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Dialog des Monats 01/11

Zum Monatsthema Jänner fragten wir mehrere ExpertInnen nach ihren Ansichten, Meinungen und Erfahrungen zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Markus Langer
Foto: agrarhochschule.at
Dr. Markus E. Langer, Geschäftsführer FORUM Umweltbildung (www.umweltbildung.at)
 
 
Das FORUM Umweltbildung

Mehr als 25 Jahre Umwelt-Bildung für nachhaltige Entwicklung in Österreich
Das FORUM Umweltbildung ist das österreichische Kompetenzzentrum für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Es bietet im Auftrag des BMLFUW und des BMUKK eine breite Palette an Angeboten für MultiplikatorInnen im Bildungsbereich – von Schulen, über LehrerInnenbildung bis hin zu Universitäten und Erwachsenenbildung.
Vier Arbeitsschwerpunkte kennzeichnen das FORUM Umweltbildung besonders – Unterstützung, Vernetzung, Information und Weiterbildung der Zielgruppen sowie die Entwicklung und Verbreitung innovativer Bildungsansätze.

Unterstützung

Die Unterstützung unserer Zielgruppen sowohl durch die Bereitstellung von Materialien und Unterlagen als auch finanziell ist einer der wichtigsten Schwerpunkte der Arbeit des FORUM Umweltbildung. Eine große Zahl an Publikationen sowie auf unserer Website www.umweltbildung.at aufbereitete Materialien und Beispiele bieten Unterstützung für die Arbeit unserer Zielgruppen. Die Themenpalette reicht von Themen wie Klimawandel und Energie sowie nachhaltiger Konsum über den ökologischen Fußabdruck bis hin zu Themen wie Partizipation von und mit Jugendlichen und SchülerInnen. Auf der Website www.umweltbildung.at sind diese Themen zu finden und noch eine große Zahl an Unterrichtsmaterialien sowie die Möglichkeit unsere Publikationen zu bestellen bzw. herunterzuladen.
Um Projekte auch mit finanzieller Unterstützung durchführen zu können, haben die beiden auftraggebenden Ministerien - das Lebensministerium (BMLFUW) und das Unterrichtsministerium (BMUKK) - auch den Bildungsförderungsfonds eingerichtet, der sich sowohl an Schulen als auch an außerschulische AntragstellerInnen richtet. Über den Fonds werden jährlich mehr als 100 Projekte mit bis zu 10.000€ gefördert.
 
Vernetzung

Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung wird von vielen Einrichtungen in Österreich betrieben. Schulen, NGOs, Unternehmen und auch andere z.B. öffentliche Einrichtungen sind aktive PartnerInnen, die sich untereinander vernetzen. Das FORUM Umweltbildung bietet unterstützend diverse Plattformen. Einerseits sind dies Schulnetzwerke. Hier ist besonders das ÖKOLOG Schulnetzwerk zu erwähnen, das mehr als 370 Schulen in Österreich umfasst und ständig weiter wächst. Außerdem betreut das FORUM Umweltbildung gemeinsam mit dem Verein für KonsumentInneninformation (VKI) auch das Umweltzeichen-Schulnetzwerk mit mittlerweile mehr als 80 Schulen. Auch im Bereich der Erwachsenenbildung betreut das FORUM Umweltbildung das Umweltzeichen für außerschulische Erwachsenenbildung und ein weithin genutztes virtuelles Netzwerk – die Bildungslandkarte. Auf der Bildungslandkarte sind mittlerweile mehrere hundert Bildungseinrichtungen und Angebote eingetragen. Auch auf universitärer Ebene bietet das FORUM Umweltbildung Seiten für nachhaltige Universitäten mit dem „Sustainability Award“ im Auftrag des BMWF (Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung) und des BMLFUW.
Innerhalb dieser Netzwerke finden sich unterschiedliche und vielfältige Angebote. Sie reichen über Internet-Plattformen, Netzwerk- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie Auszeichnungen bis hin zu Förderangeboten über den Bildungsförderungsfonds.
 
Information und Weiterbildung

Das FORUM Umweltbildung hat sich auch als Informationsdrehscheibe für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung in Österreich etabliert. Als zentrales Element  bietet das FORUM die Website www.umweltbildung.at mit über 2200 Inhaltsseiten sowie einer Vielzahl dynamischer Seiten u.a. zu 18 Themen mit Unterrichtsmaterialien, Publikationen, Unterrichtslinks, Methoden, Projekten, usw., an: Ein Angebot das jährlich mehr als eine halbe Million BesucherInnen nutzen und das für eine Vielzahl von Schwerpunkten interessante Vertiefungen, Ideen und Unterstützung bereit hält.
Ein ebenfalls weithin genutztes Angebot des FORUM Umweltbildung ist der Newsletter mit aktuell mehr als 13.500 AbonnentInnen primär aus dem Umweltbildungs- und Nachhaltigkeitsbildungsbereich. Neben der großen Zahl an Publikationen des FORUM Umweltbildung ist die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift „umwelt & bildung“ eines der wichtigsten Produkte des FORUM Umweltbildung. „umwelt&bildung“ bietet interessante Artikel und Interviews sowie Hinweise für alle Interessierten im Bereich Umwelt, Nachhaltigkeit, Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Neben schriftlicher Information setzt das FORUM Umweltbildung auch auf die direkte und persönliche Arbeit mit und für unsere Zielgruppen. Das FORUM Umweltbildung bietet daher eine Vielzahl an Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen, die von spezifischen Workshops über Beratungsangebote bis hin zu mehrsemestrigen Lehrgängen reichen.
 
Innovationen etablieren

Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung zeichnet sich durch ständige Fortentwicklung und Bildungsinnovation aus. Das FORUM Umweltbildung versteht sich als Impuls- und Ideengeber sowie als Motor für innovative Ansätze im Bildungsbereich. Auch in den letzten Jahren hat das FORUM Umweltbildung eine Reihe innovativer Ansätze präsentiert, die neue Zielgruppen angesprochen, neue Ideen generiert und neue Wege aufgezeigt haben.
So ist es zum Beispiel gelungen das Thema Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung als Thema kreativer Auseinandersetzung zu etablieren, wie aktuell auch eine Vielzahl an Kreativprojekten (besonders mit dem Medium Film) zeigen. Auch im Bereich der LehrerInnenbildung konnten besondere Schwerpunkte gesetzt werden: z.B. ein Universitätslehrgang für Bildung für nachhaltige Entwicklung, der wichtige Impulse für pädagogische Hochschulen lieferte. Außerdem spielt das FORUM Umweltbildung im Bereich der Forschung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung sowohl national als auch international eine wichtige Rolle. So etwa bei Forschungsprojekten zu Indikatoren einer Bildung für nachhaltige Entwicklung oder zum Nachhaltigkeitsassessment. Zudem ist das FORUM Umweltbildung Partner in universitären Forschungsprojekten: etwa im Bereich der Forschungs-Bildungs-Kooperation im Rahmen von „Sparkling Science“. Viele weitere Schulen sind auch über diverse Pilotprojekte des FORUM Umweltbildung zu innovative Themen der Umweltbildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung, die gemeinsam mit den Schulen direkt umgesetzt werden, involviert.
 
Das FORUM Umweltbildung ist eine Initiative des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Abt. II/3 Nachhaltige Entwicklung) und des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (Abt. I/9 Politische Bildung und Umweltbildung). Projektträger ist die Umweltdachverband gemn. GesmbH.
 


Clemens Mader
Foto: uni-graz...
Dr. Clemens Mader, Leiter des RCE Graz-Styria an der Universität Graz, Mitglied des Fachbeirates der Österreichischen UNESCO Kommission zur UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung
 
 
Nachhaltigkeit braucht Bildung – BNE von der Theorie in die Praxis am Beispiel der Regional Centres of Expertise on Education for Sustainable Development

Die Vision lautet unsere Zukunft nachhaltiger zu gestalten – sprich sozial gerecht, unter Schutz der  Umwelt und natürlichen Ressourcen sowie einer sozial und ökologisch verträglichen Wirtschaftsentwicklung. Doch was brauchen wir um diese Vision umzusetzen?

Wir brauchen Menschen aller Kulturen, vielfältigen fachlichen Hintergrunds, unterschiedlicher Einstellungen, Gesinnungen und sozialer Herkunft. Wir brauchen gemeinsame Prozesse zur gemeinsamen Umsetzung um gemeinsame Ziele zu verfolgen. Wir brauchen Forschung um Vergangenes zu reflektieren und Zukünftiges zu entwickeln,…. ja, und wir brauchen BILDUNG um miteinander und voneinander zu lernen wie solch große Visionen verwirklicht werden können.
 
Nachhaltigkeit braucht Bildung – Bildung für Nachhaltige Entwicklung.
 
2002 wurde im Zuge des UN World Summit for Sustainable Development die UN Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung für die Jahre 2005 bis 2014 angekündigt. Eine Herausforderung derart globaler Dekaden ist die Umsetzung solcher Ziele auf regionaler und lokaler Ebene. Oft enden globale Aufrufe und Initiativen bestenfalls auf nationalen Ebenen. Dies sollte im Zuge der UN Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht passieren. Unter dem Motto „think global – act local“ präsentierte die United Nations University 2004 das Konzept der Regional Centres of Expertise on Education for Sustainable Development (RCE).
 
Ziel der RCEs ist es, auf regionaler Ebene Netzwerke aufzubauen:
 
a) vertikal, zwischen Bildungseinrichtungen aller Bildungsstufen von Kindergarten über Schulen, Hochschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen sowie
b)..horizontal zwischen Bildungseinrichtungen und öffentlichen (Verwaltung, Politik,…) wie auch privaten Institutionen (Unternehmen, Vereinen,… ).
 
Diese regionalen Netzwerke initiieren Projekte und tauschen Erfahrungen in der Umsetzung derer sowie in Bezug auf besondere regionale Herausforderungen zu nachhaltiger Entwicklung aus.
Der Austausch und die Projekte (2010 weltweit ca. 250 Projekte) finden jedoch nicht nur auf regionaler Ebene statt. Global hat sich innerhalb der ersten fünf Jahre des Bestehens bereits eine Gemeinschaft von über 80 RCEs gegründet, welche in Europa, Asien, Nord- und Süd- Amerika sowie in Afrika angesiedelt sind. Alle RCEs greifen aktuelle Herausforderungen auf, werden regional aktiv und können sich auch auf globaler Ebene mit anderen RCEs austauschen und gegenseitig unterstützen. Dadurch entstehen internationale Projekte. Aktuell wird etwa ein EU Projekt (Education beyond Campus, TEMPUS Programm) unter Beteiligung von vier RCEs aus Ägypten, Portugal, Irland und Österreich umgesetzt, im Rahmen dessen Bildungszentren für Nachhaltige Entwicklung an ägyptischen Universitäten aufgebaut werden um LehrerInnenfortbildung in den Themenbereichen Wasserressourcen, nachhaltige Landwirtschaft, erneuerbare Energie und Biodiversität anzubieten.
 
Auf regionaler Ebene beschäftigt sich etwa das RCE Penang in Malaysien in Zusammenarbeit mit regionalen Fischern, Schrimps-Züchtern, Universitäten und Schulen mit dem Schutz der Mangroven um deren Bedeutung als Ökosystem wie auch als Schutz für den Menschen und Grundlage des Fischfortbestands für zukünftige Generationen hervorzuheben.

In Österreich gibt es seit 2007 das RCE Graz-Styria mit Sitz an der Universität Graz und seit Jänner 2011 das RCE Vienna mit Sitz an der Wirtschaftsuniversität Wien.
Das RCE Graz-Styria setzt seine Schwerpunkte in den Bereichen Bildung für Nachhaltige Entwicklung sowie Nachhaltigkeitsstrategien. So findet beispielsweise im November 2011 in Graz bereits zum fünften Mal eine intergenerationelle Lehrveranstaltung statt. TeilnehmerInnen sind Studierende der Universität sowie auch Personen aus der Gesellschaft welche sich beruflich oder privat mit Nachhaltigkeit beschäftigen oder weiterbilden möchten. Inhaltlich werden in Workshops Methoden zur Prozessgestaltung in Regionen und Wirtschaft vermittelt und erprobt.

In einem weiteren Projekt des RCE Graz-Styria entwickelten Jugendliche aus Trofaiach gemeinsam mit Studierenden der Universität einen Lehrpfad, welcher für die Öffentlichkeit in der Ortschaft zugänglich ist und durch die Österreichische UNESCO Kommission als Dekadenprojekt ausgezeichnet wurde. International ist das RCE in bereits erwähntem Projekt mit Ägypten eingebunden, arbeitet mit dem RCE Crete (Griechenland) an der Entwicklung eines virtuellen Master Studienganges zu Bildung für Nachhaltigkeit (EU ERASMUS Programm: ICT enabled ESD) sowie mit dem RCE Vienna und der United Nations University an Evaluierungsstrategien von RCEs und Hochschulen. Dabei kommt das Grazer Modell für integrative Entwicklungsprozesse, welches auf den fünf Prinzipien Vision, Soziale Netzwerke, Partizipation, Bildung & Lernen sowie Forschung beruht, zum Einsatz (Mader, 2o1o). Anhand dessen werden Prozesse von der Vision bis zur Umsetzung geplant, evaluiert und reflektiert.

An erwähnten Projekten ist zu erkennen, dass es, um zu Entwicklungsmaßnahmen für Nachhaltigkeit regional wie auch global zu kommen, besonders der Einbindung von Personen unterschiedlicher Hintergründe benötigt. Partner unterschiedlicher Fachrichtungen können Erfahrungen einbringen um durch interdisziplinäre Zusammenarbeit neue Lösungswege zu beschreiten. Durch die regionale und globale Netzwerktätigkeit von Bildungs-, Forschungs- und gesellschaftlichen Akteuren, schaffen RCEs zudem einen Raum für transdisziplinäre Zusammenarbeit um innovative Lösungsansätze für eine Nachhaltige Entwicklung zu erproben und umzusetzen.

Erkenntnisse der RCEs im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung (Methoden, Evaluierung, besondere Herausforderungen,… ) welche durch Forschungs- und Bildungsaktivitäten gewonnen werden, werden durch die enge Zusammenarbeit mit international aktiven Organisationen wie der UNESCO, UNECE, der COPERNICUS Alliance (Europäisches Hochschulnetzwerk für Nachhaltige Entwicklung) und der EU einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und tragen somit zur weiteren Umsetzung und Entwicklung global wie auch lokal bei. In der Österreichischen Strategie für Bildung für Nachhaltige Entwicklung wird RCEs aufgrund der engen Kooperation mit Universitäten  besonders im Bereich der regionalen und lokalen Kooperation ein besonderer Stellenwert zugewiesen (bmukk, bmlfuw, bmwf, 2008,  p15).  Und schließlich ruft die EU, in ihren Council conclusions on education for sustainable development von 19. November 2010, Länder und Organisationen auf vermehrt Forschung zu BNE zu betreiben, regionale BNE Stakeholderplattformen zu unterstützen sowie die Kooperation zwischen Ländern und internationalen Institutionen, besonders der UNESCO und UNECE zu fördern (Council oft he European Union, 2010). 

Wir brauchen Menschen aller Kulturen, vielfältigen fachlichen Hintergrunds, unterschiedlicher Einstellungen, Gesinnungen und sozialer Herkunft. Wir brauchen gemeinsame Prozesse, zur gemeinsamen Umsetzung um gemeinsame Ziele zu verfolgen. Wir brauchen Forschung um Vergangenes zu reflektieren und Zukünftiges zu erschaffen,…. ja  und wir brauchen BILDUNG für Nachhaltige Entwicklung um miteinander und voneinander zu lernen wie eine solch große Vision umsetzbar wird.
 
Links:
RCE Graz-Styria: www.rce-graz.at
RCE Global Service Centre: www.ias.unu.at
RCE Vienna: http://www.wu.ac.at/ruw/mitarbeiter/mitarbeiter/rammel
EduCamp: www.educamp.eu
COPERNICUS Alliance: www.copernicus-alliance.org

Literatur:
bmukk, bmlfuw, bmwf; (2008) Österreichische Strategie zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung.
Council oft he European Union; (2010) Council Conclusions on education for sustainable development, 3046th Education,  Youth, Culture, and Sport Council meeting, Brussels, 18 and 19th November 2010.
Mader, C.; (2010) Integrative Entwicklungsprozesse - Das Grazer Modell zu Bewertung und Entwicklung von Nachhaltigkeitsprozessen, In: Lenz, W., Interdisziplinarität - Wissenschaft im Wandel, Erhard Löcker Verlag, Wien, p.311-321. Website: http://tinyurl.com/397mesy
 
Kontakt: clemens.mader@uni-graz.at
 
 

Franz Rauch
Foto: Uni Klagenfurt
Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz Rauch, Universität Klagenfurt
 
 
Bildung für Nachhaltige Entwicklung: Reflexionen zur aktuellen Debatte
 
Das allgemein anerkannte Ziel einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ist die Entfaltung reflektierter Gestaltungs- bzw. Handlungskompetenz von Einzelnen, Gruppen und Gesellschaften. Dies ist auch ein klarer Auftrag im Lichte aktueller Daten zur flächendeckenden belastenden Beeinflussung des Planeten Erde durch Produktionsweisen und Lebensstile moderner Zivilisation. In der UNO-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung (2005-2015)“ ist diese Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit der Menschen im Sinne einer ökonomisch, ökologisch, sozial und damit auch politisch zukunftsfähigen Lebensperspektive das zentrale Anliegen. Die Dekade bietet einen internationalen Rahmen für die Entfaltung von BNE im formalen Bildungswesen sowie bezogen auf informelle und non-formale Bildungsprozesse.
 
Die Österreichische Strategie für BNE: Ausgehend von einer Analyse der nationalen und internationalen Bildungsbemühungen wurde 2008 die Österreichische Strategie zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung von der österreichischen Bundesregierung beschlossen. In das Strategiepapier sind die Expertise und das Erfahrungswissen einer ExpertInnengruppe sowie unterschiedlicher Stakeholder eingeflossen, die an dem vom Bildungsministerium (BMUKK), vom Lebensministerium (BMLFUW) und Wissenschaftsministerium (BMWF) initiierten Dialogprozess zur österreichischen Strategie Bildung für Nachhaltige Entwicklung teilgenommen haben.
 
Auf einer übergeordneten Ebene wird unter „Strategie“ die reflektierte Gestaltung folgender konstituierender Elemente verstanden: Formulierung verbindlicher, hinreichend konkretisierter Ziele, Umsetzungsmaßnahmen, Zuschreibungen von Verantwortlichkeiten, Bereitstellung der notwendigen, insbesondere personellen und finanziellen Ressourcen, adäquate institutionelle Verankerung sowie die Etablierung von Kontroll- und Evaluationsprozessen. Eine Strategie im Rahmen des Problemfeldes einer Nachhaltigen Entwicklung kann nicht als statisch gedacht werden sondern muss vielmehr als lernende Strategie verstanden werden, die sich selbst in kollektiven Aushandlungs- und Feedbackprozessen zum Gegenstand der Reflexion macht. Auf diese Weise wird die Strategie zu einem zukunftsoffenen, sich selbst fortschreibenden und sozialen Prozess.
 
Betrachtet man die Landschaft aktueller BNE-Aktivitäten in Österreich, so ergibt sich ein engagiertes und buntes Bild. Einige Beispiele sollen ohne Anspruch auf Vollständigkeit genannt werden: die Fortführung der bewährten und maßgeblichen Arbeit des FORUM Umweltbildung (www.umweltbildung.at); die Einrichtung des BNE-Dekadenbüros; Auszeichnung von UN-Dekadenprojekten durch die österreichische UNESCO-Kommission; ein kontinuierlich wachsendes Schulnetzwerk ÖKOLOG (Ökologisierung von Schulen) und die Vergabe des Umweltzeichens an Bildungsinstitutionen; Netzwerk und Lehrgang BINE im Bereich LehrerInnenbildung; Sustainability Award für Universitäten und Hochschulen; Entwicklungs- und Forschungsprojekte im Bereich Kompetenzen für BNE; internationale Vernetzungen (UNO, EU, OECD).
 
Die Dekade bietet eine Möglichkeit bestehende Initiativen und Diskurse im Bereich Bildung und Nachhaltige Entwicklung zwischen verschiedenen Zugängen, sei es Umweltbildung, Politische Bildung, Globales Lernen, Friedenserziehung, Gesundheitsförderung, Konsumentenbildung u.v.a., zu fördern. Sie kann einen „Ort“ bieten für Austausch, Reflexion und im besten Fall Kooperation auf dem gemeinsamen Weg zur Gestaltung einer nachhaltige Zukunft. Einen Diskurs auf Augenhöhe zu gestalten, setzt eine gemeinsame Zielsetzung über Partikularinteressen hinweg voraus. Dies ist nicht leicht und wird durch schrumpfende öffentliche Ausgaben zusätzlich erschwert. Dennoch wurden erste Schritte gesetzt (z.B. gemeinsames Sichtbarmachen von unterschiedlichen Aktivitäten in Broschüren und Webpages; gemeinsame Diskussionsveranstaltungen). Weitere Schritte im Sinne gemeinsamer Initiativen müssen allerdings folgen, damit die Dekade bis 2015 nachweisbare Fortschritte zeitigt und somit die notwendige Grundlage für eine dynamische Weiterführung des Prozesses bilden kann.

Dieser Befund korrespondiert mit der Zielsetzung der UNESCO-Strategie für die zweite Hälfte der BNE-Dekade, nämlich
(1) Aufbau von Synergien und Partnerschaften zwischen unterschiedlichen Bildungs- und Entwicklungsstrategien sowie bestehenden Netzwerken,
(2) Aufbau, Austausch und Anwendung von BNE-relevantem Wissen und Kompetenzen,
(3) stärkere Einbeziehung der Zivilgesellschaft.

Die zentrale Frage lautet, wie sich die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mit der Bildungsfrage verschränkt. Interventionen und kritische Reflexionen (Lernen) sind dafür notwendige Eckpunkte.
 
 

Katharina Weber
Foto: gaiauniversity.de
Katharina Weber, Valerie Seitz; Gaia Action Learning Akademie
www.gaiauniversity.de

nachhaltigkeit.at: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Kriterien für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung?
 
Einer der wesentlichsten Punkte bei der Identifizierung von Kriterien für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung ist die inhärente Konsequenz eines solchen Bildungskonzepts. Nachhaltige Bildung integriert Bildungsinhalte, Bildungsmethodik und - umsetzung. Der Einsatz von Personal, Gebäuden und Lehrmitteln wird genauso in die Betrachtung einbezogen wie die Lehrinhalte und deren Verwirklichung und Anwendung.

Valerie Seitz
Foto: gaiauniversity....
Somit ergibt sich eine neue Komplexität und Durchdringung eines Bildungskonzepts für nachhaltige Entwicklung. Unter anderem sind folgende Kriterien zu betrachten:

1. Die Motivation der Lernenden durch selbstbestimmtes Lernen und das Erleben von Selbstwirksamkeit durch die Anwendung des Gelernten in nachhaltigem Handeln
2. Die Entwicklung von Fähigkeiten in zentraler Bedeutung im Lernprozess  - ein Wissenstransfer erfolgt dann im für das konkrete Handeln notwendigen Ausmaß
3. Die, wo möglich, multifunktionelle, Nutzung  sowohl personeller als auch finanzieller Ressourcen
4. Die konkrete und möglichst zeitnahe Umsetzung des Gelernten in nachhaltiges Handeln oder nachhaltigen Projekten

nachhaltigkeit.at: Wie gestaltet sich erfahrungsorientiertes Lernen in Nachhaltigkeitsprojekten bei Gaia University?
 
Indem die Lernenden direkt in den Projekten Erlerntes in der Praxis von nachhaltigen Projekten umsetzen, können sie die Stärken und Mängel des Erlernten in der konkreten Situation überprüfen und gegebenenfalls an die Realität der Notwendigkeiten anpassen. Die Theoriebildung und Planung erfährt ihre notwendige Korrektur in der Realität. Lernende erleben sich selbst als wirksam Handelnde, was ihre Motivation zum Lernen und Weiterentwickeln ihrer Fähigkeiten steigert. Projekte erfordern fachübergreifendes Denken und Planen und die Integration verschiedener Fachrichtungen wird zur Selbstverständlichkeit. Die Lernenden sind als Einzelne bedeutsam für das ganze Projekt. Die Vielfältigkeit des Geschehens erfordert Vielfältigkeit und Flexibilität im Planen und Durchführen im Sinne des Projektziels. Das reale Setting ermöglicht den Lernenden ein schnelleres und vollständigeres Erfassen  der wichtigen Aspekte und die  Herausforderungen, die auf Ihn/Sie zukommen können. Durch direkte praktische Erprobung des Gelernten unter Anleitung erfahrener Mentoren wird die Lernerfahrung vertieft. Durch Reflexion und Dokumentation des Lernprozesses in der praktischen Umsetzung werden Kompetenzen und Fertigkeiten ausgebaut und als bewusstes Können den Lernenden präsent. Durch ein direktes Erleben des Resultats kommen direkt wieder neue Energie in den Lernkreislauf – die Lernenden  wollen noch mehr lernen, ausprobieren, schaffen.
 
Zu bedenken ist dabei, dass es Raum für Experimente, eine Fehlerfreundlichkeit braucht. Es kann nicht von Anfang an ein hoher Standard gewährleistet werden (aber von einem Lehrling erwartet man auch kein Meisterwerk). Erfahrungsorientiertes Lernen braucht ein höheres Maß an Motivation, den Eigenantrieb zu lernen, auszuprobieren und die Lernenden müssen die Bescheidenheit haben, klar zu sehen, was allein erreicht werden kann und was nicht und wann und wer um Unterstützung gefragt werden muß.
Es hängt von der Persönlichkeit und dem Lerntyp ab, ob sich zusätzliches Wissen durch Literatur, Recherche oder Fachleute und/oder Erfahrung eingeholt werden.
Erfahrungslernen dient nicht in erster Linie der Erlangung von Prüfungsergebnissen, sondern der Kompetenzerweiterung durch Erzielung von Ergebnissen in Projekten und der Reflexion der Lernprozesse durch Mentoring und dokumentatorische Tiefenreflexion. Lernergebnisse können nicht einfach durch Prüfungen abgefragt und bewertet werden, sondern müssen durch sorgfältige Evaluation des gesamten Prozesses eingeschätzt werden.

 
Edith Weninger
Foto: dekadenbuero.at
Mag.a Edith Weninger, Dekadenbüro (
www.dekadenbuero.at)
 
Um die österreichischen Aktivitäten im Rahmen der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014) zu koordinieren und sichtbarer zu machen, haben das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur im Jahr 2008 ein Dekadenbüro installiert. Neben der Öffentlichkeits- und Informationsarbeit ist die Vernetzung all jener Akteurinnen und Akteure in
Logo Dekadenbüro
Foto: dekadenbuero.at
Österreich, die im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung tätig sind, eine der zentralen Aufgaben des Dekadenbüros.

Bildung spielt eine zentrale Rolle, um einen gesellschaftlichen Wandel in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung zu realisieren. Die Vereinten Nationen haben aus diesem Grund die Jahre 2005 bis 2014 zur „UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen. Die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung sollen mit dieser Initiative weltweit in den nationalen Bildungssystemen verankert werden.
 
Die grundsätzlichen Aufgaben des Dekadenbüros sind in der Österreichischen Strategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung festgehalten. Diese sind:
• Bekanntmachung der UN-Dekade, Öffentlichkeitsarbeit
• Vernetzung national und international: Einbindung von Expertinnen und Experten, Plattform für Akteurinnen und Akteure, Aufbau und Ausbau von Netzwerken
• Dokumentation, Evaluation und Verbreitung erfolgreicher Praxisbeispiele.
 
Die Österreichische Strategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung kann in Österreich bereits auf wesentliche Grundlagen, Erfahrungen und Initiativen aufbauen.
Das gilt insbesondere für die Bereiche:

• Politische Bildung und Menschenrechtsbildung (Unterrichtsprinzip; UN-Dekade für Menschenrechtsbildung)
• Umweltbildung und Gesundheitsbildung (Unterrichtsprinzipien)
• Globales Lernen (entwicklungspolitischer Grundsatzerlass)
• Soziales Lernen (interkulturelles Lernen, Vereinbarungskultur, Reflexionsvermögen, Selbstverantwortung, u.a.m.)
 
Mit der Österreichischen Strategie zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung wird das Ziel verfolgt, den Bewusstseinswandel Richtung Nachhaltigkeit bei Lernenden und Lehrenden zu unterstützen und auch die Akteurinnen und Akteure zu vernetzen. Die Strategie umfasst die dafür relevanten Elemente:

• Verankerung im Bildungssystem
• Partnerschaften und Netzwerke
• Entwicklung von Kompetenzen der Lehrenden
• Forschung und Innovation
• Entwicklung von Szenarien
• Monitoring und Evaluation
 
Im Rahmen der UN-Dekade werden außerdem Projekte für besonderes Engagement im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Die Auszeichnung soll einerseits die Anliegen der UN-Dekade sichtbarer machen und andererseits die einzelnen Akteurinnen und Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung unterstützen.
 
Auf der Website des Dekadenbüros www.bildungsdekade.at findet man Informationen darüber, wie die „UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in Österreich und international umgesetzt wird.

Inhaltlich widmet sich das Dekadenbüro jährlich einem Thema der acht UNESCO-Handlungsfelder - nach den Jahresthemen „Nachhaltiger Konsum“ und „Lebensvielfalt“ folgt im Jahr 2011 das Thema „Stadt UND Land nachhaltig entwickeln“. Breit gefächerte Informationen zu den Jahresthemen finden sich auf der Website, fokussiert werden die Themen bei der alljährlichen Vernetzungsveranstaltung behandelt. Das Dekadenbüro lädt alle Akteurinnen und Akteure sowie Interessierte der Bildung für nachhaltige Entwicklung zum Diskurs ein!


 
Inex
Foto: www.inex.org
Fabienne Babinsky und Philipp Schöffmann, INEX, www.inex.org
 
 
Nachhaltigkeit lernen – nachhaltig lernen?
 
Nachhaltige Entwicklung gilt als die größte Herausforderung der heutigen Zeit. Klimawandel und Umweltschutz, Ressourcenmanagement, Friede und humanitäre Sicherheit sind als wichtigste Themen des menschlichen Daseins unbestritten. Als definiertes Ziel gilt die Verbesserung der Lebensqualität und Befriedigung von Bedürfnissen der Gegenwart, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.
 
Warum Bildung für Nachhaltige Entwicklung?
 
Unzählige Antworten auf diese Frage könnten aufgezählt werden. Wir möchten ihnen hier eine sehr anschauliche darbieten: Die Suchmaschine Google bietet zurzeit rund 4,6 Millionen Seiten zu den Schlagworten „nachhaltige Entwicklung“ an – in deutscher Sprache. Greift man auf den ursprünglich englischsprachigen Begriff „sustainable development“ zurück bietet Google gar 21,8 Millionen Treffer. Gleichzeitig wird eine immer größere Anzahl an wissenschaftlichen Arbeiten zum Themenkomplex Nachhaltigkeit und dessen zahlreichen Teilaspekten publiziert. Ob diese Vielfalt an Informationen zum einfacheren Verständnis des sperrigen Begriffs und stärkerer Identifikation mit Prinzipien der Nachhaltigkeit führt ist jedoch fraglich. Obwohl sich Österreich international als Umweltvorreiter positionieren konnte (Martinuzzi & Leschnik, 2009) dürfte der wesentlich weiter und tiefer greifende Ansatz nachhaltiger Entwicklung nicht bekannt sein. In Deutschland können gar nur 10% der Bevölkerung mit dem Begriff konkrete Implikationen verbinden (Kuckartz & Rheingans-Heintze, 2006). Gleichzeitig sehen 72% der in der UN Global Compact-Accenture CEO Studie 2010 befragten Geschäftsführer „Bildung“ als den kritischen globalen Entwicklungsfaktor für den Erfolg ihrer Unternehmen. Der Handlungsbedarf ist wohl allein mit diesen beiden Fakten darlegbar.
Als Antwort, und um die notwendigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zusammenhänge näher bringen zu können, haben die Vereinten Nationen für 2005 bis 2014 die Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerufen.
 
Was ist Bildung für Nachhaltige Entwicklung?
 
Die von der Österreichischen Bundesregierung im April 2002 beschlossene Österreichische Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung setzt auf ressortübergreifende, interinstitutionelle Maßnahmen, um den aktuellen Trends, die gegen eine nachhaltige Entwicklung sprechen, entgegenzuwirken. Raum für innovative Ideen soll geschaffen und lebensbegleitendes Lernen gefördert werden. Als eigenes Handlungsfeld soll „Wissen und Wollen“ gestärkt werden, da die Zukunft in den Köpfen und Herzen der Menschen gewonnen wird.
Konzepte und Methoden zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) wurden in vielerlei Arten erarbeitet und haben insbesondere innovative Anwendungsformen alternativer pädagogischer Methoden, wie die der kritischen Pädagogik, ganzheitliche Lernmodelle und neue Zugänge zum experimentellen Lernen hervorgebracht und bis hin zu Reformen von Curricula geführt. Insgesamt haben alle diese Initiativen versucht erfolgversprechende Lernkontexte zu schaffen und Studierende in neue Verständnissphären einzuführen.
 
Erfahrungswerte:
 
Als einer der Agenten von BNE in Österreich hat INEX (the International Network for Educational Exchange) in den vergangenen Jahren an die 500 „Change Maker“ konkret zum Thema Nachhaltige Entwicklung (aus)gebildet.
„INEX will identify, inspire, educate and empower thousands of change makers by 2014“. Mit diesem Leitsatz operiert der österreichische Verein INEX, als Dienstleister im tertiären Bildungssektor, der das Thema „Nachhaltigkeit“ holistisch auf inhaltlicher wie methodischer Ebene aufbereitet und die Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Disziplinen ermöglicht. Die Erfahrungsperspektive der Arbeit bei INEX hat gezeigt, dass Bildung für Nachhaltige Entwicklung nach ganzheitlichen Zugängen verlangt. Holistisch also, im inhaltlichen Sinne, damit ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigend, aber auch holistisch in der methodischen Aufbereitung der Inhalte. Formelles, non-formelles und informelles Lernen muss auf eine Weise kombiniert werden, die es erlaubt, die Lernkapazitäten des Gehirns zu nützen, die benötigt werden um solch komplexe und vernetzte Sachverhalte aufnehmen zu können.
 
Conclusio:
 
Die zu vermittelnden Themen sind genauso vielseitig wie die Art des Lernens vielseitig ist. Austausch und Lernen zwischen den Generationen, zwischen Kulturen, in heterogenen Gruppen: lernen findet in allen Lebensbereichen statt; man kann nicht nicht lernen. Genau das begründet den Bildungsauftrag, den jede/r Einzelne in sich trägt. Sich diesen bewusst zu machen und damit Bildung für Nachhaltige Entwicklung in die eigene Lebenswelt zu übersetzen und das Alltagsbewusstsein zu entwickeln, dass jede Form von Kommunikation bei den Empfängern eine Lernerfahrung bedeutet allein kann die Sperrigkeit des Begriffs auflösen und Breitenwirksamkeit erzielen. Damit kann Nachhaltigkeit im eigenen Leben als Entscheidungsgrundlage gelebt werden und jeder einzelne seine Multiplikatorenrolle wahrnehmen. So sind „nachhaltiges Lernen“ und „Nachhaltigkeit lernen“ wohl zwei Seiten derselben Medaille.
 
 
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Hier finden Sie das Interview mit der Person des Monats Januar, Dr. Ute Stoltenberg.

 

01.02.2011, nachhaltigkeit.at