Prozess des Monats 11/2017: St. Martin bei Lofer

Die im Salzburger Pinzgau und Nähe Zell am See gelegene Gemeinde ist seit Frühling 2016 aktiv in Sachen Agenda. Im Fokus des Engagements steht der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage, dabei sind Arbeit und Wirtschaft ebenso Thema wie Kultur, Soziales, Umwelt und Energie.

Kurzprofil zur Gemeinde

Die Gemeinde St. Martin bei Lofer liegt im Salzburger Saalachtal im nördlichen Pinzgau. 1.145 Einwohner (1. Jän. 2017) zählt die Gemeinde, die auf etwas über 600 Metern Seehöhe liegt.  Umgeben von zahlreichen Bergmassiven wie der Reiter Alpe im Norden, dem Steinerne Meer im Osten, den Kitzbüheler Alpen im Süden und den Loferer und Leoganger Steinberge im Westen ist St. Martin gesegnet mit einem wunderschönen Panorama und vielen aktiven Angeboten in der Natur. 

Ansprechpersonen

Agenda 21-KoordinatorIn vor Ort:
Michael Lackner (Kernteamleitung), +43 662 875787800 und Bürgermeister Josef Leitinger

Prozessbegleiter:
Karlo M. Hujber (Ideenkreis)

LA21-Leitstelle im Bundesland:
Agenda 21 Salzburg, Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen
Kontakt: Kristina Sommerauer; 0650-6234554

Prozessverlauf der LA 21 in St. Martin bei Lofer

Werte erhalten -Neues gestalten

Unter diesem Leitgedanken starte St. Martin bei Lofer im April 2016 einen Agenda-21-Prozess, mit dem wir die Weichen für eine zukunftsfähige Entwicklung unserer Gemeinde stellen. Zu den Schwerpunkten Arbeit und Wirtschaft, Kultur und Soziales sowie Umwelt und Energie werden Ziele erarbeitet, mit denen unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben. Dann können auch nachfolgende Generationen gut leben.

Zum Ablauf:

  • Start: Jänner 2016; Es folgten: Impuls- und Kernteamtreffen 02/2016
  • Zukunftsdialog 1: Arbeit und Wirtschaft, Tourismus und Freizeit, Gesundheit, Unser Ortsbild
  • Zukunftsdialog 2: Naturraum und Umwelt, Landwirtschaft, Nahversorgung, Mobilität, Erneuerbare Energien
  • Zukunftsdialog 3: Familie (Kinder, Jugend, Erwachsene, Senioren), Bildung, Kultur, Soziales, Vereinsleben
  • Zukunftsdialog 4: alle Themen, Einladung der Bürgerinnen und Bürgern und Bürger nach dem Zufallsprinzip
  • Entwurf des Zukunftsprofils und Kernteamtreffen
  • St. Martiner Gipfelkonferenz zur Präsentation des Zukunftsprofils und anderer Zwischenergebnisse
  • Laufend: Verschiedene Projektgruppentreffen und Öffentlichkeitsarbeit
  • Abschlusspräsentation (Jänner 2017)
  • Selbstständiges Weiterarbeiten an den Projekten

 

Projekte und Aktionen

Frauenstammtisch

Hier finden monatliche Treffen zu verschiedenen Themenstellungen statt. Das erste treffen war im März 2017 mit 16 Teilnehmerinnen. Dazu ist vorerst keine spezielle Förderung notwendig. Die Zusammenarbeit mit einer Erwachsenenbildungs-Einrichtung wird empfohlen.

Sozial-Plattform

Diese Idee wurde bei der Gipfelkonferenz vorgeschlagen. Die Sozial-Plattform soll sich mit den Bedürfnissen aller Altersgruppen befassen (Kinder - Jugendliche - Erwachsene - Senioren). Seitens der Agenda 21-Betreuung wird die moderierte Erarbeitung eines "Projektplanes" angeraten.

Eigenvermarktung bäuerlicher Produkte in St. Martin und der Region

Die bereits erfolgte Exkursion im Jahr 2016 und andere Vorarbeiten sind Grundlagen dafür, die Schwerpunkte zur Weiterarbeit festzulegen und dann konsequent zu verfolgen. Mehrere Recherchen ergaben jedoch, dass der Bedarf auf Seiten der Erzeuger ihre Produkte stärker zu vermarkten nur eingeschränkt vorhanden ist. Ein Langzeitprojekt, wo man sehen wird wie es sich entwickelt. Die ersten Schritte wurden gesetzt (Exkursion, Thema aufgreifen, ins Gespräch bringen).

Zukunftsweisende Energieprojekte forcieren

Bisher befasste sich der Projektleiter erfolgreich mit der Errichtung einer Ladestation für Elektroautos, wobei der verwendete Strom größtenteils aus Gemeinde eigener Solarenergie stammt - das Besondere daran: vorerst ist die Nutzung dieser Tankstelle kostenlos.

Im kommenden Jahr möchte der Projektleiter seine Informationsarbeit auf andere innovative Energieträger ausweiten, z. B. Energiespeicher für den Hausgebrauch. Dies deckt sich mit den Leitbildzielen, dass St. Martin bei Lofer wieder zu einer Vorbild-Gemeinde für erneuerbare Energie werden soll.

Vorderkaser-Klamm

Dieses attraktive Ausflugsziel soll autofrei werden. LEADER-Gelder stehen für eine (Teil-)realisierung zur Verfügung. Seitens der Gemeinde ist beabsichtigt, ab Frühjahr 2018 kräftig durchzustarten.

Spurensuche "Hl. Martin in Österreich"

Pater Karl Unger aus Maria Kirchenthal möchte mit einer Gruppe Engagierter die Wurzeln des Heiligen Martin in Österreich ergründen. Bisher ist dazu sehr wenig bekannt. Da die Gemeinde St. Martin heißt, besteht Interesse mehr dazu herauszufinden. Die Spurensuche hat begonnen.

Was bisher schon geschah: 16 österr. Gemeinden, die den Namen St. Martin im Namen tragen, wurden angeschrieben. Alle haben einen Fragebogen und ein Begleitschreiben erhalten, aus dem hervorgeht, was die Veranlassung für diese Umfrage ist. Die Ausgangsfrage bei unserer Spurensuche war: Warum gibt es in Österreich an die zwanzig Orte mit dem Namen St. Martin und im Gegensatz dazu im viel größeren Deutschland nur einen einzigen? Erfreulicherweise sind 15 Fragebögen zurückgekommen.

Gemeinsame Website der Vereine

Diese Website dürfte mit überschaubaren finanziellen Mitteln und über die Vereine selbst bzw. mit Unterstützung der Gemeinde geschaffen werden können.

Hochwasserschutz

Dies ist eine Aufgabe der Gemeinde, könnte jedoch in die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit der Agenda 21 einbezogen werden.

 

Ausblick

An der weiteren konsequenten Umsetzung der Projekte wird gearbeitet. Ein Agenda 21-Folgeprozess wird angestrebt, sobald die Projekte etwas klarer fokussiert sind.

 

Redaktion und Rückfragen

Michael Lackner (Kernteamleitung): +43 662 875787800

Josef Leitinger (Bürgermeister): buergermeister@stmartin.at

 

Die Inhalte dieser Seite wurden vom Bundesland Salzburg / Anja Brucker (SIR) gestaltet.

02.11.2017