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Foto: Frankfurter K...

Ausstellung „Über die Metapher des Wachstums“

Das Ausstellungsprojekt "Über die Metapher des Wachstums" versammelt 28 internationale zeitgenössische künstlerische Positionen, die sich mit dem Thema Wachstum auseinander setzen. Die präsentierten Arbeiten veranschaulichen die zentrale, aber zugleich ambivalente Stellung dieser Thematik in unserer Gesellschaft.

Hintergrund des Ausstellungsprojekts:
Wachstum wird im Allgemeinen positiv bewertet und als erstrebenswerter Prozess gesehen: das Wachsen von Pflanzen, von Kindern, des Kapitalvermögens, der Renten und der gesamten Volkswirtschaft. Aus biologischer Perspektive suggeriert Wachstum etwas Naturgegebenes. Im gesellschaftlichen Zusammenhang kann der Glaube an das Wachsen und an den Fortschritt die generelle Ausrichtung einer Gesellschaft bestimmen. Die Antipode von Wachstum und Fortschritt – die Regression – gilt dagegen in unserem heutigen Selbstverständnis geradezu als Tabu. Selbst dort, wo es nicht um Rückschritt, sondern um die eventuelle Beibehaltung eines Status Quo geht, scheint dies zumeist die schlechtere Alternative zu sein. Stillstand und Stagnation sind tendenziell eher negativ besetzt.

Erst im Zuge von Krisen wie beispielsweise nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl, dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima oder wenn die Wirtschaftskrise den permanenten Wachstumsglauben erschüttert, findet die Frage nach den Grenzen des Wachstums wieder vermehrt Eingang in gesellschaftliche Diskussionsprozesse.
 
In der zeitgenössischen Kunst ist die Auseinandersetzung mit dem Wachstumsdenken als zentrales Prinzip gesellschaftlicher Organisation schon lange ein wichtiges Thema. Angesichts globaler Bedrohungen wie beispielsweise der Finanzmarktkrise beschäftigen sich Künstler mit den ökologischen Auswirkungen und den Kehrseiten kapitalistischer Wertschöpfungszusammenhänge. Das Ausstellungsprojekt "Über die Metapher des Wachstums" gibt dieser thematischen Tendenz eine Bühne: Erstmals werden verschiedene Stränge der künstlerischen Auseinandersetzung mit Phänomenen des Wachstums zusammengeführt und die zentrale Stellung dieses Begriffs im gesellschaftlichen Selbstverständnis erfahrbar gemacht.
 
Projektträger und Aktionen:
Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Kunstverein Hannover, dem Frankfurter Kunstverein und dem Kunsthaus Baselland und findet in diesen drei Häusern in drei zeitlich versetzten Ausstellungen statt. Diese setzen an jedem Ort unterschiedliche Schwerpunkte und tragen jeweils eine eigene kuratorische Handschrift. Spezifische Veranstaltungsprogramme mit Diskussionsrunden, Vorträgen, Performances und Künstlergesprächen begleiten das Projekt; eine gemeinsame Publikation führt die drei Ausstellungsteile zusammen und dokumentiert die 28 künstlerischen Positionen.  
 
Ausstellungsorte und -termine:
Die Ausstellung im Kunsthaus Baselland war bis vom 21. Mai bis 10. Juli 2011 zu sehen. Eine Rückschau auf die zwischen 16. April-26. Juni 2011 präsentierte Ausstellung des Kunstvereins Hannover finden Sie hier.  

Der Frankfurter Kunstverein präsentiert die Ausstellung noch bis 31. Juli 2011. Fünfzehn künstlerische Positionen setzen sich dabei in unterschiedlichen Ansätzen und Medien mit der Ambivalenz der Wachstumsmetapher zwischen Wohlstand und Fortschrittsglauben auf der einen sowie Vergänglichkeit und Erneuerung auf der anderen Seite auseinander. Ausgangspunkte bilden Fragen nach biologischen Kreisläufen, nach Arbeit und Produktivität oder auch Auseinandersetzungen mit den ökologischen Auswirkungen einer expansiven Ökonomie. Weitere Infos finden Sie hier.
 
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Quelle(n): Homepage des Kunstvereins Hannover, Homepage des Kunstvereins Frankfurt
 
 

11.07.2011, nachhaltigkeit.at