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DI.in Karin Hartl-Hubmann
Foto: DI.in Karin ...

Interview mit DI.in Karin Hartl-Hubmann, Nachhaltigkeitskoordinatorin in Tirol

Für nachhaltigkeit.at gab Karin Hartl-Hubmann Einblicke in ihre Tätigkeit als Nachhaltigkeitskoordinatorin für das Bundesland Tirol und stellte sich auch einigen Fragen zu ihrem persönlichen Verständnis von nachhaltiger Entwicklung sowie ihrem Beitrag dazu.
 

nachhaltigkeit.at: Was ist Ihre ganz persönliche Definition von ´nachhaltiger Entwicklung´?
Karin Hartl-Hubmann: „Nachhaltigkeit bedeutet, wirtschaftlichen Erfolg, soziale Verträglichkeit und schonenden Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen miteinander zu verknüpfen.“
 

nachhaltigkeit.at: Angenommen, Sie als Filmregisseurin stünden vor der Aufgabe, nachhaltige Entwicklung durch eine(n) Schauspieler(in) zu verkörpern. Mit welcher/welchem Schauspielerin/Schauspieler würden Sie die Rolle besetzen?
Karin Hartl-Hubmann: „Mit einer Frau aus Afrika!“
 
 
nachhaltigkeit.at: Was ist die wichtigste Charaktereigenschaft, die ein(e) Nachhaltigkeitskoordinator(in) besitzen muss, um ihre/seine Tätigkeiten erfolgreich ausüben zu können?
Karin Hartl-Hubmann: „Begeisterungsfähigkeit, Überzeugungsvermögen gepaart mit Kooperations- und Konsensfähigkeit, einen langen Atem.“
 
 
nachhaltigkeit.at: Was war ihr größter Erfolg bzw. an welches Ereignis bei Ihrer Tätigkeit als Nachhaltigkeitskoordinatorin denken Sie gerne zurück?
Karin Hartl-Hubmann: „In jüngster Zeit die Fertigstellung des Tiroler Gemeindekataloges 2010/2011 mit 25 Angeboten für nachhaltige (Bewusstseins)Bildung in den Gemeinden.“
 
 
nachhaltigkeit.at: Wie tanken Sie Kraft für die „Mühen der Ebene“ bzw. was motiviert Sie „dran zu bleiben“?
Karin Hartl-Hubmann: „Kraft schöpfe ich aus der Freude an meiner Aufgabe. Motivation erfahre ich u. a. aus den bereichernden Begegnungen mit Gleichgesinnten und den kleinen Erfolgserlebnissen auf dem langen Weg der kleinen Schritte.“
 
 
nachhaltigkeit.at: Was sind Ihre Prioritäten in den nächsten 1 bis 3 Jahren?
Karin Hartl-Hubmann: „Der Aufbau eines Netzwerkes mit den AkteurInnen und MultiplikatorInnen der Nachhaltigkeit. Die Initiierung, Förderung und Unterstützung von Nachhaltigkeitsprojekten im Land.“
 
 
nachhaltigkeit.at: Wir schreiben das Jahr 2030. Welche Spuren wollen Sie mit Ihrem beruflichen Wirken hinterlassen haben?
Karin Hartl-Hubmann: „Das Leitkonzept der nachhaltigen Entwicklung hat seinen Einzug in alle Lebensbereiche gefunden. Die Menschen orientieren sich in all ihrem persönlichen und beruflichen Wirken daran (…frei nach Che Guevara: Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche).“
 
 
nachhaltigkeit.at: Wer hat Ihrer Meinung nach in Fragen der Nachhaltigkeit den größten Nachholbedarf? Die Gesellschaft, die Wirtschaft oder die Politik?
Karin Hartl-Hubmann: „Jede(r) einzelne von uns nach bestem Wissen und Können.“
 
 
nachhaltigkeit.at: Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt, dass es an nachhaltiger Entwicklung mangelt. Verstehen Sie die Krise als Chance bzw. Triebfeder für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung oder bremst sie diese? Warum?
Karin Hartl-Hubmann: „In Zeiten der Krise wird der Ruf nach (mehr) Nachhaltigkeit zurecht laut. Gleichzeitig wird die aktuelle Krisensituation als Argumentation für eine zeitliche Verschiebung (später….) oder Undurchführbarkeit (zu teuer….) missbraucht. Die Krise hat jedenfalls klar gezeigt, dass das eigene Umfeld nicht losgelöst von globalen Entwicklungen betrachtet werden kann.“
 
 
nachhaltigkeit.at: Rollentausch: Stellen Sie sich vor, Sie wären ab morgen Politikerin – was würden Sie als Erstes angehen?
Karin Hartl-Hubmann: „Mehr Unabhängigkeit von den Zwängen der Gesellschaft, Wirtschaft und Parteipolitik erlangen, sodass bestehende Notwendigkeiten über Parteigrenzen hinweg hinterfragt und aufgezeigte Lösungsstrategien angegangen werden können. Die Bevölkerung mehr als PartnerInnen in einem ständigen Beteiligungsprozess und weniger als WählerInnen verstehen.“
 
 
nachhaltigkeit.at: Wie sieht für Sie ein gutes Leben aus?
Karin Hartl-Hubmann: „Zufriedenheit: ich kann meine Bedürfnisse und Wünsche auf eine Weise erfüllen, die das auch meinem Kind ermöglicht.“
 
 
nachhaltigkeit.at: Was hebt Ihre Lebensqualität?
Karin Hartl-Hubmann: „Eine ausgewogene work-life balance!“
 
 
nachhaltigkeit.at: Womit verbringen Sie den größten Teil Ihrer Freizeit?
Karin Hartl-Hubmann: „Mit meiner Familie, Freunden und Bewegung in der freien Natur.“
 
 
nachhaltigkeit.at Was ist Ihr ganz persönlicher Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung unseres Landes/Ihrer Region?
Karin Hartl-Hubmann: „Ich habe kein Auto und benütze, wenn immer möglich, das Rad und die Öffis.“
 
 
nachhaltigkeit.at: Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder / für die nächste Generation?
Karin Hartl-Hubmann: „Weltfrieden und Lebensqualität für alle."

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Weitere Informationen zu den Mitgliedern der österreichischen NachhaltigkeitskoordinatorInnen Konferenz finden Sie hier.
 

20.09.2010, Nachhaltigkeit