Prozess des Monats 01/11: Gemeinde Bergheim
Salzburg
Die Inhalte dieser Seite wurden vom Bundesland Salzburg gestaltet.
1. Kurzprofil zur Gemeinde / Region:
- Bergheim ist ein Dorf bei Salzburg mit rund 4.900 Einwohnern
- Die Gemeinde hat einerseits dörflichen Charakter, andererseits ist Bergheim geprägt von der Stadtnähe und der Vielzahl von Betrieben.
- Die geographische Lage von Bergheim bedingt eine hohe Belastung durch den Durchzugsverkehr.
- Im Herbst 2009 wurde mit dem Agenda21-Prozess begonnen.
- Das im Agenda-Prozess entwickelte Zukunftsprofil wurde im Frühjahr 2010 im Gemeinderat beschlossen.
- Die im Zukunftsprofil definierten ambitionierten Ziele werden laufend – getragen von der Bergheimer Bevölkerung – in Projekten umgesetzt.
2. Ansprechpersonen
Koordinator LA 21-Prozess
Dr. Robert Bukovc
t +43 (0) 662 452021 0
gemeinde@bergheim.at
ProzessbegleiterInnen
DI Peter Jungmeier
SPES-Zukunftsakademie
t + 43 (0)7582 82123-58
jungmeier@spes.co.at
Mag. Johannes Brandl
SPES-Zukunftsakademie
t + 43 (0)7582 82123-42
brandl@spes.co.at
LA21-Leitstelle im Bundesland
Dr. Markus Graggaber
Amt der Salzburger Landesregierung
Abteilung Umweltschutz
t 0662-8042-4738
markus.graggaber@salzburg.gv.at
3. Prozessverlauf der LA 21 in Bergheim
Im Jahr 2009 ist in Bergheim der Wunsch gereift im Rahmen eines breiten Bürgerbeteiligungsprozesses die Wünsche der Gemeindebürger für die Zukunft der Gemeinde zu erfahren und umzusetzen.
Nach Abklärung der Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit Förderungen ist man rasch auf den Agenda 21 Prozess gestoßen und hat sich entschieden, diesen in Bergheim umzusetzen. Die professionelle Begleitung beim Lokalen Agenda 21-Prozess erfolgt durch die SPES Zukunftsakademie aus Schlierbach/OÖ. Ausschlaggebend für die Wahl der SPES Zukunftsakademie war die Erfahrung von SPES mit stadtnahen Gemeinden und deren spezifischen Problemen und Erwartungen.
Als ersten wichtigen Schritt haben wir im Rahmen einer Zukunftswerkstätte eine Vielzahl von Ideen gesammelt, welche zu einzelnen Themenschwerpunkten wie etwa „Ortszentrum“, „Verkehr“ oder „Natur“ gebündelt wurden. Die dabei eingebrachten ca. 300 verschiedensten Ideen wurden in weiterer Folge bewertet, sodass wir erkennen konnten, wo die Schwerpunkte liegen sollten. Im Rahmen weiterer Treffen, wie vor allem den thematischen Zukunftsdialogen, wurden zu diesen Schwerpunkten zentrale Leitsätze, Umsetzungsziele und Projektideen erarbeitet und in ein Zukunftsprofil der Gemeinde Bergheim gegossen. Dieses Zukunftsprofil wurde bereits im Frühjahr 2010 vom Gemeinderat beschlossen und stellt nun unseren Richtungsweiser und unsere Messlatte für zukünftige Entscheidungen dar.
Im Rahmen einer Projektwerkstatt wurden anschließend die ersten Projektideen ausgewählt und aus ihnen umsetzungsreife Konzepte entwickelt und umgesetzt.
Details siehe www.bergheim.at – weiter unter Lokale Agenda 21
Projekte und Aktionen
„Jugendrat in Verbindung mit dem Gemeinderat"
Bergheimer Jugendliche machen sich Gedanken, wie man einen Jugendrat in Bergheim gründen kann und eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde funktionieren kann.
Pedibus = zu Fuß begleitet
Auf den Schulbus verzichten und die Kinder gemeinsam zu Fuß zur Schule begleiten.
„Planungsgruppe: Ortszentrum neu"
Ortszentrumsplanung mit BürgerInnen und Spezialisten. Wie erhalte ich die Kaufkraft im Ort? Wie belebe und gestalte ich das Ortszentrum? Architektenwettbewerb mit Student/innen.
Lächeln und Grüßen – ganz selbstverständlich
Grüßen soll in Bergheim selbstverständlich sein. Im Rahmen eines Projektes in Zusammenarbeit mit der Volksschule wurde dieses Thema aufbereitet und in der Gemeinde multipliziert.
„Soziale Dienste-Nachbarschaftshilfe"
Hilfe bei der Bewältigung des Alltagslebens. Zeit verschenken, vor allem für einsame Menschen.
Radwege
Verbesserung der Radwege im Zentrum und zu den anderen Ortsteilen
Natürlicher Lebensraum – Rückzugs- und Erholungsbereiche
Wo und wie kann in unserer Gemeinde der natürliche Lebensraum als Rückzugs- und Erholungsbereich erhalten werden?
„Großer Saal, Veranstaltungszentrum" – Kulturzentrum „Haus der Begegnung"
BürgerInnen überlegen, wo und wie man ein „Haus der Begegnung" schaffen kann.
Unterstützung von Eltern (v.a. Alleinerzieher/innen)
Ein Netzwerk für Eltern bzw. AlleinerzieherInnen schaffen und fördern, die nicht auf eigenes Umfeld zählen können.
4. Ausblick
Hinter den verschiedenen Begriffen stehen jeweils konkrete Maßnahmen, woran erkennbar wird, dass Lokale Agenda 21 kein Lippenbekenntnis darstellt, sondern konkrete Maßnahmen hervorbringt. Beispielsweise wird im Projekt Ortszentrum „neu„ / Veranstaltungszentrum eine Gruppe von 20 Architekturstudenten eingebunden. Diese werden – im Rahmen eines Wettbewerbes – Ideen, Planungen und Visionen zur zukünftigen Entwicklung des Ortszentrums vorstellen. Die Präsentation der Ergebnisse und Prämierung des Siegers soll bereits am Ende des Wintersemesters 2010/2011, somit im Frühjahr 2011 stattfinden. Bei der Umsetzung des Wettbewerbes konnte auf die Unterstützung des SIR im Rahmen der Gemeindeentwicklung zurückgegriffen werden. Dabei hat sich für uns gezeigt, dass Ideen aus dem Agenda21-Prozess weiterführend in Projekte der Gemeindeentwicklung eingegliedert werden können.
Eine Darstellung des gesamten Agenda21-Prozesses der Gemeinde Bergheim würde hier den Rahmen sprengen. Die eindruckvollste Erfahrung des Agenda21-Prozesses ist mit Sicherheit, welche Potentiale – völlig unabhängig von Parteipolitik – in der Gemeinde gehoben werden können.
5. Redaktion und Rückfragen
DI Peter Jungmeier
SPES-Zukunftsakademie
t + 43 (0)7582 82123-58
jungmeier@spes.co.at
mehr Info unter www.bergheim.at, weiter unter Lokale Agenda 21 oder per Mail an agenda21@bergheim.at.
23.12.2010, nachhaltigkeit.at








