Dialog des Monats 12/10
Für das Monatsthema Dezember befragten wir Personen zum Thema Regionalentwicklung 2.0.
Bürgermeister Georg Moosbrugger | Gemeinde Langenegg
Im Energieleitbild der Gemeinde Langenegg ist klar festgelegt, dass wir den Weg in eine unabhängige Energiezukunft gehen wollen. Dies bedeutet, dass wir einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Energiepolitik höchste Priorität einzuräumen haben. Energieautonomie wird nur mit dem ernsthaften Verfolgen der effizienten Energienutzung sowie dem Einsatz von erneuerbarer Energie zu erreichen sein.
Dass dieses Ziel nicht im Alleingang, sondern am besten in Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen der Region anzustreben ist, liegt auf der Hand. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2010 die Energieregion Vorderwald gegründet. Durch gemeinsame Initiativen wollen 8 Gemeinden des Vorderwaldes diesem Ziel näher kommen.
Die Gemeinde Langenegg hat im Leitbild zusätzlich die Vision verankert, die 2000-Watt-Gesellschaft umzusetzen. Durch ein zielgerichtetes Verändern der Lebensweise soll der Bedarf an Energie in den kommenden Jahren um rund zwei Drittel gesenkt werden. Und das ohne Verlust an Lebensqualität! Der verbleibende Bedarf soll dann zu 25% aus fossiler und zu 75% aus erneuerbarer Energie gedeckt werden.
Dieses Thema betrifft viele Lebensbereiche: die Mobilität, das Sozialkapital, die Ernährung, die Baukultur usw. Hier sind also neue Allianzen gefragt! Durch vernetzte Strategien kann dem Modell der 2000-Watt-Gesellschaft zusätzliche Schubkraft verliehen werden.
Dies wird daher die große Herausforderung der kommenden Jahre werden: Alle Partner richten ihre Ziele und Maßnahmen auf eine gemeinsame Vision aus. Es wird nicht mehr genügen, einzelne Gemeinden auf ihrem selbst definierten Weg zu unterstützen. Der Regionalentwicklung wird vermehrt die Aufgabe zukommen, die Aktivitäten der Gemeinden zu bündeln und auf ein gemeinsames Ziel, beispielsweise die 2000-Watt-Gesellschaft – auszurichten.
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Prof. Dr.phil.habil. Wolfgang Schluchter, Universitätsprofessor
Im Energieleitbild der Gemeinde Langenegg ist klar festgelegt, dass wir den Weg in eine unabhängige Energiezukunft gehen wollen. Dies bedeutet, dass wir einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Energiepolitik höchste Priorität einzuräumen haben. Energieautonomie wird nur mit dem ernsthaften Verfolgen der effizienten Energienutzung sowie dem Einsatz von erneuerbarer Energie zu erreichen sein.
Dass dieses Ziel nicht im Alleingang, sondern am besten in Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen der Region anzustreben ist, liegt auf der Hand. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2010 die Energieregion Vorderwald gegründet. Durch gemeinsame Initiativen wollen 8 Gemeinden des Vorderwaldes diesem Ziel näher kommen.
Die Gemeinde Langenegg hat im Leitbild zusätzlich die Vision verankert, die 2000-Watt-Gesellschaft umzusetzen. Durch ein zielgerichtetes Verändern der Lebensweise soll der Bedarf an Energie in den kommenden Jahren um rund zwei Drittel gesenkt werden. Und das ohne Verlust an Lebensqualität! Der verbleibende Bedarf soll dann zu 25% aus fossiler und zu 75% aus erneuerbarer Energie gedeckt werden.
Dieses Thema betrifft viele Lebensbereiche: die Mobilität, das Sozialkapital, die Ernährung, die Baukultur usw. Hier sind also neue Allianzen gefragt! Durch vernetzte Strategien kann dem Modell der 2000-Watt-Gesellschaft zusätzliche Schubkraft verliehen werden.
Dies wird daher die große Herausforderung der kommenden Jahre werden: Alle Partner richten ihre Ziele und Maßnahmen auf eine gemeinsame Vision aus. Es wird nicht mehr genügen, einzelne Gemeinden auf ihrem selbst definierten Weg zu unterstützen. Der Regionalentwicklung wird vermehrt die Aufgabe zukommen, die Aktivitäten der Gemeinden zu bündeln und auf ein gemeinsames Ziel, beispielsweise die 2000-Watt-Gesellschaft – auszurichten.
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Prof. Dr.phil.habil. Wolfgang Schluchter, Universitätsprofessor
Brandenburgische Technische Universität, Fakultät für Umweltwissenschaften und Verfahrenstechnik, Humanökologisches Zentrum | Vorsitzender des Akademischen Senats
Zunächst muss definiert werden, aus was und mit welcher Methode die Regionalentwicklung bestehen soll. Dann müssen die Politiker und Entscheider davon überzeugt werden, dass es ohne die aktive Mitwirkung der Bürger nicht geht (partizipative Demokratie) und die Entscheider müssen lernen, dass sie nicht alles wissen können. Sie müssen zuhören lernen. Da empfehle ich die TRIPLEX-Methode.
Neue Allianzen müssen ähnlich wie in der griechischen polis (vor 2000 Jahren) gestaltet sein, d.h. jede Funktionsgruppe muss durch eine Vertretung präsent sein. Es gilt das Einstimmigkeitsprinzip (ähnlich der Papstwahl), womit der Zwang zu Kompromissen ensteht. Wer dadegen stimmt ist verantwortlich, wenn eine gewollte Regionalentwicklung nicht entsteht.
Die Bürger sind Laien und haben einen gesunden Menschenverstand, sie folgen ihrer Alltagslogik. Sie wollen eine Rehabilitation dieser Tugend und das nicht nur bei Wahlen alle 4 Jahre. Experten haben Fachwissen. Sie wollen dass dies anerkannt wird und das nicht unter dem Aspekt: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Politiker, Entscheider wollen dass ihre Handlungen als legitimiert betrachtet werden. Sie wollen wieder gewählt werden bzw. nicht jeden Tag ein Verwaltungsgerichtsverfahren am Hals haben. Diese 3 Gruppen müssen planmäßig in Beziehung gesetzt werden, was durch die TRIPLEX-Methode geschieht.
Man muss eine Vision entwickeln, denn ohne Vision kann man die Realität nicht erkennen und beurteilen. Also ist die Funktion eines Visionärs zu etablieren, vieleicht auf Grundlage eines öffentlichen Brainstormings.
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Thomas Radke, Stv. Geschäftsführer
Zunächst muss definiert werden, aus was und mit welcher Methode die Regionalentwicklung bestehen soll. Dann müssen die Politiker und Entscheider davon überzeugt werden, dass es ohne die aktive Mitwirkung der Bürger nicht geht (partizipative Demokratie) und die Entscheider müssen lernen, dass sie nicht alles wissen können. Sie müssen zuhören lernen. Da empfehle ich die TRIPLEX-Methode.
Neue Allianzen müssen ähnlich wie in der griechischen polis (vor 2000 Jahren) gestaltet sein, d.h. jede Funktionsgruppe muss durch eine Vertretung präsent sein. Es gilt das Einstimmigkeitsprinzip (ähnlich der Papstwahl), womit der Zwang zu Kompromissen ensteht. Wer dadegen stimmt ist verantwortlich, wenn eine gewollte Regionalentwicklung nicht entsteht.
Die Bürger sind Laien und haben einen gesunden Menschenverstand, sie folgen ihrer Alltagslogik. Sie wollen eine Rehabilitation dieser Tugend und das nicht nur bei Wahlen alle 4 Jahre. Experten haben Fachwissen. Sie wollen dass dies anerkannt wird und das nicht unter dem Aspekt: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Politiker, Entscheider wollen dass ihre Handlungen als legitimiert betrachtet werden. Sie wollen wieder gewählt werden bzw. nicht jeden Tag ein Verwaltungsgerichtsverfahren am Hals haben. Diese 3 Gruppen müssen planmäßig in Beziehung gesetzt werden, was durch die TRIPLEX-Methode geschieht.
Man muss eine Vision entwickeln, denn ohne Vision kann man die Realität nicht erkennen und beurteilen. Also ist die Funktion eines Visionärs zu etablieren, vieleicht auf Grundlage eines öffentlichen Brainstormings.
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Thomas Radke, Stv. Geschäftsführer
Mit Ergänzungen von Klaus-Dieter Schnell, Geschäftsführer
Voranstellen möchte ich, dass die Bodenseeregion ein sehr großes und heterogenes Gebilde, das aus mehreren funktionalen Räumen und Teilregionen besteht, die sich wiederum teilweise überlagern. In dieser „Region“ sind zudem sehr viele Akteure am Werk. Dies hat wesentlichen Einfluss auf Identität, regionale Zusammengehörigkeit, Wahrnehmungshorizonte und die Nähe der Akteure zueinander. Dabei wirkt der Bodensee selbst als ein – aber bei weitem nicht als einziges - identitätsstiftendes Element. Darüber hinaus gehören zur politischen Bodenseeregion aber auch Gebiete, die weniger naturräumlich, sondern eher nachbarschaftlich oder auch wirtschaftlich mit dem Bodenseegebiet verbunden sind, wie etwa Liechtenstein oder der Kanton Zürich. Hinzu kommt, dass an der Grenzregion vier Nationalstaaten beteiligt sind und in der Regionen der EU (A/D), dem EWR (FL) und der EFTA (CH) aneinandergrenzen. Klassisches Regionalentwicklungsprogramme gibt es nicht flächendeckend, wohl aber aber einzelne Leaderregionen o.ä. in Baden-Württemberg und Vorarlberg sowie regionalpolitische Programme der Schweizer Kantone. Das wichtigste grenzüberschreitende Förderprogramm ist Interreg IV "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein".
Die Internationale Bodensee Konferenz (IBK) ist als Zusammenschluss der Länder und Kantone der zentrale politisch-administrative Akteur. Die Bodensee Agenda 21 (BA21) wurde von der IBK 1999 als erster regionaler Agendaprozess in einer europäischen Grenzregion initiiert. Ziel war es den Nachhaltigkeitsgedanken in der Bodenseeregion zu fördern. Umgesetzt wurde dies organisatorisch mit einer Projektstruktur aus einer Geschäftsstelle, einem Netzwerk Regionaler Anlaufstellen in Landkreisen und Kantonen sowie einer wissenschaftlichen Begleitung. Es gab seither immer wieder programmatische Schwerpunkte, zuletzt die drei Folgenden:
Voranstellen möchte ich, dass die Bodenseeregion ein sehr großes und heterogenes Gebilde, das aus mehreren funktionalen Räumen und Teilregionen besteht, die sich wiederum teilweise überlagern. In dieser „Region“ sind zudem sehr viele Akteure am Werk. Dies hat wesentlichen Einfluss auf Identität, regionale Zusammengehörigkeit, Wahrnehmungshorizonte und die Nähe der Akteure zueinander. Dabei wirkt der Bodensee selbst als ein – aber bei weitem nicht als einziges - identitätsstiftendes Element. Darüber hinaus gehören zur politischen Bodenseeregion aber auch Gebiete, die weniger naturräumlich, sondern eher nachbarschaftlich oder auch wirtschaftlich mit dem Bodenseegebiet verbunden sind, wie etwa Liechtenstein oder der Kanton Zürich. Hinzu kommt, dass an der Grenzregion vier Nationalstaaten beteiligt sind und in der Regionen der EU (A/D), dem EWR (FL) und der EFTA (CH) aneinandergrenzen. Klassisches Regionalentwicklungsprogramme gibt es nicht flächendeckend, wohl aber aber einzelne Leaderregionen o.ä. in Baden-Württemberg und Vorarlberg sowie regionalpolitische Programme der Schweizer Kantone. Das wichtigste grenzüberschreitende Förderprogramm ist Interreg IV "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein".
Die Internationale Bodensee Konferenz (IBK) ist als Zusammenschluss der Länder und Kantone der zentrale politisch-administrative Akteur. Die Bodensee Agenda 21 (BA21) wurde von der IBK 1999 als erster regionaler Agendaprozess in einer europäischen Grenzregion initiiert. Ziel war es den Nachhaltigkeitsgedanken in der Bodenseeregion zu fördern. Umgesetzt wurde dies organisatorisch mit einer Projektstruktur aus einer Geschäftsstelle, einem Netzwerk Regionaler Anlaufstellen in Landkreisen und Kantonen sowie einer wissenschaftlichen Begleitung. Es gab seither immer wieder programmatische Schwerpunkte, zuletzt die drei Folgenden:
- Dialog Jugend und Politik (z.B. vier Bodensee-Jugendgipfel mit bis zu 1200 jungen Teilnehmern; Exkursionstage zu Energie, Jugendbeteiligung; Fachveranstaltungen zu Schülerfirmen oder Klimaschutz)
- „Unternehmen 21“-Projekt Check für nachhaltige Entwicklung (Entwicklung einer diskursiven Methode; Moderationsangebot für Anwendergemeinden)
- Austausch zu Nachhaltigkeitsthemen (z.B. Themen Nahversorgung und Lebensqualität, Sozialkapital, Besucherlenkung in Schutzgebieten, Bildung für Nachhaltige Entwicklung).
Als Projekt endet die BA21 Ende des Jahres. Ab 2011 soll die nachhaltige Entwicklung für alle IBK-Gremien von der Regierungschefkonferenz bis zu den Arbeitsgruppen als Querschnitt- und Führungsaufgabe berücksichtigt werden. Dies ist auch im Leitbild der IBK für den Internationalen Bodenseeraum (2008) sowie dem zugehörigen Maßnahmenkatalog festgehalten, der Anfang Dezember 2010 aktualisiert wurde.
Kurz: es handelt sich bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der IBK um etwas anderes als die typische Regionalentwicklung mit Regionalem Entwicklungskonzept, Regionalentwicklungsagentur und entsprechend diverser Akteursstruktur.
Herausforderungen in der Regionalentwicklung betreffen vor allem: die Regionalentwicklung muss vieler Orts zusehends auf eigene finanzielle Füße gestellt werden, was nicht überall gelingt. Dazu kommen die großen Themen, wie Nachhaltig Entwicklung oder demographischer Wandel sowie regionsspezifische Herausforderungen die es zu bewältigen gilt. Daneben müssen Regionen auch immer wieder erklärt und erlebbar gemacht werden.
Für die Bodenseeregion ist es beispielsweise von Bedeutung, dass sich alle Mitglieder der IBK, weiterer Teilregionen und sonstiger grenzüberschreitender Gremien auch gemeinsam hinter wichtige Anliegen der Region stellen. Dies betrifft beispielsweise wichtige Verkehrsprojekte zum Anschluss der Region an überregionale Netze oder das Lobbying im Rahmen der neuen EU-2020-Strategie und der zukünftigen Kohäsionspolitik, damit auch zukünftig Mittel für die territoriale Zusammenarbeit in die Grenzregionen fließen. Auch die gemeinsame Positionierung als Wirtschafts- und Tourismusraum verlangt nach gemeinsamen Zielen und abgestimmten Strategien. Der Kooperationsgedanke ist ja nun wahrlich nichts neues, doch diesen wirklich konsequent zu realisieren klappt deswegen noch nicht von alleine. Gerade in größeren Regionen besteht die große Herausforderung darin, dies im Sinne einer Mehr-Ebenen-Governance zu realisieren.
Neue Ansätze sind bei der Schaffung einer Diskurskultur und bei der kooperativen Entwicklung von gemeinsamen Handlungsstrategien vonnöten. Dazu könnte eine gemeinsame Vorstellung über das Zusammenspiel der Kräfte in einer derart heterogenen Raumschaft schon viel beitragen (ohne dass gleich ein Organisationsmonster daraus werden muss). Die Arbeit an einer Zielvorstellung der Entwicklung ist dabei ebenso wichtig, wie eine Konzentration der Ressourcen auf Schwerpunkte. Dies allein schon, um eine schlüssige Positionierung im europäischen Umfeld zu erreichen. Für den Bodenseeraum ist die nachhaltige Entwicklung kein Schlagwort, sondern eine essentielle Notwendigkeit. Kaum eine andere Region vereint eine derart hohe Innovations- und Wertschöpfungskraft mit einer immensen Lebensqualität für die Bewohner bei einer gleichzeitig überaus verletzlichen naturräumlichen Basis. Spannend wird für uns daher die Integration der nachhaltigen Entwicklung in alle IBK-Gremien. In der Bodenseeregion heißt dies auch die stärkere Bearbeitung von Querschnittsthemen. Ich denke aufgrund des bisherigen sektoralen Aufbaus der IBK sind dabei viele klassische Regionalentwicklungsprozesse anders aufgestellt und von vorn herein querschnittsorientierter gebaut, dies muss bei uns noch mehr "organisiert" werden.Die Bodensee Agenda 21 war bisher ein sehr gutes Gefäß um solche Querschnittsthemen grenzüberschreitend aufs Tableau zu setzen. Die IBK-Vorsitzländer greifen dies auch mit querschnittsorientierten Jahresthemen auf, etwa Vorarlberg 2010 mit „Sozialkapital und Nachhaltigkeit“ oder St.Gallen 2011 mit „grenzüberschreitend gesund“.
Damit dies auch im schwierigen Kontext der Grenzregion funktionieren kann, bedarf es eines langen Atems und einiger Ressourcen. Nicht nur deswegen setzt sich die IBK dafür ein, dass die EU weiterhin auch Fördermöglichkeiten für starke Regionen vorsieht, damit diese ihre Innovationspotentiale erhalten und nutzen können, wovon wiederum andere Regionen profitieren.
Bereits heute sind etliche regionale Entwicklungsprozesse im Gang, die Grenzen überschreiten. Dies wird sich weiter verstärken. Dabei geht es nicht nur um die Ländergrenzen, sondern auch um Prozesse zwischen mehreren Gemeinden, Kantonen oder Bundesländern innerhalb einer Nation. Beispiele sind: Vision Rheintal (A), Kooperationsraum Mittleres Schussental (D) oder Neuschaffung einer Region Appenzell-St.Gallen-Bodensee (CH). Hier können verstärkt neue Beteiligungsmodell zum Einsatz kommen. Vor der Hand wären wir froh, wenn wir die Versionen Regionalentwicklung 1.5 und 1.6 am Laufen halten aus denen sich dann weiteres entwickeln kann. Sicher wird Regionalentwicklung mit mehr Beteiligung an grenzüberschreitenden Prozessen einher gehen. Ebenso gewiss ist auch, dass eine neue Qualität in der strategischen Abstimmung zwischen den Prozessen in kleineren Regionen und den einzelnen Ländern sowie zwischen den sektoralen Programmen wie Verkehr, Land- oder Regionalwirtschaft geben muss. In der Kooperation der Länder und Kantone kann die "Integration der Nachhaltigen Entwicklung" dabei eine Impulsfunktion übernehmen, gerade wenn es um Kommunikation und Dialoge geht. Auch muss sich zeigen, ob sich Instrumente wie der 2010 neu geschaffene IBK-Kleinprojektefonds für Begegnungsprojekte bewähren und es gelingt, Bürger, Vereine, Schulen und Kommunen für die Wichtigkeit und den Nutzen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu sensibilisieren und zivilgesellschaftliches Engagement auszulösen. Weiterhin fortsetzen wird sich die Öffnung der sektoralen Gremien und Plattformen in der Bodenseeregion (z.B. Politik, Tourismus, Wirtschaft, Hochschulen und Bildung), um eine gemeinsame strategische Orientierung zu verstärken.
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Dipl.-Ing. Gottfried Lamers, Lebensministerium
Abteilung II/3 Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik
Regions for sustainable change – Regionen erproben den Wandel - Ein Netzwerkprojekt auf europäischer Ebene
RSC (Regions for sustainable change) ist eine Partnerschaft von 12 Organisationen aus acht EU-Mitgliedsstaaten. Die PartnerInnen engagieren sich für einen europaweiten Wandel zu einer kohlenstoffarmen, klimafreundlichen Wirtschaft.
Gestartet wurde das über INTERREG IV C kofinanzierte Projekt bereits im Oktober 2008. In der ersten Projektphase wurde der Regional Climate Confidence Index (RCCI) entwickelt, mithilfe dessen die Fähigkeit der Partnerregionen zur Bewältigung von Problemen infolge des Klimawandels gemessen werden können. Dieser für die Analyse von sieben wichtigen Faktoren eingesetzte Index erlaubt es den Regionen, ihre Fähigkeit, mit dem Klimawandel umzugehen, kritisch zu überprüfen. Er zeigt den Regionen ein Spiegelbild ihrer selbst und einen Vergleich mit anderen Regionen, um daraus Schlussfolgerungen ziehen zu können. Manchen wird ihr Spiegelbild gefallen. Andere werden hoffentlich umdenken und künftig mehr auf ihre „CO2-Linie“ achten. In manchen Fällen wird eine „kohlenstoffarme Diät“ erforderlich sein. Es obliegt jedoch den Regionen, selbst zu entscheiden, welche Rolle sie in der zukünftigen kohlenstoffarmen Wirtschaft im Wert von zwei Billionen USD spielen möchten. Der RCCI-Spiegel hilft ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen. Der RCCI-Bericht ist auf der Projektwebseite www.rscproject.org verfügbar.
Weiters arbeiten die ProjektpartnerInnen daran, die strategische Umweltprüfung (SUP) stärker auf Klimaschutzaspekte auszurichten. Diese Arbeit wird auch von der EU-Kommission selbst beobachtet, da sich die DG Umwelt durch dieses Projekt Input für zukünftige Änderungen der EU Verordnung erhofft.
Das Projekt geht aber nun bereits in seine Endphase und in dieser arbeiten 3 Pilotregionen - Cornwall, Marche und das Burgenland - an einer makroökonomischen Beurteilung der mit der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft verbundenen Risken und Chancen. Gerade das Burgenland kann dabei mit seinem hohen Anteil an erneuerbaren Energieträgern und zahlreichen Unternehmen im green business Sektor punkten. Die Analyse wird von einem Konsortium, gebildet aus einem renommierten englischen Consulting-Unternehmen und ICLEI, dem globalen Netzwerk nachhaltiger Gemeinden und Regionen, erarbeitet. Sie sollte bis Mitte 2011 vorliegen und auch eine übertragbare Methodik für andere Regionen umfassen. Damit sollten auch die Ergebnisse dieses Projekts anderen Regionen zugänglich gemacht werden.
Nähere Infos zu „Regions for sustainable change“ finden sich auf der RSC-Projektwebsite.
Kurz: es handelt sich bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der IBK um etwas anderes als die typische Regionalentwicklung mit Regionalem Entwicklungskonzept, Regionalentwicklungsagentur und entsprechend diverser Akteursstruktur.
Herausforderungen in der Regionalentwicklung betreffen vor allem: die Regionalentwicklung muss vieler Orts zusehends auf eigene finanzielle Füße gestellt werden, was nicht überall gelingt. Dazu kommen die großen Themen, wie Nachhaltig Entwicklung oder demographischer Wandel sowie regionsspezifische Herausforderungen die es zu bewältigen gilt. Daneben müssen Regionen auch immer wieder erklärt und erlebbar gemacht werden.
Für die Bodenseeregion ist es beispielsweise von Bedeutung, dass sich alle Mitglieder der IBK, weiterer Teilregionen und sonstiger grenzüberschreitender Gremien auch gemeinsam hinter wichtige Anliegen der Region stellen. Dies betrifft beispielsweise wichtige Verkehrsprojekte zum Anschluss der Region an überregionale Netze oder das Lobbying im Rahmen der neuen EU-2020-Strategie und der zukünftigen Kohäsionspolitik, damit auch zukünftig Mittel für die territoriale Zusammenarbeit in die Grenzregionen fließen. Auch die gemeinsame Positionierung als Wirtschafts- und Tourismusraum verlangt nach gemeinsamen Zielen und abgestimmten Strategien. Der Kooperationsgedanke ist ja nun wahrlich nichts neues, doch diesen wirklich konsequent zu realisieren klappt deswegen noch nicht von alleine. Gerade in größeren Regionen besteht die große Herausforderung darin, dies im Sinne einer Mehr-Ebenen-Governance zu realisieren.
Neue Ansätze sind bei der Schaffung einer Diskurskultur und bei der kooperativen Entwicklung von gemeinsamen Handlungsstrategien vonnöten. Dazu könnte eine gemeinsame Vorstellung über das Zusammenspiel der Kräfte in einer derart heterogenen Raumschaft schon viel beitragen (ohne dass gleich ein Organisationsmonster daraus werden muss). Die Arbeit an einer Zielvorstellung der Entwicklung ist dabei ebenso wichtig, wie eine Konzentration der Ressourcen auf Schwerpunkte. Dies allein schon, um eine schlüssige Positionierung im europäischen Umfeld zu erreichen. Für den Bodenseeraum ist die nachhaltige Entwicklung kein Schlagwort, sondern eine essentielle Notwendigkeit. Kaum eine andere Region vereint eine derart hohe Innovations- und Wertschöpfungskraft mit einer immensen Lebensqualität für die Bewohner bei einer gleichzeitig überaus verletzlichen naturräumlichen Basis. Spannend wird für uns daher die Integration der nachhaltigen Entwicklung in alle IBK-Gremien. In der Bodenseeregion heißt dies auch die stärkere Bearbeitung von Querschnittsthemen. Ich denke aufgrund des bisherigen sektoralen Aufbaus der IBK sind dabei viele klassische Regionalentwicklungsprozesse anders aufgestellt und von vorn herein querschnittsorientierter gebaut, dies muss bei uns noch mehr "organisiert" werden.Die Bodensee Agenda 21 war bisher ein sehr gutes Gefäß um solche Querschnittsthemen grenzüberschreitend aufs Tableau zu setzen. Die IBK-Vorsitzländer greifen dies auch mit querschnittsorientierten Jahresthemen auf, etwa Vorarlberg 2010 mit „Sozialkapital und Nachhaltigkeit“ oder St.Gallen 2011 mit „grenzüberschreitend gesund“.
Damit dies auch im schwierigen Kontext der Grenzregion funktionieren kann, bedarf es eines langen Atems und einiger Ressourcen. Nicht nur deswegen setzt sich die IBK dafür ein, dass die EU weiterhin auch Fördermöglichkeiten für starke Regionen vorsieht, damit diese ihre Innovationspotentiale erhalten und nutzen können, wovon wiederum andere Regionen profitieren.
Bereits heute sind etliche regionale Entwicklungsprozesse im Gang, die Grenzen überschreiten. Dies wird sich weiter verstärken. Dabei geht es nicht nur um die Ländergrenzen, sondern auch um Prozesse zwischen mehreren Gemeinden, Kantonen oder Bundesländern innerhalb einer Nation. Beispiele sind: Vision Rheintal (A), Kooperationsraum Mittleres Schussental (D) oder Neuschaffung einer Region Appenzell-St.Gallen-Bodensee (CH). Hier können verstärkt neue Beteiligungsmodell zum Einsatz kommen. Vor der Hand wären wir froh, wenn wir die Versionen Regionalentwicklung 1.5 und 1.6 am Laufen halten aus denen sich dann weiteres entwickeln kann. Sicher wird Regionalentwicklung mit mehr Beteiligung an grenzüberschreitenden Prozessen einher gehen. Ebenso gewiss ist auch, dass eine neue Qualität in der strategischen Abstimmung zwischen den Prozessen in kleineren Regionen und den einzelnen Ländern sowie zwischen den sektoralen Programmen wie Verkehr, Land- oder Regionalwirtschaft geben muss. In der Kooperation der Länder und Kantone kann die "Integration der Nachhaltigen Entwicklung" dabei eine Impulsfunktion übernehmen, gerade wenn es um Kommunikation und Dialoge geht. Auch muss sich zeigen, ob sich Instrumente wie der 2010 neu geschaffene IBK-Kleinprojektefonds für Begegnungsprojekte bewähren und es gelingt, Bürger, Vereine, Schulen und Kommunen für die Wichtigkeit und den Nutzen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu sensibilisieren und zivilgesellschaftliches Engagement auszulösen. Weiterhin fortsetzen wird sich die Öffnung der sektoralen Gremien und Plattformen in der Bodenseeregion (z.B. Politik, Tourismus, Wirtschaft, Hochschulen und Bildung), um eine gemeinsame strategische Orientierung zu verstärken.
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Dipl.-Ing. Gottfried Lamers, Lebensministerium
Abteilung II/3 Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik
Regions for sustainable change – Regionen erproben den Wandel - Ein Netzwerkprojekt auf europäischer Ebene
RSC (Regions for sustainable change) ist eine Partnerschaft von 12 Organisationen aus acht EU-Mitgliedsstaaten. Die PartnerInnen engagieren sich für einen europaweiten Wandel zu einer kohlenstoffarmen, klimafreundlichen Wirtschaft.
Gestartet wurde das über INTERREG IV C kofinanzierte Projekt bereits im Oktober 2008. In der ersten Projektphase wurde der Regional Climate Confidence Index (RCCI) entwickelt, mithilfe dessen die Fähigkeit der Partnerregionen zur Bewältigung von Problemen infolge des Klimawandels gemessen werden können. Dieser für die Analyse von sieben wichtigen Faktoren eingesetzte Index erlaubt es den Regionen, ihre Fähigkeit, mit dem Klimawandel umzugehen, kritisch zu überprüfen. Er zeigt den Regionen ein Spiegelbild ihrer selbst und einen Vergleich mit anderen Regionen, um daraus Schlussfolgerungen ziehen zu können. Manchen wird ihr Spiegelbild gefallen. Andere werden hoffentlich umdenken und künftig mehr auf ihre „CO2-Linie“ achten. In manchen Fällen wird eine „kohlenstoffarme Diät“ erforderlich sein. Es obliegt jedoch den Regionen, selbst zu entscheiden, welche Rolle sie in der zukünftigen kohlenstoffarmen Wirtschaft im Wert von zwei Billionen USD spielen möchten. Der RCCI-Spiegel hilft ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen. Der RCCI-Bericht ist auf der Projektwebseite www.rscproject.org verfügbar.
Weiters arbeiten die ProjektpartnerInnen daran, die strategische Umweltprüfung (SUP) stärker auf Klimaschutzaspekte auszurichten. Diese Arbeit wird auch von der EU-Kommission selbst beobachtet, da sich die DG Umwelt durch dieses Projekt Input für zukünftige Änderungen der EU Verordnung erhofft.
Das Projekt geht aber nun bereits in seine Endphase und in dieser arbeiten 3 Pilotregionen - Cornwall, Marche und das Burgenland - an einer makroökonomischen Beurteilung der mit der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft verbundenen Risken und Chancen. Gerade das Burgenland kann dabei mit seinem hohen Anteil an erneuerbaren Energieträgern und zahlreichen Unternehmen im green business Sektor punkten. Die Analyse wird von einem Konsortium, gebildet aus einem renommierten englischen Consulting-Unternehmen und ICLEI, dem globalen Netzwerk nachhaltiger Gemeinden und Regionen, erarbeitet. Sie sollte bis Mitte 2011 vorliegen und auch eine übertragbare Methodik für andere Regionen umfassen. Damit sollten auch die Ergebnisse dieses Projekts anderen Regionen zugänglich gemacht werden.
Nähere Infos zu „Regions for sustainable change“ finden sich auf der RSC-Projektwebsite.
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16.12.2010, nachhaltigkeit.at





