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Brooklyn Grange Farm
Foto: Brooklyn Grange Fa...

Gemüse-Farmen auf den Hochhausdächern New Yorks

Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Verstädterung – Die Ernährungssicherheit der Weltbevölkerung ist immer stärker gefährdet. Nach Ansicht von Experten könnte „Skyfarming“, auch „vertikale Landwirtschaft“ genannt, hier für Entlastung sorgen.

Dabei werden landwirtschaftliche Anbauflächen in mehrstöckige Gewächshäuser oder auf Dachflächen in der Stadt verlagert.
 
Hintergrund solcher Überlegungen ist es, Alternativen zur herkömmlichen Landwirtschaft zu entwickeln: Die zunehmende Wüstenbildung in vielen Teilen der Welt macht wichtige Anbauflächen unbrauchbar, wodurch zudem die Bodenpreise steigen. Das Bevölkerungswachstum und die Verstädterung verschärfen die Situation: So schätzen die UN, dass die Nahrungsproduktion bis 2050 verdoppelt werden muss, um die bis dahin prognostizierte Zahl von etwa neun Milliarden Menschen (aktuell rund sieben Milliarden) ernähren zu können. Zwei Drittel von ihnen werden dann in Städten leben.

Die Idee des „Skyfarming“ geht zurück auf den Mikrobiologen Dickson Despommier, Professor für Umwelt und Gesundheit an der Columbia University in New York. „Landwirtschaft in Gebäude zu verlegen ist die beste Methode, Nahrungssicherheit zu gewährleisten“, so Despommier in einem Bericht der Schleswig Holsteinischen Zeitung (SHZ). Laut Despommier habe die vertikale Landwirtschaft zahlreiche Vorteile: So brauche sie 90 Prozent weniger Wasser als die herkömmliche Landwirtschaft, ermögliche ganzjährige Ernten, vermeide witterungsbedingte Ernteausfälle und benötige keine Pestizide, so dass Lebensmittel biologisch erzeugt werden könnten. Die frei werdenden Flächen auf dem Land könnten mit Wäldern bepflanzt werden, die dann ihren Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten. Der Lebensmittelanbau in der Stadt würde zudem lange Transportwege und die damit verbundenen Kosten vermeiden.
 
Öko-Paradeiser, frische Kräuter oder Erdäpfel: Gemüseanbau wird in New York derzeit groß geschrieben. Mit Farmen, die in den Himmel wachsen, wollen Wissenschaftler die Nahrungsversorgung in den Städten sichern.
Öko-Paradeiser, frische Kräuter oder Erdäpfel aus eigener Züchtung: Gemüseanbau wird in New York derzeit groß geschrieben. Und weil es in der Acht-Millionen-Metropole nicht so viel Platz gibt, weichen die urbanen Bauern eben aufs Dach aus. Mit 3.700 Quadratmetern ist das größte Dach-Anbaugebiet derzeit in Brooklyn zu finden. Damit dort alles gut wächst, musste die Erde per Kran in den sechsten Stock gehievt werden. Die Mitarbeiter jäten jetzt mit Blick auf die Skyline von Manhattan Unkraut. Die Erzeugnisse werden zum Beispiel an Restaurants in der Stadt verkauft.

Brooklyn Grange Farm
Foto: Brooklyn Grange Farm

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 

Brooklyn Grange Farm
In den USA stehen mehrere Projekte in den Startlöchern. Eines der wenigen im Umsetzung ist das Projekt Brooklyn Grange Farm. Der landwirtschaftliche Betrieb ist derzeit der größte auf den Dächern New Yorks. Es werden unterschiedlichste Pflanzen kultiviert - die Spanne reicht von Rüben bis zu Löwenzahn. Farmer Rob Lateiner sagte in einem Interview: "Es ist toll, vor etwa sechs Wochen gab es nichts hier oben, und jetzt gibt es das alles." Es mache Sinn aus jedem Blickwinkel. Alles sei lokal produziert, lokal geerntet und auch lokal verkauft. Die Ein-Hektar große Farm spare zusätzlich im Gebäude Energie, da das Dach nun extrem gut gegen Hitze und Kälte isoliert ist. Jedoch sei auch klar, dass die Stadt immer auf die ländlichen Bauern für den Großteil der Nahrung angewiesen sein wird und die Beziehung zwischen städtischen und ländlichen Gemeinden daher entsprechend gepflegt werden muss. Aber die Chance für die positiven Effekte, die mit Betrieben innerhalb der Stadtgrenzen durch die Nutzung des ungenutzten Dachraums enstehen, sollten ergriffen werden.

 
 
Mehr Infos finden Sie unter: http://brooklyngrangefarm.com/
 

 
 

11.08.2010, Nachhaltigkeit Home