit den Kindern.“
www.nachhaltigkeit.at: Was ist Ihr ganz persönlicher Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unseres Landes/Ihrer Region?
Elisabeth Freytag: „Vieles aus meiner beruflichen Tätigkeit wird hoffentlich die nachhaltige Entwicklung positiv beeinflussen, aber mein größter Input ist wahrscheinlich bei der Förderung von Gender Mainstreaming.“
www.nachhaltigkeit.at: Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder / für die nächste Generation?
Elisabeth Freytag: „Glück!“
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Kontaktdaten und Links zum Wirkungsbereich von
Mag.a Elisabeth Freytag (Lebensministerium, Abteilung V/8 EU-Angelegenheiten Umwelt) sowie Infos zu den weiteren AkteurInnen der österreichischen NachhaltigkeitskoordinatorInnen- Konferenz finden Sie hier.
10.08.2010, Nachhaltigkeit


