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Dialog des Monats 11/10

Für das Monatsthema November fragten wir Personen, die auf verschiedene Arten mit zivilgesellschaftlichem Engagement zu tun haben, um ihre Meinung.

 
Valentina Abita
Foto: Vale...
Valentina Abita, CEDAG European council for non-profit organisations 

 
“Impact of the civil society on sustainable development” 
 
In the past years, the pursuit of economic prosperity at European level has placed enormous emphasis on competitiveness and deregulation. This trend, underpinned by the past Lisbon strategy, proved to be a poor safeguard against environmental degradation and increasing social inequalities, both of which have continued to rise. The lesson which has been drawn is the need to move away from “business as usual” and to put Europe back on track by adopting a different model of economic growth.
 
This different approach should consider environmental, social and economic concerns not as separate but as closely interlinked issues. As a result, all these concerns should be mainstreamed into all policy-making in view of creating sustainable communities which can manage and use resources efficiently, to ensure prosperity, environmental protection and social cohesion. Adopting the right course of action will require the engagement of all the actors of society. It is a shared responsibility of the society as a whole.
 
Civil society will play a key role in driving this change. Civil society organisations (CSOs) are able to devise innovative solutions for ecological and social challenges thanks to their expertise acquired by work directly with people and groups on the ground.
A stronger participation of CSOs in European and national policy-making processes can significantly contribute to the development of policies that meet these challenges. This in turn might bring an enormous positive effect on society in terms of better governance and cohesion, which are key elements for sustainable development.
CEDAG has a longstanding expertise in promoting a better decision making process with citizens and communities to set priorities implement and evaluate projects, including all the ‘hard-to-reach’ communities. Its vision is to contribute to the building of a more inclusive and active society and to the development of policies that meet citizens’ needs.
 
CEDAG is also one of the organizations active in the Spring Alliance, a European movement created in 2009 in order to change the strategic thinking of Europe and put the planet and people at the heart of the policy-making. The idea is to make a transition towards a new economic strategy investing in people, eco-efficient innovation, social cohesion and environment.
 
The new strategy for growth and employment adopted by the European Council in March 2010, have showed some positive achievements in comparison to the past, focusing on three main priorities, namely sustainable, smart and inclusive growth and recognising the importance of resource efficiency and of reducing social inequalities.
However, despite the positive aspects, the strategy still lacks more specific targets and actions to implement the objectives. The engagement of all the actors concerned and in particular of civil society in the implementation of this strategy should be therefore enhanced in order to deliver the best common results. Member States have started in autumn to draft the National Reform programmes to translate the Lisbon strategy at national level. This is a crucial moment to seize for facilitating a bottom-up process in several European countries leading to the building of a sustainable society. 
 
 
Kriemhild Büchel-Kapeller
Foto: Kriem...
Dr. Kriemhild Büchel-Kapeller, Leiterin Fachbereich Sozialkapital, Büro für Zukunftsfragen (ZuB)
 
 
„Die da oben und die da unten“ oder „Die Kraft des Miteinanders“
Nachhaltigkeit – Sozialkapital – zivilgesellschaftliches Engagement 
 
Gleich vorweg: Die Herausforderungen unserer Zeit (Stichworte: Klimawandel, Migration und Integration, demografischer Wandel, Pensionssicherung, Gesundheits- und Bildungsreform, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung -> mir wird schon „schwindelig“, wenn ich die Worte nur niederschreibe) sind so groß, dass wir diese nur gemeinsam und im Miteinander werden lösen können.
Und dieses Miteinander ist der Ort, an dem der gesellschaftliche Kitt (Sozialkapital) gedeiht: Wo der Staat nicht reguliert und der Markt nicht aus Gewinnmaximierung um jeden Preis besteht, dort ist das Biotop der eigenverantwortlich engagierten Menschen und Gruppen. Dort werden in fast allen Lebensbereichen Dienstleistungen und WERT-schöpfung erbracht, die weder die Wirtschaft noch die öffentliche Hand zur Verfügung stellen können. Und die weder per Gesetz noch mit Fördergeldern verordnet werden können, nämlich ein positives Beziehungsklima zwischen den Menschen. So hat Nachhaltigkeit auch eine starke soziale Basis und lebt vom vorhandenen positiven Sozialkapital. Nur im Miteinander und bei gegenseitigem Vertrauen können neue Lösungsansätze entwickelt, erprobt und gelebt werden. Und diese neuen Lösungsansätze sind auch dringend notwendig: Denn wir können nicht mit den Methoden von gestern die Herausforderungen von heute und die Probleme von morgen lösen.
Dabei ist gerade das „bonding“ und „bridging“ des Sozialkapitals so wichtig. Wir brauchen beides, die Verbundenheit mit Gleichgesinnten (bonding) und gleichzeitig der Blick über den eigenen Tellerrand für mehr Achtung und Toleranz dem anderen gegenüber (bridging); wo wir unseren eigenen Horizont erweitern und offen werden für Neues.
Oft geht es bei diesem zivilgesellschaftlichen Engagement auch nicht um Konkurrenz und Verdrängungswettbewerb und auch nicht um die Maxime des noch schneller, noch besser und stärker zu sein als der/die andere, sondern das Miteinander und die Eigenverantwortung stehen im Mittelpunkt. So bietet dieses Engagement auch Sinnstiftung. Was ein wichtiger Aspekt ist, der in unserer Beschleunigungsgesellschaft oft zu kurz kommt, weil die Frage: „Wieso mache ich das?“ gar nicht mehr Platz hat im täglichen Hamsterrad. Und natürlich geht es auch um die aktive Mitgestaltung der eigenen Lebenswelt oder wie Max Frisch treffend meinte: „Demokratie heißt, sich in seine eigenen Angelegenheiten einzumischen.“
Nachhaltigkeit muss mehr in konkrete Werke als in Worte münden. Und dazu braucht es wiederum die Verbundenheit zwischen den Menschen. Besonders interessante Erkenntnisse kommen dazu aus der jüngeren neurobiologischen Forschung (vgl. Joachim Bauer, Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren; Gerald Hüther, Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn). Hier ist zunehmend vom „social brain“ die Rede: Menschen sind nicht primär – wie bisher vielfach geglaubt – auf Egoismus und Konkurrenz eingestellt, sondern auf Kooperation und Resonanz. Was wir im Alltag tun, wird direkt oder indirekt dadurch bestimmt, dass wir soziale Kontakte gewinnen oder erhalten möchten und dies stärkt auch die Resilienz des einzelnen Menschen wie auch der Gesellschaft.
Die Zivilgesellschaft besitzt mit ihrem Sozialkapital eine umweltfreundliche und ressourcenschonende Energiequelle, die so dringend notwendig ist als Ausgleich zum einseitig monetären Kapitalbegriff. Dass das BIP allein nicht ausreicht um den Wohlstand einer Gesellschaft zu messen, sollte inzwischen bekannt sein.
Die Frage ist also: „Wie können wir nachhaltige Keimzellen in unserer Gesellschaft schaffen?“ Meine Antwort: Durch lebendiges Sozialkapital, engagierte Menschen und das aktive Wir einer weitblickenden Zivilgesellschaft. Denn Nachhaltigkeit wie auch Lebensqualität und verträglicher Wohlstand betreffen uns alle!
 
 
Edina Camus
Foto: Edina...
Mag. Edina Camus, Koordinatorin Alternativenforen 


Mag. Franz Nahrada, Initiatior von Transition Austria
 
"Wege aus der Krise – Alternativenforen und die Transition Town Bewegung" 
 
Im Zusammenspiel mit der Allianz „Wege aus der Krise“ ist die Idee der Alternativenforen
Franz Nahrada
Foto: Franz...
entstanden und seit Juni 2010 auf www.alternativenforen.at online. Die Allianz „Wege aus der Krise“, bestehend aus 10 zivilgesellschaftlichen Organisationen (Attac, Global 2000, Greenpeace, SOS Mitmensch, Armutskonferenz, KAB, vida, PRO-GE, GdG, ÖH), führt gemeinsame politische Kampagnen mit dem Schwerpunkt der Verteilungsgerechtigkeit durch. 
 
Das Modell der Transition Town Bewegung, die in England 2005 gestartet wurde, war von Anfang an große Inspirationsquelle für die Entwicklung der Alternativenforen-Idee. Der Denkansatz von "Transition" befähigt Menschen in Nachbarschaften, Regionen, Bezirken, Städten und Gemeinden, die Herausforderungen des beginnenden Endes des Erdöls und auch des Klimawandels klar zu erkennen und eine andere Energiequelle, nämlich die Kreativität und den Gemeinschaftsgeist der Menschen freizusetzen, um aktiv an Lösungen für brennende Themen unserer Zeit zu arbeiten: Klimawandel, Ölfördermaximum, wirtschaftliche Instabilität und Krise. Welche Auswirkungen haben diese Themen auf alle Lebensbereiche und wie kann Krisenfestigkeit von unten mit Freude und positiven Visionen aufgebaut werden?
 
Wichtige Wegweiser für die Arbeit der Alternativenforen sind daher Transition Town, Permakultur, Solidarische Ökonomie sowie Gemeinwohl-Ökonomie, Ernährungssouveränität und selbstbestimmtes Lernen.
 
Ziel der Plattform für Alternativenforen ist es, Graswurzelbewegungen und BürgerInnenbeteiligung zu stärken und zu fördern. Einen Nährboden für viele, bunte Initiativen zu schaffen, wo das verborgene Potential der Menschen zum Ausdruck kommen kann, Selbstermächtigung stattfindet und Lösungen für den Übergang zu einer kooperativen, lebensbereichernden Gesellschaft gefunden und umgesetzt werden.
 
Ein Alternativenforum

  • ...verbindet Menschen und Organisationen auf lokaler Ebene über Partei- und andere Grenzen hinweg, die sich für eine soziale, ökologische, demokratische Wende einsetzen und kreative Lösungen für die Probleme unserer Zeit entwickeln wollen.
  • ...beginnt als Initiative einer kleinen engagierten Gruppe und wächst zu einer breiten, vielfältigen, selbst organisierten Bewegung in einer Gemeinde, einem Stadtteil, Bezirk oder einer Region heran.
  • ...durchzieht alle räumlichen Dimensionen, vom Veranstaltungssaal über Spielplätze oder Gärten bis hin zu Zugabteilen.
  • ...organisiert Informationsveranstaltungen, Aktionen, Feste, Märkte,
  • ...bildet Gruppen, die konkrete Projekte im lokalen Umfeld planen und umsetzen.
  • ...beteiligt sich nach eigenem Ermessen an politischen Kampagnen der Allianz "Wege aus der Krise".
  • ...ist der Gestaltungsfreiraum, wo Kreativität ihren Ausdruck findet und Neues aus dem verborgenen Potential der Menschen entstehen kann.
 
Projekte, die von den Gruppen umgesetzt werden, sind zum Beispiel Lebensmittelkooperativen, Tauschmärkte, Regionalwährungen, Gemeinschaftsgärten und urbane Permakultur, Lesekreise, Theaterspielen, öffentlichkeitswirksame Aktionen u.v.m.
 
Die Plattform für Alternativenforen bietet methodische Unterstützung und Begleitung für Beteiligungs-und Gruppenprozesse in den jeweiligen Initiativgruppen an, indem sie Informationen zu Methoden, Literatur, Filmen und Trainern sammelt und zur Verfügung stellt oder auf die Bedürfnisse der jeweiligen Gruppe abgestimmte Trainings und Begleitung anbietet. Außerdem hilft sie beim Vernetzen und Sichtbar machen der Initiativen mittels Internet.
 
Um eine Vernetzungsmöglichkeit aller Menschen und Gruppen auch virtuell und überregional zu bieten, hat sich die Plattform Transition Austria mit den Alternativenforen zusammengetan. Hier geht es um Ideen, Aktionen, Pläne, Phantasie, Kreativität, Wissen, Kompetenz und die Bereitschaft gemeinsam zu lernen. Man/frau sieht, wer sonst noch in Österreich begonnen hat, ähnliche Ideen auszuprobieren und anzuwenden. Es kommen fast täglich neue Mitglieder hinzu. Durch internationale Vernetzung finden sich auf dieser Plattform auch Kurzanleitungen und gute Beispiele aus Regionen, Gemeinden und Gemeinschaften aus ganz Europa und darüber hinaus.
 
Initiativgruppen, die sich als Forum für alternative Aktivitäten verstehen, sind eingeladen, sich mit www.alternativenforen.at in Verbindung zu setzen. So können sie dabei helfen herauszufinden, welche Hilfsangebote auf der Plattform Sinn machen und was an Unterstützung gebraucht wird.
 
 
Andrea Hiller
Foto: Andr...
Andrea Hiller, Generalsekretärin Verein Respekt.net 

 
„Investieren in die Zivilgesellschaft“ 
 
Unter www.respekt.net wurde Ende Juni eine Projektbörse im Internet gestartet, die gesellschafts-politisches Engagement in neuer Form erleichtert. Menschen mit Ideen und Anliegen zur Verbesserung der Welt können ihre Projekte oder Aktionen attraktiv präsentieren. Die Besucher auf der Online-Plattform können Zeit, Fachwissen und/oder Geld für diese Projekte spenden. Ein modernes Bezahlsystem ermöglicht ein einfaches Zuordnen der Spende auf das richtige Projekt. Jede Spende auf Respekt.net ist „eine Investition“ in ein besseres Zusammenleben bzw. eine nachhaltige Stärkung der Zivilgesellschaft.
 
Hinter der Projektbörse Respekt.net steht der Verein Respekt.net, eine Initiative von bislang 42 Privatpersonen, der mit innovativen Methoden gesellschaftspolitisches Engagement unterstützt. Das Ziel ist es, Vorhaben zu fördern, mit denen BürgerInnen und Organisationen die soziale Gemeinschaft und das öffentliche Leben voranbringen. Damit wird die Zivilgesellschaft gestärkt. Eine starke Zivilgesellschaft wird von denkenden, selbstbewussten und engagierten Menschen getragen, die zu ihren Werten stehen und sie bei Bedarf auch lautstark verteidigen. Eine starke Zivilgesellschaft reagiert auf inhumane Tendenzen und auf die Auswirkungen wachsender sozialer Unterschiede. Sie trägt dazu bei, dass sich Menschen anerkannt, aufgehoben und nicht allein gelassen fühlen. Da extreme und radikale Anschauungen in den letzten Jahren das politische Klima Österreichs negativ beeinflusst haben, ist es notwendig bei der Jugend anzusetzen, um diesem Trend entgegenzusteuern. Dass eine tolerante und offene Jugend der Schlüssel zu einer gerechten Gesellschaft ist, haben auch die ProjektinitiatorInnen erkannt. Der Großteil der eingereichten Projekte verfolgt das Ziel, junge Menschen zu selbstbestimmten, mündigen und sozialen Bürgern zu formen.
 
Ziel des Vereins ist es, hinkünftig nicht nur Projekte über die Plattform zu finanzieren, die die Jugend ins Zentrum rückt, sondern Jugendliche selbst verstärkt zu motivieren, als ProjektinitiatorInnen aktiv zu werden. Ein Beispiel dafür ist das Projekt "World & Changes", das von zwei Schülerinnen auf www.respekt.net eingereicht wurde. Sie haben eine Schülerzeitschrift gegründet, die sich mit den Bereichen Umwelt und Mitwelt beschäftigt und berichten z.B. über Themen wie über Aids, Risiko Mobilfunk oder Datenschutz. Die nötige finanzielle Unterstützung bekamen sie über die Projektbörse Respekt.net.
 
Respekt.net sieht sich als transparente und unbürokratische Alternative zu öffentlichen Fördertöpfen, die es allen BürgerInnen unserer Gesellschaft ermöglicht, abseits der Parteipolitik politische engagiert zu sein. Wir von Respekt.net sind überzeugt, dass so die politische Landschaft Österreichs auf eine nachhaltige Weise verbessert werden kann.
 
 
Martina Schmalnauer-Giljum
Foto: Martin...
Mag. Martina Schmalnauer-Giljum, Bundeskoordination Lokale Agenda 21 für das Lebensministerium

 
„Lokale Agenda 21 in Österreich“
 
Aufgrund zahlreicher Sozialkapitalstudien besteht kein Zweifel, dass zivilgesellschaftliches Engagement wichtig und notwendig erscheint. Um dieses möglich zu machen, braucht es Instrumente und Unterstützung. Eine Möglichkeit bietet hier die Lokale Agenda 21, die auf einen Beschluss der Vereinten Nationen zurückgeht und für ein modernes Beteiligungsmodell in den Gemeinden, Städten, Bezirken und Regionen steht. Vor allem die Verknüpfung beider Themen – Beteiligung und Nachhaltige Entwicklung – ermöglicht einen selbstgestalteten Weg in Richtung mehr Lebensqualität.
 
Bei der Lokalen Agenda 21 handelt es sich um Prozesse, an deren Zusammenarbeit die Politik vor Ort, die Verwaltung, Vertreter aus Wirtschaft und Vereinen sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger beteiligt sind, konkrete Maßnahmen und Projekte sind das Ergebnis: hier spannt sich der Bogen von Bürgerbüros für Generationen über energieeffiziente Lösungen im Bereich nachhaltigen Bauens bis hin zu vielfältiger interkommunaler Zusammenarbeit.
 
In Österreich haben sich bislang 430 Gemeinden und 35 Regionen wie auch Bezirke an dem Modell beteiligt, das entspricht durchschnittlich fast 20 Prozent aller Kommunen, der Trend zur Teilnahme geht weiter nach oben. In jedem Bundesland wurden eigene Leitstellen zur LA 21 eingerichtet. Diese fördern Gemeinden, Regionen wie auch urbane Räume in ihren Prozessen, in Ausbildungsfragen und bei Initiativen.
 
Bereits 2003 wurde von der Konferenz der Umweltreferenten der Bundesländer gemeinsam mit dem Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft die „Gemeinsame Erklärung zur Lokalen Agenda 21 in Österreich“ beschlossen und eine Bund-Länder Arbeitsgruppe mit ihrer Umsetzung beauftragt. Zu deren Aufgaben zählen u.a. Fragen der Qualitätssicherung hinsichtlich Prozessablauf, Beteiligung und Inhalt, ein periodischer von Bund und Ländern ausgerichteter LA 21-Gipfel, wie auch die Vernetzung von Initiativen und mit anderen Programmen. Im Hinblick darauf sei auf das Leader Forum 2010 verwiesen, das von 23-24. November in Bad Ischl tagt und Synergien hinsichtlich Leader, dem Förderprogramm für Ländliche Räume, und Lokaler Agenda 21 aufzeigt.
 
Übersicht zur Lokalen Agenda 21 in Österreich
 
 
Ruth Simsa
Foto: Ruth S...
a.o. Univ. Prof. Dr. Ruth Simsa, NPO-Kompetenzzentrum, WU-Wien 

 
„Die Zivilgesellschaft als gesellschaftspolitischer Hoffnungsträger?“
 
Was kann die Zivil- oder Bürgergesellschaft – also die Sphäre zwischen Staat, Markt und dem Privaten, in der BürgerInnen ihre Anliegen selbst in die Hand nehmen und die Gesellschaft mitgestalten – für gesellschaftliche Entwicklungen leisten? Sie wird häufig als Möglichkeit der Kompensation phantasie- und einflussloser Politik, skrupelloser Wirtschaft oder des Verlusts von Werten und Engagement in der Bevölkerung dargestellt.
 
Ein paar positive Beispiele (die für sich selbst sprechen): Der Begriff wurde bekannt ab den 60er Jahren in Lateinamerika, mit Zivilgesellschaft als politischer und intellektueller „Waffe“ gegen Militärdiktaturen, sowie in Japan als Gegenmodell gegen eine einseitig an der kapitalistischen Wirtschaft orientierte Politik. Auch in Osteuropa war zivilgesellschaftlicher Widerstand der politisch-demokratische Kampf gegen totalitäre staatliche Regime. Dieser Tage  protestierten Jugendliche gegen die Abschiebung einer seit Jahren integrierten Mitschülerin, Der Standard vom 15.10.2010 schreibt dazu: „Unfreiwillige Galionsfigur der Zivilgesellschaft. Eine 14-jährige Armenierin lässt Schüler ein Zeichen für eine engagierte Zivilgesellschaft setzen.“
 
Die Zivilgesellschaft in Form spontaner Proteste, sozialer Bewegungen oder auch von politisch orientierten  Nonprofit-Organisationen kann also durchaus wesentliche Impulse für gesellschaftliche Entwicklungen bieten. Sie tut dies indem sie Themen ins öffentliche Bewusstsein und auf die politische Agenda bringt, auf Meinungsbildung Einfluss nimmt und nach Möglichkeit Druck auf das politische oder wirtschaftliche System macht.
 
Damit kann die Zivilgesellschaft ein notwendiges Korrektiv für „Systemblindheiten“ sein bzw. eine ergänzende Sichtweise einbringen und dieser Gehör verschaffen. Sie kann ein wesentliches Element der Pluralität und der gelebten Demokratie einer Gesellschaft sein, sowie auch der Integration von Personen und der Vermittlung zwischen der Gesellschaft und der Lebenswelt von Personen.
 
Konzepte der Zivilgesellschaft sind allerdings sehr unterschiedlich – das Spektrum reicht von der Betonung betont oft stärker subsidiärer Leistungserbringung  (Bürgergesellschaft) bis zu einem Verständnis von Zivilgesellschaft als Sphäre aktiver politischer Beteiligung.
 
Die Hoffnung auf die Dienstleistungsfunktion der Zivilgesellschaft birgt aber die Gefahr einer Funktionalisierung. Privates Engagement und private „Wohlfahrt“ sind wichtig und sinnvoll, können aber sozialstaatliche Absicherungen und Regulierungen nicht ersetzen.
 
Eine weitere Einschränkung liegt in der Legitimierung der Zivilgesellschaft: Ihre Akteure sind weder demokratisch gewählt noch kontrolliert. Die Zivilgesellschaft kann somit Prozesse im politischen System anregen, sie kann aber kein  Ersatz für Bemühungen des politischen Systems um Integration, Nachhaltigkeit Weltoffenheit und  Entwicklung sein. Einen ausführlichen Text dazu finden Sie hier.   
 
 
Erika Winkler
Foto: Erika Wi...
Dr. Erika Winkler, Nationale Koordinatorin zum EJF 2011 im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

 
„Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerbeteiligung 2011“ 
 
Europa begeht das Jahr 2011 als „Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerbeteiligung“. Weshalb? In einer Zeit grenzenloser Mobilität, zunehmender Individualisierung und Entsolidarisierung gilt es, das soziale Kapital der europäischen Gesellschaft in den Mittelpunkt zu stellen Wie? Indem Wert und Bedeutung der freiwilligen Tätigkeiten sichtbar gemacht und mit fördernden Maßnahmen nachhaltig gesichert werden.
 
Österreich gehört mit 44% seiner Bevölkerung über 15 Jahren, die formell oder informell freiwillig tätig ist, gemeinsam mit den Niederlanden, Schweden und Großbritannien zu den Spitzenreitern der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.
 
Die Anti-Atombewegung, die Umwelt-, Tier- und Naturschutzorganisationen und andere Initiativen, wie etwa die Agenda 21, leben seit Langem aktive BürgerInnenbeteiligung vor. Eine aktive Zivilgesellschaft in ihren vielfältigen Formen wirkt an den demokratischen, sozialen und ökologischen Grundlagen unserer Gesellschaft gestaltend mit. Freiwilligentätigkeiten schaffen sozialen Zusammenhalt, setzen ökologischen Zukunftsziele um und bereichern so die Lebensqualität für alle auf diesem Planeten.
 
Der Österreichische Rat für Freiwilligenarbeit hat unter dem Vorsitz des Sozialministers seit dem UN-Internationalen Jahr der Freiwilligen 2001 eine Vielzahl von Maßnahmen, wie etwa Unterstützung von Freiwilligenzentren zur Gewinnung, Vermittlung und Begleitung von Freiwilligen, Nachweis über Freiwilligentätigkeit zur Anerkennung der sozialen und fachlichen Fähigkeiten von Freiwilligen in der Arbeitswelt, Aus- und Fortbildung von Freiwilligen und FreiwilligenkoordinatorInnen, etc umgesetzt. Bilanz und Zukunftsherausforderungen sind im „Ersten Bericht zur Situation des freiwilligen Engagements in Österreich (2009)“ zusammengefasst.
 
Entlang der vier Ziele für das EJF 2011 will Österreich weiter an der Verbesserung der Rahmenbedingungen, u.a. durch ein Freiwilligengesetz für ein Freiwilliges Soziales, und in Folge vielleicht auch Ökologisches, Jahr arbeiten. Es geht aber auch um die Vernetzung untereinander, dazu wird u.a. vom 25. – 27. Jänner die EFJ-Europa-Tour in Wien Station machen und am 17. Juni wollen alle Organisationen in ganz Österreich einen Tag der offenen Tür für freiwillige Überraschungen abhalten. Auch Städte und Gemeinden haben sich eine „Kommunale Agenda Freiwilligentätigkeit 2011“ vorgenommen. Möglichst alle Generationen, Kulturen und sozialen Schichten zur Mitwirkung einzuladen, ist das Ziel dabei.
 
Insgesamt ist es Aufgabe des Europäischen Jahres, den Wert von freiwilligem Engagement für die Gesellschaft wie für jede/n einzelne/n für sein/ihr eigenes Leben sichtbar zu machen und aufzuwerten und allen bereits freiwillig Tätigen herzlich für ihr Engagement zu danken. Die Auftaktveranstaltung findet am 16. Februar 2011 in Salzburg statt. Aktionen und Wettbewerbe, wie etwa die Suche nach außergewöhnlichen Geschichten von und über Freiwillige, werden das ganze Jahr über im Socialweb stattfinden. Wir laden alle Organisationen und Freiwilligen im Umweltbereich herzlich zur Mitwirkung ein!
 
Nähere Infos auf www.freiwilligenweb.at (ab Mitte November im neuen Design) und im Socialweb unter Freiwilligenweb2.0
 
 
Wolfgang Pekny
Foto: Wolfg...
Wolfgang Pekny,  Mitbegründer und Obmann der Initiative-Zivilgesellschaft

 
„Zivilgesellschaft und das Ende der Ohnmacht“
 
Erstmals in der Geschichte der Neuzeit könnte die Generation unserer Kinder deutlich schlechtere Zukunftschancen haben als ihre Eltern. Berechnungen des Ökologischen Fußabdrucks für das Jahr 2007 zeigen, dass die Menschheit als Ganzes bereits Naturressourcen im Ausmaß von eineinhalb Planeten in Anspruch nimmt. Trotz dieser unhaltbaren Übernutzung verhungern viele Millionen Menschen Monat für Monat, leben Milliarden in bitterer Armut, und sogar im superreichen Österreich wächst die soziale Kluft. Auf absurde Weise gekoppelt steigt die Zahl der armutsgefährdeten Familien zugleich mit der „Schuldenlast“ für die Steuerzahler. Unsere Gesellschaft kann nur mehr „auf  Kredit“ existieren, finanziell wie ökologisch ist sie damit grundsätzlich zukunfts-UNFÄHIG. Etwas in unserer „Entwicklung“ ist offensichtlich fürchterlich schief gelaufen!
 
Die geplagten BürgerInnen nehmen dies kopfschüttelnd, ja oft ohnmächtig zur Kenntnis. Im global vernetzten Wirkgefüge von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wird der Schwarze Peter für das kollektive Versagen beim Gestalten einer Fairen Welt gerne im Kreise zugewiesen. 
 
Eine Gretchenfrage dabei: Ist Wirtschaft und die von ihr bestimmte Politik so wie sie ist, weil das Gros der Menschen als berechenbare Konsum-Trottel agieren, - oder agieren Menschen wie sie das offensichtlich tun, weil Wirtschaft und Politik absichtsvoll genau dafür gesorgt haben?
 
„Die Masse ist dumm, feig und faul!“ waren die Mächtigen aller Zeiten überzeugt. Und tatsächlich, ob Tyrannen, Konzernbosse oder demokratische Politiker, noch können sich alle darauf verlassen, dass sich ihre Untertanen in der Regel so verhalten.
 
Aber nicht mehr lange.
Immer mehr Menschen wird bewusst, dass sie Zeugen der größten Zerstörung und der unverschämtesten Umverteilung von Unten nach Oben werden, die jemals ohne Krieg stattgefunden hat. Entgegen der Idee der „Demokratie“ werden die Interessen der überwiegenden Zahl der Menschen in den Hintergrund gerückt um die vermeintlichen Notwendigkeiten einer ins Absurde verzerrten Finanzwirtschaft zu bedienen. Selbst in den reichsten Volkswirtschaften wird ein Wachstumszwang postuliert, um den Fron an die Eliten weiter leisten zu können. In einer Welt mit extrem ungerecht verteiltem Wohlstand und überstrapazierten ökologischen Grenzen ist dies ein geradezu obszöner Plan!
 
Die Aktivitäten der Politik beschränken sich aber weiterhin auf ein Stabilisieren des Status quo, voll der Ausreden, warum der Macht der Finanzwelt nichts entgegengestellt werden könne.
Genau hier liegt eine zentrale Rolle der kritischen Zivilgesellschaft: der Dorn im Fleisch des Establishments, das Gegengift zur Erstarrung der Gesellschaft, das Elixier für Veränderung zum Guten.
 
Um die Verhältnisse zu ändern, müssen wir unser Verhalten ändern! Freilich, Verhalten ändert sich am raschesten, wenn sich die Verhältnisse verändern.
 
Also womit beginnen?
Was als klassisches Henne-Ei Problem oft zitiert wird, lässt sich vergleichsweise einfach auflösen: Tatsächlich können Menschen beides sein, Problem und Lösung zugleich. Der Grat dazwischen ist so schmal, dass dies als gute Nachricht betrachtet werden kann.
 
Egal wie tief man die gesellschaftlichen Wechselwirkungen analysiert, zwischen den formativen Kräften „Shareholder Value“ und „finanzpolitischer Sachzwang“ bleibt der einzelne Mensch das einzige ethisch handlungsfähige Subjekt, - als BürgerIn genauso wie als KonsumentIn. Zukunftsfähiges Handeln bleibt damit immer vor allem eine persönliche Herausforderung.
 
Man kann nicht „genachhaltigt werden“!
 
Unbestreitbar werden auch günstige politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen am Weg in eine nachhaltige Zukunft erforderlich sein, aber diese kommen nie von selbst! Veränderungen in Richtung faire und ökologisch tragfähige Welt werden weder von der Politik ausgehen, noch von der Wirtschaft, sowenig wie die Abschaffung der Monarchie von den Fürstenhäusern ausgehen konnte. Es sind die Impulse aus der kritischen Zivilgesellschaft, die ihre Welt aktiv umgestalten. Diesen informierten, kritischen WeltbürgerInnen ist einiges gemeinsam: Sie erkennen, dass Klima-, Finanz-, Wirtschafts-, Hunger- und weitere Krisen Symptome des gleichen Phänomens sind: Der Planet Erde ist zu klein geworden für die Art, wie wir wirtschaften, und die Art, wie wir politische Entscheidungen treffen.
 
Der Kern der Antworten lautet „Weniger“ und „Teilen“. Verantwortung, Arbeit, Ressourcen, Wohlstand - und unseren Planeten fair teilen.
 
Dass dies mehr als nur kosmetische Korrekturen am heutigen Wirtschafts- und Politik-System erfordert, liegt auf der Hand.
 
Das Selbstverständnis in der kritischen Zivilgesellschaft geht dabei weit über eine lokal wohltuende Rolle hinaus. Es reicht längst nicht, die Folgen von Gier und Eigensinn zu mildern. Es gilt, ein völlig neues Bild der Welt zu vermitteln. Wirklich demokratische Gesellschaften werden ethische und globale Grundsätze als selbstgewählte Rahmenbedingungen für Politik und Wirtschaft vorgeben.
 
Ein solches Regulativ würde dem Wirken eines „gesunden Hausverstandes“ gleichkommen, sozusagen ein „gesunder Globalverstand“. Heute ist die progressive Zivilgesellschaft Ausdruck dieses wachsenden Globalverstandes. Sie sieht sich als solidarische Kraft gegen Gier und Eigensinn und bietet „Heimat“ für verantwortungsbewusste WeltbürgerInnen. Gemeinsam ist diesen das Bild einer fairen Gesellschaft, in der Menschen in Frieden untereinander und in Frieden mit der Natur leben können, in der Ausbeutung von Menschen und ewig wachsender Konsum nicht nur als unfair und unethisch, sondern als mit dem „Raumschiff Erde“ völlig inkompatibel entlarvt sind. Die Einsicht von Begrenzungen, der Wunsch nach Fairness und das Bedürfnis, eine bessere Zukunft selbst aktiv zu gestalten wachsen allerdings nur von „unten“. Nicht Zwang oder Angst, sondern Solidarität mit den Benachteiligten und Achtung der Zukünftigen sind die treibenden Motive.  Dabei treten Menschen wie Sie und ich, allein oder organisiert, laut oder leise gegen eine gigantische Konsum-Profit-Politik-Maschinerie an, die ihren Untertanen genau das Gegenteil weis machen will. „Kauf und schweig!“ 
 
Freilich, mit dem Wissen über globale Zusammenhänge steigt die Verantwortung – und das ist nicht nur angenehm! Eine zentrale Rolle der kritischen Zivilgesellschaft besteht darin, Menschen zu ermächtigen, diese Verantwortung auch wahrzunehmen.
 
Menschen werden wieder fit, um an Debatten über gemeinsame Fragen teilzuhaben und Problemlösungen vorzuschlagen. Auf Inseln der Nachhaltigkeit entstehen abseits von Profit- und Machtstreben neue Visionen, können Maßnahmen heranreifen, zu Vorbildern und Leuchttürmen für den Weg in die Zukunft werden.  Verantwortungsvolle WeltbürgerInnen treffen ihre persönliche Wahl: Sie wählen andere Lebensstile, wählen, vom Auto und Besitztümern nicht abhängig zu bleiben, wählen eine andere Politik oder beginnen diese  selbst zu gestalten, wenn sie nicht angeboten wird.
 
Authentisch zu leben wird als der wahre Luxus erkannt! Authentizität überzeugt Menschen. Aus Information wird Erkenntnis, aus Mitgefühl wird Solidarität, aus Einsicht werden Taten.Mit Rückendeckung durch gleichgesinnte treten mitdenkende Menschen gegen die Macht zur Verblödung an, die den Medien-Imperien innewohnt, riskieren mutige Menschen Sanktionen bis hin zu Gefängnis, um den Mächtigen und Rücksichtslosen auf die Finger zu schauen. 
 
Belohnt wird dies durch das Erlebnis, als sozial aktives Wesen mehr zu schaffen, als allein je möglich wäre. Mit aufgeklärten WeltbürgerInnen wird die ursprüngliche Idee von Politik als Ort des Interessensausgleichs zur realen Möglichkeit. Noch Undenkbares, ob hohe Vermögens- und Spekulationssteuern, ein bedingungsloses Grundeinkommen, wirksame direkt-demokratische Elemente oder effektive Abgaben auf Flugbenzin, Fleisch oder andere Klima-Killer, kann über Nacht realisiert werden.
 
Freilich, das Fenster zwischen „global-gesellschaftlichem Erwachen“ und globaler Katastrophe wird recht kurz sein. So gesehen ist Zivilgesellschaft dann doch auch Partner einer ehrlichen Politik im Heute, Verbündete gegen die maßlosen Begehrlichkeiten der kurzfristig ausgerichteten (Geld)-Wirtschaft.
 
Konkrete Vorschläge für friedliche Veränderungen füllen bereits Bibliotheken und ihre Verwirklichung braucht im Wesentlichen nur mehr eines: Die kollektive Bereitschaft für die nächste „Great Transition“. 
 
Immer mehr Menschen aus allen gesellschaftlichen Lagern stellen diesen Willen Tag für Tag zur Schau, als KonsumentInnen, in dem sie nicht konsumieren, was sie nicht brauchen, als Mensch, indem sie leben, wie sie es für aufrichtig halten, und nicht zuletzt als aktiver Teil der Zivilgesellschaft, indem sie sich für die Welt einsetzen, in der sie leben wollen.  
 
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Hier finden Sie das Thema des Monats November: Die Kraft der Selbstorganisation.
 
Und hier können Sie den Beitrag der Person des Monats, Mag. Christiana Weidel, lesen.

09.11.2010, nachhaltigkeit.at