Monatsthema 01/11: Nachhaltigkeit braucht Bildung
Bildung ist der Hoffnungsträger für gesellschaftliche Entwicklung. Die Bewusstwerdung von sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Konflikten führt die Notwendigkeit eines Umdenkens vor Augen. Allerdings reicht Wissen allein nicht aus, es braucht mehr...
Heute nimmt das Thema Nachhaltigkeit beinahe in jeder Tageszeitung einen Stammplatz ein. Klimawandel, Umweltverschmutzungen oder „Wachstumskrise“ sind zum Mainstream-Diskurs erhoben worden, vor 10 Jahren noch kaum vorstellbar. Dennoch lässt sich kein breites Umschwenken in den kollektiven Verhaltensmustern und globalen Entwicklungstrends erkennen. Die aus der Umweltsoziologie empirisch verifizierte Kluft zwischen Nachhaltigkeitsbewusstsein und –verhalten bestätigt dieses Phänomen (vgl. Diekmann 2001).Das Monatsthema Jänner gibt vor diesem Hintergrund einen Überblick über den Beitrag von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und geht der Frage nach, wie sich unser Bildungsverständnis verändern muss, dass es den Herausforderungen unserer heutigen Zeit gewachsen ist.
Siehe dazu auch den Beitrag von Prof. Dr. Ute Stoltenberg, Person des Monats 01/11.
1. Bildung neu denken
Allgemein Bildung als Schlüssel zu postulieren ist zu wenig. Anerkannte Studien wie die der OECD machen zwar deutlich, dass in Österreich die wirtschaftlichen Vorteile einer tertiären Ausbildung weiter zugenommen haben. So verdienten nach einer aktuellen OECD Studie Hochqualifizierte 2008 im Schnitt 60 Prozent mehr als Erwerbstätige, die nur über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Darüber hinaus gilt Wissen mittlerweile als wichtigster „Produktivitätsfaktor“ (OECD 2010: Bildung auf einen Blick www.oecd.org/de/bildungaufeinenblick). Will man jedoch eine nachhaltige Entwicklung fördern, muss die gesellschaftliche Bedeutung von Bildung anhand von umfassenden Nachhaltigkeitsindikatoren bewertet und entsprechende bildungspolitische Maßnahmen getroffenwerden (siehe dazu auch Punkt 3.4, Forschungsprojekt BNE Indikatoren).
Würde rein hypothetisch ein höherer Bildungsgrad auch ein ausgeprägtes Umweltengagement gekoppelt mit Zahlungsbereitschaft bedeuten, würde dies noch keinen Vorsprung hinsichtlich der Umweltwirkung garantieren. Sichtbar wird das am Beispiel Wohnen: Der Pro-Kopf Heizwärmebedarf einer vierköpfigen Familie in einer 75m²-Wohnung ist nur so groß wie der eines Paares in einem Reihenhaus mit 120m² Wohnfläche. Selbst wenn das besser gestellte Paar über ein ausgeprägtes Umweltengagement verfügt und bereit ist, zusätzliche Kosten für die Ausführung des Eigenheims als Niedrigenergiehaus zu tragen, wird es ihm kaum gelingen, den Einspareffekt auszugleichen, den die BewohnerInnen der 75m² Wohnung allein durch ihre geringe Wohnfläche erzielen, ohne dass für sie Werte wie Umweltschutz oder Ressourcenschonung eine besonders hohe Priorität besitzen (Stieß, Götz, 2002, S. 249) Dieser „Bildungs-Reboundeffekt“ ergibt sich auch aus der kürzlich durchgeführten österreichweiten Untersuchung von „Energieverbrauchsstilen“.
Diese Beispiele zeigen deutlich die Komplexität des gesellschaftlichen Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung. Hier braucht es ganzheitliche Bildungsansätze um sich diesen Problemfeldern anzunähern.
Die UNESCO Initiative „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ die bisher isolierte Bereiche wie Umweltbildung, Friedenserziehung, globales Lernen, Eine-Welt-Pädagogik, politischen Bildung, Ethik, Philosophie, Reformpädagogik bis hin zu feministischen Bildungsansätzen, etc. integriert bzw. unter einem gemeinsamen Dach verbindet, bietet einen solchen ganzheitlichen Ansatz.
Im Rahmen dieses Monatsthemas können wir nur einen groben Überblick über die Entwicklung und den momentanen Diskurs zu BNE geben; anhand der Angaben und Links unter Punkt 3. (Projekte und Initiativen) bzw. über die unter Punkt 4. angeführten Publikationen können Sie sich aber inhaltlich weiter vertiefen.
2. Bildung für nachhaltige Entwicklung
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat in ihrer 57. Versammlung im Dezember 2002 die Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005–2014“ beschlossen. Allgemeines Ziel der Dekade ist die Integration und stärkere Verankerung des Themenbereichs nachhaltige Entwicklung in die nationalen Bildungsvorhaben der UNO-Mitgliedsstaaten.
In Österreich setzt das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur setzt kontinuierlich und seit 2002 verstärkt Schritte zur Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf verschiedenen Ebenen.
Bei einem Treffen hochrangiger VertreterInnen der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) in Vilnius hat Österreich im Jahr 2005 , vertreten durch das Unterrichtsressort und das Umweltressort, die UNECE-Strategie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ mit verabschiedet und deren Umsetzung zugesagt (siehe auch hier). Ziel dieser Strategie ist es, die UNECE-Mitgliedstaaten zu ermutigen, BNE zu entwickeln und in ihre formellen, nicht-formellen und informellen Bildungssysteme einzugliedern.
Im Dezember 2006 bestätigte die UNECE die von einer international besetzten ExpertInnen-Gruppe entwickelten BNE-Indikatoren und bekräftigte ihre Absicht, die Implementierung ihrer BNE-Strategie in den einzelnen Ländern mithilfe dieses Indikatorensets zu evaluieren. Bis 2010 (Phase II ) bzw. 2015 (Phase III) sollten die einzelnen UNECE-Staaten nationale Reports über Erfolg bzw. Qualität der Umsetzung der UNECE-Strategie vorlegen.
Die Erstellung des ersten nationalen UNECE-Reports erfolgte in einem breiten Multi-Stakeholder-Prozess, der im Auftrag des BMUKK vom Forum Umweltbildung koordiniert wurde. Ergebnis ist der im Juli 2010 veröffentlichte UNECE-Report für Österreich, der auf den Seiten des österreichischen Dekadenbüros zum Download bereit steht (Endbericht in englischer Sprache, Zusammenfassung in deutscher und englischer Sprache). Weitere Informationen hier.
2.1. Österreichische Strategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung
Am 12. November 2008 wurde die „Österreichische Strategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung“ durch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft sowie das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung in den Ministerrat eingebracht und beschlossen (siehe hier).
Mit der Österreichischen Strategie Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen der Bewusstseinswandel in Richtung Nachhaltigkeit bei Lernenden und Lehrenden unterstützt und BNE-AkteurInnen vernetzt werden.
Die Strategie Bildung für nachhaltige Entwicklung verfolgt folgende Ziele:
• Verankerung des Themenbereichs „Nachhaltigkeit“ im Bildungssystem
• Initiierung und Stärkung von Partnerschaften und Netzwerken
• Entwicklung von Kompetenzen der Lehrenden
• Intensivierung von Forschung und Innovation
• Entwicklung von Szenarien für nachhaltige Entwicklungsmodelle
• Monitoring und Evaluation
Download der Österreichischen Strategie zur BNE (pdf, 411 kB)
Download der Österreichische Strategie zur BNE, Kurzfassung (pdf, 77 kB)
Ziel der Österreichischen Strategie Bildung für nachhaltige Entwicklung ist es, einen breiten gesellschaftlichen Lernprozess und Bewusstseinswandel in Gang zu setzten, um aktuelle globale Herausforderungen auf der Bildungsebene für eine nachhaltige Entwicklung aktiv aufzugreifen: z.B. in den Gebieten des Klimaschutzes, der CO2- und Verkehrsreduktion, der Stärkung einer regionalen Lebensmittelproduktion,des fairen Handels und Konsums, nachhaltiger Wirtschaft, des sozialen Zusammenhaltes u.v.m. Bestehende nationale und europäische Initiativen zur Umwelt- und Gesundheitsbildung, zum lebensbegleitenden Lernen, zu sozialem und globalem Lernen sowie zur Politischen Bildung bilden unterstützende Grundlagen.
Zentraler Bestandteil der Initiativen ist die Bewusstseinsbildung und Identifikation mit dem Lebensraum. BNE ist daher nicht nur Wissensvermittlung, sondern handlungsorientiertes politisches Lernen. Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist es, Lernenden Kompetenzen und Fähigkeiten mit auf den Weg zu geben, die es ihnen ermöglichen, aktiv und eigenverantwortlich die Zukunft mit zu gestalten. Wesentlich ist, bereits angewandte pädagogische Prinzipien wie Interdisziplinarität, Wertorientiertheit, kulturelle Sensibilität, Problemlösungsorientiertheit, methodische Vielfalt, Partizipation und lokale Relevanz weiterzuentwickeln und weiter zu verbreiten. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist keine statische Anforderung, sondern ein Prozess, der ständige Weiterentwicklung und Anpassung an die gegebenen Herausforderungen voraussetzt. Monitoring und Evaluation haben daher einen wichtigen Stellenwert.
Eine Stellungnahme der OECD-Bildungsminister besagt: „Nachhaltige Entwicklung und sozialer Zusammenhalt hängen entscheidend von den Kompetenzen der gesamten Bevölkerung ab – wobei der Begriff ´Kompetenzen` Wissen, Fertigkeiten, Einstellungen und Wertvorstellungen umfasst.“ (OECD 2005). Die mit dem Begriff BNE verbundenen Kompetenzen wurden unter dem Konzept der Gestaltungskompetenz ausformuliert. „Mit Gestaltungskompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Das heißt, aus Gegenwartsanalyse und Zukunftsstudien Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit ziehen und darauf basierende Entscheidungen treffen, verstehen und individuell, gemeinschaftlich und politisch umsetzen zu können...“
Die Gestaltungskompetenz lässt sich in 10 Teilkompetenzen aufgliedern:
- Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
- Vorausschauend denken und handeln
- Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln
- Gemeinsam mit anderen planen und handeln können
- An Entscheidungsprozessen partizipieren können
- Andere motivieren können, aktiv zu werden
- Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können
- Selbstständig planen und handeln können
- Empathie und Solidarität für Benachteiligte zeigen können
- Sich motivieren können, aktiv zu werden (OECD 2005)
Die Organisation und Umsetzung der UN-Dekade erfolgt federführend durch die vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) geschaffenen Ressourcen und Strukturen. Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) begleitet den Prozess durch Forschung und Lehre. Zur Entscheidungsvorbereitung hinsichtlich der Umsetzung von Programmen und Maßnahmen der Strategie wird ein Kuratorium Bildung für Nachhaltige Entwicklung eingesetzt. Das Österreichische Dekadenbüro Bildung für Nachhaltige Entwicklung (www.dekadenbuero.at) koordiniert und unterstützt die operative Umsetzung der Strategie und die Vernetzung von BNE- Akteurinnen und Akteuren. Die aktive Mitarbeit von AkteurInnen im gesamten Prozess wird z.B. durch ExpertInnen-Round Tables gefördert.
2.3 UNESCO-Weltkonferenz „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“
2009 fand in Bonn die Weltkonferenz „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ statt. Während der Konferenz wurde die Relevanz von Bildung für Nachhaltige Entwicklung für Bildung allgemein hervorgehoben. Zudem wurde die bisherige Implementierung der UN-Dekade resümiert. Am Ende der Konferenz, die über 700 TeilnehmerInnen aus 150 Ländern zählte, wurde die Bonner Erklärung verabschiedet. In ihr wird dazu aufgerufen weltweit die Bildungssysteme neu auszurichten, um die Weichen für eine menschenwürdige Zukunft zu stellen.
Zur Bonner Erklärung
3. Projekte und Initiativen (alphabetisch geordnet)
Siehe auch die Gastkommentare von Mag. Dr. Franz Rauch und Dr. Markus Langer.
3.1 AISHE 2.0 (BNE Self-Assessment für Universitäten)
Das primäre Ziel dieses internationalen Forschungsprojekts ist die Weiterentwicklung von AISHE 1.0, einem integrativen Assessment-Tool für nachhaltige Hochschulbildung. Mittels Erweiterung der qualitativen und quantitativen Indikatorensets soll der ursprüngliche AISHE Ansatz stärker als bisher auf BNE akzentuieren, wobei der Charakter eines Self-Assessment-Instruments für HochschulakteurInnen beibehalten werden soll. Innerhalb des Projekts übernahm das FORUM Umweltbildung die Koordination des Moduls „Operation and Management“, respektive die Entwicklung und Erprobung von speziellen Indikatorensets für den universitären Verwaltungsbereich.
AISHE 2.0: Projektbeschreibung (pdf, 111 kB)
AISHE 2.0: Projektnetzwerk (pdf, 165 kB)
AISHE 1.0: Download
3.2 Bildungslandkarte - Orte der Bildung für nachhaltige Entwicklung
Mit der Bildungslandkarte finden Sie österreichische Orte der Bildung für nachhaltige Entwicklung mit ihren Projekten, Initiativen, Kampagnen und weiteren Angeboten. Hier bietet das Forum Umweltbildung eine Plattform für mögliche KooperationspartnerInnen, innovativen Projektideen, Unterrichtsmaterialien oder zum eigenen Verorten in der Bildungslandkarte.
Derzeit sind in der Bildungslandkarte mehr als 200 Projekte in rund 300 Organisationen/Schulen eingetragen.
3.3 Dekadenprojekte
Eine zentrale Strategie im Rahmen der Umsetzung der UN-Dekade ist die Unterstützung der lokalen AkteurInnen. Die österreichische UNESCO-Kommission stellt diesen Gedanken in den Mittelpunkt und verleiht seit 2006 zwei Mal pro Jahr die Anerkennung "UN-Dekaden-Projekt" für herausragende Projekte.
Alle Informationen zur Einreichung finden Sie auf der Bildungslandkarte. Weitere Angaben zur Auszeichnung von UN-Dekaden-Projekten erhalten Sie auf der Website der Österreichischen UNESCO-Kommission.
Details
Aufbauend auf den Ergebnissen der Pilotstudie soll das Forschungsprojekt BNE Indikatoren einerseits eine internationale „learning community“ zu BNE Indikatoren initiieren und andererseits praxisrelevante Aussagen zu der Entwicklung und Anwendung von konkreten BNE-Indikatoren im formalen Bildungsbereich treffen. Dabei wird versucht, das zur Zeit noch dramatische Wissensdefizit zu BNE Indikatoren in der Entwicklung, aber auch in der Anwendung zu beheben. Mit Partnerinstitutionen aus der Schweiz (Uni Bern) und aus Deutschland (Uni Lüneburg, FUBerlin) sollen im Rahmen des Projekts mehrere – sowohl theoretisch fundierte als auch praktisch erprobte – BNE Indikatorensysteme für verschiedene formale Bildungsstufen (primär, sekundär und tertiär) erarbeitet werden. Besondere Aufmerksamkeit wird hierbei auf die Kompatibilität mit der herkömmlichen Bildungsberichterstattung gelegt.
Forschungsprojekt BNE Indikatoren: International (pdf, 31 kB)
Forschungsprojekt BNE Indikatoren: Österreich (pdf, 271 kB)
3.5 FORUM Umweltbildung
Das FORUM Umweltbildung ist das österreichische Kompetenzzentrum für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Es bietet im Auftrag des BMLFUW und des BMUKK eine breite Palette an Angeboten für MultiplikatorInnen im Bildungsbereich - von Schulen über LehrerInnenbildung bis hin zu Universitäten und Erwachsenenbildung.
Vier Arbeitsschwerpunkte kennzeichnen das FORUM Umweltbildung besonders - Unterstützung, Vernetzung, Information und Weiterbildung der Zielgruppen sowie die Entwicklung und Verbreitung innovativer Bildungsansätze.
Näheres unter www.umweltbildung.at
3.6 Gaia Action Learning Akademie - praxisorientiertes Studieren
Die Gaia Action Learning Akademie ist ein ambitioniertes Studienangebot, Nachhaltigkeit bereits im Studium umzusetzen und erfahrbar zu machen. Studierende können Bachelor- und Master-Abschlüsse mit praxisorientierten Nachhaltigkeitsprojekten erwerben. Näheres zu diesem "Action Learning"-Ansatz im Gastkommentar von Katharina Weber und Valerie Seitz der Gaia Aktionsakademie Deutschland.
Link zur Gaia-Universität
3.7 Hauptschule trifft Hochschule
Das Projekt „Hauptschule trifft Hochschule“ lässt StudentInnen und HauptschülerInnen von- und miteinander lernen. Das Paulo Freire Zentrum initiierte dieses nicht alltägliche Lernexperiment, das mit dem Sparkling Science Award ausgezeichnet wurde. „Hauptschule trifft Hochschule“ ist ein innovatives Lernprojekt, in dem zukünftige Eliten und Kinder aus einfachen Verhältnissen in einem gemeinsamen Lern- und Forschungsprojekt zusammenarbeiten.
Details
3.8 International Network for Educational Exchange (INEX)
„INEX will identify, inspire, educate and empower thousands of change makers by 2014“. Mit diesem Leitsatz operiert der österreichische Verein INEX, ein Dienstleister im tertiären Bildungssektor, der das Thema „Nachhaltigkeit“ holistisch auf inhaltlicher wie methodischer Ebene aufbereitet und die Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Disziplinen ermöglicht.
Mehr im Gastkommentar von Fabienne Babinsky und Philipp Schöffmann und auf www.inex.org
3.9 ÖKOLOGisierung von Schulen - Bildung für Nachhaltigkeit
ÖKOLOG ist das Basis-Programm des Unterrichtsministeriums zur Bildung für Nachhaltigkeit und Schulentwicklung an österreichischen Schulen.
Details
3.10 Österreichisches Umweltzeichen für außerschulische Bildungseinrichtungen
Mit den Anforderungen der Umweltzeichen-Richtlinie für Außerschulische Bildungseinrichtungen soll bei Bildungseinrichtungen, welche die Kriterien umsetzen, ein dynamischer Prozess der Weiterentwicklung in Richtung Nachhaltigkeit in Gang gebracht werden. Dieser Prozess soll über die zertifizierte Organisation hinaus auch auf die KursteilnehmerInnen dieser Bildungseinrichtung wirken. Die Umweltzeichen-Richtlinie gliedert sich in die zwei Bereiche Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Umweltmanagement.
Details
3.11 Regional Center of Expertise (RCE)
Das RCE Graz-Styria wurde 2007 im Rahmen der UN Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 - 2014" als Teil des internationalen RCE Netzwerkes "Global Learning Space for Sustainable Development" (GLS) gegründet. Diesem Netzwerk gehören mittlerweile über 70 RCEs in Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien an. Die globale Koordination erfolgt durch die United Nations University.
Lokal verfolgen RCEs das Ziel, Nachhaltigkeitsinitiativen zu vernetzen, neue innovative Aktivitäten zu setzen sowie den Wissensaustausch zwischen Universität und Gesellschaft zu fördern.
Das RCE Vienna ist gerade im Entstehen. Näheres im Gastkommentar von Clemens Mader.
http://www.uni-graz.at/rce/rce_team.htm
3.12 Sustainability Award 2010
Im Rahmen der UNESCO-Dekade der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (2005 bis 2014) haben das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft sowie das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung den Sustainability Award für Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen entwickelt und 2008 erstmals in acht Handlungsfeldern vergeben. Der tertiäre Bildungssektor ist gemäß dem Universitätsgesetz 2002 berufen, verantwortlich zur Lösung der Probleme des Menschen sowie zur gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft und der natürlichen Umwelt beizutragen, sodass sich aus Ihren Institutionen erprobte Best-Practice-Beispiele einem größeren Umfeld zur Nachahmung empfehlen. Zur vermehrten Publizität der hervorragenden nachhaltigen Initiativen des tertiären Bildungssektors will der Sustainability Award mit dem prominent besetzten Beirat und einer öffentlichkeitswirksamen Preisverleihung beitragen.
Die acht ausgezeichneten Projekte:
1. Die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik erhält den Award für ihr Bachelorstudienprogramm in „Umweltpädagogik“ im Handlungsfeld Lehre und Curricula.
2. Die Universität für Bodenkultur erhält den Sustainability Award für ihr „Centre for Development Research“ im Handlungsfeld Forschung.
3. Die Universität Innsbruck erhält den Award für ihr Verkehrskonzept im Handlungsfeld Strukturelle Verankerung.
4. Die Fachhochschule Joanneum, Standort Bad Gleichenberg, erhält den Award für ihr Projekt „Nachhaltige Tourismusentwicklung“ im Handlungsfeld Studentische Initiativen.
5. Die Universität Wien erhält den Award für das Mentoringprogramm für Frauen [muv] im Handlungsfeld Verwaltung.
6. Die vier Grazer Universitäten erhalten den Award für „Sustainability4U“, ein gemeinsames Aktionsgremium im Bereich Nachhaltige Entwicklung im Handlungsfeld Kommunikation und Entscheidungsfindung.
7. Die Universität für Bodenkultur erhält den Award für die „Euroleague for Life Sciences“, einem Zusammenschluss mit sechs anderen europäischen Hochschulen für Lebenswissenschaften und deren gemeinsamen Aktivitäten im Handlungsfeld Europäische Integration.
8. Die Universität Graz erhält den Award für das „Regional Centre of Expertise“, einem Zentrum zur Vernetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen in der Steiermark im Handlungsfeld Regionale Integration.
Diese Projekte zeigen in welchem hohen Ausmaß nachhaltige Entwicklung sowohl in Lehre und Forschung als auch in die anderen Tätigkeitsbereiche und in die Strukturen der Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen aufgenommen wurde und ein Thema im Hochschulalltag darstellt.
Weitere Informationen über den Sustainability Award:
www.bmwf.gv.at/forschung/national/nachhaltigkeit/
www.umweltbildung.at/cgi-bin/cms/af.pl?navi
3.13 World Sustainable Development Teach-In Day
Hinter dem World Sustainable Development Teach-In Day steht die Idee, weltweite Debatten und Interaktionen zur Fragen rund um den Themenbereich der Nachhaltigen Entwicklung in Gang zu bringen bzw. zu fördern. Dies bedeutet zum Beispiel, dass eine Präsentation, die ein Professor oder Dozent aus Rio de Janeiro erstellt hat, bei einem Vortrag in New York oder Peking verwendet werden kann. Die weltweite Interaktion zu Fragen der nachhaltigen Entwicklung ist das Wesentliche an dieser einzigartigen Veranstaltung, der größten Bildungsinitiative zur nachhaltigen Entwicklung, die jemals organisiert wurde. Im November 2012 wird die Veranstaltung erneut starten.
Details
4. Weiterführende Publikationen
Rauch, F. & Pfaffenwimmer, G. (In Vorbereitung). Education for Sustainable Development in Austria - Networks for Development and Research. (pdf) In R. Mathar (Ed.) Schooling for Sustainable Development: A Focus on Europe. Springer: Dordrecht.
Rauch, F., & Steiner, R. (2006). School Development Through Education for Sustainable Development in Austria. (pdf) Environmental Education Research, Jg. 12, Heft 1, 115-127.
Professionalisierung und Forschung in der LehrerInnenbildung. Einblicke in den Universitätslehrgang BINE
FORUM Umweltbildung2010, 240 Seiten
EUR 7,00
Neues Lehren und Lernen in der BNE
http://www.umweltbildung.at/cgi-bin/cms/af.pl?contentid=11070
Umweltbildung hat Methode(n) - Bildung für nachhaltige Entwicklung braucht sie erst recht!
http://www.umweltbildung.at/cgi-bin/cms/af.pl?contentid=713
BNE – Ist das wirklich etwas Neues?
Ein Vergleich mit reformpädagogischen Ansätzen
http://www.umweltbildung.at/cgi-bin/cms/af.pl?contentid=11016
UN-Dekade zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung: Initiativen des BMUKK, Stand 2010 (pdf, 1020 KB)
Quellenverzeichnis
Diekmann, A., Preisendörfer, P. (2001): Umweltsoziologie. Eine Einführung. Reinbek.
Rauch, F. & Pfaffenwimmer, G. (In Vorbereitung). Education for Sustainable Development in Austria - Networks for Development and Research. In R. Mathar (Ed.) Schooling for Sustainable Development: A Focus on Europe. Springer: Dordrecht.
Rauch, F., & Steiner, R. (2006). School Development Through Education for
Sustainable Development in Austria. Environmental Education Research, Jg. 12, Heft 1, 115-127.
Stieß, I., Götz, K. (2002): Nachhaltigere Lebensstile durch zielgruppenbezogenes Marketing? In: Rink, Dieter (Hrsg.); Lebensstile und Nachhaltigkeit. Konzepte, Befunde und Potentiale. Reihe "Soziologie und Ökologie", Band 7. Opladen: Leske + Budrich, 247-263
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Lesen Sie hier die Gastkommentare verschiedener ExpertInnen zum Thema.
Person des Monats Jänner ist Dr. Ute Stoltenberg, hier gelangen Sie zum Interview mit ihr.
Autor des Monatsthemas Jänner: Christian Lechner (SERI)
13.01.2011, nachhaltigkeit.at


