ONR 192500: Neues normatives Dokument für Gesellschaftliche Verantwortung
Anfang November 2011 hat das Österreichische Normungsinstitut die ONR 192500 veröffentlicht. Angelehnt an den internationalen Standard ISO 26000, definiert diese neue Regel die Anforderungen an ein CSR Managementsystem und gibt Erfüllungskriterien für die Kernthemen und deren Handlungsfelder vor.
Hintergrund und Rahmen: ISO 26000 und die CSR-Strategie der EU
Das Thema Gesellschaftliche Verantwortung – Social Responsibility oder Corporate Social Responsibility (CSR) – gewinnt mehr und mehr an Bedeutung und Aktualität. Erst vor kurzem hat die Europäische Kommission in ihrer Mitteilung (KOM(2011) 681) „Eine neue EU-Strategie (2011-14) für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR)“ den Stellenwert dieses Themas nachdrücklich betont. So heißt es darin unter anderem: „CSR bietet einen Wertekanon, auf dem eine von stärkerem Zusammenhalt geprägte Gesellschaft aufgebaut und die schrittweise Einführung einer nachhaltigen Wirtschaftsordnung gegründet werden kann.“
Leitlinien und Grundsätze für CSR gibt die im November 2010 erschienene Internationale Norm ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung“ vor. Genau ein Jahr später hat nun das Österreichische Normungsinstitut / Austrian Standards Institute das damit in engem Zusammenhang stehende nationale normative Dokument ONR 192500 „Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen (CSR)“ veröffentlicht.
Was ist "Gesellschaftliche Verantwortung"?
Die ONR 192500 definiert Gesellschaftliche Verantwortung als „Verantwortung der Organisation für die Auswirkungen ihrer Entscheidungen und Tätigkeiten auf die Gesellschaft und Umwelt durch transparentes und ethisches Verhalten, das zur nachhaltigen Entwicklung – einschließlich Gesundheit und Gemeinwohl – beiträgt, die Erwartungen der Anspruchsgruppen (Stakeholder) berücksichtigt, anwendbares Recht erfüllt und mit internationalen Verhaltensstandards übereinstimmt sowie in der gesamten Organisation integriert ist und in ihren Beziehungen gelebt wird“.
ONR 192500 als Rüstzeug für Umsetzung und Nachweis gesellschaftlicher Verantwortung
Mit der neuen Regel ONR 192500 bietet sich für Unternehmen und Organisationen erstmals die Möglichkeit, die in der ISO 26000 formulierten Leitlinien und Grundsätze gesellschaftlicher Verantwortung systematisch in die Praxis umzusetzen und ihre Einhaltung auch gegenüber Dritten nachzuweisen. Denn im Unterschied zur der bewusst als Leitfaden gehaltenen ISO 26000, die allgemeine Unterstützung bzw. Orientierung bei Einführung, Verwirklichung und Verbesserung von CSR gibt, definiert die ONR auch inhaltliche Anforderungen und Empfehlungen, die für eine Selbstdeklaration und/oder den Nachweis durch unabhängige Dritte (Zertifizierungsorganisation) verwendet werden können.
Den ErstellerInnen der ONR 192500 war es wichtig, sowohl die Grundsätze aus der ISO 26000 in die ONR 192500 zu übernehmen als auch den Stakeholder-Ansatz und die Struktur der Kernthemen ( - wie etwa Organisationsführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt, Menschenrechte, Konsumentenbelange sowie Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft). Um Kompatibilität mit anderen Managementsystemen sicherzustellen berücksichtigte man auch den künftigen ISO Guide 83.
Mehr Informationen und Download- bzw. Bestellmöglichkeit für die neue CSR-Regel auf der Homepage des Österreichischen Normungsinstituts.
05.12.2011, nachhaltigkeit.at


