Prozess des Monats 03/11: Marktgemeinde Kronstorf
Oberösterreich
Die Inhalte dieser Seite wurden von Franz Forstner, Agenda 21-Kernteamleiter der Marktgemeinde Kronstorf, in Zusammenarbeit mit Bürgermeister Christian Kolarik gestaltet.
1. Kurzprofil zur Gemeinde
Die oberösterreichische Marktgemeinde Kronstorf, im Jahr 834 das erste Mal urkundlich erwähnt, befindet sich im Bezirk Linz-Land in der „Powerregion“ Enns –Steyr. Sie liegt auf einer Seehöhe von 277 Metern und umfasst auf einer Fläche von 21 km² rund 3.150 Einwohner.
Der „Musikant Gottes“, Anton Bruckner, lebte in der Zeit von 1843-1845 als junger Schulgehilfe und Organist in Kronstorf und fühlte sich in dieser Zeit „wie im Himmel“. Bundespräsident a.D. Dr.Dr. Rudolf Kirchschläger verbrachte einen prägenden Teil seiner Jugendjahre in der Marktgemeinde und war auch kurze Zeit Gemeindesekretär. Die Idee zur verstärkten Gemeindekooperationen ging von einem Kronstorfer aus: Minister Florian Födermayr zählt nach dem 1. bzw. 2. Weltkrieg zu den Begründern des oberösterreichischen und österreichischen Gemeindebundes.
Mehrere Europa- bzw. Weltmeisterinnen und Weltmeister z.B. in den Disziplinen Western Reiten (Rudi Kronsteiner) oder Wasserski (Bianca Schall) stammen aus der Marktgemeinde.
Die gute Erreichbarkeit der Marktgemeinde Kronstorf durch die Lage im Zentralraum Oberösterreichs (30 km von Linz entfernt) schlägt sich in einer stetigen Zuzugsdynamik nieder. Die Gemeinde wird wegen der guten Verkehrsanbindung und der hohen Lebensqualität geschätzt. Neben einem sechsgruppigen Kindergarten, in dem u.a. durch eine Native Speakerin Englisch spielerisch vermittelt wird, einer Volks- und Musikschule, stehen durch das Naherholungsgebiet des Ennsflusses in Kronstorf viele Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung. Die Gemeinde verfügt über eine Vielzahl an Kultur- und Freizeiteinrichtung (u.a. Golf, Segeln, Tennis) die von den über 40 Vereinen genutzt werden.
Gewerbebetriebe in unmittelbarer Nähe sowie in den umliegenden Städten Linz, Enns, Steyr bieten Arbeitsplätze, die durch ein neu entwickeltes interkommunales Betriebsbaugebiet erweitert werden. Das österreichweite Mitarbeiterschulungszentrum der Foto & Unterhaltungselektronik-Kette Hartlauer hat Kronstorf als Standort gewählt und der Weltkonzern Google sicherte sich Grundflächen im „Interkommunalen Betriebsbaugebiet Kronstorf-Hargelsberg“.
2. Ansprechpersonen
Marktgemeinde Kronstorf
Bürgermeister Dr. Christian Kolarik
Brucknerplatz 1
4484 Kronstorf
t +43 (0)07225-825610
gemeinde@kronstorf.ooe.gv.at
www.kronstorf.at
Kernteamleiter des „Kronstorfer Zukunftsweges“
Vizebürgermeister DI Franz Forstner, Kernteamleiter
Heidelbeerstraße 2
4484 Kronstorf
franz_forstner@aon.at
Prozessbegleitung
DI Wolgang Mader
SPES Zukunftsakademie
Panoramaweg 1
4553 Schlierbach
t +43 (0)7582-82123-0
www.spes.co.at
LA21-Leitstelle im Bundesland
Amt der Oö. Landesregierung
Direktion Präsidium
Oö. Zukunftsakademie
Kärntner Straße 10-12
4021 Linz
DI Günther Humer
t +43 (0)732-7720-14444
guenther.humer@ooe.gv.at
3. Prozessverlauf der LA 21 in der Marktgemeinde Kronstorf
Im Juli 2009 beschloss der Gemeinderat Kronstorf mit dem Projekt „Lokale Agenda 21“ („Kronstorfer Zukunftsweg“) unter der Betreuung von SPES Schlierbach zu starten. Nach vorausgehenden Vorbereitungen im Kernteam startete das Projekt am 28.2.2010 mit einer Kompakt-Agenda, der Kronstorfer Zukunftswoche. 240 Kronstorferinnen und Kronstorfer nahmen an 19 Veranstaltungen während der Zukunftswoche teil und entwickelten rund 400 Ideen. Das Leitthema „Ich gestalte mit“ sollte auch bei der Findung des Logos einfließen; dieses Motiv bringt die gemeinsame Arbeit im Projekt „Kronstorfer Zukunftsweg“ zum Ausdruck.
Nach einer Projektwerkstatt im April 2010 und daran anschließend zahlreichen Aktivitäten in rund 15 Agenda-Projektgruppen wurde parallel dazu das Kronstorfer Zukunftsprofil ("Gemeinsam mehr für Kronstorf bewegen") entwickelt und im Oktober 2010 einstimmig im Gemeinderat beschlossen. Das ausgezeichnete "Kronstorfer Klima" der parteiübergreifenden Zusammenarbeit ermöglicht es, rasch Projekte voranzutreiben.
Der breiten Bevölkerung wurden das Zukunftsprofil und erste Zwischenergebnisse aus den Projektgruppen am 31.Oktober 2010 beim ersten Kronstorfer Zukunftstag vorgestellt. 170 Bürgerinnen und Bürger haben an der Veranstaltung teilgenommen und sich über den Fortschritt der laufenden 15 Kronstorfer Agenda 21-Arbeitskreise informiert. Die fünf Schwerpunkte des Agenda 21-Zukunftsprofils mit dem Titel "Gemeinsam mehr für Kronstorf bewegen" sind: Wir sind Kronstorf; Nahversorgung ist Lebensqualität; Begeisterte Jugend; Marktzentrum, Ortsteile und Naturraum gestalten, beleben und erhalten; und Energiegeladenes Kronstorf und Landwirtschaft.
4. Ausgewählte Projekte und Aktionen
Grenzenlos Kronstorf und Cafe Frauenzimmer
Ziel ist die Integration aller Bürger/innen von Kronstorf
Grenzenlose Beteiligung und Information aller Bürger/innen von Kronstorf erfordert gegenseitigen Respekt und Akzeptanz. Zugezogene bereichern das Leben in Kronstorf; diese größere Vielfalt gilt es zu entdecken bzw. zu schätzen. Dazu wird entwickelt bzw. angeboten:
-Informationsmappe für Kronstorf
-Kaffee Frauenzimmer – richtet sich an Frauen im Ort, die sich besser kennenlernen wollen (regelmäßiges -Treffen für Frauen)
-Interkulturelles Fest
Mobiler Nahversorger in der Ortsschaft Thaling
Im Ortsteil Thaling ging der Nahversorger verloren; Mit Fleisch und Wurstwaren, Brot, sowie Milch und Molkereiprodukte konnte über mobile Nahversorger eine wöchentliche Mindestversorgung sichergestellt werden. Zusätzlich werden mit einem innovativen Nudel- und Eierautomat rund 1.200 Eier wöchentlich verkauft.
Kronstorfer Frühlingszauber (Ballveranstaltung)
Anlass ist das jahrelange Fehlen einer Ballveranstaltung.
Eine Projektgruppe hat die Vorbereitungen für den ersten Frühlingszauber für den 19.3.2011 in Angriff genommen. Unter Einbindung der Vereine und unter der Vorbildwirkung der GemeinderäteInnen wurde der Kartenvorverkauf in die Wege geleitet.
D`rent und Herent
Zu den Auslösern dieses Projektes zählen unter Anderem grenzüberschreitende Aktivitäten mit den NÖ-Nachbarsgemeinden Ernsthofen und Haidershofen. Die Stärkung des Regionalgedankens, Kommunikation und Kultur werden verfolgt. Dabei sollen viele Vereine integriert werden und das Publikumsinteresse zu gemeinsamen Aktivitäten angeregt werden. Ziel ist es nachhaltig zumindest zwei jährliche Veranstaltungen im kulturellen Leben abwechselnd in den einbezogenen Gemeinden zu realisieren. Ebenso beginnen die Gemeindeverwaltungen grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten.
Kronstorfer Kochbuch
Ergebnis des Projektes ist das „ Kronstorfer Kochbuch“, dessen Gestaltung neue Wege beschreitet. Die Schwerpunkte liegen bei überlieferten alten Rezepten in modernem Kleid, leicht und frisch zubereiteten Speisen mit regionalen Produkten. Eine beigelegte DVD soll zur Demonstration für Ungeübte und Neueinsteiger dienen, die „Kochlust“ fördern und Tipps und Tricks vermitteln.
Klima – Arbeitskreis (mit EGEM kombiniert)
Jeden ersten Freitag im Monat wird zu einer aktuellen Themenstellung ein Energiestammtisch in der Marktgemeinde abgehalten. Die Aktivitäten sind mit dem Gemeindeprojekt – Energiespargemeinde Kronstorf abgestimmt und koordiniert.
Leben am Wasser- „Die Enns als Natur-, Freizeit- und Erholungsraum“
Hat sich zum Ziel gesetzt, jene Lebensqualität wieder zu aktivieren, die aus früheren Jahren an der Enns an Schotterbänken noch bekannt ist. Damit soll Naherholung und Naturschutz, Freizeit im Ort, zusammen mit der Nö-Nachbargemeinde Ernsthofen angestrebt werden
Markt am Brucknerplatz
Mit der Marktidee im Ortszentrum möchte das Projekt zur Ortsbelebung und zur Kommunikation beitragen. Es soll ein neuer Ansatz mit „Kronstorf im Jahreskreis“ verfolgt werden. Bei diesem Projekt sollen den Jahreszeiten entsprechend mehrere Märkte mit verschiedensten Schwerpunkten stattfinden. Einkaufen, Essen und Trinken, Kultur – dies und noch vieles mehr wird dabei verbunden. Gemeinsames „TUN“ steht im Vordergrund, um ein belebtes, vielseitiges, aber vor allem aktives Kronstorf zu ermöglichen.
Ortskernbelebung und Ortsgestaltung Kronstorf
Die Umfahrung „B 309 neu“ steigert durch ein vermindertes Verkehrsaufkommen die Lebensqualität im Zentrum. Sie ist eine Chance aber auch Herausforderung für die künftige Entwicklung im Ort.
Unter Einbindung des Orts- und Marktentwicklungsvereines, Interessierten aus dem Agendaprozess Kronstorfer Zukunftsweg und unter der Federführung des Ausschusses für Ortsentwicklung und Raumordnung sollen neue Akzente für die Gestaltung und Belebung im Ort entwickelt werden; diese Ideen sollen dann auch in das neu zu gestaltende örtliche Entwicklungskonzept einfließen.
5. Ausblick
Welche Schritte setzt die Gemeinde in nächster Zeit?
- Kooperation von Projekten mit der NÖ-Agenda-Nachbargemeinde Ernsthofen: gegenseitige Beteiligung in Dorffesten der Nachbargemeinden, D`rent und Herent
- Projekt Ortsbelebung im Rahmen Dorf- und Marktentwicklung und Implementierung in der Erstellung eines Ortsentwicklungskonzeptes
- Auflage einer Gemeindeinformationsbroschüre mit Integration des Kronstorfer Zukunftsprofils, Übermittlung an alle Kronstorfer Haushalte
- Information der Bevölkerung mit jährlich 2 Sondernummern der Gemeindezeitung zu Projekten des Kronstorfer Zukunftsweges
- Forcierung weiterer Agendaprojekte im Rahmen des Kronstorfer Zukunftsweges: Kultur an aussergewöhnlichen Orten, Gartlroas, Marke Kronstorf, Optimierung des Energieeinsatzes bei Straßenbeleuchtungen
- Planung und Realisierung der „Sportplatzmodernisierung" im Ortszentrum
- Konzeptionierung der Volksschulmodernisierung mit Integration der Musikschule sowie der Einrichtungen zu den Musikvereinen
Vizebürgermeister DI Franz Forstner (Kernteamleiter)
Heidelbeerstraße 2
4484 Kronstorf
franz_forstner@aon.at
04.03.2011, nachhaltigkeit.at






