8. März: Weltfrauentag

Mit vielfältigen Aktionen soll der jährliche Weltfrauentag am 8. März immer wieder einfordern, dass Frauenrechte beachtet und die Gleichstellung der Frauen umgesetzt wird.

Der internationale Tag der Frauen steht für den langen Kampf der Frauen für Gleichberechtigung und gegen jegliche Form der geschlechterspezifischen Diskriminierung. Vieles, was die Frauenbewegung im Laufe der Zeit erkämpft hat, gilt heute als selbstverständlich.

Aber nicht  nur in den Entwicklungsländern, sondern auch in der „westlichen Welt“ hinkt jedoch die Realität in vielen Bereichen den Zielvorstellungen noch immer hinterher- die Debatte um Chancengleichheit, Einkommensgerechtigkeit, Frauenquote, etc. zeigen dies recht deutlich. Darüber hinaus ist Gewalt gegen Frauen und Mädchen, weltweit betrachtet, noch immer eine der am weitesten verbreiteten und systematisch begangenen Menschenrechtsverletzungen.

 

Zur Geschichte des Weltfrauentages

Der Weltfrauentag wird seit 1911 begangen. Nach dem Erfolg des ersten US-amerikanischen Frauentages im Februar 1909, setzten sich die deutschen Sozialistinnen Clara Zetkin und Käte Duncker mit Erfolg für einen internationalen Frauentag ein. Am 27.8.1910 beschloss die II. Internationale Sozialistische Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines jährlichen weltweiten Frauentags – allerdings ohne ein bestimmtes Datum zu fixieren.

Der Beschluss wurde im Folgejahr umgesetzt: Am 19.3.1911 gingen in Deutschland, Österreich-Ungarn, Dänemark und der Schweiz erstmals Frauen zum Frauentag auf die Straße. Ihre zentrale Forderung: Einführung des Frauenwahlrechts und Teilhabe an der politischen Macht. Im Jahr 1921 legte dann die Zweite Kommunistische Frauenkonferenz in Moskau den 8. März als jährlichen Aktionstag fest. Der 8. März soll an historische Ereignisse erinnern, wo Frauen sich gegen die vorherrschende Missachtung ihrer Rechte auflehnten, u.a. an Folgende:

08.03.1857: Textilarbeiterinnen in New York beginnen einen Warnstreik

08.03.1917: Tausende russischer Frauen protestierten in St. Petersburg gegen Krieg und Hunger

 

Frauenrechte und Gleichstellung – internationaler und europäischer Rahmen

Die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter zählt laut Vertrag von Lissabon über die Europäische Union (Artikel 3) zu den Aufgaben der Union.  Die EU wirkt bei allen Tätigkeiten darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern (Vertrag über die Arbeitsweise der EU, Artikel 8).
Im Laufe der Jahre hat die EU eine Reihe wichtiger Rechtsvorschriften und Grundsatzdokumente zur Geschlechtergleichstellung erlassen bzw. angenommen.

Die Förderung von Frauenrechten und der Gleichstellung der Geschlechter ist auch Zielsetzung und Tätigkeitsbereich zahlreicher internationaler Organisationen und Institutionen. Besondere Bedeutung kommen der 1979 von der VN-Generalversammlung angenommen Konvention zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frauen (CEDAW) und der Pekinger Deklaration und Aktionsplattform von 1995 zu.
Die Stärkung der Geschlechtergerechtigkeit bildet auch in der von der VN-Generalversammlung im Jahr 2015 verabschiedeten Agenda 2030 zur nachhaltigen Entwicklung ein eigenständiges Ziel (= Ziel 5 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, SDGs).

Weitere Informationen und Downloadmöglichkeit relevanter Dokumente der EU und der Vereinten Nationen finden Sie auf den Webseiten des Bundesministeriums für Frauen und Gesundheit

08.03.2017