Prozess des Monats 09/2011: Stadtgemeinde Bärnbach
Steiermark
Die Inhalte dieser Seite wurden vom Prozessbegleiter Ing. Hubert Langmann gestaltet.
1. Kurzprofil der Stadtgemeinde
„Bärnbach, die Wohn- und Kulturoase der Lipizzanerheimat“
In der Weststeiermark, am Fuße der Gleinalm, der Sommerweide der Lipizzaner, liegt Bärnbach, die Stadt der Glasmacher und Bergknappen. Seit etwa 200 Jahren wird Glas erzeugt und bis zum Ende des 2. Jahrtausend wurde Kohle abgebaut. Der Ort wuchs auf Grund dieser Faktoren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts rasch. So wurde Bärnbach 1953 zum Markt und 1977 zur Stadt erhoben. Hauptattraktion ist die im Zentrum liegende Stadtpfarrkirche Sankt Barbara (Hundertwasserkirche), die 1948 erbaut und 1988 von Friedensreich Hundertwasser umgestaltet wurde. Die Glasfenster der Kirche wurden von Prof. Franz Weiss, einem Bärnbacher, entworfen. 1998 erweiterte Ernst Fuchs das Kunstensemble mit dem Mosesbrunnen.
Politischer Beschluss
Die Stadtgemeinde Bärnbach weist heute als einzige von den drei Städten in der Lipizzanerheimat eine positive Einwohnerentwicklung auf. Durch den Strukturbruch im Bergbau und der Glasindustrie braucht es für neue zukunftsfähige Entwicklungen die aktive Beteiligung der BärnbacherInnen. Durch die Mitarbeit und das Mitentscheiden der BewohnerInnen wird ein neues Bewusstsein für die eigene Gemeinde und eine Stärkung der Eigenverantwortung erzielt.
Die zurzeit schwierige Finanz- und Wirtschaftssituation, bietet der einstigen Region des „Braunen Goldes" die Chance sich neu zu definieren. Durch verstärkte Kooperationen, der Entwicklung von innovativen Produkten und neuen Formen von Dienstleistungen ist man bestrebt sich bewusst und zukunftsorientiert im Sinne der Nachhaltigkeit zu entwickeln.
2. Ansprechpersonen
Prozessbegleiter
Ing. Hubert Langmann
Landentwicklung Steiermark
8020 Graz, Bahnhofgürtel 77
t 0676/866 65 155
Langmann Hubert
Stadtgemeinde Bärnbach
8572 Bärnbach, Hauptplatz 1
www.baernbach.at
3. Prozessverlauf
LA21 Bärnbach
Am 20. Mai 2010 wurde ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss gefasst, eine Lokale Agenda 21 mit aktiver Bürgerbeteiligung, begleitet durch die Landentwicklung Steiermark, zu starten. An der Leitbildentwicklung nahmen 88 BärnbacherInnen diese Chance wahr, erstmals als Bürger an einer ganzheitlichen Zukunftsentwicklung ihrer Stadtgemeinde mitzuwirken. 110 Schüler der neuen Mittelschule beantworteten einen Fragebogen von und für Jugendliche, organisiert durch die Jugendservicestelle, dessen Ergebnisse in den LA21 Aktionsplan Bärnbach einfließen. Die Bedeutung des Entwicklungsprozesses zeigt sich im Steuerungsteam, in dem der Stadtrat äußerst aktiv und konstruktiv arbeitet.
Das ausgearbeitete Leitbild, unter dem Motto „Bärnbach, die Wohn- und Kulturoase der Lipizzanerheimat“, erfordert natürlich die Zusammenarbeit aller Kräfte, um künftig die Stadtgemeinde zu prägen. Der Entwicklungsprozess gliedert sich auf 4 Themenfelder, für die die Stadträte verantwortlich sind.
Zu den 4 Themenfeldern 1) lebenswertes Zusammenleben, 2) Jugend, 3) Lebensumfeld und 4) in Wert setzen, wurden 17 Strategiefelder ausgearbeitet. Die Strategiefelder sind den Ausschüssen zugeordnet und ein Gemeinderat ist als zuständiger Koordinator gefordert. 21 Ziele definieren die Strategiefelder, die durch über 50 Maßnahmen und Projektideen in den nächsten Jahren messbare Entwicklungen zeigen werden.
4. Projekte und Aktionen im Rahmen der LA21 Bärnbach
Erste konkrete Projekte sind die Gestaltung des Montanhistorischen Wanderweges mit der Sanierung des Bergbauschaufelbaggers, ein Online Bürgerforum für Bärnbach, ein Trinkwasserspender mit Sitzgelegenheit in Schrott am weststeirischen Jakobsweg, die Gründung eines Wirtschaftsstammtisches, die Bildung einer Projektgruppe für Haus- und Schrebergärten, die Installierung einer Infostelle für Soziales und Pflege, eine Kunstwerkstätte für Junge und Interessierte oder die bereits gratis angebotenen Informationsgespräche für angehende Pensionisten durch einen LA21 Akteur.
In den Projektgruppen sind die Interessierten, Betroffenen und thematisch versierten BärnbacherInnen gefordert ihr gemeinsam ausgearbeitetes Leitbild umzusetzen.
Weitere konkrete Umsetzungsprojekte sind das Projekt „Gentechnikfreies Bärnbach“, eine Kunstfabrik der Lipizzanerheimat (Vereinsgründung im September: Dabei bieten Künstler Kurse für Hobbykünstler mit Professionalisten, sowie für Kinder und Jugendliche an) und eine transparente Projektdarstellung, die über das Online- Bürgerforum Bärnbach erfolgt. Jedes Projekt wird durch ein eigenes Handbuch präsentiert, so dass sich die Bürger über die laufenden Projekte informieren können. Jedes Jahr am 26. Oktober wird eine Bürgerinformationsveranstaltung mit den Vereinen zur LA 21 abgehalten.
Zum Abschluss
Die Stadtgemeinde Bärnbach zeigt Verantwortung für die Zukunft, indem man in einen aktiven Bürgerbeteiligungsprozess einsteigt, um gemeinsam die zukünftigen Herausforderungen bestmöglich für die BärnbacherInnen zu meistern.
5. Rückfragen
Johanna Reinbrecht
Landentwicklung Steiermark
Öffentlichkeitsarbeit
8010 Graz, Hans-Sachs-Gasse 5/3
t 0676/866 43 753
Johanna Reinbrecht
www.landentwicklung.com
16.09.2011, nachhaltigkeit.at






