Prozess des Monats 01/2018: Rohrbach an der Gölsen

Die niederösterreichische Gemeinde Rohrbach an der Gölsen hat Anfang 2014 mit dem Prozess zur familienfreundlichen Gemeinde begonnen und ist seither auch in der Lokalen Agenda 21 (in NÖ Gemeinde21) aktiv. Das größte Anliegen der Bevölkerung, das im Rahmen einer Zukunftskonferenz detailliert formuliert worden ist, ist die Neugestaltung des Ortszentrums, die mit Mitte 2018 abgeschlossen wird. Die Rohrbacher Arbeitsgruppen haben sich viele Themen zum Ziel gesetzt – von der Öffentlichkeitsarbeit über Gesundheit bis hin zu Umwelt und Sozialem. Die Erhaltung des dörflichen Charakters sowie die Mischung von gesundem Wohngebiet und bodenständigem Gewerbe sind wichtige Leitlinien der Gemeindepolitik.

Kurzprofil zur Gemeinde

Die Gemeinde Rohrbach an der Gölsen liegt im Bezirk Lilienfeld im Mostviertel, ca. 30 km südöstlich von St. Pölten. Sie zählt knapp über 1.500 Einwohner, ist mit 15 km² eine der kleineren Gemeinden des Bezirks und liegt auf 400 m Seehöhe. Rohrbach liegt an der Bundesstraße 18, die von der B20 zur Südautobahn führt. Rohrbach ist umgeben von vielen Wäldern (Ausläufer des Wienerwaldes), Wandern und Radfahren (Gölsentalradweg) sind beliebte Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, in der Gemeinde selbst gibt es zahlreiche Angebote für Sport- und Kulturbegeisterte.

 

 

Ansprechpersonen

Gemeinde21-Kernteamleiter vor Ort:
Ing. Markus Leopold, m.leopold@indat.at; 0664-1020202

Bürgermeister LAbg. Karl Bader, rohrbach@kabelweb.at, 02764-2334

Prozessbegleiter:
Mag. Marisa Fedrizzi (NÖ.Regional.Gmbh, www.noeregional.at)

LA21-Leitstelle im Bundesland:
Landesgeschäftsstelle für Dorferneuerung – Koordinierung Agenda 21 Niederösterreich
DI Bernhard Haas, bernhard.haas@noel.gv.at

 

Prozessverlauf der LA 21 in Rohrbach an der Gölsen

Mittendrin statt nur dabei

Diese Vision war eines der Ergebnisse der Zukunftskonferenz, die zu Beginn des Gemeinde21 Prozesses in Rohrbach an der Gölsen stattfand. Die Strategie stand ebenfalls bald fest, in sechs Themenbereichen wurden Handlungsziele festgelegt, die die Leitlinie des Gemeinde21 Prozesses für die nächsten vier Jahre (bis Ende 2018) darstellten.

regelmäßige Arbeitsgruppentreffen sicherten die kontinuierliche Weiterentwicklung und die rasche Umsetzung zahlreicher Projekte.

Strategie:

  • Wir haben mit unserem Ortskern einen repräsentativen, lebendigen Ort der Begegnung & Kommunikation als Identifikation nach innen und außen.
  • Wir informieren flächendeckend, modern und barrierefrei alle Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger und binden sie aktiv in das Gemeindegeschehen und Gestaltungsprozesse ein.
  • Wir präsentieren unsere Gemeinde attraktiv und zeitgemäß.
  • Wir haben eine funktionierende, generationenübergreifende Dorfgemeinschaft, entdecken bewusst unsere Talente und bringen sie ein.
  • Der Einsatz von vorhandenen / regionalen / erneuerbaren Energiequellen im privaten und öffentlichen Bereich ist selbstverständlich.
  • Die Bevölkerung engagiert sich aktiv an der Erhaltung der Nahversorgung.
  • Rohrbach ist ein guter Platz für Wohnen und Arbeit für ALLE Generationen.
  • Jugendliche finden das Leben in Rohrbach attraktiv und gehen mit den öffentlichen Gütern verantwortungsvoll um.
  • Wir adaptieren und nutzen vorhandene räumliche Ressourcen besser und schaffen neue Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.
  • Wir erweitern den Wirtschaftsstandort Rohrbach für neue Betriebe und unterstützen unsere regionalen.

Zum Ablauf:

  • Audit familienfreundliche Gemeinde mit mehreren Workshops und Fragebogenaktion im Frühjahr 2014
  • Überleitung in die Gemeinde21
  • Auftaktveranstaltung zur Gemeinde21 am 11. Juni 2014
  • Zukunftskonferenz 22.-23. August 2014
  • Regelmäßige Arbeitsgruppentreffen
  • Formulierung von Zukunftsbild und Maßnahmenplan bis zum Frühjahr 2015
  • Dorfbegehung Barrierefrei im Februar 2015
  • Exkursion „Beispielhafte Ortsraumgestaltungen“ im September 2015
  • Jugendumfrage im Mai 2016
  • Parallel Umsetzung diverser Projekte

 

Projekte und Aktionen

Corporate Design

Das Hauptprojekt der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit gliederte sich in zahlreiche Einzelthemen: nach der Kreation des neuen Gemeindelogos wurden sukzessive die Homepage und die Gemeindezeitung (Dorfbote) neu gestaltet, Plakate für Veranstaltungen und Aufkleber produziert sowie weitere Maßnahmen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit gesetzt (z.B. Transparente an den Ortseinfahrten im neuen Design). Ein Höhepunkt war die Gestaltung einer eigenen Trachtenlinie, die Logo-Elemente sind auf Stoff gedruckt. In die Arbeit war und ist die Bevölkerung stark eingebunden, so erfolgte die Auswahl der Logos oder der Stoffe für die Trachtenlinie immer gemeinsam, etwa bei einem Gemeinde21 Frühstück am Dorfplatz.

 

Kinder, Jugend und Freizeit

Das Audit „Familienfreundliche Gemeinde“ brachte einige Projektideen hervor. So ist als erstes Projekt eine Motorikstrecke am „Tut-Gut-Schritte-Weg“ entstanden. Eine Jugendumfrage zum Thema „Treffpunkte“ hat interessante Einblicke gebracht, ein erster solcher konnte in Zusammenarbeit mit der Landjugend neu gestaltet werden.

Der „Rohrli Knirpsetreff“ ist ein regelmäßiges Treffen von Eltern mit Kleinkindern – einmal im Monat wird hier gespielt, getratscht und man tauscht sich aus. Der Knirpsetreff wurde von Anfang an begeistert angenommen.

 

Ortskerngestaltung neu

Der „Ortsraum“ ist das umfangreichste Projekt der Gemeinde21 – in mehreren Sitzungen wurde der Architekt von der Arbeitsgruppe begleitet, eine Exkursion zu beispielhaften Ortsraumgestaltungen wurde durchgeführt, immer wieder wurde die Bevölkerung miteinbezogen (Sondergespräche mit den AnrainerInnen, öffentliche Präsentationen…). Nach den Vorarbeiten wie etwa der Verlegung des Kriegerdenkmals sowie der Neuplanung der Straßenführung und der Verlegung und Verbreiterung der Brücke wurde der Hauptteil der Gestaltung (Unterbau, Kanal, Wasser, diverse Leitungen) in Angriff genommen, die Möblierung erfolgt im Jahr 2018 – zusammen mit einem großen Eröffnungsfest.

 

Barrierefreiheit

Die „Dorfbegehung barrierefrei“ hat einige Ansatzpunkte hervor gebracht, die Veranstaltung wurde mit großem Interesse verfolgt. Einige Maßnahmen, die das Team vorgeschlagen hat, konnten bereits umgesetzt werden, so z.B. die barrierefreien Zugänge zu Kindergarten und Gemeindeamt sowie die Öffnung eines „Hintausweges“ vom Nahversorger zum Dorfplatz.

 

Umwelt und Energie

Ein wichtiges Anliegen der Landwirte konnte mit Unterstützung der Arbeitsgruppe Energie in Angriff genommen werden: die Entsorgung der Silofolie ist jetzt geregelt.

Ein Energietag hat stattgefunden, die Bevölkerung wird regelmäßig mit Energieinformationen versorgt.

 

Gesundheit und Natur

Die Arbeitsgruppen arbeiten Hand in Hand – so beschäftigt sich die Gesunde Gemeinde stark mit Vorträgen und der Gestaltung von Aktionstagen (z.B. zum Thema Ernährung), gemeinsam mit der Gruppe rund um das Audit „Familienfreundliche Gemeinde“ werden weitere Projekte vorbereitet und verfolgt (z.B. Mithilfe bei der Motorikstrecke).

 

Redaktion und Rückfragen

Prozessbegleiterin Mag. Marisa Fedrizzi, 0676-88591239

25.01.2018