Dialog des Monats 10/10: Die Arbeit der Zukunft ist grün
Perspektiven & Meinungen zum Monatsthema "Green Jobs" aus der Wirtschaft, wirtschaftspolitischen Institutionen, Verwaltung, NGOs und Jugendorganisationen.
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Mag. Alexandra Amerstorfer
Geschäftsführerin, Kommunalkredit Public Consulting GmbH
„Green Jobs“ – ein Schlagwort, das aktuell in der politischen Diskussion gerne und häufig verwendet wird, wenn es um Arbeitsplätze im Umwelt- und Klimaschutzbereich geht. „Green Jobs“ sind grundsätzlich nichts Neues. Es gibt sie schon lange – auch wenn sie nun unter einem neuen Namen zusammengefasst werden. Aber eines hat sich in den letzten Monaten deutlich gezeigt. Der Umwelttechnologiemarkt hat selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine positive Entwicklung gezeigt und sich damit als krisenfest bewiesen.
Auch wenn es keine einheitliche Definition von „Green Jobs“ gibt, schafft die aktuelle Diskussion Bewusstsein für das Wachstumspotenzial im Bereich umweltorientierter Produkte und Dienstleistungen. Österreich ist im Umwelttechnikbereich generell sehr gut aufgestellt, die Branche ist innovativ und exportorientiert. Diese gute Basis muss bestmöglich genutzt werden. Ganz wichtig ist dabei die Aus- und Weiterbildung. Diese muss mit der Entwicklung neuer Technologien Schritt halten und praxisorientiert sein. Ich bin auch davon überzeugt, dass wir in den nächsten Jahre neue Berufsbilder z.B. im Mobilitätsbereich sehen werden.
Gezielt eingesetzte Förderungen können begleitend wichtige Impulse setzen – sowohl in der Weiterentwicklung von Technologien als auch bei der Marktdurchdringung. Alleine die im Rahmen der Umweltförderung 2009 seitens des Umweltministeriums eingesetzten Förderungsmittel in den Bereichen Energieeffizienz, Thermische Sanierung, Erneuerbare Energieträger, Siedlungswasserwirtschaft und Altlastensanierung in Höhe von 396 Mio. Euro lösten Investitionen von knapp 2 Mrd. Euro aus.
Die damit erzielten Effekte waren enorm: 10,2 Mio. Tonnen vermiedene CO2-Emissionen, die konsequente Sanierung und Sicherung von Altlasten und die weitere Verbesserung der Abwasserentsorgung in Österreich. Und gleichzeitig wurden damit über alle Bereiche hinweg fast 25.000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert. Ein klarer Beweis, dass Umweltschutzmaßnahmen die Wertschöpfung ankurbeln und Green Jobs geschaffen werden. Dies zeigt ganz klar auf, dass Klima- und Umweltschutz zu den größten wirtschaftlichen Chancen für die österreichische Wirtschaft zählen.
Geschäftsführerin, Kommunalkredit Public Consulting GmbH
„Green Jobs“ – ein Schlagwort, das aktuell in der politischen Diskussion gerne und häufig verwendet wird, wenn es um Arbeitsplätze im Umwelt- und Klimaschutzbereich geht. „Green Jobs“ sind grundsätzlich nichts Neues. Es gibt sie schon lange – auch wenn sie nun unter einem neuen Namen zusammengefasst werden. Aber eines hat sich in den letzten Monaten deutlich gezeigt. Der Umwelttechnologiemarkt hat selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine positive Entwicklung gezeigt und sich damit als krisenfest bewiesen.
Auch wenn es keine einheitliche Definition von „Green Jobs“ gibt, schafft die aktuelle Diskussion Bewusstsein für das Wachstumspotenzial im Bereich umweltorientierter Produkte und Dienstleistungen. Österreich ist im Umwelttechnikbereich generell sehr gut aufgestellt, die Branche ist innovativ und exportorientiert. Diese gute Basis muss bestmöglich genutzt werden. Ganz wichtig ist dabei die Aus- und Weiterbildung. Diese muss mit der Entwicklung neuer Technologien Schritt halten und praxisorientiert sein. Ich bin auch davon überzeugt, dass wir in den nächsten Jahre neue Berufsbilder z.B. im Mobilitätsbereich sehen werden.
Gezielt eingesetzte Förderungen können begleitend wichtige Impulse setzen – sowohl in der Weiterentwicklung von Technologien als auch bei der Marktdurchdringung. Alleine die im Rahmen der Umweltförderung 2009 seitens des Umweltministeriums eingesetzten Förderungsmittel in den Bereichen Energieeffizienz, Thermische Sanierung, Erneuerbare Energieträger, Siedlungswasserwirtschaft und Altlastensanierung in Höhe von 396 Mio. Euro lösten Investitionen von knapp 2 Mrd. Euro aus.
Die damit erzielten Effekte waren enorm: 10,2 Mio. Tonnen vermiedene CO2-Emissionen, die konsequente Sanierung und Sicherung von Altlasten und die weitere Verbesserung der Abwasserentsorgung in Österreich. Und gleichzeitig wurden damit über alle Bereiche hinweg fast 25.000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert. Ein klarer Beweis, dass Umweltschutzmaßnahmen die Wertschöpfung ankurbeln und Green Jobs geschaffen werden. Dies zeigt ganz klar auf, dass Klima- und Umweltschutz zu den größten wirtschaftlichen Chancen für die österreichische Wirtschaft zählen.
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MMag. Peter J. Oswald
Präsident respACT und CEO Mondi Europe & International
„Going Green“ – mit Green Jobs zur nachhaltigen Zukunft
„Grüne Arbeitsplätze“ sind in aller Munde. Tatsächlich gibt es in Österreich ausgesprochen viele Unternehmen, die sich mit Umwelt- und Zukunftstechnologien erfolgreich am Markt positionieren. Gleichzeitig schaffen sie eine Vielzahl an Arbeitsplätzen und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Wirtschaftsbelebung. Auch international zeigt sich ein deutlicher Trend in Richtung „Green Business“: Das belegen rasch wachsende Technologiefelder, wie zum Beispiel Solartechnik und Windkraft.
Unterstützt wird dieser Ansatz durch die Europäische Kommission, die die Förderung eines Umweltbewusstseins als allgemeinen Bildungsbaustein unabhängig vom Bildungsniveau empfiehlt.
Sogenannte „Green Skills“ werden hier als fachübergreifende Kompetenzen gesehen, die schrittweise in alle Tätigkeitsfelder Eingang finden könnten. Die Definition für „Green Jobs“ im Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) umfasst daher nicht nur Öko-Industrien und ökologisch relevante Bereiche, sondern im Grunde alle Wirtschaftszweige. Alle Unternehmen sind also aufgerufen sich mit Herausforderungen wie Klimawandel, Armutsbekämpfung oder – etwas naheliegender – den Folgen der Wirtschaftskrise auseinander zu setzen.
Die Zukunft wird jenen Unternehmen gehören, die sich als Teil der Lösung globaler Herausforderungen verstehen und wirtschaftlich erfolgreiche Konzepte dafür anbieten können, die auch nachhaltig wirken. Dietrich Walter, Autor des erst kürzlich erschienenen Buches „Green Business“, beschreibt darin sehr praxisnah wie das „Going Green“ gelingen kann: Vernetzung von Ideen, Geld, Erfahrung und unternehmerische Aktivität für Nachhaltigkeit.
MMag. Peter J. Oswald
Präsident respACT und CEO Mondi Europe & International
„Going Green“ – mit Green Jobs zur nachhaltigen Zukunft
„Grüne Arbeitsplätze“ sind in aller Munde. Tatsächlich gibt es in Österreich ausgesprochen viele Unternehmen, die sich mit Umwelt- und Zukunftstechnologien erfolgreich am Markt positionieren. Gleichzeitig schaffen sie eine Vielzahl an Arbeitsplätzen und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Wirtschaftsbelebung. Auch international zeigt sich ein deutlicher Trend in Richtung „Green Business“: Das belegen rasch wachsende Technologiefelder, wie zum Beispiel Solartechnik und Windkraft.
Unterstützt wird dieser Ansatz durch die Europäische Kommission, die die Förderung eines Umweltbewusstseins als allgemeinen Bildungsbaustein unabhängig vom Bildungsniveau empfiehlt.
Sogenannte „Green Skills“ werden hier als fachübergreifende Kompetenzen gesehen, die schrittweise in alle Tätigkeitsfelder Eingang finden könnten. Die Definition für „Green Jobs“ im Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) umfasst daher nicht nur Öko-Industrien und ökologisch relevante Bereiche, sondern im Grunde alle Wirtschaftszweige. Alle Unternehmen sind also aufgerufen sich mit Herausforderungen wie Klimawandel, Armutsbekämpfung oder – etwas naheliegender – den Folgen der Wirtschaftskrise auseinander zu setzen.
Die Zukunft wird jenen Unternehmen gehören, die sich als Teil der Lösung globaler Herausforderungen verstehen und wirtschaftlich erfolgreiche Konzepte dafür anbieten können, die auch nachhaltig wirken. Dietrich Walter, Autor des erst kürzlich erschienenen Buches „Green Business“, beschreibt darin sehr praxisnah wie das „Going Green“ gelingen kann: Vernetzung von Ideen, Geld, Erfahrung und unternehmerische Aktivität für Nachhaltigkeit.
Ob die Arbeitsplätze in diesen Unternehmen dann besonders „ökologisch“ oder „sozial“ sind, wird dadurch zweitrangig. Sie werden nämlich vor allem eines sein: langfristig gesichert, da sie in zukunftsorientierten Unternehmen angesiedelt sind.
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Mag. Claudia Kinzl
Leitung, Jugend-Umwelt-Netzwerk
Der Arbeitsmarktbereich „Umweltwirtschaft“ soll besonders in Zeiten der Wirtschaftskrise Jugendlichen die Möglichkeit bieten, einen Job zu finden. Nach Angaben des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft könnten in diesem Bereich bis 2020 100.000 neue Stellen geschaffen werden. Der europaweit steigenden Jugendarbeitslosigkeit würde damit entgegengewirkt.
Im Rahmen der Erstellung der Infomappe „Berufsperspektive Umwelt“ durch das Jugend-Umwelt-Netzwerk wurde bei Jugendlichen eine Umfrage zum Thema „Green Jobs“ durchgeführt. Die Branchen Abfallwirtschaft und Umweltbildung bzw. NGO-Arbeit wurden dabei als die beliebtesten Bereiche bei der Job-Wahl der befragten Jugendlichen (Alter 16-24 Jahre) angegeben. Dabei ist aber anzumerken, dass zwar die Arbeitsplatzangebote in den Bereichen Abfallwirtschaft, Erneuerbare Energien und Umwelttechnik am Steigen sind, aber viele Jugendliche gerne in die beliebten Bereiche Umweltbildung bzw. NGO-Arbeit einsteigen würden. Viele Jobsuchende treffen hier jedoch auf wenige Arbeitsplätze. Mit einer Verbesserung der Situation ist laut Arbeitsmarktservice bis 2013 nicht zu rechnen. Es ist daher besonders wichtig, sich schon während der Ausbildung zu spezialisieren bzw. auch praktische Erfahrungen zu sammeln, um eine bessere Chance am Arbeitsmarkt zu bekommen.
Es sollte differenziert werden, wenn von zukunftsträchtigen „Green Jobs“ die Rede ist, da die Investitionen vor allem bei Erneuerbaren Energien und Ressourcenschonung getätigt werden. Nichtsdestotrotz möchte das Jugend-Umwelt-Netzwerk Jugendliche dazu motivieren, in allen Bereichen der „Umweltwirtschaft“ tätig zu werden. Die Vernetzung von Jugendlichen mit Organisationen und Firmen aus dem Umweltbereich ist ein erster Schritt dazu.
Mag. Claudia Kinzl
Leitung, Jugend-Umwelt-Netzwerk
Der Arbeitsmarktbereich „Umweltwirtschaft“ soll besonders in Zeiten der Wirtschaftskrise Jugendlichen die Möglichkeit bieten, einen Job zu finden. Nach Angaben des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft könnten in diesem Bereich bis 2020 100.000 neue Stellen geschaffen werden. Der europaweit steigenden Jugendarbeitslosigkeit würde damit entgegengewirkt.
Im Rahmen der Erstellung der Infomappe „Berufsperspektive Umwelt“ durch das Jugend-Umwelt-Netzwerk wurde bei Jugendlichen eine Umfrage zum Thema „Green Jobs“ durchgeführt. Die Branchen Abfallwirtschaft und Umweltbildung bzw. NGO-Arbeit wurden dabei als die beliebtesten Bereiche bei der Job-Wahl der befragten Jugendlichen (Alter 16-24 Jahre) angegeben. Dabei ist aber anzumerken, dass zwar die Arbeitsplatzangebote in den Bereichen Abfallwirtschaft, Erneuerbare Energien und Umwelttechnik am Steigen sind, aber viele Jugendliche gerne in die beliebten Bereiche Umweltbildung bzw. NGO-Arbeit einsteigen würden. Viele Jobsuchende treffen hier jedoch auf wenige Arbeitsplätze. Mit einer Verbesserung der Situation ist laut Arbeitsmarktservice bis 2013 nicht zu rechnen. Es ist daher besonders wichtig, sich schon während der Ausbildung zu spezialisieren bzw. auch praktische Erfahrungen zu sammeln, um eine bessere Chance am Arbeitsmarkt zu bekommen.
Es sollte differenziert werden, wenn von zukunftsträchtigen „Green Jobs“ die Rede ist, da die Investitionen vor allem bei Erneuerbaren Energien und Ressourcenschonung getätigt werden. Nichtsdestotrotz möchte das Jugend-Umwelt-Netzwerk Jugendliche dazu motivieren, in allen Bereichen der „Umweltwirtschaft“ tätig zu werden. Die Vernetzung von Jugendlichen mit Organisationen und Firmen aus dem Umweltbereich ist ein erster Schritt dazu.
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Mag. (FH) DI Markus Piringer
Geschäftsführung, Ökobüro
Aufgrund aktueller Krisenerscheinungen wie Wirtschaftskrise, Klimakrise oder der Endlichkeit fossiler Rohstoffe müssen Maßnahmen getroffen werden, welche aktuelle oder bevorstehende Probleme zu lösen in der Lage sind. Ein Wandel unseres Wirtschaftens hin zu einer ökologischen Verträglichkeit ist dabei ein zentraler Hebel.
Bisher stand Umweltschutz im Ruf, ein „Jobkiller“ zu sein. Dieses Vorurteil lässt sich nicht erhärten - im Gegenteil: umweltfreundliche Investitionen schaffen mehr Arbeitsplätze als energie- und rohstoffintensive Investitionen. Das konnte inzwischen in zahlreichen Studien in Europa belegt werden. Dieser Imagewechsel des Umweltschutzes ist die positive Kernbotschaft, welche aus der „green jobs“-Debatte bisher abgeleitet werden kann.
Weiters ist zu hoffen, dass in den Bereichen der Bildung, Berufsausbildung und Qualifizierung umweltrelevantes Know-How in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Und natürlich müssen politische Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz, zum ökologisch verträglichen Ausbau erneuerbarerer Energien und zum Erhalt der Biodiversität gesetzt werden - und so die politischen Vorsätze auch realisiert werden.
Bisher lässt sich eine Steigerung von green jobs in Österreich laut AMS-Qualifikationsbarometer nicht belegen. Durch drohende Kürzungen von umweltrelevanten Förderungen und auch durch die Tatsache, dass Spenden für Umweltorganisationen nicht von der Steuer absetzbar sind (im Gegensatz zu Spenden für „mildtätige“ Organisationen), droht nun ein Ausbau von green jobs weiter behindert zu werden.
Es gilt zudem zu verhindern, dass unter dem Deckmantel des Umweltschutzes eine Wirtschaftsförderung betrieben wird, welche nicht zu einer tatsächlichen Ökologisierung unserer Volkswirtschaft führt. Die Messlatten, an welchen eine Politik zur Schaffung von green jobs gemessen werden muss, sind daher die Resultate in Sachen Klimaschutz und Biodiversität.
In diesem Zusammenhang stellt sich für Umweltorganisationen die Frage, inwieweit sich green jobs als Indikator für einen strukturellen Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit eignen. Arbeitsplätze, die nach EGSS zu green jobs zählen, können auch ökologisch zerstörerische Auswirkungen haben. Beschäftigte, die im Bereich der Wasserkraft tätig sind, zählen in den Statistiken zu green jobs unabhängig davon, ob durch die Wasserkraftwerke, an deren Errichtung sie arbeiten, zu einer ökologischen Zerstörung beitragen oder nicht. Eine differenziertere Sichtweise ist über quantitative Statistiken kaum möglich.
Es ist sinnvoll und gerechtfertigt, die positive Beschäftigungswirkung umweltpolitischer Maßnahmen darzustellen. Green jobs sollen allerdings das Ergebnis einer ökologisch wirkungsvollen Politik sein. Der Fokus auf die Schaffung von Arbeitsplätzen darf nicht dazu führen, dass durch politische Maßnahmen und statistische Berechnungsmethoden grüne Arbeitsplätze auf dem Papier geschaffen werden, ohne dabei einen strukturellen Wandel hin zu einer zukunftsfähigeren Gesellschaft zu erwirken.
Mag. (FH) DI Markus Piringer
Geschäftsführung, Ökobüro
Aufgrund aktueller Krisenerscheinungen wie Wirtschaftskrise, Klimakrise oder der Endlichkeit fossiler Rohstoffe müssen Maßnahmen getroffen werden, welche aktuelle oder bevorstehende Probleme zu lösen in der Lage sind. Ein Wandel unseres Wirtschaftens hin zu einer ökologischen Verträglichkeit ist dabei ein zentraler Hebel.
Bisher stand Umweltschutz im Ruf, ein „Jobkiller“ zu sein. Dieses Vorurteil lässt sich nicht erhärten - im Gegenteil: umweltfreundliche Investitionen schaffen mehr Arbeitsplätze als energie- und rohstoffintensive Investitionen. Das konnte inzwischen in zahlreichen Studien in Europa belegt werden. Dieser Imagewechsel des Umweltschutzes ist die positive Kernbotschaft, welche aus der „green jobs“-Debatte bisher abgeleitet werden kann.
Weiters ist zu hoffen, dass in den Bereichen der Bildung, Berufsausbildung und Qualifizierung umweltrelevantes Know-How in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Und natürlich müssen politische Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz, zum ökologisch verträglichen Ausbau erneuerbarerer Energien und zum Erhalt der Biodiversität gesetzt werden - und so die politischen Vorsätze auch realisiert werden.
Bisher lässt sich eine Steigerung von green jobs in Österreich laut AMS-Qualifikationsbarometer nicht belegen. Durch drohende Kürzungen von umweltrelevanten Förderungen und auch durch die Tatsache, dass Spenden für Umweltorganisationen nicht von der Steuer absetzbar sind (im Gegensatz zu Spenden für „mildtätige“ Organisationen), droht nun ein Ausbau von green jobs weiter behindert zu werden.
Es gilt zudem zu verhindern, dass unter dem Deckmantel des Umweltschutzes eine Wirtschaftsförderung betrieben wird, welche nicht zu einer tatsächlichen Ökologisierung unserer Volkswirtschaft führt. Die Messlatten, an welchen eine Politik zur Schaffung von green jobs gemessen werden muss, sind daher die Resultate in Sachen Klimaschutz und Biodiversität.
In diesem Zusammenhang stellt sich für Umweltorganisationen die Frage, inwieweit sich green jobs als Indikator für einen strukturellen Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit eignen. Arbeitsplätze, die nach EGSS zu green jobs zählen, können auch ökologisch zerstörerische Auswirkungen haben. Beschäftigte, die im Bereich der Wasserkraft tätig sind, zählen in den Statistiken zu green jobs unabhängig davon, ob durch die Wasserkraftwerke, an deren Errichtung sie arbeiten, zu einer ökologischen Zerstörung beitragen oder nicht. Eine differenziertere Sichtweise ist über quantitative Statistiken kaum möglich.
Es ist sinnvoll und gerechtfertigt, die positive Beschäftigungswirkung umweltpolitischer Maßnahmen darzustellen. Green jobs sollen allerdings das Ergebnis einer ökologisch wirkungsvollen Politik sein. Der Fokus auf die Schaffung von Arbeitsplätzen darf nicht dazu führen, dass durch politische Maßnahmen und statistische Berechnungsmethoden grüne Arbeitsplätze auf dem Papier geschaffen werden, ohne dabei einen strukturellen Wandel hin zu einer zukunftsfähigeren Gesellschaft zu erwirken.
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Dr. Angela Köppl
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Umwelt, Landwirtschaft und Energie, WIFO
Das Thema "green jobs" wird auf unterschiedlichen nationalen und internationalen Ebenen aufgegriffen. Die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise gepaart mit dem Bestreben dem Klimawandel und anderen Umweltproblemen entgegenzuwirken, haben den Blickwinkel auf erforderliche strukturelle Veränderungen und das Potential von "green jobs" gerichtet. Dem (wirtschafts-)politischem Interesse an diesem Thema steht die schwierige Abgrenzung von "green jobs" entgegen, da die umweltbezogene Produktion von Gütern und Dienstleistungen und die damit einhergehende Beschäftigung aus den offiziellen Wirtschafts- und Beschäftigungsstatistiken nicht abgelesen werden kann. Dies resultiert aus dem Umstand, dass es sich hierbei um eine Querschnittsmaterie handelt. Die Definition von Eurostat der "Environmental Goods and Services Industry" fußt auf einer sehr breiten Definition und bildet einen heterogenen Bereich ab, der Dienstleistungen der Abfallwirtschaft ebenso umfasst wie die Produktion von spezifischen Umwelttechnologien, die sich in unterschiedlichen Sektoren der Wirtschaftsstatistiken wiederfinden.
Das Wifo hat seit Mitte der 1990er Jahre mehrere Studien zur Bedeutung der österreichischen Umwelttechnikindustrie durchgeführt. Darin wurde das Segment der Produktion von Umwelttechnologien auf Basis von Unternehmensbefragungen detailliert untersucht. Über einen Zeitraum von knapp fünfzehn Jahren zeigt die Umwelttechnikbranche in Österreich eine sehr dynamische Entwicklung. Für die Wirtschaftsindikatoren Umsatz, Beschäftigung und Exporte zeichnet sich in der Periode 1993 bis 2007 ein deutlicher positiver Trend ab. Der Um¬satz hat sich in der betrachteten Periode nahezu vervierfacht (von 1,5 Mrd. € auf rund 6 Mrd. €), die Exporte sind zwischen 1997 (1,5 Mrd. €) und 2007 (3,9 Mrd. €) um mehr als das Zweieinhalbfache gestiegen. Die Beschäftigung in der Umwelttechnikbranche hat sich seit der ersten Untersuchung verdoppelt (von 11.000 Beschäftigten auf 22.000 Beschäftigte).
Ausgehend von der Entwicklung von Lösungen für nationale und lokale Umweltprobleme haben sich die Aktivitäten der Branche immer stärker auf internationale Märkte verlagert. Mitte der 1990er Jahre wurden etwa 50% des Umsatzes mit österreichischen Umwelttech¬nologien auf ausländischen Märkten erzielt, bis 2007 ist dieser Anteil auf zwei Drittel gestiegen.
Die österreichische Umwelttechnikindustrie zeichnet sich durch einen Strukturwandel über die Zeit aus. Dieser drückt sich in der immer größeren Bedeutung von sauberen Technologien im österreichischen Angebot an Umwelttechnologien aus. Besonderes Gewicht in diesem Seg¬ment haben saubere Energietechnologien. Die weiteren Entwicklungschancen für diese Be¬reiche und damit auch von "green jobs" werden nicht zuletzt von der Art und Umsetzung ambitionierter energie- und klimapolitischer Ziele abhängen.
Die in den vergangenen 15 Jahren dokumentierte günstige Entwicklung der österreichischen Umwelttechnikindustrie wirft die Frage zukünftiger Entwicklungspfade auf. Die Datenlage erschwert eine Prognose über die wahrscheinliche Entwicklung der Umwelttechnikproduktion, weil diese – wie angesprochen – in wesentlichen Punkten von Maßnahmen im Bereich der Umwelt-, Energie- aber auch Forschungspolitik abhängt.
Dr. Angela Köppl
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Umwelt, Landwirtschaft und Energie, WIFO
Das Thema "green jobs" wird auf unterschiedlichen nationalen und internationalen Ebenen aufgegriffen. Die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise gepaart mit dem Bestreben dem Klimawandel und anderen Umweltproblemen entgegenzuwirken, haben den Blickwinkel auf erforderliche strukturelle Veränderungen und das Potential von "green jobs" gerichtet. Dem (wirtschafts-)politischem Interesse an diesem Thema steht die schwierige Abgrenzung von "green jobs" entgegen, da die umweltbezogene Produktion von Gütern und Dienstleistungen und die damit einhergehende Beschäftigung aus den offiziellen Wirtschafts- und Beschäftigungsstatistiken nicht abgelesen werden kann. Dies resultiert aus dem Umstand, dass es sich hierbei um eine Querschnittsmaterie handelt. Die Definition von Eurostat der "Environmental Goods and Services Industry" fußt auf einer sehr breiten Definition und bildet einen heterogenen Bereich ab, der Dienstleistungen der Abfallwirtschaft ebenso umfasst wie die Produktion von spezifischen Umwelttechnologien, die sich in unterschiedlichen Sektoren der Wirtschaftsstatistiken wiederfinden.
Das Wifo hat seit Mitte der 1990er Jahre mehrere Studien zur Bedeutung der österreichischen Umwelttechnikindustrie durchgeführt. Darin wurde das Segment der Produktion von Umwelttechnologien auf Basis von Unternehmensbefragungen detailliert untersucht. Über einen Zeitraum von knapp fünfzehn Jahren zeigt die Umwelttechnikbranche in Österreich eine sehr dynamische Entwicklung. Für die Wirtschaftsindikatoren Umsatz, Beschäftigung und Exporte zeichnet sich in der Periode 1993 bis 2007 ein deutlicher positiver Trend ab. Der Um¬satz hat sich in der betrachteten Periode nahezu vervierfacht (von 1,5 Mrd. € auf rund 6 Mrd. €), die Exporte sind zwischen 1997 (1,5 Mrd. €) und 2007 (3,9 Mrd. €) um mehr als das Zweieinhalbfache gestiegen. Die Beschäftigung in der Umwelttechnikbranche hat sich seit der ersten Untersuchung verdoppelt (von 11.000 Beschäftigten auf 22.000 Beschäftigte).
Ausgehend von der Entwicklung von Lösungen für nationale und lokale Umweltprobleme haben sich die Aktivitäten der Branche immer stärker auf internationale Märkte verlagert. Mitte der 1990er Jahre wurden etwa 50% des Umsatzes mit österreichischen Umwelttech¬nologien auf ausländischen Märkten erzielt, bis 2007 ist dieser Anteil auf zwei Drittel gestiegen.
Die österreichische Umwelttechnikindustrie zeichnet sich durch einen Strukturwandel über die Zeit aus. Dieser drückt sich in der immer größeren Bedeutung von sauberen Technologien im österreichischen Angebot an Umwelttechnologien aus. Besonderes Gewicht in diesem Seg¬ment haben saubere Energietechnologien. Die weiteren Entwicklungschancen für diese Be¬reiche und damit auch von "green jobs" werden nicht zuletzt von der Art und Umsetzung ambitionierter energie- und klimapolitischer Ziele abhängen.
Die in den vergangenen 15 Jahren dokumentierte günstige Entwicklung der österreichischen Umwelttechnikindustrie wirft die Frage zukünftiger Entwicklungspfade auf. Die Datenlage erschwert eine Prognose über die wahrscheinliche Entwicklung der Umwelttechnikproduktion, weil diese – wie angesprochen – in wesentlichen Punkten von Maßnahmen im Bereich der Umwelt-, Energie- aber auch Forschungspolitik abhängt.
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MRin Dr.in Martina Schuster
Leiterin Abteilung Umweltökonomie und Energie des Lebensministeriums
Der Zustand der Umwelt und die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen das Leben der Menschen. Wirtschaftliche und ökologische Interessen werden oftmals noch immer als unvereinbar angesehen. Die Entwicklung der Green Jobs zeigt, dass es möglich ist, beide Interessen zu verfolgen.
In vielen Bereichen des Umwelt- und Klimaschutzes besteht Handlungsbedarf. Klimaschutz, Schutz der Biodiversität, Reduktion des Verbrauchs von Ressourcen sind nur einige der großen Herausforderungen, vor denen wir stehen – und die als Chance gesehen werden müssen.
Der Umweltsektor erwirtschaftet in Österreich einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro pro Jahr und beschäftigt rund 185.000 Personen. Dies entspricht etwas 4,2% aller Erwerbstätigen in Österreich. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Umwelt- und Ressourcenschutz ein bedeutender Teil der Wirtschaft ist.
Diese Sektoren sind in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Die Umwelttechnikindustrie konnte in den letzten Jahren jährliche Wachstumsraten von 12% ausweisen. Aufgrund der erwähnten Umwelt-Herausforderungen werden diese Sektoren auch weiterhin an Bedeutung gewinnen. Schätzungen von Roland Berger Strategy Consulting zufolge wird das Marktvolumen für umweltfreundliche Güter und Dienstleistungen weltweit von derzeit rund 1 Billion auf 2.2 Billionen $ bis 2020 ansteigen. Österreich muss es gelingen, sich hier Marktanteile zu sichern. Die hohe Innovationskraft der österreichischen Unternehmen stellt hierfür eine gute Ausgangslage dar.
Bundesminister Berlakovich hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 die Anzahl der Green Jobs um 50 Prozent zu steigern – das sind rund 100.000 Green Jobs. Hierzu wurde in den letzten Monaten der Masterplan Green Jobs erarbeitet – eine Initialzündung für eine Vielzahl von Aktivitäten, mit deren Umsetzung ein wesentlicher Beitrag zur positiven gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und umweltbezogenen Entwicklung Österreichs geleistet werden soll.
Nachdem eine Hebung des Green Job-Potenzials in Österreich nur durch eine gemeinsame Anstrengung von Ministerien, Ländern, Interessenvertretungen, Unternehmen und anderen Akteuren möglich ist, wurden diese aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden. ExpertInnen aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Verwaltung, Interessenvertretungen, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sowie Forschungseinrichtungen waren aktiv an der Erstellung des Masterplan Green Jobs beteiligt.
Durch die Diskussion um die Green Jobs wird deutlich: Wirtschaftlicher Wohlstand, Arbeitsplätze, Investitionen und Konsum können im Dienste des Umwelt- und Ressourcenschutzes stehen. Sollte der Erhalt unserer Umwelt für alle zukünftigen Generationen nicht Anreiz genug für engagiertes Handeln sein, so sind die positiven wirtschaftlichen Effekte, die damit verbunden sind, ein weiteres gewichtiges Argument, den Umwelt und Ressourcenschutz ambitioniert voranzutreiben.
MRin Dr.in Martina Schuster
Leiterin Abteilung Umweltökonomie und Energie des Lebensministeriums
Der Zustand der Umwelt und die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen das Leben der Menschen. Wirtschaftliche und ökologische Interessen werden oftmals noch immer als unvereinbar angesehen. Die Entwicklung der Green Jobs zeigt, dass es möglich ist, beide Interessen zu verfolgen.
In vielen Bereichen des Umwelt- und Klimaschutzes besteht Handlungsbedarf. Klimaschutz, Schutz der Biodiversität, Reduktion des Verbrauchs von Ressourcen sind nur einige der großen Herausforderungen, vor denen wir stehen – und die als Chance gesehen werden müssen.
Der Umweltsektor erwirtschaftet in Österreich einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro pro Jahr und beschäftigt rund 185.000 Personen. Dies entspricht etwas 4,2% aller Erwerbstätigen in Österreich. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Umwelt- und Ressourcenschutz ein bedeutender Teil der Wirtschaft ist.
Diese Sektoren sind in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Die Umwelttechnikindustrie konnte in den letzten Jahren jährliche Wachstumsraten von 12% ausweisen. Aufgrund der erwähnten Umwelt-Herausforderungen werden diese Sektoren auch weiterhin an Bedeutung gewinnen. Schätzungen von Roland Berger Strategy Consulting zufolge wird das Marktvolumen für umweltfreundliche Güter und Dienstleistungen weltweit von derzeit rund 1 Billion auf 2.2 Billionen $ bis 2020 ansteigen. Österreich muss es gelingen, sich hier Marktanteile zu sichern. Die hohe Innovationskraft der österreichischen Unternehmen stellt hierfür eine gute Ausgangslage dar.
Bundesminister Berlakovich hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 die Anzahl der Green Jobs um 50 Prozent zu steigern – das sind rund 100.000 Green Jobs. Hierzu wurde in den letzten Monaten der Masterplan Green Jobs erarbeitet – eine Initialzündung für eine Vielzahl von Aktivitäten, mit deren Umsetzung ein wesentlicher Beitrag zur positiven gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und umweltbezogenen Entwicklung Österreichs geleistet werden soll.
Nachdem eine Hebung des Green Job-Potenzials in Österreich nur durch eine gemeinsame Anstrengung von Ministerien, Ländern, Interessenvertretungen, Unternehmen und anderen Akteuren möglich ist, wurden diese aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden. ExpertInnen aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Verwaltung, Interessenvertretungen, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sowie Forschungseinrichtungen waren aktiv an der Erstellung des Masterplan Green Jobs beteiligt.
Durch die Diskussion um die Green Jobs wird deutlich: Wirtschaftlicher Wohlstand, Arbeitsplätze, Investitionen und Konsum können im Dienste des Umwelt- und Ressourcenschutzes stehen. Sollte der Erhalt unserer Umwelt für alle zukünftigen Generationen nicht Anreiz genug für engagiertes Handeln sein, so sind die positiven wirtschaftlichen Effekte, die damit verbunden sind, ein weiteres gewichtiges Argument, den Umwelt und Ressourcenschutz ambitioniert voranzutreiben.
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21.10.2010, nachhaltigkeit.at







