Monatsthema 10/10: Die Arbeit der Zukunft ist grün
Noch vor wenigen Jahren wurde aktiv gelebter und politisch reglementierter Umweltschutz von vielen als Bedrohung für die Wirtschaft angesehen. Die Wirtschaftskrise und ein wachsendes Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung hat dieses Dogma in kurzer Zeit völlig auf den Kopf gestellt.
Umweltschutz ist vom Jobkiller zum Jobbringer mutiert und drang in den wirtschaftspolitischen Alltag ein.
Zahlreiche Maßnahmen, wie etwa das breite Spektrum an Info- und Bildungsangeboten zur Berufsorientierung und Qualifizierung im Green Jobs-Bereich und eine umfassende Förderungslandschaft, tragen dazu bei, dass Österreich im Umweltbereich internationales Vorbild ist. Doch so verheißungsvoll die Potentiale rund um „Green Jobs“ auch locken, so herausfordernd ist die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie der politischen VerantwortungsträgerInnen und der wirtschaftlichen Akteure.
Wir baten VertreterInnen von Unternehmen wie auch von NGOs und wirtschaftspolitische Initiativen ihre Meinung und Gedanken zum „grünen“ Weg darzulegen und zeigen die aktuelle Situation in Österreich auf.
Als Persönlichkeit des Monats interviewten wir Gunter Pauli, Autor von „The Blue Economy“ - der neue Bericht an den Club of Rome, welcher das visionäre Bild von 100 Millionen „Green Jobs“ in den nächsten 10 Jahren zeichnet.
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[1] Vom Jobkiller zum Jobbringer
Sie haben Einzug in den Medienalltag gehalten. Die Rede ist von den „Green Jobs“. Und wahrlich zu Recht, denn die Perspektive die sie aufzeigen ist von großer Bedeutung. „Green Jobs“ verdeutlichen die wirtschaftspolitische Wichtigkeit einer nachhaltigen Entwicklung. Das mag vor einiger Zeit noch wie ein Paradoxon geklungen haben, galt Umweltschutz doch oft als schwerer Klotz am Bein der österreichischen Wirtschaft. Oftmals hörte man VertreterInnen der Industrie klagen, die hohen Umweltschutzauflagen seien ein grober Wettbewerbsnachteil.
Dass diese – im Gegenteil – ein entscheidendes Fundament für unseren heutigen Vorsprung in Sachen Umwelttechnik waren, konnten sich damals nur wenige vorstellen. Im Jahre 2010 hat Österreich in der Sparte der „Clean Tech“ eine internationale Führungsrolle inne. Dies ist das Resultat jahrelanger Bemühungen um eine umweltverträgliche und ressourcenschonende Wirtschaft.
Eine Frage, die bei diesem Thema beinahe reflexartig aufkommt: Was sind „Green Jobs“ denn eigentlich? Denn um die notwendigen Maßnahmen zielgerecht bearbeiten zu können, ist eine Begriffsbestimmung wichtig. Auf EU-Ebene konnte eine gemeinsame Definition erarbeitet werden. Danach sind „Green Jobs“:
> Arbeitsplätze in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten <
Nach dieser breiten Definition sind – so hat die Statistik Austria 2008 erhoben - in Österreich derzeit rund 185.000 Personen in der Umweltwirtschaft tätig – besitzen also einen „Green Job“. Der gesamte Bereich (ohne Handel) setzt dabei ein Volumen von rund 30 Milliarden Euro um, was etwa 10,6 Prozent des österreichischen BIP entspricht.
Der Umweltbereich gehört zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftssektoren in Österreich und wird entsprechend stark gefördert. Alleine im Jahr 2010 werden vom Staat indirekt rund 760 Millionen Euro in Bereiche investiert, die „Green Jobs“ erzeugen. 271 Millionen fließen in Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, 200 Millionen in den Gewässerschutz, 40 Millionen in die Altlastensanierung und 250 Millionen in die österreichische Biolandwirtschaft. Auch wenn diese Investitionen keine Neu-Investitionen darstellen, die explizit zur Schaffung von „Green Jobs“ aufgestellt wurden, so zeigen sie aber, dass Österreich schon lange vor dem Schlagwort für die richtige – sprich zukunftsträchtige – Bereiche ein entsprechendes Investitionsbewusstsein entwickelt hatte.
Laut Informationen des Lebensministeriums plant Umweltminister Niki Berlakovich 100.000 neue „Green Jobs“ in nur 10 Jahren zu schaffen. Dieses Ziel ist entsprechend eng mit den österreichischen Erneuerbaren Energie- und Klimazielen verbunden, die eine Erhöhung des Anteils von erneuerbaren Energien von derzeit 28 Prozent auf 34 Prozent bis 2020 vorsehen. Das soll die CO2 Emissionen Österreichs um 16 Prozent reduzieren.
Allein das oben genannte Potential von 100.000 neuen Arbeitsplätzen untermauert die Wichtigkeit einer vertiefenden Thematisierung des Begriffes „Green Jobs“. Ein Potential, das es gilt weiter in den Köpfen der Menschen zu verankern.
Unbestritten ist, dass eine weitere Schärfung des Begriffes „Green Jobs“ wichtig ist. So kommen beispielsweise auch die VerfasserInnen des Endberichtes der im Auftrag des Lebensministeriums erstellten Studie „Qualifikation Green Jobs“ zum Befund, dass der Begriff zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer zu fassen sei und international verschiedene Definitionen verwendet werden. EUROSTAT bemüht sich in diesem Zusammenhang um eine Standardisierung, die nicht nur für die statistische Erhebung, sondern auch für den wirtschaftspolitischen Diskurs wichtig wäre.
So schreibt EUROSTAT „Green Jobs“ dem Bereich der umweltorientierten Produktion und Dienstleistungen zu und definiert diesen wie folgt:
> Der Umweltsektor besteht aus einer heterogenen Gruppe von Produzenten von Gütern, Technologien und Dienstleistungen, welcher sich über alle Wirtschaftsbereiche erstreckt. Umweltprodukte sollen Umweltschäden vermeiden oder zumindest vermindern, sie behandeln, messen und untersuchen. Ressourcenabbau soll durch ressourceneffiziente Güter, Technologien und Dienstleistungen weitgehend vermieden oder zumindest vermindert sowie gemessen, kontrolliert und untersucht werden <
Download: Der Endbericht zur Studie „Qualifikation Green Jobs“
Dass diese – im Gegenteil – ein entscheidendes Fundament für unseren heutigen Vorsprung in Sachen Umwelttechnik waren, konnten sich damals nur wenige vorstellen. Im Jahre 2010 hat Österreich in der Sparte der „Clean Tech“ eine internationale Führungsrolle inne. Dies ist das Resultat jahrelanger Bemühungen um eine umweltverträgliche und ressourcenschonende Wirtschaft.
Eine Frage, die bei diesem Thema beinahe reflexartig aufkommt: Was sind „Green Jobs“ denn eigentlich? Denn um die notwendigen Maßnahmen zielgerecht bearbeiten zu können, ist eine Begriffsbestimmung wichtig. Auf EU-Ebene konnte eine gemeinsame Definition erarbeitet werden. Danach sind „Green Jobs“:
> Arbeitsplätze in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten <
Nach dieser breiten Definition sind – so hat die Statistik Austria 2008 erhoben - in Österreich derzeit rund 185.000 Personen in der Umweltwirtschaft tätig – besitzen also einen „Green Job“. Der gesamte Bereich (ohne Handel) setzt dabei ein Volumen von rund 30 Milliarden Euro um, was etwa 10,6 Prozent des österreichischen BIP entspricht.
Der Umweltbereich gehört zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftssektoren in Österreich und wird entsprechend stark gefördert. Alleine im Jahr 2010 werden vom Staat indirekt rund 760 Millionen Euro in Bereiche investiert, die „Green Jobs“ erzeugen. 271 Millionen fließen in Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, 200 Millionen in den Gewässerschutz, 40 Millionen in die Altlastensanierung und 250 Millionen in die österreichische Biolandwirtschaft. Auch wenn diese Investitionen keine Neu-Investitionen darstellen, die explizit zur Schaffung von „Green Jobs“ aufgestellt wurden, so zeigen sie aber, dass Österreich schon lange vor dem Schlagwort für die richtige – sprich zukunftsträchtige – Bereiche ein entsprechendes Investitionsbewusstsein entwickelt hatte.
Laut Informationen des Lebensministeriums plant Umweltminister Niki Berlakovich 100.000 neue „Green Jobs“ in nur 10 Jahren zu schaffen. Dieses Ziel ist entsprechend eng mit den österreichischen Erneuerbaren Energie- und Klimazielen verbunden, die eine Erhöhung des Anteils von erneuerbaren Energien von derzeit 28 Prozent auf 34 Prozent bis 2020 vorsehen. Das soll die CO2 Emissionen Österreichs um 16 Prozent reduzieren.
Allein das oben genannte Potential von 100.000 neuen Arbeitsplätzen untermauert die Wichtigkeit einer vertiefenden Thematisierung des Begriffes „Green Jobs“. Ein Potential, das es gilt weiter in den Köpfen der Menschen zu verankern.
Unbestritten ist, dass eine weitere Schärfung des Begriffes „Green Jobs“ wichtig ist. So kommen beispielsweise auch die VerfasserInnen des Endberichtes der im Auftrag des Lebensministeriums erstellten Studie „Qualifikation Green Jobs“ zum Befund, dass der Begriff zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer zu fassen sei und international verschiedene Definitionen verwendet werden. EUROSTAT bemüht sich in diesem Zusammenhang um eine Standardisierung, die nicht nur für die statistische Erhebung, sondern auch für den wirtschaftspolitischen Diskurs wichtig wäre.
So schreibt EUROSTAT „Green Jobs“ dem Bereich der umweltorientierten Produktion und Dienstleistungen zu und definiert diesen wie folgt:
> Der Umweltsektor besteht aus einer heterogenen Gruppe von Produzenten von Gütern, Technologien und Dienstleistungen, welcher sich über alle Wirtschaftsbereiche erstreckt. Umweltprodukte sollen Umweltschäden vermeiden oder zumindest vermindern, sie behandeln, messen und untersuchen. Ressourcenabbau soll durch ressourceneffiziente Güter, Technologien und Dienstleistungen weitgehend vermieden oder zumindest vermindert sowie gemessen, kontrolliert und untersucht werden <
Download: Der Endbericht zur Studie „Qualifikation Green Jobs“
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[2] Beispiele für Initiativen, Programme & Maßnahmen zur Ausschöpfung des „green potentials“
[2] Beispiele für Initiativen, Programme & Maßnahmen zur Ausschöpfung des „green potentials“
Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die Situation in Österreich. Welche aktuellen Initiativen und wirtschaftspolitische Programme für „Green Jobs“ gibt es?
+ Masterplan Green Jobs
Herzstück aktueller politischer Aktivitäten ist der Masterplan Green Jobs, der am 7. Oktober 2010 von Umweltminister Niki Berlakovich und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl präsentiert wurde. Dieser baut auf dem Fundament der im Auftrag des Lebensministeriums durchgeführten Arbeiten der Statistik Austria zur Darstellung der Umsatz- und Beschäftigungspotentiale in der österreichischen Umweltwirtschaft auf. Die betreffenden Daten und zur Größe und Bedeutung des Umweltsektors wurden im Rahmen der Umweltgesamtrechnungen (UGR) erfasst und 2009 im Bericht „Umweltgesamtrechnungen - Modul Umweltorientierte Produktion und Dienstleistungen##quot## (EGSS, Pilotprojekt 2008) veröffentlicht.
Diesem Bericht zufolge wurde in Österreich mit dem Environmental Goods and Services Sector (EGSS) im Jahr 2008 ein Umweltumsatz von 29,8 Mrd. Euro erwirtschaftet. Knapp 163.000 Beschäftigte waren 2008 in der Umweltwirtschaft tätig. Zur Bedeutung des Umweltsektors ist dem Bericht Folgendes zu entnehmen:
Betrachtet man die relative Bedeutung des Umweltbereichs anhand des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und der Anzahl der Erwerbstätigen, so erreichte der Umweltumsatz 10,6% des österreichischen BIP (nominell) bzw. sind 4,2% der österreichischen Erwerbstätigen (Lebensunterhalts-Konzept) in der umweltorientierten Produktion und Dienstleistung tätig.
Die daraus resultierende Bedeutung des Sektors verlangte nach einer Bündelung von Maßnahmen, um deren Zukunftspotential vollends auszuschöpfen. Dies soll nun mit dem von Bundesminister Niki Berlakovich initiierten „Masterplan Green Jobs“ geschehen. Im engen Schulterschluss mit wichtigen PartnerInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung will er damit die Chancen und Vorteile für Österreich bestmöglich ausschöpfen und Synergien ermöglichen.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie im Auftrag des Lebensministeriums gibt erstmals auch Aufschluss über die regionale Verteilung der Green Jobs in Österreich. Mit den aktuellen Daten zum Umweltumsatz und den Umweltbeschäftigten in den Bundesländern möchte das Lebensministerium die Länder dabei unterstützen, ihre jeweiligen Stärken und Potenziale noch stärker zu nutzen.
Mit einem jährlichen Wachstum von 12 Prozent (Quelle) in Bezug auf Umsatz und Export ist die Umwelttechnikbranche gegenwärtig eine der am stärksten wachsenden Branchen in Österreich.
+ Masterplan Umwelttechnologie
Vor dem Hintergrund dieses dynamischen Wachstums und um diese positive Entwicklung langfristig zu stärken, wurde schon 2008 der „Masterplan Umwelttechnologie (MUT)“ erstellt. Gemeinsam mit dem Land Niederösterreich hat das Lebensministerium 30 leistungsstarke Maßnahmen zur Förderung der Umwelttechnologie vorgelegt.
www.masterplan-umwelttechnologie.at/
Eine weitere Initiative, die in die gleiche Richtung lenkt ist die ebenso vom Lebensministerium gestartete „Exportoffensive Umwelttechnologie“ in Kooperation mit der österreichischen Wirtschaftskammer. Diese unterstützt heimische Innovationsführer und Pioniere auf dem globalen Markt Fuß zu fassen und damit das Exportvolumen zu erhöhen. Mit 170 Unternehmen wurden 15 potentielle Exportländer besucht. Bei zirka 90 Prozent der teilnehmenden Unternehmen handelt es sich um kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Profitiert haben die Unternehmen vor allem durch zahlreiche neue Geschäftskontakte und von den durch das Networking erhaltenen zusätzlichen Informationen. Es wurden aber auch ganz konkrete Aufträge lukriert. Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen verzeichnet mehr als 10 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr.
www.exportinitiative.at/
+ Kompetenzzentrum für Umwelttechnologien - Austrian Clean Technology - ACT
Mit dem Verein Austrian Clean Technology – gegründet durch das Lebensministerium und der Wirtschaftskammer – steht der österreichischen Umwelttechnikbranche ein innovatives Informations- und Servicecenter zur Verfügung.
+ Masterplan Umwelttechnologie
Vor dem Hintergrund dieses dynamischen Wachstums und um diese positive Entwicklung langfristig zu stärken, wurde schon 2008 der „Masterplan Umwelttechnologie (MUT)“ erstellt. Gemeinsam mit dem Land Niederösterreich hat das Lebensministerium 30 leistungsstarke Maßnahmen zur Förderung der Umwelttechnologie vorgelegt.
www.masterplan-umwelttechnologie.at/
Eine weitere Initiative, die in die gleiche Richtung lenkt ist die ebenso vom Lebensministerium gestartete „Exportoffensive Umwelttechnologie“ in Kooperation mit der österreichischen Wirtschaftskammer. Diese unterstützt heimische Innovationsführer und Pioniere auf dem globalen Markt Fuß zu fassen und damit das Exportvolumen zu erhöhen. Mit 170 Unternehmen wurden 15 potentielle Exportländer besucht. Bei zirka 90 Prozent der teilnehmenden Unternehmen handelt es sich um kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Profitiert haben die Unternehmen vor allem durch zahlreiche neue Geschäftskontakte und von den durch das Networking erhaltenen zusätzlichen Informationen. Es wurden aber auch ganz konkrete Aufträge lukriert. Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen verzeichnet mehr als 10 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr.
www.exportinitiative.at/
+ Kompetenzzentrum für Umwelttechnologien - Austrian Clean Technology - ACT
Mit dem Verein Austrian Clean Technology – gegründet durch das Lebensministerium und der Wirtschaftskammer – steht der österreichischen Umwelttechnikbranche ein innovatives Informations- und Servicecenter zur Verfügung.
ACT fokussiert Promotion und Marketing der Leistungen der österreichischen Umwelt- und Energietechnologiebranche sowie Public Affairs Management. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Green Jobs wie etwa die Multiplikation, Initiierung, Entwicklung und Organisation von Ausbildungsprogrammen.
www.act-center.at/
+ Ecolinx
Gleich drei Ministerien (Lebens-, Technologie- und Wirtschaftsministerium) haben gemeinsam die Internet Plattform www.ecolinx.at ins Leben gerufen. Dabei werden die bestehenden Datenbanken des (1) Dachverband Energie-Klima, von (2) Eco World Styria, dem (3) Umwelttechnik-Cluster, der (4) WKO/AWO und (5) ACT virtuell zusammengeführt.
Diese Bündelung soll eine schnellere und einfachere Suche nach Kooperationspartner, Anbietern und Innovationsführern ermöglichen. Ein wichtiger Schritt, bei der rasanten Zunahme an Plattformen und der dort vorhandenen Informationsdichte.
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[3] Green Skills: Der grüne Markt verlangt neue Kompetenzen
[3] Green Skills: Der grüne Markt verlangt neue Kompetenzen
Mit dem Ziel von 100.000 neuen Green Jobs bis 2020 stellt sich unmittelbar eine zentrale Frage: Welche Qualifikationen und Kompetenzen sind für diese neuen Jobs notwendig? Fakt ist, dass wir in Österreich schon heute punktuell einen Mangel an Fachkräften haben. Als gutes Beispiel dient die oberösterreichische Firma Fronius (Solarelektronik, Batterieladesysteme), die am Standort Sattledt seit Beginn des Jahres 290 MitarbeiterInnen eingestellt hat und derzeit dringend nach weiteren 150 Arbeitskräften sucht.
Auch wenn ein großer Teil der Green Jobs nicht im hochqualifizierten Bereichen angesiedelt ist (z.B. im Bereich der Abfallentsorgung), so braucht es dennoch einen starken Schulterschluss zwischen den verschiedenen Akteuren, um den Innovationsstandort Österreich in Sachen Umwelttechnologie nicht durch einen Mangel an Fachkräften den Anschluss an die Weltspitze verlieren zu lassen.
Entsprechend hat man in Österreich bereits wichtige Schritte gesetzt, hier einige Beispiele:
+ Aus- und Weiterbildungsangebot im Programm Klima:aktiv
Auch wenn ein großer Teil der Green Jobs nicht im hochqualifizierten Bereichen angesiedelt ist (z.B. im Bereich der Abfallentsorgung), so braucht es dennoch einen starken Schulterschluss zwischen den verschiedenen Akteuren, um den Innovationsstandort Österreich in Sachen Umwelttechnologie nicht durch einen Mangel an Fachkräften den Anschluss an die Weltspitze verlieren zu lassen.
Entsprechend hat man in Österreich bereits wichtige Schritte gesetzt, hier einige Beispiele:
+ Aus- und Weiterbildungsangebot im Programm Klima:aktiv
So findet man auf der klima:aktiv Seite des Lebensministeriums ein umfangreiches Angebot an Lehrgängen und Ausbildungen, wie z.B. „Energie Autarkie Coaching“ oder „Mobilitätsberater“.
www.klimaaktiv.at
+ Internetplattform www.kursfinder.at
www.klimaaktiv.at
+ Internetplattform www.kursfinder.at
www.kursfinder.at ist eine Plattform für Aus- und Weiterbildung im Bereich Energie- und Umwelttechnik und gibt UnternehmerInnen, MitarbeiterInnen, Auszubildenden und StudentInnen einen Überblick über das gesamte Aus- und Weiterbildungsprogramm im Bereich der Energie- und Umwelttechnik. Zudem können Qualifizierungsanbieter ihre eigenen Fachangebote online stellen.
www.kursfinder.at
+ Infomappe „Berufsperspektive Umwelt – Green jobs“
Diese Publikation des Jugend-Umwelt-Netzwerks (JUNE) bietet Jugendlichen einen Überblick über das vielfältige Ausbildungsangebot und die Jobmöglichkeiten im Umweltbereich. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung junger Menschen in diesem zukunftsträchtigen Bereich. Zugleich erhalten die vorgestellten Ausbildungsstätten und Organisationen mit dieser Materialiensammlung eine Plattform um sich umweltinteressierten Jugendlichen zu präsentieren.
www.kursfinder.at
+ Infomappe „Berufsperspektive Umwelt – Green jobs“
Diese Publikation des Jugend-Umwelt-Netzwerks (JUNE) bietet Jugendlichen einen Überblick über das vielfältige Ausbildungsangebot und die Jobmöglichkeiten im Umweltbereich. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung junger Menschen in diesem zukunftsträchtigen Bereich. Zugleich erhalten die vorgestellten Ausbildungsstätten und Organisationen mit dieser Materialiensammlung eine Plattform um sich umweltinteressierten Jugendlichen zu präsentieren.
Download der Infomappe ##quot##Berufsperspektive Umwelt##quot##
Die oben skizzierten Entwicklungen stellen eine enorme Chance für den österreichischen Arbeitsmarkt dar. Es ist das Gebot der Stunde diese Chance mit vereinten Kräften zu nutzen. Gerade eine stärkere Bewusstseinsbildung auf der Seite der ArbeitnehmerInnen wird eine wichtige Aufgabe sein um eine starke Dynamik zu fördern.
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[4] Green Generation
[4] Green Generation
Auch wenn davon auszugehen ist, dass die Zahl der Anpassungsqualifizierungen bestehender Jobs an grünen Technologien die Zahl der neugeschaffenen Green Jobs um ein Vielfaches übertreffen wird, ist es von großer Wichtigkeit auch dort anzusetzen, wo die Fachkräfte von morgen zu finden sind: Bei der Jugend, in den Schulen und Universitäten.
Hier darf aber nun nicht das einseitige Bild einer allein auf umwelttechnologische Aspekte fokussierten Ausbildung aufkommen, denn wie eine aktuelle Studie des AMS (Soft und Hard Skills im alternativen Energiesektor; E. Heck u. B. Mosberger; Wien 2008) anführt, sind neben spezifischen Fachkenntnissen – gleichrangig – auch die Entwicklung von Soft Skills gefordert. Soziale Kompetenz aber auch klassisches betriebswirtschaftliches bzw. juristisches Know-how sind erforderlich.
Derzeit entfallen rund 70 Prozent der „grünen“ Ausbildungsangebote auf den universitären Bereich. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit eines steigenden Ausbildungsniveaus (Matura, Berufsreifeprüfung) für kommende Generationen.
Aber auch eine Attraktivierung der Lehrberufe wird eine zentrale Herausforderung darstellen, da selbst herausfordernde und zukunftssichere Lehrlingsstellen wie z.B. Ökoenergietechnik, auf derzeit noch wenig Interesse stoßen. Hier werden Imagekampagnen notwendig sein um die Jugendlichen für die neuen und noch unbekannten Arbeitsplätze zu begeistern.
+ Lehrgang „Umweltprojektmanagement und nachhaltige Entwicklung“
Neben Lehrberufen und universitären Angeboten sind auch Angebote von NGOs von großer Bedeutung. Sie haben das Potential Jugendliche sanft an die Thematik heranzuführen und zu begeistern.
Hervorzuheben ist hier der Lehrgang „Umweltprojektmanagement und nachhaltige Entwicklung (LUP)“ des Jugend-Umwelt-Netzwerk (JUNE). Dieser wird jedes Jahr für Interessierte ab 18 angeboten. Der LUP findet verteilt über ein Jahr in 5 Modulen statt. Jedes Modul dauert 4 Tage und ist im Besonderen durch Exkursionen, Teamwork und interaktive Vorträge von ExpertInnen aus der Praxis sowie dem JUNE-Team geprägt.
TeilnehmerInnen des Lehrganges sollen zu selbstbewussten MultiplikatorInnen im Bereich der Nachhaltigkeit werden. So umfangreich wie der Begriff der Nachhaltigkeit zu verstehen ist, so breit ist das Spektrum der Themen rund um Natur, Gesellschaft, Wirtschaft, Teamwork oder individuelle Möglichkeiten für jeden einzelnen. (Quelle: JUNE)
www.jugendumweltnetzwerk.at
Einen guten Überblick über grüne Ausbildungswege und Jobperspektiven gibt u.a. die Publikation „Berufsperspektive Umwelt – Green jobs“
+ Das Freiwillige Ökologische Jahr
Ebenso spannend ist das Freiwillige Ökologische Jahr, bei dem Jugendliche 10 Monate lang bei Umweltorganisationen und Biobauern im Ausland arbeiten können, wobei sie auch hier begleitend den oben erwähnen Lehrgang von JUNE absolvieren.
+ Umweltbaustellen
Nicht zu vergessen sind auch Angebote der alpinen Vereine wie z.B. dem Alpenverein. Dieser bietet Jugendlichen die Chance im Sommer auf Umweltbaustellen mitzuwirken und so Kontakt mit der sensiblen Flora und Fauna der Alpen zu bekommen. Dort beheben sie einen Umweltschaden oder leisten proaktiv einen konstruktiven Beitrag zu Natur- und Umweltschutz.
Weitere Infos: www.alpenverein.at
+ P.U.L.S Praktikum
Im Rahmen der P.U.L.S-Praktikum Pressearbeit übernehmen die PraktikantInnen die Pressearbeit für eine Umweltbaustelle oder ein Bergwaldprojekt des Alpenvereins und erhalten dafür ein Zertifikat des Lebensministeriums.
Weitere Infos: www.alpenverein.at
Es wird noch eine Menge an weiteren solcher Projekte und Angebote brauchen, um flächendeckend und in entsprechender Quantität Angebot für unsere Jugend zu schaffen. Gerade auch der Bereich der grünen Praktika und Diplomarbeiten birgt noch viel Potential.
+ Go EcoSocial
Und auch hier tut sich bereits etwas, so hat das Ökosoziale Studierendenforum mit „go EcoSocial“ eine Plattform für Diplom- und Masterarbeiten der Themenfelder Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltige Entwicklung gestartet. StudentInnen können im Themen-Pool nach ausgeschriebenen Masterarbeiten suchen und ein spannendes, richtungsweisendes Thema finden. Unternehmen, Organisationen und Institute können ihre Forschungsfragen auf dem Portal anbieten.
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[5] Öko-innovative Unternehmen als Arbeitgeber von Morgen
[5] Öko-innovative Unternehmen als Arbeitgeber von Morgen
Nach der wichtigen Evaluierung der aktuellen Situation in Österreich, ist es relevant, die Aufmerksamkeit auch auf eine weitere zentrale Fragestellung zu richten: Wer schafft die Green Jobs von morgen?
Denn spricht man von Green Jobs, dann spricht man automatisch von erfolgreichen Unternehmen. Aktuell gibt es wohl ausreichend Potential, bestehende Unternehmen im Wachstum – sprich bei Investitionen – zu fördern bzw. bei der Transformation hin zu einem ökoinnovativen Unternehmen zu begleiten. Dennoch muss rasch das Augenmerk auch auf den Bereich der Unternehmensgründungen gelegt werden. Denn dort finden wir die KMUs von morgen.
Knapp 30.000 Gründungen hat Österreich pro Jahr zu verbuchen. Es erscheint sinnvoll diese Gründergenerationen frühzeitig auf die unternehmerische Chance im Bereich von Cleantech, sprich die Chance in nachhaltigkeits-innovativen Bereichen, aufmerksam zu machen. Österreich weist eine besonders kleinteilige Wirtschaftsstruktur auf. Im Jahre 2007 zählte man stolze 78 Prozent aller österreichischen Unternehmen zu den Kleinbetrieben mit maximal 9 Angestellten.
Quelle: Statistik Austria; Hauptergebnisse der Leistungs- und Strukturstatistik 2007 nach Beschäftigtengrößenklassen; Wien 2008; PDF Download
Dennoch sind es gerade jene kleinen, hoch innovativen Gründungen, die bei dem dynamischen Wachstum der Ökoindustrie schon in wenigen Jahren eine Vielzahl an Green Jobs schaffen können. Entsprechend groß muss unser Interesse sein, Gründungen in diesem Bereich zu fördern. Dies kann über den weiteren Ausbau bestehender Initiativen und Förderprogramme geschehen.
+ Klima- und Energie Fonds
Wichtige Pionierarbeit leistet hierbei der Klima- und Energie Fonds. Er bietet eine Reihe von Förderprogrammen und ist ein Impulsgeber für klimarelevante und nachhaltige Energietechnologien. Es werden die Bereiche in den Bereiche Forschung und Entwicklung, Mobilität, Marktdurchdringung und Bewusstseinsbildung gestärkt.
+ Klima- und Energie Fonds
Wichtige Pionierarbeit leistet hierbei der Klima- und Energie Fonds. Er bietet eine Reihe von Förderprogrammen und ist ein Impulsgeber für klimarelevante und nachhaltige Energietechnologien. Es werden die Bereiche in den Bereiche Forschung und Entwicklung, Mobilität, Marktdurchdringung und Bewusstseinsbildung gestärkt.
Alle Infos unter www.klimafonds.gv.at
+ Nachhaltig Wirtschaften
Ebenso wichtige Impulswirkung hatten die Förderprogramme „Haus der Zukunft“, „Fabrik der Zukunft“ und „Energiesysteme der Zukunft“, die vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im Rahmen des Programms „Nachhaltig Wirtschaften“ initiiert wurden.
Ein noch laufendes Nachfolgeprogramm ist „Haus der Zukunft Plus“. Hier läuft aktuell noch eine Ausschreibung für Demonstrationsprojekte in Form von Plus-Energie-Gebäuden mit hoher Signal- und Multiplikationswirkung.
Weitere Infos: www.hausderzukunft.at
+ Neue Energien 2020
In die gleiche Richtung zielten die insgesamt 4 Ausschreibungen „NEUE ENERGIEN 2020“, ein Forschungs- und Technologieprogramm des oben genannten Klima- und Energiefonds. Die vierte und letzte Ausschreibung über 35 Millionen Euro endete Anfang September 2010.
+ Neue Energien 2020
In die gleiche Richtung zielten die insgesamt 4 Ausschreibungen „NEUE ENERGIEN 2020“, ein Forschungs- und Technologieprogramm des oben genannten Klima- und Energiefonds. Die vierte und letzte Ausschreibung über 35 Millionen Euro endete Anfang September 2010.
http://www.ffg.at/content.php?cid=821
+ WeissSee Initiative
Doch gerade im Bereich der Gründungsförderung bleibt ein großer Gestaltungsraum für weitere Initiativen und Projekte. Einen weiteren Beitrag dazu leistet die 2007 gestartete, private Initiative „WeissSee“, die am Erkennen von Nachhaltigkeit als Ideenquelle für innovative Startups arbeitet. Viermal jährlich können Startups ihre Ideen bei der IdeenLounge einer Fachjury vorstellen und dort auch auf potentielle InvestorInnen treffen.
+ WeissSee Initiative
Doch gerade im Bereich der Gründungsförderung bleibt ein großer Gestaltungsraum für weitere Initiativen und Projekte. Einen weiteren Beitrag dazu leistet die 2007 gestartete, private Initiative „WeissSee“, die am Erkennen von Nachhaltigkeit als Ideenquelle für innovative Startups arbeitet. Viermal jährlich können Startups ihre Ideen bei der IdeenLounge einer Fachjury vorstellen und dort auch auf potentielle InvestorInnen treffen.
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[6] Resümee
[6] Resümee
Die Zukunft der Arbeit ist grün. Österreich hat optimale Vorrausetzungen um im internationalen Wettkampf seine Position im Spitzenfeld zu verteidigen. Es sind die politischen Initiativen wie „Masterplan Umwelttechnologie“, welche wichtige Basisarbeit für die Gestaltung der richtigen Rahmenbedingungen leisten.
Der eingeschlagene Weg und die Bemühungen müssen trotz kritischer Stimmen in Bezug auf die Begrifflichkeit „Green Jobs“ unbeirrt weiter geführt und verstärkt werden. Der weitere Ausbau des Aus- und Weiterbildungsbereiches – im universitären wie auch im Lehrlingsbereich – muss im Vordergrund stehen, damit heutige Parade-Unternehmen wie Fronius, Griffner, GREENoneTec u.a. entsprechende Fachkräfte und MitarbeiterInnen finden können.
Österreich hat das Potential und das Know-how zum Silicon Valley der öko-innovativen Wirtschaft zu werden.
Autor: Hannes Offenbacher, Mehrblick
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11.10.2010, nachhaltigkeit.at


