Globale Wertschöpfungsketten von Mobiltelefonen
Mit diesem Projekt will die Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik die komplexe Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen transparent machen und für die weitere Debatte aufbereiten.
Hintergrund des Projekts
Die Förderung von Tantal und anderer Metalle, die für die Herstellung von Handys benötigt werden – vom Aluminium über Kupfer bis hin zu Gold - führt in einigen Abbauregionen zu erheblichen menschenrechtlichen und ökologischen Problemen. Der Weg von diesen Rohstoffen zu den Handys führt über mehrere Stufen.
Die meisten Mobiltelefone werden mittlerweile in China endgefertigt - wo in den vergangenen Jahren wiederholt gravierende Missstände bei den Arbeitsbedingungen in Fabriken aufgedeckt wurden.
Wegen der Komplexität der Produktionskette ist es schwierig, bei Missständen Verantwortliche zu identifizieren: Sind beispielsweise die BetreiberInnen der Fabriken in China für schlechte Arbeitsbedingungen verantwortlich, oder die Technologiekonzerne, die ihre Aufträge an die billigsten AnbieterInnen vergeben? Und wer ist verantwortlich, wenn Tantal aus einer Mine verwendet wird, die von Milizen kontrolliert wird und wo äußerst schlechte Arbeitsbedingungen herrschen?
Projektziel, Inhalte und Output
Ziel der Studie ist es, die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und den Verkauf bis hin zur Entsorgung zu erfassen und anschaulich darzulegen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob der Anteil der Entwicklungsländer an der Wertschöpfung diesen Ländern eine eigene Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft ermöglicht. Die Studie ist Ausgangspunkt und Grundlage für weitere Aktivitäten.
Im Projektverlauf sollen Unternehmen spezifische Infomaterialien zur Bewusstseinsbildung zur Verfügung gestellt werden und Ansatzpunkte für eine Beseitigung von Missständen entlang der Produktionsketten mit den Unternehmen diskutiert werden. Auch für politische EntscheidungsträgerInnen sollen Informationen bereitgestellt werden, die sie bei der Festlegung des rechtlichen Rahmens für Unternehmen unterstützt. Es wird erwartet, dass aus der Debatte über Wertschöpfungsketten auch politische Rückschlüsse für die Vorgaben im Bereich der öffentlichen Beschaffung gezogen werden können.
Letztendlich sollen die Erkenntnisse über die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen aber auch den KonsumentInnen vermittelt werden. Im Rahmen des Projekts werden auch Informationsmaterialien für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit und für Schulen erstellt.
Quelle und weitere Infos: Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik - www.wertevolle-zukunft.de
24.01.2012, nachhaltigkeit.at


