EU-Kommission will nachhaltige Finanzwirtschaft forcieren

Laut ihrer Mitteilung zur Halbzeitbilanz des Aktionsplans zur Schaffung einer Kapitalmarktunion ist die EU- Kommission fest entschlossen, Schritte zu setzen, damit die EU eine führende Rolle bei nachhaltigen Investitionen einnimmt.

In ihrer am 8. Juni 2017 veröffentlichten Mitteilung - COM(2017) 292 final - betont die EU-Kommission die Notwendigkeit eines nachhaltigen Finanzwesens einschließlich einer verstärkten Integration von Umwelt,- Sozial- und Governance-Leistungsaspekten in Ratingmethoden und Aufsichtsverfahren sowie in die Anlagemandate von institutionellen Anlegern und Vermögensverwaltern.

 

Hintergrund dieser Überlegungen ist die Halbzeitbilanz des Aktionsplans zur Schaffung einer Kapitalmarktunion (30. Sept. 2015) -  ein zentrales Projekt der Juncker-Kommission zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung in Europa – und das Bestreben der EU-Kommission, dieses Reformprojekt voranzutreiben. Dazu legte die EU-Kommission eine Reihe wichtiger neuer Initiativen vor. Zentrales Thema dieses Neustarts der Kapitalmarktunion ist die nachhaltige und grüne Finanzierung. Die EU-Kommission ist fest entschlossen, entsprechende Schritte zu setzen, damit die EU eine führende Rolle bei nachhaltigen Investitionen einnimmt. Dies erfordere auch ein gründliches Überdenken des finanzmarktpolitischen Rahmens der EU.

 

In Vorbereitung: Expertenbericht mit Empfehlungen für ein nachhaltiges Finanzwesen
Die Kommission hat im Dezember 2016 eine hochrangige Expertengruppe eingesetzt, die sie in der Frage beraten soll, wie Nachhaltigkeitserwägungen in die EU-Haushaltsordnung und in die Finanzmarktpraktiken eingebunden werden können. Diese Expertengruppe wird im Sommer 2017 einen Zwischenbericht vorlegen, in dem Themen und Konzepte, die umgesetzt werden könnten, vorgestellt werden. Der für Dezember 2017 erwartete Abschlussbericht der Expertengruppe wird dann eine Reihe operationeller Empfehlungen für die Integration von Fragen der Nachhaltigkeit in die EU-Finanzvorschriften enthalten.


2018: Maßnahmen für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit im Finanzsektor

Die EU-Kommission plant, auf Basis der Empfehlungen der hochrangigen Expertengruppe bis zum ersten Quartal 2018 Folgemaßnahmen für ein nachhaltiges Finanzwesen in die Wege zu leiten und insbesondere Arbeiten in Angriff nehmen, die auf eine Verbesserung der Offenlegung und der Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in Ratingmethoden und Aufsichtsverfahren sowie in die Anlagemandate von institutionellen Anlegern und Vermögensverwaltern abzielen. Gemäß den Ausführungen der EU-Kommission sollten sich auch künftige Revisionen von Rechtsvorschriften im Finanzbereich an einem stärker nachhaltigen Ansatz orientieren.

 

Weitere Informationen finden Sie im Factsheet der Europäischen Kommission (Fragen und Antworten zur Halbzeitbilanz des Aktionsplans zur Schaffung einer Kapitalmarktunion; Brüssel, 8. Juni 2017)

 

14.06.2017