Rohstoffverbrauch sollte auf ein Drittel sinken
Die Industrieländer müssen ihren Umgang mit Ressourcen radikal ändern um einer weltweiten Krise bis 2050 zu entgehen. Dies geht aus zwei Studien des „International Resource Panel“ des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hervor, welche der EU-Kommission am 26.5.2011 in Brüssel vorgestellt wurden.
Der erste Bericht befasst sich mit Metallrecycling. Diesem Bericht zufolge wird ein Großteil der Metalle, darunter wichtige High-Tech-Metalle, nach Gebrauch zu 99 Prozent weggeworfen statt recycelt. Nur bei 18 Metallen liege die Recyclingquote über 50 Prozent, schreiben die Autoren, darunter Matthias Buchert vom Öko-Institut in Darmstadt. Spezialmetalle und Seltene Erden für High-Tech-Anwendungen könnten bald fehlen, wenn diese Praxis nicht radikal geändert werde. Dazu müssten die Recyclingquoten durch bessere Sammel- und Recyclingsysteme vor allem in den Entwicklungsländern stark erhöht werden. Das könne aber gleichzeitig umweltfreundliche Arbeitsplätze schaffen und spare in großem Umfang CO2-Emissionen ein. Metalle zu recyceln ist laut der Studie zwei- bis zehnmal energiesparender als Roherze zu schmelzen.Der zweite Bericht untermauert die Notwendigkeit einer drastischen Entkopplung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum. Bei einer Business-as-usual-Entwicklung werde sich der Verbrauch von Mineralien, Erzen, fossilen Brennstoffen und Biomasse bis 2050 verdreifachen. Das sei unhaltbar, könne aber durch eine höhere Ressourceneffizienz aufgefangen werden. In der Studie werden dazu drei Szenarien vorgestellt. Darunter verlangt das weitgehendste von den Industrieländern, ihren Ressourcenverbrauch um zwei Drittel zu reduzieren, während andere Länder ihn nicht erhöhen sollen. Insgesamt soll der weltweite Ressourcenverbrauch dauerhaft auf dem Niveau des Jahres 2000 bleiben. Der von der Leiterin des Wiener Instituts für Soziale Ökologie Marina Fischer-Kowalski verfasste Bericht war bereits am 18. Mai vor der UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD) vorgestellt worden.
Die beiden Berichte wurden vom Ausschuss für Ressourcenbewirtschaftung (International Resource Panel) der UNEP unter Leitung von Ernst Ulrich von Weizsäcker und Ashok Khosla, Präsident der Weltnaturschutzunion IUCN, erarbeitet. Im Rahmen der letzten Freitag zu Ende gehenden "Green Week" wurden die Studien in Brüssel vorgestellt. Sie sollen den "Fahrplan hin zu einem ressourceneffizienten Europa" vorbereiten, den die Kommission nach Angaben von Umweltkommissar Janez Potočnik in Kürze vorlegen will.
Berichte und weitere Informationen: www.unep.org/resourcepanel
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Quelle: EU-Koordination Deutscher Naturschutzring e.V.
30.05.2011, nachhaltigkeit.at


