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Die EU-Fahne
Foto: BMLFUW

Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa

Die Europäische Kommission hat am 20.September 2011, den lang erwarteten „Fahrplan“ zur ressourcenschonenden Umgestaltung der europäischen Wirtschaft bis zum Jahr 2050 präsentiert.

Hintergrund des Ressourceneffizienz-Fahrplans
Die Forderung nach einem Fahrplan zur Festlegung mittel- und langfristiger Ziele im Bereich Ressourceneffizienz und der Mittel zu ihrer Verwirklichung ist in der Leitinitiative „Ressourcenschonendes Europa“ der Strategie Europa 2020 verankert.
Die nun von der EU-Kommission vorgelegte Roadmap baut auf den anderen Initiativen innerhalb dieser Leitinitiative - z. B. auf dem Fahrplan für den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft sowie dem Weißbuch zur Verkehrspolitik vom Frühjahr 2011 und dem für Ende des Jahres vorgesehenen Energiefahrplan - auf und ergänzt sie. Der Fahrplan für Ressourceneffizienz stützt sich auch auf die „Thematische Strategie für die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen“ (2005) und auf die EU-Strategie für die nachhaltige Entwicklung.

Zum Inhalt des Fahrplans
Die „Roadmap für ein ressourcenschonendes Europa“ nennt die Wirtschaftszweige, die die meisten Ressourcen verbrauchen  - Lebensmittel, Gebäude und Mobilität - und schlägt Maßnahmen und Instrumente vor, die auf eine Umgestaltung von Produktion und Verbrauch abzielen. Dazu gehören beispielsweise Anreize für Investoren zur Förderung umweltfreundlicher Innovationen, ein umweltfreundlicheres öffentliches Beschaffungswesen, die Verlagerung der Besteuerung weg vom Faktor Arbeit hin auf Umweltverschmutzung und Ressourcenverbrauch sowie Anreize für VerbraucherInnen für den Umstieg auf ressourcenschonende Produkte. Der Fahrplan empfiehlt auch, die Preise so anzupassen, dass sie die wahren Kosten des Ressourcenverbrauchs widerspiegeln, besonders in Bezug auf die Umwelt und die Gesundheit.
Wiener Schnellbahn; in Bildmitte zu sehen eine Schnellbahngarnitur (weiss/blau) von vorne oben aufgenommen, seitlich und im Bild unten mehrere Schienenstränge
Foto: BMLFUW/UBA/Gröger
 
 
Ressourceneffizienz müsse auf allen politischen Ebenen angegangen werden.
Der Fahrplan empfiehlt daher ein zahlreiche Politikfelder umfassendes integriertes Konzept auf europäischer und nationaler Ebene. Jene Ressourcen, die am stärksten unter Druck stehen, sollen dabei besonders in den Blick genommen werden.
Bis spätestens 2013 sollen in einem partizipativen Prozess, an dem die politischen EntscheidungsträgerInnen, Sachverständige, Nichtregierungsorganisationen, die Wirtschaft und VerbraucherInnen teilnehmen, klar definierte Ziele und Indikatoren entwickelt werden.
 
Nächste Schritte der EU und Aktivitäten in Österreich
Die Kommission wird nun die entsprechenden politischen und Legislativvorschläge zur Durchführung des Fahrplans vorlegen. Auch die Mitgliedstaaten müssen auf nationaler Ebene tätig werden.
 
In Österreich sind die Arbeiten an einem nationalen Ressourceneffizienz-Aktionsplan (REAP) bereits sehr weit gediehen. Dieser soll noch im Herbst 2011 vorgelegt werden. Erstellt wird er unter Federführung des Lebensministeriums unter Einbindung wichtiger Stakeholder aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und anderer Akteure.
Eine wichtige Grundlage für die im REAP vorgeschlagenen Ziele, Aktionsfelder und Maßnahmen zur Ressourcenschonung bildet die kürzlich veröffentlichte Publikation "Ressourcennutzung in Österreich - Bericht 2011".

Weitere Infos zum Fahrplan Ressourceneffizienz der EU in der Pressemitteilung der Europäischen Kommission (20.9.2011).

Hintergrundinfos zum Fahrplan Ressourceneffizienz der EU gibt es in diesem MEMO (engl.)
 

21.09.2011, nachhaltigkeit.at