Im Gespräch: DI Thomas Steiner, Nachhaltigkeitskoordinator in Niederösterreich
Lesen Sie hier das Interview mit Thomas Steiner, dem Nachhaltigkeitskoordinator im Amt der NÖ Landesregierung, in dem er für nachhaltigkeit.at einige Fragen zu seinem persönlichen Verständnis von nachhaltiger Entwicklung und seiner Tätigkeit als Nachhaltigkeitskoordinator beantwortete.
nachhaltigkeit.at: Angenommen, Sie als Filmregisseur stünden vor der Aufgabe, nachhaltige Entwicklung durch eine(n) Schauspieler(in) zu verkörpern. Mit welcher/welchem Schauspielerin /Schauspieler würden Sie die Rolle besetzen?
Thomas Steiner: "Andie MacDowell"
nachhaltigkeit.at: Was ist die wichtigste Charaktereigenschaft, die ein(e) Nachhaltigkeitskoordinator(in) besitzen muss, um ihre/seine Tätigkeiten erfolgreich ausüben zu können?
Thomas Steiner: "Geduld"
nachhaltigkeit.at: Was war ihr größter Erfolg bzw. an welches Ereignis bei Ihrer Tätigkeit als Nachhaltigkeitskoordinator denken Sie gerne zurück?
Thomas Steiner: "Erfolg: dass ich meinen Kopf noch trage ;-)"
nachhaltigkeit.at: Wie tanken Sie Kraft für die "Mühen der Ebene" bzw. was motiviert Sie "dran zu bleiben"?
Thomas Steiner: "Sinnvolle Arbeit, das Arbeiten in Teams über Sach- und Parteigrenzen hinweg und an der Arbeit wachsen dürfen - das macht zufrieden."
nachhaltigkeit.at: Was sind Ihre Prioritäten in den nächsten 1 bis 3 Jahren?
Thomas Steiner: "Nachhaltigkeit als Handlungsmaxime und Grundprinzip in der Landesverwaltung wirklich zu etablieren!"
nachhaltigkeit.at: Wir schreiben das Jahr 2030. Welche Spuren wollen Sie mit Ihrem beruflichen Wirken hinterlassen haben?
Thomas Steiner: "Der Prozess der Nachhaltigen Landesentwicklung ist als Linienarbeit eingeführt. Einen Nachhaltigkeitskoordinator braucht es nicht mehr."
nachhaltigkeit.at: Wer hat Ihrer Meinung nach in Fragen der Nachhaltigkeit den größten Nachholbedarf? Die Gesellschaft, die Wirtschaft oder die Politik?
Thomas Steiner: "Die Politik: im Stärken ihrer Entscheidungsgewalt und Souveränität und im Loslassen inhaltlicher Verantwortung an die Gesellschaft; Die Wirtschaft: die sich tiefgreifend erneuern muss - weg von Gier und Eigennutz hin zur Sorge um das qualitative Optimum für alle und alles; Die Gesellschaft: die selbst Verantwortung für sich, für das Leben und Ăœberleben des Planeten übernimmt."
nachhaltigkeit.at: Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt, dass es an nachhaltiger Entwicklung mangelt. Verstehen Sie die Krise als Chance bzw. Triebfeder für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung oder bremst sie diese? Warum?
Thomas Steiner: "Die Krise ist (Krankheits-)Symptom für das was noch nicht gut läuft. Wir haben die Wahl die Ursachen zu verändern (tiefgreifend, verantwortungsvoll aber auch schmerzvoll) oder nur die Symptome zu bekämpfen und auf den nächsten Fieberschub zu warten.- TCM oder Westmedizin?"
nachhaltigkeit.at: Rollentausch: Stellen Sie sich vor, Sie wären ab morgen Politikerin/Politiker, was würden Sie als Erstes angehen?
Thomas Steiner: "Mit meinen Mitarbeiten reden, ihnen zuhören, sie um Rat fragen, um langfristige Konzepte und um Umsetzung bitten."
nachhaltigkeit.at: Wie sieht für Sie ein gutes Leben aus?
Thomas Steiner: "Freunde, Familie, ein soziales Neztwerk haben; sich spüren und entfalten können"
nachhaltigkeit.at: Was hebt Ihre Lebensqualität?
Thomas Steiner: "Freunde, Musik, Natur, Kunst."
nachhaltigkeit.at: Womit verbringen Sie den größten Teil Ihrer Freizeit?
Thomas Steiner: "Mit Zugfahren - leider (Pendler)"
nachhaltigkeit.at Was ist Ihr ganz persönlicher Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung unseres Landes/Ihrer Region?
Thomas Steiner: "Kreativität, Geduld und Beharrlichkeit"
nachhaltigkeit.at: Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder / für die nächste Generation?
Thomas Steiner: "Solidarität, Respekt und Dialogbereitschaft von der Älteren Generation; Bildung die unterstützt und fördert und weniger beurteilt; schnelle Reformen in Finanzwirtschaft und Finanzpolitik; ein gesunder Staatshaushalt; CO2 neutrales Reisen; ein offenes, faires, friedliches Europa; viel gesunde Natur."
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Weitere Informationen zu den Mitgliedern der österreichischen NachhaltigkeitskoordinatorInnen Konferenz finden Sie hier.
02.08.2010, Nachhaltigkeit


